Sulfacetamid + Prednisolon

Allgemeines

Die Kombination aus Sulfacetamid + Prednisolon wird zur Behandlung von Infektionen am Auge wie beispielsweise Augeninfektionen durch Bakterien und Bindehautentzündung eingesetzt.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Entzündungen und Infektionen der Augen lindern
  • infektionsbedingte Augenbeschwerden lindern
  • Augeninfektionen durch Bakterien behandeln
  • Bindehautentzündungen behandeln

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Sulfacetamid + Prednisolon im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Sulfacetamid + Prednisolon nicht verwendet werden?

Der Kombinationsbestandteil Sulfacetamid darf nicht verabreicht werden bei Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide oder Salicylate, schweren Hautreaktionen (Stevens-Johnson-, Lyell-Syndrom, exfoliative Dermatitis), Erkrankungen der blutbildenden Organe oder Blutbildveränderungen (Leukozytopenie), angeborenem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel der Erythrozyten (mit Symptomen der hämolytischen Anämie) sowie Hämoglobinanomalien (wie Hb Köln und Hb Zürich).

Außerdem darf der Wirkstoff nicht verwendet werden bei schwerer Leber- oder Nierenschwäche, schweren Leberschäden oder Leberfunktionsstörungen (zum Beispiel akuter Hepatitis oder akuter hepatischer Porphyrie), Nierenschäden oder schweren Nierenfunktionsstörungen sowie Darmverschluss (Ileus).

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt darf Sulfacetamid angewandt werden bei eingeschränkter Nierenfunktion, Leber- und Schilddrüsenfunktionsstörungen sowie Überempfindlichkeit gegen bestimmte Blutzuckersenker (Sulfonylharnstoff-Antidiabetika) und Entwässerungsmittel (Diuretika) auf Sulfonamidbasis.

Der Kombinationsbestandteil Prednisolon darf nicht gegeben werden bei Magen-Darm-Geschwüren, schwerer Osteoporose (Knochenschwund), psychatrischen Erkrankungen, früheren oder bestehenden Herpesinfektionen (Herpes simplex, Herpes zoster), Windpocken, Kinderlähmung sowie acht Wochen vor und bis zu zwei Wochen nach durchgeführten Schutzimpfungen.

Auch darf der Wirkstoff nicht angewendet werden bei Amöben-Infektionen, bestimmten Pilzinfektionen (Systemmykosen), der Augenkrankheit grüner Star (Eng- und Weitwinkelglaukom) und Lymphadenitis.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt darf Prednisolon verabreicht werden bei Hautveränderungen aufgrund von Tuberkulose oder Syphilis, Windpocken, Hautreaktionen infolge von Infektionen mit Bakterien, Pilzerkrankungen, Dermatitis perioralis, Rosazea und Akne.

Zur Behandlung von Infektionen des Auges darf der Wirkstoff nicht angewandt werden bei Virus-, bakterien- und pilzbedingten Augenerkrankungen, wie zum Beispiel Herpes corneae superficialis, Augentuberkulose und Augenmykose sowie Verletzungen und Geschwürbildungen der Hornhaut.

Bei Patienten mit Eng- und Weitwinkelglaukom sind regelmäßige ärztliche Kontrollen bei längerer Anwendung notwendig. Besondere Vorsicht sollte der Arzt auch bei Patienten walten lassen, die während der Behandlung Kontaktlinsen tragen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Wirkstoffkombination darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt verabreicht werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Anwendung von Sulfacetamid + Prednisolon nicht erlaubt.

Bei älteren Kindern darf die Wirkstoffkombination nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen können Sulfacetamid + Prednisolon haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Sulfacetamid + Prednisolon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Appetitmangel, Müdigkeit, allgemeines Schwächegefühl, Magengeschwüre, Stammfettsucht, Vollmondgesicht, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Atemnot, Asthma, Benommenheit, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Gefühlsstörungen, Psychosen, Depressionen, Schlafstörungen, allergische Reaktionen, Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, grüner Star, Augenbrennen, Bluthochdruck, Wundheilungsstörungen.

Seltene Nebenwirkungen:
Leberfunktionsstörungen, Augenschädigungen, Katarakt (grauer Star), Folsäuremangel (wichtiges Vitamin), vorübergehende Zeugungsfähigkeitseinschränkung beim Mann.

Vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Verminderung der Blutplättchen und Verminderung der weißen Blutzellen, Leberzerstörung (Zirrhose), Bindegewebserkrankungen, Muskelerkrankungen (Lupus erythematodes, Dermotomyositis), Sauerstoffmangel bei Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel, Ablagerungen auf der Augenhornhaut, Hautüberempfindlichkeit gegen Sonnen- und UV-Strahlung, Herzmuskelentzündungen, Nierenentzündungen, Kristallausscheidung im Urin.

Welche Wechselwirkungen zeigen Sulfacetamid + Prednisolon?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wechselwirkungen mit dem Kombinationsbestandteil Sulfacetamid:
Bei gleichzeitiger Gabe von Sulfacetamid und Antikoagulanzien, oralen Antidiabetika, Phenytoin, Methotrexat oder Thiopental wird die Wirkung dieser Wirkstoffe verstärkt.

Dagegen verstärken Wirkstoffe wie Sulfinpyrazon, Indometacin, Phenylbutazon, Salicylate und Probenecid bei gleichzeitiger Anwendung die Wirkung von Sulfonamid.

In Kombination mit Antazida wird Sulfonamid vermindert im Körper aufgenommen und zeigt daher eine schwächere Wirkung.

Durch Paraldehyd wird Sulfonamid schneller im Körper abgebaut und kann möglicherweise seine Wirkung nicht vollständig entfalten.

Werden gleichzeitig Paraaminobenzoesäure-Derivate wie zum Beispiel die Betäubungsmittel Benzocain, Procain oder Tetracain verabreicht, wird die Sulfonamidwirkung vermindert.

Bei gleichzeitiger Gabe von Methenamin oder Mandelsäure kann sich die Häufigkeit der Nebenwirkungen von Sulfacetamid erhöhen. Außerdem kann eine Kristallurie (Kristallbildung im Urin) auftreten.

In Kombination mit Eisenpräparaten wird die Aufnahme dieser Wirkstoffe im Körper und dadurch möglicherweise ihre Wirkungsstärke vermindert.

Bei gleichzeitiger Anwendung von bestimmten Antibiotika wie zum Beispiel Ampicillin, Neomycin, Rifampicin oder Ethambutol können Magen-Darm-Störungen auftreten. Daneben wird die Wirkung von Sulfacetamid abgeschwächt.

Wechselwirkungen mit dem Kombinationsbestandteil Prednisolon:
Bei gleichzeitger Verabreichung von nicht-steroidalen Antirheumatika beziehungsweise Antiphlogistika erhöht sich die Blutungsgefahr im Magen-Darm-Trakt.

Werden gleichzeitig orale Antidiabetika oder Insulin gegeben, ist die blutzuckerspiegelsenkende Wirkung dieser Wirkstoffe vermindert.

In Kombination mit so genannten Enzyminduktoren wie Rifampicin, Phenytoin, Primidon oder Schlafmitteln (Barbituraten) ist die Wirkung von Prednisolon vermindert.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Cumarin-Abkömmlingen wird die gerinnungshemmende Wirkung dieser Wirkstoffe abgeschwächt.

Östrogen-haltige Verhütungsmittel verstärken die Wirkung von Prednisolon.

Bei gleichzeitiger Gabe von Wirkstoffen gegen Herzschwäche (Herzglykosiden) oder Abführmitteln tritt ein verstärkter Kaliummangel auf. Außerdem verstärkt sich die Wirkung der Herzglykoside.

Verstärkte Nebenwirkungen, insbesondere eine Steigerung des Augeninnendrucks, tritt durch Atropin sowie andere Anticholinergika bei gleichzeitiger Einnahme von Prednisolon auf.

In Kombination mit ACE-Hemmern besteht ein erhöhtes Risiko für Blutbildveränderungen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Prednisolon und Saluretika kommt es zu einer zusätzlichen Kaliumausscheidung.

Mittel gegen Malaria wie Chloroquin, Hydroxychloroquin oder Mefloquin erhöhen das Risiko von Muskelerkrankungen (Myopahien) und Herzmuskelschwäche.

Die Wirkung von Praziquantel (Mittel gegen Wurmbefall) wird durch Prednisolon abgeschwächt.

Eine erhöhte Krampfanfallgefahr besteht bei gleichzeitiger Anwendung von Ciclosporin (Mittel gegen Abstoßung nach Organtransplantation).

Zu einer Wirkungsverminderung von den beiden Hormonmitteln Somatropin und Protirelin kommt es bei gleichzeitiger Gabe von Prednisolon.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Anwendung im Auge müssen regelmäßige augenärztliche Kontrollen durchführt werden.
  • Starke Sonnen- oder UV-Einstrahlungen auf die Haut sollten während der Behandlung vermieden werden.
  • Bei einsetzender Halsentzündung, Fieber oder grippeartigen Beschwerden während der Behandlung sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
  • Infektionen durch andere Erreger müssen gesondert ärztlich behandelt werden.
  • Die Wirkstoffkombination darf nicht zusammen mit silberhaltigen Wirkstoffen verabreicht werden.
  • Bei Anwendung im Auge kann das Sehvermögen beeinträchtigt werden und damit das Reaktionsvermögen herabgesetzt sein.
  • Kontaktlinsen sollten vor der Anwendung im Auge entfernt werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Sulfacetamid + Prednisolon?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Sulfacetamid + Prednisolon enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Augensalbe

So wirkt Sulfacetamid + Prednisolon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Sulfacetamid + Prednisolon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Sulfonamide und Trimethoprim, Entzündungshemmer, Antibiotika, zu welcher die Wirkstoffkombination Sulfacetamid + Prednisolon gehört.

Anwendungsgebiete der Wirkstoffkombination Sulfacetamid + Prednisolon

Die Kombination aus Sulfacetamid + Prednisolon wird zur Behandlung von Infektionen am Auge wie beispielsweise Augeninfektionen durch Bakterien und Bindehautentzündung eingesetzt.

Voraussetzung für die Anwendung der Wirkstoffkombination ist, dass die Erreger auf Sulfacetamid ansprechen. Dies ist unter anderem bei dem Erreger Chlamydia trochomatis der Fall.

Sulfacetamid + Prednisolon setzen an unterschiedlichen Punkten einer Infektion an: Zum einen werden die Erreger abgetötet und zum anderen die Entzündung vermindert. Dadurch kommt es zu einer schnellen Linderung der Beschwerden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Sulfacetamid + Prednisolon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Sulfacetamid + Prednisolon

Die Wirkstoffkombination aus Sulfacetamid + Prednisolon wirkt auf zwei Wegen gegen Erreger.

Zum einen dringt das Antibiotikum Sulfacetamid in den Erreger ein und hemmt dort seinen Stoffwechsel. Dadurch kann dieser nicht mehr wachsen und sich nicht mehr vermehren. Die Erreger werden abgetötet.

Zum anderen unterdrückt das Glukokortikoid Prednisolon Entzündungen, die durch die Erreger ausgelöst werden. Dies geschieht, indem Prednisolon das Enzym Phospholipase A2 hemmt, das an der Freisetzung von köpereigenen entzündungsauslösenden Stoffen beteiligt ist. Wird dieses Enzym gehemmt, werden weniger Stoffe ausgeschüttet, die eine Entzündung verursachen. Die bereits entstandene Entzündung kann abklingen.

Wenn Prednisolon nur äußerlich angewendet wird (zum Beispiel in Augentropfen), wirkt es örtlich begrenzt und ist mit sehr viel weniger Nebenwirkungen verbunden als bei einer innerlichen Einnahme (zum Beispiel als Tablette).

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.