Cyclophosphamid

Allgemeines

Cyclophosphamid wird als Injektion meist in Kombination mit weiteren Zytostatika zur Behandlung folgender Tumoren verwendet:
  • Blutkrebs (akute lymphatische Leukämie) zur Rückbildung und Erhaltung des Genesungszustandes sowie bei der chronischen Form, wenn die Standardtherapie (Chlorambucil/Prednison) versagt hat
  • Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin) und Lymphdrüsenkrebs, der nicht der Form des Morbus Hodgkin entspricht (Non-Hodgkin-Lymphome), wobei der Wirkstoff hier auch allein zum Einsatz kommen kann
  • einer speziellen Form des Lymphzellkrebses (Plasmozytom), auch in Kombination mit Prednison
  • Brustkrebs nach Tumorentfernung oder Entfernung der gesamten Brust sowie bei der nur noch pflegenden Behandlung dieser Krebsform (palliative Therapie), wenn sie unheilbar ist (diese Anwendungen können auch in Tablettenform erfolgen)
  • fortgeschrittener Krebs der Eierstöcke
  • kleinzelliger Krebs der Bronchialschleimhaut
  • Knochenkrebs (Ewing-Sarkom und Osteosarkom)
  • Krebs von Nervenzellen, meist im Gehirn (Neuroblastom)
  • Muskelkrebs (Rhabdomyosarkom) bei Kindern.
Darüber hinaus kommt der Wirkstoff vorbereitend bei Fremdspenden von Knochenmark zum Einsatz, um das körpereigene Abwehrsystem auszuschalten. Solche Knochenmarksspenden sind bei bestimmten Formen der Blutarmut und des Blutkrebses üblich (schwere aplastische Anämie, akute und chronische myeloische und akute lymphoblastische Leukämie).

Des Weiteren kann Cyclophosphamid als Injektion oder in Tabletten bei bedrohlich verlaufenden Autoimmunkrankheiten wie schweren und fortschreitenden Formen von Lupus-Nephritis und Wegener-Granulomatose angewendet werden. Eine Behandlung dieser Krankheitsbilder mit dem Wirkstoff sollte jedoch nur durch Ärzte erfolgen, die über spezielle Erfahrungen zu den Krankheitsbildern und zu Cyclophosphamid verfügen.

Die Anwendung von Cyclophosphamid im Rahmen der Vorbereitung einer Knochenmarktransplantation ist Spezialkliniken vorbehalten, die über entsprechende Sachkenntnis und Ausstattung zur Durchführung von Fremdspenden von Knochenmark verfügen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Ablesung des Erbgutes von Krebszellen verhindern
  • Erbgut von Krebszellen verändern und zerstören
  • körpereigene Abwehr unterdrücken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Cyclophosphamid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Cyclophosphamid nicht verwendet werden?

Cyclophosphamid darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • schwerer Beeinträchtigung der Knochenmarksfunktion (insbesondere bei Patienten, die mit Zytostatika oder Bestrahlungen vorbehandelt wurden)
  • Blasenentzündung
  • Harnabflussbehinderungen
  • bestehenden Infektionen.
Nur mit besonderer Vorsicht darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei geschwächten und älteren Patienten sowie bei solchen, die zuvor eine Bestrahlungsbehandlung erhielten. Besondere ärztliche Vorsicht ist ebenfalls bei Patienten mit geschwächter körpereigener Abwehr geboten wie beispielsweise Zuckerkrankheit sowie chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen.

Weil Cyclophosphamid die Stoffwechselkrankheit Porphyrie hervorrufen kann, müssen Patienten mit dieser Krankheit bei der Behandlung besonders sorgfältig vom Arzt beobachtet werden.

Vor allem bei höherer Dosierung des Wirkstoffs ist auf sorgfältige Mundpflege zu achten. Vor Behandlungsbeginn müssen etwaige Infektionen ausheilen.

Während der Behandlung sollte der Arzt regelmäßig das Blutbild und die Urinzusammensetzung kontrollieren. Besonders die weißen Blutkörperchen müssen regelmäßig, gegebenenfalls täglich (bei Zeichen einer Knochenmarkschädigung) im Arztlabor überwacht werden. Wenn Zeichen einer Knochenmarkschädigung bestehen, ist auch eine häufigere Kontrolle der roten Blutkörperchen und Blutplättchen nötig.

Vor Therapiebeginn sind mögliche Abflußbehinderungen der ableitenden Harnwege (Harnleiter, Blase, Harnröhre) vom Arzt auszuschließen und gegebenenfalls Störungen des Mineralhaushalts durch eine geeignete Therapie zu beseitigen. Vor, während und nach der Gabe von Cyclophosphamid müssen die Patienten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und gute Ausscheidungsfunktion achten. Tritt während der Behandlung eine Blasenentzündung mit Blutabsonderungen auf, sollte der Arzt die Therapie bis zur Normalisierung abbrechen.

Patienten mit einer vorbestehenden Leberentzündung sollten vom Arzt besonders sorgfältig überwacht werden, da die Krankheit nach Ende der Therapie mit Cyclophosphamid wieder aufflammen kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Behandlung mit Cyclophosphamid kann bei Frauen schädigend auf das Erbgut wirken. Ist die Behandlung einer Patientin während der ersten drei Schwangerschaftsmonate unumgänglich, ist eine medizinische Beratung zur Schwangerschaftsunterbrechung zwingend erforderlich.

Ist eine Therapie ab dem vierten Monat der Schwangerschaft dringlich und die Frau möchte das Kind behalten, muss der Arzt auf das geringe, aber nicht auszuschließende Risiko von Auffälligkeiten der Kinder hinweisen.

Ansonsten ist darauf zu achten, dass Frauen, die mit Cyclophosphamid behandelt werden, während und bis sechs Monate nach der Behandlung nicht schwanger werden. Tritt während der Behandlung dennoch eine Schwangerschaft ein, so sollte die Möglichkeit einer Erbgutuntersuchung genutzt werden.

Auch bei Männern kann der Wirkstoff das Erbgut verändern. Daher sollten Patienten während und sechs Monate nach der Behandlung keine Kinder zeugen.

Da Cyclophosphamid in die Muttermilch übertritt, darf während der Behandlung nicht gestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Auch bestimmte Krankheitsbilder bei Kindern können mit dem Wirkstoff behandelt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Cyclophosphamid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Cyclophosphamid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Hemmung der Knochenmarksfunktion, Mangel an weißen Blutkörperchen, Mangel an Neutrophilen, Mangel an Blutplättchen, Fehlen von Granulozyten, Blutarmut, Mangel an allen Blutzellen, verringerter Blutfarbstoff, Schwäche der körpereigenen Abwehr, Haarausfall, Blasenentzündung mit und ohne (geringe) Blutungen, Fieber.

Häufige Nebenwirkungen:
Infektionen, Fieber durch Neutrophilen-Mangel, Essenverweigerung, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Mundschleimhautentzündung, Leberfunktionsstörungen, blutige Blasenentzündung (in Einzelfällen mit Todesfolge), viel Blut im Urin, Störungen der Spermienproduktion, Schwäche, Müdigkeit, Unwohlsein, Entzündung der Schleimhaut.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Lungenentzündung, Blutvergiftung, Überempfindlichkeit, Nervenstörungen in Armen und Beinen, allgemeine Nervenfunktionsstörungen, Nervenschmerzen, Taubheit, Herzmuskelerkrankung, Herzmuskelentzündung, Herzversagen (in Einzelfällen mit Todesfolge), Hitzegefühl, niedriger Blutdruck, Zyklusstörungen.

Seltene Nebenwirkungen:
zusätzliche Krebsformen (Blutkrebs, Blasenkrebs, Harnleiterkrebs), Austrocknung, Schwindel, unscharfes Sehen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen (wie Kammerrasen oder Kammerflimmern), nicht-bakterielle Lungenentzündung, Verstopfungen der Lebervene (bei Hochdosierung und Kombination mit Busulfan oder bei Ganzkörperbestrahlung), erhöhte Leberwerte (Bilirubin, GOT, GPT, gamma-GT, alkalische Phosphatase), Hautentzündungen,Ausschlag, Veränderung der Hautfarbe an Handflächen, Fingernägeln und Fußsohlen, Ausbleiben der Regelblutung, Fehlen von Spermien, geringe Spermienzahl, Brustschmerzen.


Sehr seltene Nebenwirkungen:
Schock durch Blutvergiftung, Fieber durch massenhaften Zerfall von Tumorzellen, gestörte Blutgerinnung, Harnvergiftung (hämolytisch-urämisches Syndrom), allergische Reaktion (bis zum Schock), Störung der Wasserregulation im Körper, Natriummangel im Blut, Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme), Verwirrung, Krampfanfälle, Funktionsstörungen des Gehirns, Lähmungen, Sehstörungen, Bindehautentzündung, Augenschwellung, Herzrhythmusstörung (supraventrikuläre Arrhythmie), Vorhofflimmern, Herzstillstand,Herzinfarkt, Blutgefäßverstopfung, Bluthochdruck, Blutdruckabfall, blutige Dickdarmentzündung, akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, Wasserbauch, Schleimhautgeschwüre, Magen-Darm-Blutungen, Aktivierung einer Virus-Leberentzündung, Leberschwellung, Gelbsucht, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, Toxische Epidermale Nekrolyse), Blutung in der Schleimhaut der Harnwege, Wassereinlagerung in der Blasenwand, Entzündung und Verhärtung der Blase, Nierenversagen, erhöhte Kreatinin-Werte im Blut, Schädigung des Nierengewebes (Tubulusnekrose), Kopfschmerzen, Schmerzen, Versagen mehrere Organe, Blutgefäßentzündung, Blut im Urin durch ein Tumorlyse-Syndrom.

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Lymphdrüsenschwellung, Fortschreiten vorhandener Krebserkrankungen, Knochenkrebs, Nierenzellkrebs, Nierenbeckenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Krebs bei den Nachkommen, Mangel an Granulozyten, Mangel an Lymphzellen, "Wasservergiftung", veränderter Blutzuckerspiegel, Nervengiftigkeit, Schmeckstörungen, leberbedingte Gehirnerkrankung, vorübergehende Gehirnerkrankung (posteriores Leukenzephalopathie-Syndrom), Muskelbeschwerden, Empfindungsstörungen, Zittern, Riechstörung, verstärkter Tränenfluss, Ohrensausen, Herz-Schock, Herzzwischenwand-Erguss, Herztamponade, Herzmuskelblutung, Linksherzversagen, verlangsamter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung im EKG), verminderte Herzleistung, Lungenembolie, Venenverstopfung, Blutgefäßentzündung, Durchblutungsstörungen des Gewebes, Verhärtung der Lunge (chronische interstitielle Lungenfibrose), Wasseransammlung in der Lunge, Lungenhochdruck, Bronchialkrämpfe, Atembeschwerden, Sauerstoffmangel im Blut, Husten, unbestimmte Lungenfunktionsstörungen, Schwellung der Nasenschleimhäute, Nasenbeschwerden, Mund-Rachen-Schmerzen, Naselaufen, Niesen, Erkrankung der Lungenvenen, Entzündung der Lungenbläschen (auch allergisch), Lungenentzündung, Brustfellerguss, Bauchschmerzen, Entzündung der Ohrspeicheldrüse, (Dick)darmentzündung, Blinddarmentzündung, Leberentzündung (auch mit Gallenstau oder Zellauflösung), Gallenstau, Leberversagen, Hautschäden an bestrahlten Stellen, Verbrennungen an bestrahlten Stellen, Juckreiz (inklusive entzündlichem Juckreiz) Hautrötung, Hautausschlag, Missempfindungen an Hand- und Fußsohlen, Nesselsucht, Bläschenbildung, Hautrötung, Gesichtsschwellung, übermäßige Schweißbildung, Zerfall von Muskelgewebe, Hautverhärtung, Muskelkrämpfe, Mueklschmerzen, Gelenkschmerzen, Störung der Filtrationstätigkeit der Niere, Nierenerkrankung, blutige Harnröhrenentzündung, Blasenentzündung mit Geschwulsten, Zusammenziehung der Harnblase, nierenbedingter übermäßiger Durst, entartete Zellen in der Harnblasenschleimhaut, erhöhter Harnstoff-Wert im Blut, Unfruchtbarkeit, Zyklusbeschwerden, Schwache der Eierstöcke, zu geringe Monatsblutung, Hodenschrumpfung, zu wenig weibliches Geschlechtshormon im Blut, Hypophysenhormon Gonadotropin im Blut erhöht, Fruchttod im Mutterleib, Missbildung des Kindes, Wachstumsverzögerung des Ungeborenen, Reaktionen an der Injektions- oder Infusionsstelle (Gewebstod, Entzündung, Schmerzen, Schwellung, Hautrötung, Wassereinlagerungen in das Gewebe), Grippe-ähnliche Erkrankung, Hinfälligkeit, verzögerte Wundheilung, veränderte Laborwerte (erhöhter Lactatdehydrogenase-Spiegel im Blut, C-reaktives Protein erhöht).

Besonderheiten:
Die Blutbildveränderungen können mit und ohne Fieber auftreten und bergen die Gefahr von zum Teil lebensbedrohlichen Infektionen sowie eines erhöhten Blutungsrisikos.

Im Allgemeinen sind die Nebenwirkungen umso stärker, je höher die Dosierung des Wirkstoffs gewählt wird; sie bilden sich aber nach Therapie-Ende zurück.

Welche Wechselwirkungen zeigt Cyclophosphamid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die blutzuckersenkende Wirkung von Sulfonylharnstoffen kann durch Cyclophosphamid verstärkt werden, ebenso die schädigende Wirkung auf das Knochenmark bei gleichzeitiger Gabe des Gichtmittels Allopurinol oder des Entwässerungsmittels Hydrochlorothiazid.

Eine vorausgehende oder gleichzeitige Behandlung mit den Antiepileptika Phenobarbital und Phenytoin, mit Benzodiazepinen und Chloralhydrat (Beruhigungs- und Schlafmittel) oder mit dem Glukokortikoid Dexamethason kann die Wirkung und die Nebenwirkungen von Cyclophosphamid verstärken. Auch das Antibiotikum Chloramphenicol hat diesen Effekt.

Weil Cyclophosphamid die körpereigene Abwehr unterdrückt, ist bei aktiven Impfstoffen mit einer verminderten Wirksamkeit und bei Lebendimpfstoffen mit einer Infektion durch den Impfstoff zu rechnen.

Bei gleichzeitiger Gabe bestimmter Muskelrelaxanzien (beispielsweise Succinylcholin) kann es zu einem länger anhaltenden Atemstillstand kommen.

Antibiotika aus der Wirkstoffgruppe der Anthrazykline und das Zytostatikum Pentostatin können die herzschädigende Wirkung von Cyclophosphamid verstärken. Eine Verstärkung wird auch bei vorhergehender Bestrahlungsbehandlung der Herzregion angenommen.

Die gleichzeitige Gabe von Indometacin (Entzündungshemmer, Antirheumatikum) sollte durch den Arzt sehr vorsichtig erfolgen, da es in einem Einzelfall zu einer akuten Überwässerung des Körpers kam.

Bei einer besonderen Form des Blutkrebses (chronische myeloische Leukämie) beeinträchtigt eine vorausgegangene Therapie mit Busulfan die Erfolgsaussichten einer Knochenmarktransplantation nach dem Einsatz von Cyclophosphamid.

Eine häufige Nebenwirkung von Cyclophosphamid sind Entzündungen der Darmschleimhaut. Bei gleichzeitiger Gabe des Herzglykosids Digoxin wird dieses schlechter in den Körper aufgenommen und es kann daher zu Unterdosierungen kommen.

Ganz allgemein sollte bei einer Behandlung mit Cyclophosphamid auf den Genuss alkoholischer Getränke verzichtet werden. Wegen der Möglichkeit einer verminderten Verstoffwechselung und damit verminderten Wirksamkeit von Cyclophosphamid durch eine in Grapefruits enthaltene Substanz sollte auf den Genuss von Grapefruits oder Grapefruitsaft verzichtet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Kommt es bei der Behandlung zu einer Blasenentzündung mit Blutabsonderung, ist die Therapie bis zur Normalisierung abzubrechen.
  • Bei männlichen und weiblichen Patienten im geschlechtsreifen Alter sind während und bis mindestens sechs Monate nach Beendigung der Therapie empfängnisverhütende Maßnahmen vorzunehmen.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament sollten regelmäßige ärztliche Kontrollen von Blutbild und Urinzusammensetzung erfolgen.
  • Das Medikament darf nur von erfahrenen Ärzten angewendet werden.
  • Vor, während und nach der Anwendung des Medikaments ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und gute Ausscheidungsfunktion zu achten.
  • Besonders bei höherer Dosierung des Medikaments ist auf eine sorgfältige Mundpflege zu achten, um Infektionen zu verhindern.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament darf kein Alkohol getrunken und es sollte auf Grapefruits und Produkte daraus verzichtet werden.
  • Das Medikament kann eine akute Porphyrie verschlimmern.
  • Übelkeit, Erbrechen und dadurch möglicherweise auftretende Kreislaufschwäche können Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich machen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Cyclophosphamid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Cyclophosphamid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
überzogene Tabletten

So wirkt Cyclophosphamid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Cyclophosphamid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Abführmittel, Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Cyclophosphamid gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Cyclophosphamid

Cyclophosphamid wird als Injektion meist in Kombination mit weiteren Zytostatika zur Behandlung folgender Tumoren verwendet:
  • Blutkrebs (akute lymphatische Leukämie) zur Rückbildung und Erhaltung des Genesungszustandes sowie bei der chronischen Form, wenn die Standardtherapie (Chlorambucil/Prednison) versagt hat
  • Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin) und Lymphdrüsenkrebs, der nicht der Form des Morbus Hodgkin entspricht (Non-Hodgkin-Lymphome), wobei der Wirkstoff hier auch allein zum Einsatz kommen kann
  • einer speziellen Form des Lymphzellkrebses (Plasmozytom), auch in Kombination mit Prednison
  • Brustkrebs nach Tumorentfernung oder Entfernung der gesamten Brust sowie bei der nur noch pflegenden Behandlung dieser Krebsform (palliative Therapie), wenn sie unheilbar ist (diese Anwendungen können auch in Tablettenform erfolgen)
  • fortgeschrittener Krebs der Eierstöcke
  • kleinzelliger Krebs der Bronchialschleimhaut
  • Knochenkrebs (Ewing-Sarkom und Osteosarkom)
  • Krebs von Nervenzellen, meist im Gehirn (Neuroblastom)
  • Muskelkrebs (Rhabdomyosarkom) bei Kindern.
Darüber hinaus kommt der Wirkstoff vorbereitend bei Fremdspenden von Knochenmark zum Einsatz, um das körpereigene Abwehrsystem auszuschalten. Solche Knochenmarksspenden sind bei bestimmten Formen der Blutarmut und des Blutkrebses üblich (schwere aplastische Anämie, akute und chronische myeloische und akute lymphoblastische Leukämie).

Des Weiteren kann Cyclophosphamid als Injektion oder in Tabletten bei bedrohlich verlaufenden Autoimmunkrankheiten wie schweren und fortschreitenden Formen von Lupus-Nephritis und Wegener-Granulomatose angewendet werden. Eine Behandlung dieser Krankheitsbilder mit dem Wirkstoff sollte jedoch nur durch Ärzte erfolgen, die über spezielle Erfahrungen zu den Krankheitsbildern und zu Cyclophosphamid verfügen.

Die Anwendung von Cyclophosphamid im Rahmen der Vorbereitung einer Knochenmarktransplantation ist Spezialkliniken vorbehalten, die über entsprechende Sachkenntnis und Ausstattung zur Durchführung von Fremdspenden von Knochenmark verfügen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Cyclophosphamid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Cyclophosphamid

Cyclophosphamid gehört zur Wirkstoffgruppe der Zytostatika, also der zellabtötenden Substanzen, die zur Krebsbekämpfung eingesetzt werden. Es ist zunächst unwirksam, wird aber in der Leber zu wirksamen Abkömmlingen umgebaut. Ihre Giftwirkung auf die Zellen beruht auf einer Veränderung des Erbgut-Stranges (der DNS). Folge derselben sind Brüche des Erbgutstranges und Verknäulungen, die eine geordnete Ablesung und damit die Vermehrung der Zelle behindern, wenn nicht unmöglich machen. Cyclophosphamid wirkt in allen Phasen der Zellteilung giftig und vor allem bei Zellen wie Krebszellen, die sich besonders schnell teilen.

Außerdem wird vermutet, dass Cyclophosphamid das Immunsystem unterdrückt, was seine Wirkung bei Autoimmunkrankheiten erklärt.

Sind Krebszellen gegen verwandte Substanzen wie beispielsweise Ifosfamid unempfindlich, werden sie vermutlich auch nicht von Cyclophosphamid geschädigt. Hier besteht also möglicherweise eine sogenannte Kreuzresistenz.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.