Ciprofloxacin-ratiopharm 100 mg/-250 mg/-500 mg/-750 mg Filmtabletten

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 23.09.2007
Hersteller: ratiopharm GmbH
Wirkstoff: Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion)
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Ciprofloxacin-ratiopharm 100 mg/-250 mg/-500 mg/-750 mg Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion). Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Ciprofloxacin-ratiopharm 100 mg/-250 mg/-500 mg/-750 mg Filmtabletten.

Ciprofloxacin wird innerlich in Tablettenform, als Suspension oder Infusion eingesetzt. Es wirkt bei Harnwegsinfektionen und Nierenbeckenentzündungen. Außerdem kann es bei Infektionen der Geschlechtsorgane, bei speziellen Fällen von Gonorrhöe (Tripper) und Entzündungen der Prostata (Vorsteherdrüse) helfen.

Ciprofloxacin wird ebenso bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich wie Mittelohrentzündungen und Nasennebenhöhlenentzündungen verwendet. Bei Infektionen der Atemwege, der Haut, der Weichteile sowie der Knochen und Gelenke wird es ebenfalls therapeutisch genutzt.

Es wirkt außerdem bei Salmonellen- und Shigellen-Infektionen des Magen-Darm-Traktes und bei Infektionen der Gallenwege. Weiterhin wird Ciprofloxacin bei Blutvergiftungen, der Infektionserkrankung Milzbrand und bei Bauchfellentzündungen gegeben.

Augentropfen mit diesem Wirkstoff lindern örtlich Hornhautgeschwüre, Bindehautentzündungen und Lidentzündungen des Auges.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion) sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Gyrasehemmer (Chinolone), Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion) gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • akute unkomplizierte Harnwegsinfektionen bei Frauen (100 Milligramm)
  • Infektionen der Atemwege bei Erwachsenen (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)
  • Harnwegsinfektionen, wie akute, unkomplizierte Blasenentzündungen, komplizierte Harnwegsinfektionen und Entzündungen des Nierengewebes und des Nierenbeckenkelchsystems bei Erwachsenen (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)
  • Infektionen der Geschlechtsorgane einschließlich akute, unkomplizierte Gonorrhöe (Tripper, eine sexuell übertragbare Erkrankung) und Entzündungen der Prostata bei Erwachsenen (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)
  • schwere durch Bakterien verursachte Darmentzündung bei Erwachsenen (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)
  • Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes bei Erwachsenen (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)
  • bakterielle Infektionen des Knochenmarks bei Erwachsenen (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)
  • schwere Infektionen, die den ganzen Organismus betreffen, bei Erwachsenen (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)
  • Blutvergiftung bei Erwachsenen (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)
  • Bauchfellentzündung bei Erwachsenen, jedoch sollten die möglichen sauerstoffunabhängigen Erreger der Erkrankung durch ein anderes Antibiotikum, wie z. B. Metronidazol, bekämpft werden (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)
  • Infektionen bei Erwachsenen mit geschwächter körpereigener Abwehr (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)
  • akute, durch Pseudomonas aeruginosa (ein Bakterium) verursachte Infektionsschübe einer Mukoviszidose (eine erbliche Stoffwechselstörung mit Fehlfunktion verschiedener Drüsen) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren (250 Milligramm, 500 Milligramm und 750 Milligramm)

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung. Im Folgenden sind die Dosen für Erwachsene angegeben. Bei Kindern wird dieses Medikament nur bei einer bestimmten Erkrankung angewendet (siehe unten).

Die Tablette sollte unzerkaut mit 250 Milliliter Flüssigkeit eingenommen werden.

Bei Atemwegsinfektionen, komplizierten Infektionen und Nierenbeckenentzündungen wird mit zweimal täglich einer Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 250 oder 500 Milligramm für sieben bis 14 Tage behandelt.

Bei Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes wird zweimal täglich eine Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 500 Milligramm verabreicht, die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt fünf bis zehn Tage. Handelt es sich um eine schwere oder lebensbedrohliche Infektion, kann die Dosis auf zweimal täglich eine Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 750 Milligramm gesteigert werden.

Bei Infektionen der Knochen und der Gelenke wird ebenfalls zweimal täglich eine Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 500 Milligramm gegeben, die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt jedoch vier bis sechs Wochen.

Bei der Harnblasenentzündung der Frau wird eine Dosierung von zweimal einer Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 100 Milligramm täglich drei Tage lang eingenommen. Bei einer akuten, unkomplizierten Gonorrhoe (Geschlechtskrankheit) wird einmalig eine Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 250 oder 500 Milligramm eingenommen. Handelt es sich um eine Prostatitis (Vorsteherdrüsenentzündung), wird zweimal täglich eine Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 500 Milligramm bei einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von bis zu 28 Tagen verabreicht.

Bei schweren Magen-Darm-Infektionen sollte zweimal täglich eine Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 500 Milligramm eingenommen werden, die Behandlungsdauer liegt bei drei bis sieben Tagen.

Alle übrigen Infektionen sollten mit zweimal täglich einer Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 500 Milligramm therapiert werden. Handelt es sich um eine schwere lebensbedrohliche Infektion, kann die Dosis auf zweimal eine Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 750 Milligramm täglich gesteigert werden.

Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis 17 Jahre mit einer Mukoviszidose und gleichzeitiger Infektion mit dem Erreger Pseudomonas aeroginosa liegt die tägliche Dosis bei zweimal 20 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht (entspricht zweimal einer Tablette Ciprofloxacin-ratiopharm 500 Milligramm bei einem Gewicht von 25 Kilogramm) mit einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von zehn bis 14 Tagen. Die Maximaldosis beträgt 1500 Milligramm pro Tag.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Hypromellose
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose
  • Titandioxid (E 171)
  • Crospovidon
  • Macrogol 400

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Übelkeit, Durchfall, Hautausschläge.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Erregtheit, Verwirrtheit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Blähungen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, Juckreiz, Bläschen am ganzen Körper, Geschmacksstörungen (zum Beispiel bitterer Geschmack), Geruchsstörungen, Blutbildveränderungen (wie zu niedrige weiße Blutkörperchen, zu viele Eosinophile), Gelenkschmerzen, Leberwertanstieg, Gelbsucht durch Gallestau, Nierenwerterhöhung, Augenbrennen, Entzündung der Augengefäße.

Seltene Nebenwirkungen:
allergische Reaktion (mit Schwellung im Gesicht, Blutdruckabfall, Hautausschlag, Kreislaufversagen), Arzneimittelfieber, Blutbildveränderungen (wie Blutarmut, zu viele weiße Blutkörperchen, zu wenige Granulozyten, zu wenige oder zu viele Blutplättchen), Muskelschmerzen, Gelenkschwellung, Bindegewebswassereinlagerung in den Beinen (Ödeme), Halluzinationen, Schwitzen, Empfindungsstörungen in Armen und Beinen, Angstzustände, Albträume, Depressionen, Zittern, Krampfanfälle, Herzjagen, Migräne, Ohnmacht, Hitzewallung, veränderte Blutgerinnung, knotiger Ausschlag und Herabsetzung der Lichtreizschwelle der Haut (Photosensibilisierung), Ohrensausen, Schwerhörigkeit (vorübergehend), Sehstörungen (zum Beispiel Doppeltsehen, Farbensehen), Geschmacksverlust, Nierenentzündung, Nierenfunktionseinschränkung, zu hohe Blutzuckerwerte, Kristalle im Urin, blutiger Urin, Verstopfung einer Lungenarterie, Luftnot, Wasser in der Lunge, Nasenbluten, Blutspucken, Schluckauf, Blähungen, Scheidenentzündung, Entzündung der äußeren Geschlechtsteile bei der Frau.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle:
Blutarmut durch Zerstörung der roten Blutkörperchen, Verschlimmerung der Symptome einer Myasthenia gravis (Autoimmunkrankheit mit einer Blockierung der Acetylcholinrezeptoren), Gangunsicherheit, Leberzellschädigung bis zum Leberversagen, erhöhter Schädelinnendruck, psychotische Reaktionen bis hin zur Selbstverletzung, Blutbildveränderungen (wie Verlust aller Granulozyten), Sehnenentzündungen, Sehnenscheidenentzündungen, Sehnenriss, kleine Hautblutungen, blutige Hautblasen, knotiger Hautausschlag mit Krusten (wegen einer Gefäßentzündung), Knotenrose, girlandenförmiger roter Hautausschlag (Erythema exudativum multiforme minor), Lyell-Syndrom (Hautablösung und Bläschenbildung ähnlich verbrühter Haut), Stevens-Johnson-Syndrom (blasiger Hautausschlag mit hohem Fieber und starken allgemeinen Beschwerden).

Besonderheiten:
Bei längerer innerlicher Anwendung können Infektionen mit Sprosspilzen (zum Beispiel Mundsoor) entstehen. Es ist ebenfalls möglich, dass an die Infektionsstelle weitere Bakterien gelangen, die gegen Ciprofloxazin resistent sind. Dort können diese eine weitere (zweite) Infektion auslösen.

Ciprofloxacin kann das Risiko für Einrisse und Abrisse der Hauptschlagader insbesondere bei älteren Patienten erhöhen. Bei plötzlich auftretenden schweren Bauch-, Brustkorb- oder Rückenschmerzen sollte unverzüglich in der Notaufnahme ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Kommt es während der Behandlung zu Muskelschmerzen, Gelenkschmerzem und Nervenbeschwerden, ist sofort der Arzt davon zu verständigen.

Wechselwirkungen

Innerlich angewendetes Ciprofloxacin behindert den Abbau vieler Substanzen im Körper, was deren Wirkung verstärkt und vermehrt Nebenwirkungen hervorruft. Dies ist der Fall bei
  • Asthma-Mitteln wie Pentoxyfyllin und Theophyllin
  • Clozapin (Neuroleptikum)
  • Ropinirol (Mittel gegen die Parkinson-Krankheit)
  • Methotrexat (Immunologikum gegen Rheuma und Blutkrebs)
  • Tizanidin (zur Muskellockerung).
Tizanidin darf gar nicht zusammen mit Ciprofloxacin verabreicht werden, bei den anderen Wirkstoffen muss der Arzt die Dosierung gegebenenfalls verringern.

Auch Glukokortikoide dürfen nicht zusammen mit Ciprofloxacin verwendet werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme Coffein-haltiger Substanzen wird auch deren Konzentration im Blut durch Ciprofloxacin erhöht.

Das GichtmittelProbenecid behindert die Ausscheidung von Ciprofloxacin über die Niere. Die gleichzeitige Anwendung von Probenecid und Ciprofloxacin kann also Wirkung und Nebenwirkungen von Ciprofloxacin verstärken.

Auch Phenytoin, ein Mittel gegen Krampfanfälle, kann zu einer Erhöhung oder einer Erniedrigung der Ciprofloxacinkonzentration im Blut führen. Der behandelnde Arzt muss diese Wechselwirkungen bei den Dosierungsintervallen beachten.

Wird Ciprofloxacin gemeinsam mit mineralischen Magensäurebindern (Antazida), Eisenpräparaten, Zinkpräparaten, gepufferten Didanosin-Zubereitungen (unterstützend bei HIV-Therapie) oder Multivitaminpräparaten gegeben, wird seine Aufnahme in den Körper gehemmt. Gleiches gilt für den Verzehr von Kalziumhaltigen Nahrungsmitteln wie Milch oder Käse. Das muss bei der Dosierung beachtet werden.

Ciprofloxacin kann die Wirkung von Gerinnungshemmern wie Warfarin verstärken, was zu vermehrten Blutungen führt. Der Arzt muss daher doe Blutgerinnung besonders sorgfältig überwachen.

Für Ciprofloxacin in Form von Augen- oder Ohrentropfen sind keine der genannten Wechselwirkungen bekannt.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Ciprofloxacin und andere Gyrasehemmer darf der Wirkstoff in keiner Form eingesetzt werden.

Die innerliche Anwendung ist des weiteren verboten bei:
  • Infektionen mit Streptokokken (spezieller Bakterienstamm), weil die Wirkung unzureichend ist
  • Patienten, die im Zusammenhang mit der Gabe von Gyrasehemmern eine Sehnenerkrankung bekamen
  • Mangel an dem Enzym Glucose-6-Phosphatdehydrogenase, weil es zu störungen des Blutbildes kommen kann
Nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Ciprofloxacin innerlich angewendet werden bei
  • Patienten mit Myasthenia gravis (Autoimmunkrankheit mit Schwächung der Muskulatur)
  • Patienten, die schon einmal einen Krampfanfall erlitten haben
  • Patienten mit einem Risiko für Einrisse in der Hauptschlagader (Aortenaneurysma), das erblich, aber auch angeboren sein kann und zudem bei Atherosklerose oder Bluthochdruck erhöht ist
  • speziellen Herzrhythmusstörungen (Torsades-de-Pointes-Arrhythmien)
  • gestörter Nierenfunktion oder Leberfunktionsproblemen.
Hinweis:
Ciprofloxacin ist als alleiniger Wirkstoff für die Therapie folgender Fälle nicht geeignet:
  • leichterer Infektionen, die auch selbst ausheilen wie beispielsweise akute Bronchitis und unkomplizierte Harnwegsinfektionen (es sei denn, andere Antibiotika sind ungeeignet)
  • Vorbeugung vor häufigen Infektionen der Harnblase und Harnröhre
  • Infektionen, die nicht durch Bakterien verursacht sind
  • schwere Infektionen und solche, die durch spezielle Erreger (grampositive oder anaerobe) verursacht sind
  • der Geschlechtskrankheit Tripper, die meist durch Ciprofloxacin-unempfindliche Erreger verursacht wird
  • Infektionen der Knochen und Gelenke. Hier sollte Ciprofloxacin nur nach einer Laboruntersuchung der Erregerkultur in Kombination mit anderen Antibiotika eingesetzt werden.
  • akuter Reisedurchfall und die Vorbeugung dagegen. Hier muss eine mögliche Unempfindlichkeit der Erreger in den besuchten Ländern berücksichtigt werden.
Besonderheiten:
Das Risiko von Sehnenschäden ist bei Älteren, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder mit verpflanzten Organen sowie bei einer begleitenden Behandlung mit Glukokortikoiden am größten.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Ciprofloxacin sollte während einer Schwangerschaft weder eingenommen noch als Infusion verabreicht werden. Es liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen über die Anwendung bei schwangeren Frauen vor. Im Tierversuch zeigten sich allerdings Knorpelschäden bei neugeborenen Tieren. Bei örtlicher Anwendung als Augen- oder Ohrentropfen ist eine sorgfältige ärztliche Einschätzung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses erforderlich.

Ciprofloxazin geht bei innerlicher Anwendung in die Muttermilch über. Eine Behandlung stillender Mütter ist deshalb nicht zu befürworten. Vor einer Behandlung muss in jedem Fall abgestillt werden. Bei örtlicher Anwendung als Augen- oder Ohrentropfen ist auch in dieser Zeit eine sorgfältige ärztliche Einschätzung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses erforderlich.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Ciprofloxacin hemmt das Gelenkwachstum. Daher sollten Kinder unter fünf Jahren nicht mit diesem Wirkstoff in Suspensionen, als Tablettenform oder in Infusionen behandelt werden. Es gibt aber folgende Ausnahmen:

Bei einer Pseudomonas-aeruginosa-Infektion bei cystischer Fibrose (Mukoviszidose) dürfen Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren je nach Schwere der Erkrankung Ciprofloxacin als Infusion, Suspension oder in Tablettenform erhalten. Der Behandlungszeitraum beträgt 10 bis 14 Tage. Bei Pseudomonas aeruginosa handelt es sich um einen Eitererreger.

Zur Behandlung der Infektionserkrankung Milzbrand erhalten Kinder zweimal täglich zehn Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht als Infusion. Die maximale Einzeldosis bei Kindern sollte 400 Milligramm nicht überschreiten.

Als örtliche Darreichung in Augentropfen ist der Wirkstoff Ciprofloxacin für Säuglinge und Kinder anwendbar.

Bei der Gabe von Ohrentropfen gibt es für Säuglinge unter einem Jahr und Neugeborene bisher keine Untersuchungsergebnisse. Kinder ab einem Jahr können aber Ohrentropfen mit diesem Wirkstoff erhalten. Der behandelnde Arzt wird individuell nach Körpergröße und Gewicht eine Dosierung empfehlen.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann durch das Medikament so weit beeinträchtigt sein, dass Autofahren und die Bedienung von Maschinen gefährlich sind.
  • Weil das Medikament das Wachstum von Tuberkulose-Bakterien hemmt, kann es zu falsch-negativen Tests auf die Krankheit führen.
  • Bei allergischen Reaktionen aufgrund der Behandlung mit dem Medikament ist ein Arzt aufzusuchen. Unter Umständen muss die Behandlung beendet werden.
  • Das Medikament kann Krämpfe auslösen; bei Epileptikern ist daher Vorsicht geboten.
  • Sollte während der Behandlung mit dem Medikament eine Psychose auftreten, ist ein Abbruch der Therapie erforderlich.
  • Treten während der Behandlung mit dem Medikament Sehnenschmerzen oder -entzündungen auf, ist die Therapie abzubrechen.
  • Sonnenbestrahlung sollte während der Behandlung vermieden werden; treten sonnenbedingte Hautausschläge auf, ist ein Therapieabbruch erforderlich.
  • Bei anhaltenden, schweren Durchfällen während der Behandlung ist ein Arzt zu befragen.
  • Bei Patienten mit Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel darf das Medikament nur mit Vorsicht eingesetzt werden.
  • Während der Behandlung muss viel getrunken werden, um einer Kristallbildung im Harn vorzubeugen.
  • Bei plötzlich auftretenden schweren Bauch-, Brustkorb- oder Rückenschmerzen sollte unverzüglich in der Notaufnahme ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
  • Kommt es während der Behandlung zu Muskelschmerzen, Gelenkschmerzem und Nervenbeschwerden, ist sofort der Arzt davon zu verständigen.
  • Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten.
  • Bei Auftreten anhaltender, schwerer Durchfälle ist ein Arzt zu befragen.
  • Zurückhaltende Anwendung bei Patienten mit Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel.
  • UV-Strahlungen sind zu vermeiden.
  • Untersuchungen auf Tuberkulosebakterien können im Ergebnis verfälscht werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtabletten)
6 Stück Filmtabletten
100 Milligramm Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion)
10 Stück Filmtabletten
250 Milligramm Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion)
20 Stück Filmtabletten
250 Milligramm Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion)
10 Stück Filmtabletten
500 Milligramm Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion)
20 Stück Filmtabletten
500 Milligramm Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion)
10 Stück Filmtabletten
750 Milligramm Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion)
20 Stück Filmtabletten
750 Milligramm Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion)

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Ciprofloxacin-ratiopharm 100 mg/-250 mg/-500 mg/-750 mg Filmtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Ciprofloxacin (zur Einnahme oder Infusion) (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.