Digimed 0,1

Hersteller: corax pharma GmbH
Wirkstoff: Digitoxin
Rezeptpflichtig

Hinweis

Der Artikel wurde vom Anbieter vom Markt genommen. Sollte dies aus wirtschaftlichen Gründen geschehen sein, ist das Präparat meist noch eine Weile aus Restbeständen erhältlich.

Wirkung

Digimed 0,1 enthält den Wirkstoff Digitoxin.

Digitoxin wird bei der Herzmuskelschwäche eingesetzt, um die Herzkraft zu steigern und die Herzarbeit effizienter zu machen.

Digitoxin wird bei bestimmten Formen beschleunigter Herztätigkeit (paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie, Vorhofflimmern und Vorhofflattern) angewendet, um die Herzfrequenz (Schläge pro Minute) zu senken.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Digitoxin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Herzglykoside, Mittel zur Behandlung von Herzmuskelschwäche, zu welcher der Wirkstoff Digitoxin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • chronische Herzmuskelschwäche
  • Herzrhythmusstörungen mit einem Puls über hundert Schläge pro Minute
  • anfallartiger überschneller und zu schwacher Herzschlag

Dosierung

Die Dosierung wird vom Arzt ganz individuell und nach Behandlungsverlauf festgelegt.

Im Allgemeinen wird zu Anfang der Behandlung hoch dosiert, um schnell ausreichende Konzentrationen des Wirkstoffes im Blut zu erreichen (Sättigungsdosis). Danach genügen geringere tägliche Dosierungen, um die erreichte Konzentration zu erhalten (Erhaltungsdosis). Für die meisten Patienten gelten folgende Dosierungsvorschriften:

Patienten unter 60 Jahre und sehr muskulöse Patienten nehmen zu Behandlungsbeginn während drei Tagen dreimal eine Tablette des Medikaments (entsprechend 0,3 Milligramm Digitoxin/Tag) ein. Ab dem vierten Tag wird dann zur so genannten Erhaltungsdosis übergegangen, zum Beispiel einmal täglich eine Tablette (entsprechend 0,1 Milligramm Digitoxin/Tag).

Patienten über 60 Jahre und Untergewichtige brauchen meist eine geringere Dosierung. Sie beginnen die Behandlung mit dreimal täglich 0,07 Milligramm Digitoxin (entsprechend 0,21 Milligramm Digitoxin/Tag) über drei Tage und gehen dann zur Erhaltungsdosis von einmal täglich 0,07 Milligramm Digitoxin über. Für diese niedrigere Dosierung steht das Medikament auch mit einem Wirkstoffgehalt von 0,07 Milligramm Digitoxin pro Tablette zur Verfügung.

Bei Patienten mit einer schweren Funktionsstörung der Leber und Niere wird der Arzt eine noch geringere Dosierung verordnen.

Die Tabletten sollten vorzugsweise nach einer Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Lactose
  • mikrokristalline Cellulose
  • Carmellose- Natrium
  • Cellulosepulver
  • Crospovidon
  • Gelborange S Aluminiumsalz (E 110)
  • Kartoffelstärke
  • Magnesiumstearat
  • Natriumcarboxymethylstärke
  • Povidon

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Durchfälle, Bauchschmerzen, Alpträume, Agitiertheit, Verwirrtheit, Depressionen, Halluzinationen, Psychosen, Brustdrüsenvergrößerung (Gynäkomastie), Ausschlag, Blutplättchenabfall (Thrombozytopenie), Lupus erythematodes.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Verschluss der Darmblutgefäße (Mesenterialinfarkt).

Besonderheiten:
Auch Herzrhythmusstörungen und Farbsehveränderungen im Grün-Gelb-Bereich sind möglich.

Wechselwirkungen

Beim intravenösen Einsatz von Calcium ist die Giftigkeit vom Digitoxin erhöht.

Arzneimittel, welche zu einem Kalium- oder Magnesiummangel führen, können die Wirkung von Digitoxin steigern: z.B. Entwässerungsmittel (Diuretika), Missbrauch von Abführmitteln, Amphotericin B (Mittel gegen Pilzerkrankungen), Kortikosteroide (entzündungshemmende Mittel), ACTH (ein körpereigenes Hormon, das den Hormonhaushalt reguliert), Carbenoxolon (zur Behandlung von Magengeschwüren), Penicillin G (Antibiotikum), Salicylate (entzündungshemmende Mittel).

Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Chinidin, Verapamil, Diltiazem und Captopril (Mittel gegen Bluthochdruck) erhöhen den Wirkspiegel von Digitoxin im Blut.

Bei gleichzeitiger Gabe mit Digitoxin erhöhen Reserpin (Mittel zur Blutdrucksenkung), Succinylcholin (Mittel zur Muskelerschlaffung), trizyklische Antidepressiva, Sympathomimetika und Phosphodiesterasehemmer (Mittel zur Potenzsteigerung und bei Asthma) ebenfalls die Gefahr von Herzrhythmusstörungen.

Aktivkohle (Mittel gegen Vergiftungen), Kaolin-Pektin (Mittel gegen Durchfall), die Cholesterinsenker Colestyramin und Colestipol sowie säurebindende Mittel (Antazida) verzögern die Aufnahme von Digitoxin im Körper bzw. beschleunigen seine Ausscheidung.

Enzyminduktoren wie z.B. Phenytoin (Epilepsiemittel), Rifampicin (Antibiotikum), Phenobarbital (Epilepsiemittel), Phenylbutazon (Schmerzmittel) und das Entwässerungsmittel Spironolacton beschleunigen den Abbau von Digitoxin im Körper und verkürzen damit seine Wirkung.

Gegenanzeigen

Digitoxin darf nicht angewendet werden beim AV-Block II. und III. Grades, bei zu viel Calcium im Blut (Hypercalcämie), bei zu viel (Hyperkaliämie) oder zu wenig (Hypokaliämie) Kalium im Blut und bei starker Bradykardie.

Weiterhin ist sein Einsatz bei der hypertrophen Kardiomyopathie mit Obstruktion, beim Karotissinussyndrom, bei einer von den Herzkammern ausgehenden Tachykardie, beim Brustaortenaneurysma und beim WPW-Syndrom verboten.

Eine bestehende Digitalisvergiftung (Digitalis-Intoxikation) und eine Überempfindlichkeit gegen Herzglykoside verbieten seine Einnahme natürlich ebenfalls.

Bei einem akuten Herzinfarkt, unmittelbar vor einer geplanten Kardioversion und bei Herzrhythmusstörungen, die das Herz langsamer schlagen lassen, ist der Einsatz von Digitoxin nicht zu empfehlen und sollte sorgfältig abgewägt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft müssen die Patientin und ihre Therapie besonders überwacht werden. Über Digitoxin ist während Schwangerschaft und Stillzeit nichts Negatives bekannt, trotzdem sollte eine Therapie in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft gut bedacht werden.

Digitoxin geht in niedrigen Konzentrationen in die Muttermilch über. Die Konzentrationen im Blut des Kindes sind jedoch so gering, dass nur selten ein Abstillen nötig wird.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Dosis von Digitoxin bei Kindern richtet sich nach deren Gewicht und Körperoberfläche.

Warnhinweise

  • Es bestehen erhebliche individuelle Unterschiede der Glykosidempfindlichkeit.
  • Erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht bei Patienten höheren Lebensalters.
  • Erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
  • Erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht bei Patienten mit Sauerstoffunterversorgung im Gewebe (Hypoxie).
  • Erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht bei Patienten mit zu niedrigen Blutkaliumwerten oder mit zu hohen Blutcalciumwerten.
  • Patienten mit erhöhter Glykosidempfindlichkeit brauchen geringere Glykosidmengen und müssen sorgfältig überwacht werden.
  • Es ist unbedingt darauf zu achten, dass das Medikament regelmässig in der vom Arzt verordneten Menge eingenommen wird.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Digimed 0,1 sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Digitoxin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Tabletten
Tabletten

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.