Isoptin RR plus

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 05.09.2007
Hersteller: Abbott GmbH & Co. KG
Wirkstoffkombination: Verapamil + Hydrochlorothiazid
Darreichnungsform: Retardkapsel
Rezeptpflichtig

Wirkung

Isoptin RR plus enthält die Wirkstoffkombination Verapamil + Hydrochlorothiazid. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Isoptin RR plus.

Die Kombination der beiden Wirkstoffe Verapamil und Hydrochlorothiazid wird zur Behandlung des Bluthochdrucks (Hypertonie) angewendet.

Diese Kombination wird grundsätzlich dann empfohlen, wenn die Behandlung eines zu hohen Blutdrucks mit einem Wirkstoff allein nicht ausreicht. Die Einstellung des Blutdrucks erfolgt stets mit einem Einzelwirkstoff aus der Gruppe der blutdrucksenkenden Mittel. Erst wenn mit diesem ein guter Blutdruckwert erreicht ist, kann die Kombination der beiden Wirkstoffe Verapamil und Hydrochlorothiazid als Dauerbehandlung eingesetzt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Verapamil + Hydrochlorothiazid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Thiazide und thiazidartige Entwässerungsmittel, Calciumkanalblocker, Blutdrucksenker, zu welchen die Wirkstoffkombination Verapamil + Hydrochlorothiazid gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Bluthochdruck ohne organische Ursache, wenn eine Behandlung mit einem Kombinationspräparat notwendig ist

Dosierung

Dosierung und Anwendungsdauer sind abhängig von Schwere und Verlauf der Erkrankung und werden daher individuell vom Arzt bestimmt. Zumeist nehmen Erwachsene täglich eine Retardkapsel unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit während oder nach einer Mahlzeit ein. Dabei sollte die Einnahme stets mit der gleichen Mahlzeit erfolgen.

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts ist das Mittel für Kinder und Personen mit eingeschränkter Leberfunktion nicht geeignet.

Die Anwendungsdauer ist nicht beschränkt. Nach längerer Behandlung sollte das Medikament nicht plötzlich, sondern durch langsame Dosisminderung über mehrere Tage hinweg abgesetzt werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Hyprolose
  • Maisstärke
  • Sucrose
  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)
  • Dibutylphthalat
  • Eisenoxide und -hydroxide
  • Ethylcellulose
  • Gelatine
  • Glyceroldioleat
  • Poly(methacrylsäure-co-methylmethacrylat) (1:2)

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:<7b>
Übelkeit, Völlegefühl, Verstopfung (Obstipation).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Entwicklung einer Herzmuskelschwäche oder Verschlechterung einer bestehenden Herzmuskelschwäche, übermäßiger Blutdruckabfall, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Schwächegefühl, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Knöchel-Ödeme, Beinödeme, Fehlempfindungen wie Kribbeln, Pelzigkeitsgefühl oder Ameisenlaufen (Parästhesien), nervenbedingte Entzündungen (Neuropathien) und Muskelzittern (Tremor), Hautrötungen und Wärmegefühl (Flush), allergische Hautreaktionen wie Hautrötungen, Juckreiz (Pruritus), Erytheme, Nesselsucht (Urtikaria), makulopapulöse Exantheme, Erythromelalgien.

Seltene Nebenwirkungen:
Herzklopfen (Palpitationen), Herzrasen (Tachykardie), Durchblutungsstörungen des Innenohres (Tinnitus), Verminderungen der Glukoseverarbeitung, krampfartige Verengung der Bronchien (Bronchospasmus), Erhöhung der leberspezifischen Enzyme, Impotenz.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, punkt- oder fleckförmige Hautblutungen und Schleimhautblutungen (Purpura).

Vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Nicht willkürlich kontrollierbare Muskeltätigkeit (extrapyramidale Symptome) wie Parkinson-Syndrome, Choreoathetose, Dystone-Syndrom, Wasseransammlungen insbesondere in den Beinen und Knöcheln (periphere Ödeme), Verschlimmerung einer Muskelschwäche wie Myasthenia gravis, angioneurotisches Ödem und Stevens-Johnson-Syndrom, lichtbedingte Hautveränderungen (Photodermatitis), Zahnfleischwucherungen (Gingivahyperplasie), Prolaktin-Spiegelerhöhungen, vermehrter Milchfluss (Galaktorrhoe).

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Vermehrte Wasserausscheidungen und Salzausscheidungen, Kaliummangel als Ursache für Herzrhythmusstörungen (kardiale Arrhythmie), Schüttelkrämpfe, extreme Flüssigkeitsausscheidung, (Dehydratation, Hypovolämie), Müdigkeit, Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Verwirrtheitszustände, Einschränkung der Bildung von Tränenflüssigkeit, Sehstörungen, Mundtrockenheit, Durst, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Magen-Darm-Störungen wie Übelkeit und Erbrechen, Oberbauchbeschwerden, Krämpfe, Durchfall, Gallenblasenentzündungen, Cholezystis, Gelbsucht, Ikterus, Elektrolytstörungen, verringerte Kaliumblutkonzentration (Hypokaliämie), verringerte Chloridkonzentration (Hypochlorämie), erhöhte Kalziumkonzentration (Hyperkalziämie), verringerte Kaliumkonzentration (Hypokaliämie) mit Symptomen wie Magen-Darm-Beschwerden, Teilnahmslosigkeit, Erschlaffung der Skelettmuskulatur, Schwäche der glatten Muskulatur mit Verstopfung, Darmlähmung bis hin zum Darmverschluss (Ileus), EKG-Veränderungen, erhöhte Magnesiumkonzentration (Hypermagnesiämie), verringerte Magnesiumkonzentration (Hypomagnesiämie), Cholesterinspiegelerhöhungen, Triglyzeridspiegelerhöhungen, erhöhte Blutglukosekonzentration (Hyperglykämie), vermehrte Glukoseausscheidung (Glukosurie), erhöhte Harnsäureblutkonzentration (Hyperurikämie), Gichtanfälle, Bauchspeicheldrüsenenzym-Erhöhungen, Potenzstörungen (in Kombination mit Betablockern), Kreislaufkollaps, Herzrhythmusstörungen und gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Herzglykosiden, Herzklopfen, Blutdrucksenkungen (Hypotonie), Blutdruckschwankungen bei Körperlagewechsel (orthostatische Dysregulation), Bluteindickung verbunden mit Neigung zu Thrombose und Embolie, Blutbildveränderungen durch Knochenmarksschädigungen (Aplastische Anämie) mit Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Agranulozytose, Harnstoffwerteanstieg, Kreatininwerteanstieg, akutes Nierenversagen, Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Blutarmut (hämolytische Anämie), allergischen Hautreaktionen wie Juckreiz, Hautrötungen, Nesselsucht (Urtikaria), entzündliche Bindegewebeerkrankungen, Hauterkrankungen wie Lupus erytematodes, chronische Lichtsensibilität, Fieber, akute Nierenentzündungen (Nephritis), Gefäßentzündungen (Vaskulitis), Wassereinlagerungen in der Lunge (Lungenödem).

Besonderheiten:
Da es sich um eine Wirkstoffkombination handelt, ergeben sich die Nebenwirkungen aus den Einzelwirkstoffen Verapamil und Hydrochlorothiazid. Die Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe beziehen sich auf Hydrochlorothiazid.

In Langzeitbehandlung kann es durch den Wirkstoff Verapamil in sehr seltenen Fällen bei älteren Patienten zu Brustwachstum (Gynäkomastie) kommen.

Der Wirkstoff scheint das Risiko bestimmter Formen von Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) zu erhöhen, wenn er langfristig in höheren Dosen eingenommen wird.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Verapamil:
Die gleichzeitige Einnahme von Antiarrhythmika, Betablockern oder Inhalationsanästhetika
führt zu einer gegenseitigen Verstärkung der Wirkungen auf die Herzgefäße (höhergradiger AV-Block, höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzinsuffizienz, verstärkte Blutdrucksenkung).

Gefäßerweiternde und damit blutdrucksenkende Wirkstoffe wie Vasodilatatoren oder Entwässerungsmittel (Diuretika) verstärken den blutdrucksenkenden Effekt von Verapamil.

In Kombination mit Digoxin erhöht sich der Plasmaspiegel dieses Wirkstoffs, während es bei gleichzeitiger Gabe von Chinidin zu einem verstärkten Blutdruckabfall kommt.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Carbamazepin können die Carbamazepin-Wirkung und die nervenschädigenden Nebenwirkungen verstärkt werden.

Magensäurehemmende Mittel (Antiazida) wie Cimetidin und Ranitidin können bei gleichzeitiger Anwendung die Wirkstärke von Verapamil erhöhen.

Die Lithium-Wirkung wird durch Verapamil abgeschwächt.

In Kombination mit Rifampicin, Phenytoin oder Phenobarbital kann es zu einer Erhöhung der nervenschädigenden Wirkung dieser Wirkstoffe und einer Abschwächung der Verapamil-Wirkung kommen.

Zusammen mit Erythromycin kann es zu einer Wirkungsverstärkung von Erythromycin und Verapamil kommen.

Bei den Wirkstoffen Theophyllin, Prazosin, Ciclosporin und Midazolam sowie bei gleichzeitiger Gabe von Muskelentspannungsmitteln (Muskelrelaxantien) kommt es zu einer Erhöhung der Plasmaspiegel und damit zu einer möglichen Wirkungsverstärkung.

In Kombination mit Acetylsalicylsäure kommt es zu einer verstärkten Blutungsneigung.

Die gleichzeitige Verabreichung in die Venen (intravenöse Gabe) von Beta-Rezeptorenblockern sollte während der Behandlung mit Verapamil unterbleiben.

Während der Anwendung von Verapamil sollten grapefruchthaltige Speisen
oder Getränke gemieden werden, da dies zu einer Wirkungsverstärkung von Verapamil führen kann.

Verapamil verstärkt die Wirkung von Alkohol. Alkohol sollte daher während der Behandlung vermieden werden.

Unverträglichkeiten mit Verapamil bestehen bei alkalischen Injektions- und Infusionslösungen. Diese dürfen nicht mit dem Wirkstoff gemischt werden, weil es dadurch zu Ausflockungen von Verapamil in der Lösung kommen kann.

Wechselwirkungen mit Hydrochlorothiazid:
Blutdrucksenkende Mittel (Antihypertonika), Entwässerungsmittel (Diuretika), Betablocker, Nitrate, Vasodilatatoren, Barbiturate, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva und Alkohol verstärken die blutdrucksenkende Wirkung von Hydrochlorothiazid.

Zusammen mit ACE-Hemmern kann es zu einem starken Blutdruckabfall kommen. Ebenso ist eine Verschlechterung der Nierenfunktion möglich. Deshalb sollten ACE-Hemmer entsprechend vorsichtig ärztlich dosiert werden.

Nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika verringern die Flüssigkeitsausscheidung und die blutdrucksenkende Wirkung von Hydrochlorothiazid.

Werden Salicylate hoch dosiert gleichzeitig gegeben, so wird deren schädigende Wirkung auf das Gehirn verstärkt.

Bei gleichzeitiger Gabe von oralen Antidiabetika wird die blutzuckersenkende Wirkung dieser Mittel vermindert.

Auch bei harnsäuresenkenden Wirkstoffen ist deren Wirkung verringert, was bedeutet, dass die Harnsäurekonzentration im Blut ansteigen kann.

Adrenalin und Noradrenalin wirken bei gleichzeitiger Gabe schwächer.

Zusammen mit Herzglykosiden werden Wirkungen und auch Nebenwirkungen verstärkt, weil ein vermehrter Kalium- und Magnesiummangel auftritt.

Abführmittel (Laxatien) und Glukokortikoide erhöhen zusätzlich noch die Kaliumausscheidung.

Bei gleichzeitiger Gabe von hochdosiertem Lithium ist die schädigende Wirkung auf Herz und Nerven erhöht.

Bestimmte Curareartige Muskelrelaxanzien wirken bei gleichzeitiger Anwendung verstärkt und länger auf die Muskelentspannung.

Chinidin wird in Kombination mit Hydrochlorothiazid langsamer ausgeschieden und damit in seiner Wirkung erhöht.

Bestimmte Mittel zur Behandlung von Krebserkrankungen (Zytostatika) wie Cyclophosphamid, Fluorouracil oder Methotrexat erhöhen ihre knochenmarkschädigende Wirkung durch Hydrochlorothiazid, während sich gleichzeitig die weißen Blutzellen (Granulozyten) im Blut verringern (Granulozytipenie).

Colestipol und Colestyramin verringern die Aufnahme des Wirkstoffes Hydrochlorothiazid aus dem Magen-Darm-Trakt und damit seinen Effekt.

Die Wirkung von Insulin ist durch Hydrochlorothiazid abgeschwächt, wodurch der Glukosespiegel im Blut erhöht sein kann.

ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B und Furosemid verstärken den Kaliumverlust bei gleichzeitiger Gabe von Hydrochlorothiazid.

In Kombination mit Hydrochlorothiazid kann Methyldopa in Einzelfällen Hämolysen auslösen.

Gegenanzeigen

Die Wirkstoffkombination darf nicht verordnet werden bei Überempfindlichkeit gegen Verapamil, Hydrochlorothiazid oder Thiaziden und thiazidartigen Entwässerungsmitteln.

Der Kombinationsbestandteil Verapamil darf nicht angewendet werden bei Herzmuskelschwäche bei leichter Belastung oder Ruhe (Herzinsuffizienz NYHA III und IV), Reizüberleitungsstörungen zum Herzen (Sinusknotensyndrom), schnellem und langsamem Herzschlag im Wechsel (Bradykardie-Tachykardie-Syndrom), einer Reizunterbrechung im Bereich des Sinusknotens (sinuatrialer Block), schweren Reizüberleitungsstörungen zum Herzmuskel (AV-Block II. und III. Grades), speziellen Herzrhythmusstörungen mit sehr hoher Herzschlagfrequenz (Vorhofflimmern, Vorhofflattern mit WPW-Syndrom), bei Schock oder akutem Herzinfarkt (Myokardinfarkt innerhalb der ersten vier Wochen).

Die gleichzeitige Verabreichung in die Venen (intravenöse Gabe) von Beta-Rezeptorenblockern sollte während der Behandlung mit Verapamil unterbleiben.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt sollte der Wirkstoff angewandt werden bei Patienten mit Reizüberleitungsstörungen zum Herzmuskel (AV-Block I. Grades), niedriger Pulsfrequenz (Bradykardie unter 50 Schläge pro Minute) oder wenn bereits ein erheblich erniedrigter Blutdruck (Hypotonie) mit einem Systolenwert unter 90 mmHg vorliegt.

Bei eingeschränkter Leberfunktion und bei ventrikulären Tachykardien sollte Verapamil besonders vorsichtig vom Arzt dosiert werden. Bei der Gabe in die Venen ist dabei zu beachten, dass es zu einer Schlagzahlerhöhung in den Herzkammern (Kammertachykardie) oder zu einer Verstärkung des Muskelabbaus (progressive Muskeldystrophie) kommen kann.

Wird der Wirkstoff bei einer akuten Schwäche der Herzkranzgefäße gegeben, sollte ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) zuvor ärztlich ausgeschlossen sein.

Der Kombinationsbestandteil Hydrochlorothiazid darf nicht angewendet werden bei Nierenfunktionsschwäche (akute Glomerulonephritis), schweren Leberfunktionsstörungen, nicht behandlungsfähiger Hypokaliämie, zu niedriger Kalzium-Konzentration im Blut (Hyperkalzämie) und einer Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide und ähnlichen Wirkstoffen (Risiko einer Kreuzresistenz).

Die Kombination darf weiterhin nicht eingesetzt werden bei Herzmuskelschwäche (manifeste Herzinsuffizienz), schwer erniedrigter Natriumkonzentration im Blut (Hyponatriämie) oder Gicht.

Bei Patienten, die gleichzeitig Herzglykoside, Glukokortikoide oder Abführmittel einnehmen sowie bei Patienten mit verändertem Salzhaushalt und Wasserhaushalt, müssen die Salze (Elektrolyte) in ausreichender Menge zugeführt werden. Außerdem sollten die Nierenfunktion (Kreatinin-Werte) und der Blutzucker (Glukose) im Blut regelmäßig ärztlich kontrolliert und überwacht werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Hydrochlorothiazid eingesetzt werden bei Patienten, die schon einmal Hautkrebs ((Basalzellkarzinome oder Plattenepithelkarzinome) hatten.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Wirkstoffe dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Der Wirkstoff Hydrochlorothiazid ist plazentagängig, das heißt er gelangt über die Plazenta (Mutterkuchen) zum Ungeborenen. Wenn der Salzhaushalt (Elektrolythaushalt) der Schwangeren gestört ist, kann dies Auswirkungen auf den Fötus haben. Auch eine verschlechterte Plazentadurchblutung ist möglich. Wird Hydrochlorothiazid in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft eingenommen, kann sich bei Neugeborenen die Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten) verringern.

In der Stillzeit dürfen die Wirkstoffe ebenfalls nicht eingenommen werden. Sie gehen beide in die Muttermilch über. Hydrochlorothiazid hemmt zusätzlich noch die Milchbildung. In Abhängigkeit von Dosis, Art der Anwendung und Dauer der Wirkstoffeinnahme kann der Säugling ernsthaft geschädigt werden. Deshalb sollten Mütter vor Behandlungsbeginn mit der Wirkstoffkombination abstillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Wirkstoffkombination darf bei Kindern unter zwölf Jahren nicht angewendet werden, weil die Wirkungen bei dieser Patientengruppe noch nicht ausreichend erforscht sind.

Es gibt jedoch einzelne Medikamente, die Hydrochlorothiazid enthalten und für Kinder mit einer täglichen Zieldosis von zwei bis vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht bei Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) zugelassen sind.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann durch die Wirkstoffkombination eingeschränkt sein. Daher ist besondere Vorsicht bei der Teilnahme im Straßenverkehr und beim Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen geboten.
  • Die Kontrolle und Überwachung der Salze (Elektrolyte), des Kreatinins sowie der Glukose-, Harnsäure- und Fettzusammensetzung (Cholesterin und Triglyceride) im Blut sollte erfolgen.
  • Bei einer Nierenfunktionsschwäche sind die Wirkstoffe in der Kombination unwirksam, sogar schädlich.
  • Während der Behandlung sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und die Zuführung kaliumreicher Nahrungsmittel geachtet werden.
  • Während der Behandlung sollten regelmäßige ärztliche Kontrollen erfolgen.
  • Möglicherweise besteht ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Untersuchen Sie sich regelmäßig auf neue Hautveränderungen sowie Veränderungen bestehender Muttermale. Es ist ein angemessener Schutz gegen Sonnenlicht und UV-Strahlen zu verwenden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
20 Stück Retardkapsel
50 Stück Retardkapsel
100 Stück Retardkapsel

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Isoptin RR plus sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Verapamil + Hydrochlorothiazid (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Retardkapseln

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.