MS und Alkohol

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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In geselliger Runde Wein trinken oder zu einem festlichen Anlass mit Sekt anstoßen – bei bestimmten Gelegenheiten gehört Alkohol für die meisten einfach dazu. Gerade Menschen mit MS fragen sich dann oft: Wie verträgt sich Alkohol eigentlich mit multipler Sklerose?

Die gute Nachricht: Auch wer MS hat, darf sich hin und wieder ein Gläschen Alkohol gönnen – sofern der Arzt nichts anderes verordnet hat.

Grundsätzlich sollte jedoch jeder Mensch – ob mit oder ohne MS – achtsam mit alkoholischen Getränken umgehen. Denn Alkohol ist schließlich ein Nervengift, das sich auf unterschiedliche Weise auf das zentrale Nervensystem auswirkt.

Was passiert im Körper, wenn man Alkohol trinkt?

Sobald man den ersten Schluck zu sich genommen hat, gelangt der Alkohol über die Schleimhäute und den Darm in die Blutbahn und verteilt sich im ganzen Körper. Schon nach wenigen Minuten erreicht der Alkohol das Gehirn. Dort wirkt er auf die Informationsübertragung der Nervenzellen ein und setzt unter anderem das Hormon Dopamin frei.

Dopamin spielt eine wichtige Rolle für das Belohnungssystem im Gehirn und sorgt für das Glücksgefühl, das beim Alkoholkonsum entsteht.

Ab 0,2 Promille im Blut (ein 80 Kilogramm schwerer Mann hat diesen Wert bereits nach 0,4 Liter Bier erreicht) ändert sich das subjektive Empfinden: Man fühlt sich weniger ängstlich und verliert Hemmungen. Das Konzentrationsvermögen, das Seh- und Sprachvermögen und auch die Bewegungskoordination lassen nach.

Wie wirkt sich Alkohol auf MS aus?

Mehrere Studien konnten zeigen, dass mäßiger Alkoholkonsum keine negativen Auswirkungen auf den Verlauf der multiplen Sklerose hat.

Eine Befragung von mehr als 2.400 Menschen mit MS hat sogar ergeben, dass diejenigen, die ab und zu ein Glas Alkohol trinken, häufig eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität haben als diejenigen, die vollständig auf Alkohol verzichten.

Auf der anderen Seite berichten einige Menschen mit MS davon, dass manchmal schon ein einziges alkoholisches Getränk ausreicht, um bestimmte MS-Symptome wie Müdigkeit, Gang- oder Koordinationsstörungen zu verschlimmern – von einem zweiten oder dritten Glas ist daher eher abzuraten.

Allgemein muss jeder selbst herausfinden, wie gut oder wie schlecht sich Alkohol mit der MS-Erkrankung verträgt. Wer ungerne auf Alkohol verzichten möchte, braucht dies wegen MS auch nicht zu tun – nur übertreiben sollte man es dabei nicht!

Alkohol und Medikamente: Was müssen Betroffene beachten?

Menschen mit MS müssen berücksichtigen, dass Alkohol zu Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten führen kann – dies betrifft zum Beispiel

  • Benzodiazepine (wie Diazepam und Clonazepam),
  • Baclofen und
  • einige Antidepressiva (z.B. Tranylcypromin).

Fragen Sie daher unbedingt Ihren Arzt, ob Wechselwirkungen mit Alkohol bekannt sind. Rät der Arzt nicht ausdrücklich vom Alkoholkonsum ab, dürfen Sie sich trotz MS bedenkenlos ein Gläschen Bier oder Wein gönnen.



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