Cymeven i.v.

Hersteller: Roche Pharma AG
Wirkstoff: Ganciclovir
Darreichnungsform: Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Rezeptpflichtig

Wirkung

Cymeven i.v. enthält den Wirkstoff Ganciclovir. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Cymeven i.v..

 

Ganciclovir ist ein Wirkstoff, der das so genannte Cytomegalie-Virus (CMV) bekämpfen kann. Er wird bei Menschen mit Abwehrschwäche eingesetzt, wenn eine Zytomegalie so schwer ist, dass sie das Leben des Patienten oder seine Sehfähigkeit bedroht. Bei diesen Menschen handelt es sich typischerweise um AIDS-Patienten oder Patienten nach Organtransplantationen, deren Abwehrsystem medikamentös unterdrückt wird. Bei Organtransplantierten bietet sich Ganciclovir auch zur Vorbeugung von CMV-Infektionen an.

Die Anwendung des Wirkstoffs darf nur in einer speziellen Einrichtung von einem mit dem Wirkstoff erfahrenen Arzt vorgenommen werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ganciclovir sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe virenhemmende Mittel, zu welcher der Wirkstoff Ganciclovir gehört.

Dosierung

Die Behandlung mit dem Medikament darf nur unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes vorgenommen werden und erfordert eine spezialisierte Einrichtung.

Patienten mit normaler Nierenfunktion erhalten zu Beginn der Therapie täglich zehn Milligramm Ganciclovir pro Kilogramm Körpergewicht. Diese Dosis wird in zwei Einzelgaben von je fünf Milligramm Ganciclovir pro Kilogramm Körpergewicht aufgeteilt, die mit zwölfstündigem Abstand als Tropfinfusion in die Vene verabreicht werden.

Patienten, deren Immunschwäche sich nicht zurückgebildet hat und die daher für einen Rückfall der Cytomegalie-Infektion anfällig sind, erhalten auf Dauer täglich sechs Milligramm Ganciclovir pro Kilogramm Körpergewicht an fünf Tagen der Woche oder an sieben Tagen der Woche täglich fünf Milligramm Ganciclovir pro Kilogramm Körpergewicht. Das erstgenannte Dosierungsschema ermöglicht ein behandlungsfreies Wochenende.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Es liegen uns keine näheren Informationen zu den weiteren Bestandteilen vor.

Nebenwirkungen

 

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Verminderung bestimmter weißer Blutzellen (Neutrophile), Blutarmut, Luftnot, Durchfall.

Häufige Nebenwirkungen:
Verminderung der Blutplättchen, Verminderung der Gesamtblutzellzahl, Mangel an Weißen Blutkörperchen, Blutvergiftung, Zellulitis, Harnwegsinfektion, Mundpilzinfektion, Appetitverlust, Magersucht, Depressionen, Angst, Verwirrtheit, Denkstörungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Geschmacksstörungen, Taubheitsgefühle, Missempfindungen, Nervenstörungen, Krampfanfälle, Benommenheit, Augennetzhautablösung, Augenhintergrundschwellung, Augenschmerzen, Mückensehen, Ohrenschmerzen, Husten, Übelkeit, Erbrechen, Unterbauchschmerzen, Oberbauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen, Schluckstörungen, Verdauungsstörungen, Leberfunktionsstörungen, Erhöhung der Leberwerte, Hautentzündungen, nächtliche Schweißausbrüche, Juckreiz, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, Gelenkschmerzen, Nierenschwäche, Nierenfunktionsstörungen, Müdigkeit, Fieber, Starre, Schmerzen, Brustschmerzen, Unwohlsein, Einstichstellenreaktionen, Kraftlosigkeit, Gewichtsabnahme, Erhöhung der Nierenwerte.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Einschränkung der Knochenmarksfunktion, schwere allergische Reaktionen, Psychosen, Unruhe, Zittern, Sehstörungen, Bindehautentzündung, Gehörverlust, Herzrhythmusstörungen, Senkung des Blutdrucks, Bauchauftreibung, Mundgeschwüre, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Sodbrennen, Aufstoßen, Vermehrung der Alaninaminotransferase (ein Enzym), Haarausfall, Nesselsucht, Hauttrockenheit, Nierenversagen, Blut im Urin, männliche Unfruchtbarkeit.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Zahnfleischentzündungen, Schleimhautdefekte, Mundtrockenheit, Krämpfe, Zungenentzündung, Rachenschmerzen, Speiseröhrenentzündung, Bauchwassersucht (Aszites), Leberentzündung, Gelbsucht, Stuhlinkontinenz, Zunahme der Enzyme Amylase und Lipase, Schwindel, Ohnmachtsanfälle, Koma, Schläfrigkeit, Gedächtnisverlust, Demenz, Euphorie, Halluzinationen, Gleichgewichtsstörungen, manische Reaktionen, Nervosität, Migräne, abnorme Träume, abnormer Gang, Aufgeregtheit, Verwirrtheit, Bewegungsstörungen, Verlust des Sexualtriebs, Blindheit, Schwachsichtigkeit, Netzhautentzündung, Ohrgeräusche (Tinnitus), Glaskörpertrübungen, Blutkörperchenmangel, Milzvergrößerung, Frösteln, mehrfaches Organversagen, Venenentzündung mit Thrombosierung, Bluthochdruck, Gefäßerweiterung, Herzinfarkt, Nasenbluten, Asthma, Akne, Überreaktionen der Haut auf Licht, Spannungsgefühl in der Brust, Senkung des Blutkaliumwerts, Impotenz, Häufigkeitsveränderung beim Wasserlassen, Genitalinfektionen, Muskelschwäche.

Wechselwirkungen

Bei einer Reihe von Stoffen besteht die Gefahr, dass sich in Kombination mit Ganciclovir die Störung der Blutzellbildung verstärkt. Dies gilt insbesondere bei den Wirkstoffgruppen, die gegen Krebsleiden eingesetzt werden wie Chemotherapeutika (beispielsweise Dapson und Pentamidin) und Zytostatika (beispielsweise Vincristin, Vinblastin und Adriamycin). Gleiches gilt für die Mittel gegen Pilzerkrankungen Amphotericin B, Flucytosin und andere Nucleosidderivate. Aber auch Antibiotika (Wirkstoffe gegen Bakterien) in Form von Trimethoprim-Sulfamethoxazol-Kombinationen, und allgemein alle Wirkstoffen, die sich schnell teilende Zellen schädigen, können diesen Effekt haben.

Außerdem sollte Ganciclovir generell nicht mit Zidovudin, einem anderen Wirkstoff zur Virenbekämpfung, kombiniert werden, weil beide Wirkstoffe die Blutzellbildung schwer schädigen können und sich diese Wirkung summieren kann.

In Verbindung mit hochdosierten Penicillinen und Cephalosporinen, beides Antibiotikagruppen zur Bakterienbekämpfung, kann es zu Krampfanfällen kommen.

Probenecid, das zur Behandlung der Gicht verwendet wird, kann die Ausscheidung von Ganciclovir verringern und so dessen Nebenwirkungen erhöhen.

Gegenanzeigen

Bei Allergie oder Überempfindlichkeit gegen Ganciclovir oder Aciclovir und Valganciclovir sowie Valaciclovir (alles Wirkstoffe gegen Viren) darf dieser Wirkstoff auf keinen Fall angewendet werden. Gleiches gilt bei schwerem Mangel an weißen Blutkörperchen (Neutropenie), schwerem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder zu niedrigem Blutfarbstoffwert.

Bei Nierenfunktionsstörungen muss der Einsatz durch den Arzt vorsichtig dosiert und kontrolliert erfolgen. Die Risiken und der Nutzen müssen gegeneinander abgewogen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In der Schwangerschaft und während der Stillzeit darf Ganciclovir wegen möglicher schwerer Schäden für das Kind auf keinen Fall eingenommen werden. Wer diesen Wirkstoff einnimmt, sollte eine wirksame Schwangerschaftsverhütung betreiben.

 

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Ganciclovir nicht angewendet werden. Ein Einsatz ist überhaupt nur denkbar, wenn er ärztlich gegen die möglichen schwerwiegenden Nebenwirkungen abgewogen wird.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt sein (besonders in Verbindung mit Alkohol).
  • Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein.
  • Auch, wenn ein Kinderwunsch besteht, sollten Männer die ersten sechs Monate nach Behandlungsende eine wirksame Verhütungs vornehmen.
  • Während der Behandlung sind regelmäßige Blutbildkontrollen notwendig.
  • Generell sollte vorsichtig mit dem Wirkstoff umgegangen werden (Verunreinigungen vermeiden, Hautkontakt vermeiden, besondere Entsorgung).
  • Eine Durchstechflasche enthält 43 Milligramm Natrium, was bei einer natriumarmen Diät zu beachten ist.
  • Das Medikament darf nicht mit Paraben-haltigen Lösungen gemischt werden, da diese die Wirkung abschwächen.
  • Die gebrauchsfertige Infusionslösung ist im Kühlschrank nur 24 Stunden haltbar.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

 

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Flasche Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung)
1 Flasche Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
500 Milligramm Ganciclovir

 

Vergleichbare Medikamente

 

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Cymeven i.v. sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Ganciclovir (ggf. auch Generika).

 
Medikament
Darreichungsform
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Ganciclovir HEXAL 500 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.