Grippesaison und MS – wie schützen?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Grippe ist nicht nur unangenehm – sie kann bei bestimmten Personen wie älteren Menschen, Schwangeren oder chronisch Kranken zu Komplikationen führen und damit lebensbedrohlich werden. Schutz vor einer Ansteckung bietet die Grippeschutzimpfung. Doch ist die Impfung auch für Menschen mit MS zu empfehlen?

Grippe, auch Influenza genannt, ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die vornehmlich in den Wintermonaten kursiert. Im Unterschied zu einer einfachen Erkältung ist die Grippe eine ernst zu nehmende Erkrankung. Sie beginnt meist plötzlich mit Fieber, Muskel- und/oder Kopfschmerzen, später kann ein trockener Reizhusten hinzukommen.

In der Regel dauert es 5 bis 7 Tage, bis die Beschwerden abklingen. Kommt es zu Komplikationen (z.B. Lungenentzündung) oder liegen bestimmte Risikofaktoren vor (wie bestehende Grunderkrankungen oder höheres Alter), kann sich die Grippe auch länger hinziehen.

Warum ist eine Grippeschutzimpfung bei Menschen mit multipler Sklerose sinnvoll?

Bei multipler Sklerose richtet sich das Immunsystem aus bisher unbekannten Gründen gegen den eigenen Körper. Um die fehlgeleiteten Immunreaktionen zu regulieren, kommen zur Behandlung von MS sogenannte immunsuppressive beziehungsweise immunmodulatorische Medikamente zum Einsatz. Einige dieser Mittel können die Abwehr schwächen, sodass das Immunsystem mitunter Grippeviren nicht mehr wirksam abwehren kann – dadurch ist das Risiko für eine schwer verlaufende Grippe bei Menschen mit MS größer als bei gesunden Menschen. Darüber hinaus kann eine Infektion mit Grippeviren nachweislich die Krankheitsaktivität ankurbeln und damit MS-Schübe auslösen.

Durch eine Grippeschutzimpfung ist das Immunsystem schon vor einer Ansteckung gegen Grippeviren gewappnet, sodass es die Infektion entsprechend schnell bekämpfen kann. Entgegen der Befürchtung vieler Menschen mit MS löst die Grippeimpfung mit dem üblichen Totimpfstoff keine Erkrankungsschübe aus. Trotz immuntherapeutischer MS-Behandlung kann der Körper in der Regel einen ausreichenden Impfschutz aufbauen.

Wenn keine Gegenanzeigen (z.B. eine Allergie gegen Hühnereiweiß) bestehen und die individuelle Krankheitssituation nicht dagegen spricht, empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut daher die Grippeschutzimpfung für Menschen mit MS, bei denen MS-Schübe durch Infektionen ausgelöst werden. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Sie sich gegen Grippe impfen lassen sollten oder nicht.

Da sich die Grippeviren ständig verändern, müssen die Impfstoffe jedes Jahr an die veränderten Eigenschaften der Viren angepasst werden. Das heißt: Die Grippeschutzimpfung muss jedes Jahr im Herbst wiederholt werden, damit ein wirksamer Schutz gegen das saisonale Grippevirus besteht.

Tipps, um sich vor einer Infektion mit Grippeviren zu schützen

Auch wenn eine Impfung gut vor Grippe schützt – einen 100-prozentigen Schutz gewährt sie trotzdem nicht. Personen mit geschwächtem Immunsystem sprechen weniger gut auf die Impfung an. Deshalb ist es trotz Impfung wichtig, das Risiko einer Ansteckung möglichst gering zu halten. Grippeviren verbreiten sich über Türklinken, Haltegriffe in der U-Bahn, Niesen, Husten, aber auch durch direkten Körperkontakt wie beim Händeschütteln. Folgende Tipps können dabei helfen, sich vor einer Ansteckung zu schützen:

  • Halten Sie Abstand zu Personen mit Atemwegsinfektionen und vermeiden Sie direkten Kontakt wie Händeschütteln und Umarmung.
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände.
  • Fassen Sie sich möglichst nicht mit den Händen ins Gesicht. Wenn man Mund und Nase berührt, steigt die Wahrscheinlichkeit, sich mit Krankheitserregern anzustecken, die sich auf einem vorher angefassten Gegenstand befanden.
  • Trinken Sie nicht mit anderen Personen aus derselben Tasse oder Flasche.


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