Man sieht die Hände einer Frau mit brüchigen Nägeln
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Brüchige Nägel: Das können Betroffene tun

Viele Menschen legen auf gepflegte Nägel besonderen Wert: Denn ähnlich wie volles, gestyltes Haar signalisieren sie nicht nur Gesundheit, sondern gelten auch als Schönheitsideal – und stärken das Selbstwertgefühl. Was also tun, wenn die Nägel brüchig werden? Was kann dann wirklich helfen?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Wie sehen brüchige Nägel aus?

Das optische Erscheinungsbild unserer Nägel ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter in den Mittelpunkt gerückt: Wir wünschen uns starke, ebenmäßige Finger- und Fußnägel. Sie tragen zum einen zu unserem Wohlbefinden bei – zum anderen sind wir uns ihrer Außenwirkung bewusst: Denn neben Haaren und Zähnen lässt auch der Zustand der Nägel Rückschlüsse auf Gesundheit, Wohlstand und persönliche Hygienestandards zu. Werden die Nägel brüchig, ist das den Betroffenen oft unangenehm.

Nägel bestehen – wie die Haare – primär aus Keratin. Anders als bei der Behaarung liegen die verhornten Fasern hier aber in einer festen, etwa 0,5 Millimeter dicken Struktur zusammen. Gebildet wird die Nagelplatte von spezialisierten Hautzellen. Pro Monat wachsen die Nägel an den Fingern durchschnittlich drei Millimeter, an den Zehen läuft die Produktion etwas langsamer.

Mediziner unterscheiden bei brüchigen Nägeln in erster Linie zwei Typen:

  • die Onychoschisis, bei der die Nägel horizontal (also parallel zu den Hautfalten der Fingergelenke) splittern, Rillen bilden oder sich spalten und
  • die Onychorrhexis, bei der die Bruchstellen und Veränderungen der Länge nach entstehen.

Die Verlaufsrichtung der Nagelschäden lässt dabei nicht zwangsläufig eine Deutung der Ursache zu.

Unabhängig vom konkreten Auslöser und optischen Beweggründen ist die Behandlung brüchiger Nägel auch aus funktioneller Sicht sinnvoll: Anders als ihre Verwandten aus der Tierwelt, die Krallen, brauchen wir sie zwar nicht mehr, um uns im Kampf vor Feinden zu verteidigen – doch spielen sie beim Schutz von Fingern und Zehen immer noch eine maßgebliche Rolle. Wie kleine Schilde bedecken sie einen Teil der hochempfindlichen Fingerkuppen und Zehenspitzen und tragen so dazu bei, schmerzhafte Verletzungen an unseren wichtigsten Tastorganen zu vermeiden. Gleichzeitig nutzen wir sie regelmäßig als Werkzeuge beim Greifen oder Kratzen.

Brüchige Nägel: Ursachen

Um nicht nur "akut" gegen brüchige Nägel aktiv zu werden, sondern unschönen Nagelveränderungen auf lange Sicht vorzubeugen, sollten Betroffene ihre individuelle Ursache ausfindig machen. Die bisher bekannten Auslöser für brechende und splitternde Nägel lassen sich in der Regel zwei Kategorien zuordnen: den inneren oder den äußeren Ursachen. Innere Auslöser sind meist mangel- oder krankheitsbedingt, äußere führen Mediziner*innen oft auf Reizungen oder die Ansteckung mit Krankheitserregern zurück. Beiden Gruppen ist gemeinsam, dass sie entweder die Substanz des Nagels oder sein Wachstum angreifen und so zu den typischen Nagelschäden führen. Doch welche Ursachen gibt es dabei genau?

Äußere Risikofaktoren für brüchige Nägel:

  • häufiges Aufweichen der Nagelplatte (zum Beispiel durch regelmäßiges Abspülen von Geschirr)
  • luftdichtes Schuhwerk, in dem sich die Feuchtigkeit staut
  • Kürzen der Nägel mit dem Nagelknipser oder der Nagelschere (quetscht die Nagelsubstanz)
  • Beanspruchung der Nägel durch häufiges Lackieren oder künstliche Nägel
  • wiederholter Kontakt mit Chemikalien (insbesondere in Nagellackentfernern oder Putzmitteln)
  • Nagel- und oder Fußpilz
  • Arzneimittel, die im Rahmen einer Chemotherapie verabreicht werden

Innere Risikofaktoren für brüchige Nägel:

In der Mehrzahl der Fälle steckt hinter brüchigen Nägeln keine gravierende Ursache. Gelegentlich kann allerdings eine behandlungsbedürftige Erkrankung verantwortlich sein – daher bietet es sich immer an, einen Arzttermin zu vereinbaren und die Nagelschäden abklären zu lassen. Nur selten können auch Expert*innen keinen klaren Grund für die brüchigen Nägel ermitteln.
 

Was tun bei brüchigen Nägeln?

Durch Beobachtung der eigenen Gewohnheiten oder eine medizinische Untersuchung ist der Auslöser für die brüchigen Nägel bekannt? Darauf aufbauend kann der Betroffene – selbstständig oder unterstützt durch die Ärztin oder den Arzt – eine passende Strategie entwickeln. Grundsätzlich stehen mehrere Optionen und Hausmittel zur Verfügung:

Die richtige Nagelpflege

Das A und O für gesunde Nägel an Händen und Füßen stellt die richtige Nagelpflege dar. Ein wichtiger erster Schritt ist dabei der Verzicht auf Nagelknipser und -schere: Als schonender erweist es sich, die Nägel stattdessen abzufeilen. Kosmetiker*innen empfehlen zum Kürzen meist eine Körnung von 180. Darüber hinaus können Hände und Füße einschließlich der Nägel regelmäßig eingecremt werden, gegebenenfalls mit einer speziellen Nagelcreme. Spezielle Nagelöle bieten zusätzliche Pflege. Den besten Nagellack gegen brüchige Nägel gibt es in der Apotheke: Medizinische Nagellacke mit Mineralstoffen sollen die brüchigen Nägel direkt versorgen und eine Schutzschicht ausbilden. Aufgetragen werden sie täglich, in der Regel vor dem Schlafengehen.

Schädliche Einflüsse meiden

Wer häufiger mit brüchigen Nägeln zu kämpfen hat, hält im Alltag am besten die Augen offen: Was zieht die Nägel besonders in Mitleidenschaft? Diese Einflüsse gilt es möglichst zu meiden.

Positive Erfahrungen machen Betroffene zum Beispiel damit,

  • beim Geschirrspülen und Putzen Handschuhe zu tragen.
  • für eine Weile auf dekorativen Nagellack und künstliche Nägel zu verzichten. Das gibt den brüchigen Nägeln die Möglichkeit, sich zu erholen – im Anschluss an diese Phase kann Mineral-Nagellack als schonende, unterste Schicht aufgetragen werden.
  • Schuhwerk zu wählen, das eine ausreichende Belüftung der Füße sicherstellt.
  • regelmäßig barfuß zu gehen und Luft an die Nägel zu lassen.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Faktoren, die es sich zu hinterfragen lohnt. Unter Umständen bietet es sich an, eine Art "Symptomtagebuch" zu führen: Dort können das exakte Auftreten und Aussehen brüchiger Nägel ebenso festgehalten werden wie der Verdacht auf bestimmte Ursachen.

Die Ernährung anpassen – bestehenden Mangel ausgleichen

Liegt die Vermutung nahe, dass die brüchigen Nägel auf einen Mangel zurückgehen, oder treten weitere Beschwerden (wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen) auf, steht eine Blutuntersuchung an. Dabei überprüft das Laborpersonal im Detail die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Haben sich tatsächlich Mangelerscheinungen entwickelt, sollten Betroffene im nächsten Schritt und als wichtigstes "Hausmittel" ihren Speiseplan anpassen.

Bei brüchigen Nägeln sind insbesondere diese Nährstoffe relevant:

Unterstützen kann hier eine professionelle Ernährungsberatung. Nahrungsergänzungsmittel empfehlen Mediziner*innen in der Regel nur dann, wenn ein Mangel sehr stark ausgeprägt ist oder aufgrund von Allergien oder Unverträglichkeiten kaum selbstständig ausgeglichen werden kann.

Erkrankungen richtig behandeln

Verursacht dagegen eine Erkrankung die brüchigen Nägel, wird eine medikamentöse Behandlung notwendig. Gelingt es, den Auslöser passend zu therapieren, legen sich in vielen Fällen auch die Nagelprobleme.

Welche Methoden und Maßnahmen kommen dabei infrage?

Nagelpilz, Fußpilz: Tinkturen, Cremes, Nagellacke oder Tabletten mit Wirkstoffen, die gegen die Pilze vorgehen (Antimykotika); eventuell in Kombination miteinander

Schuppenflechte (vor allem Nagelpsoriasis): Cremes, Salben etc. mit Wirkstoffen wie Cortison, Vitamin D3 oder Urea für die äußere Behandlung; Biologika für die Therapie von innen heraus (spezielle Wirkstoffe, die direkt in den Entzündungsprozess im Körper eingreifen)

Schilddrüsenunterfunktion: Ersatz der fehlenden Hormone über die Einnahme von Tabletten

Schilddrüsenüberfunktion: Gabe von Medikamenten (sogenannten Thyreostatika), die über mehrere Wirkmechanismen die Produktion von Schilddrüsenhormonen eindämmen

Einige Betroffene schwören bei brüchigen Nägeln darüber hinaus auf homöopathische Mittel. Präparate wie Silicea D 12 oder die Schüßler Salze 3 (Ferrum phosphoricum), 5 (Kalium phosphoricum), 8 (Natrium chloratum) oder 10 (Natrium sulfuricum) sollen den Körper dabei unterstützen, ebenmäßige und widerstandsfähige Nägel zu bilden. Allerdings: Bislang gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis über die Effektivität von Homöopathie. Geeignet sind entsprechende Produkte also eher als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung.