Digimerck pico 0,05 mg/ -minor 0,07 mg/ -0,1 mg

Hersteller: Merck Pharma GmbH
Wirkstoff: Digitoxin
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Digimerck pico 0,05 mg/ -minor 0,07 mg/ -0,1 mg enthält den Wirkstoff Digitoxin.

Digitoxin wird bei der Herzmuskelschwäche eingesetzt, um die Herzkraft zu steigern und die Herzarbeit effizienter zu machen.

Digitoxin wird bei bestimmten Formen beschleunigter Herztätigkeit (paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie, Vorhofflimmern und Vorhofflattern) angewendet, um die Herzfrequenz (Schläge pro Minute) zu senken.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Digitoxin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Herzglykoside, Mittel zur Behandlung von Herzmuskelschwäche, zu welcher der Wirkstoff Digitoxin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • alle Formen der Herzmuskelschwäche, auch mit gestörter Nierenfunktion, insbesondere für ältere und/oder untergewichtige Patienten (Digimerck pico 0,05 Milligramm)
  • alle Formen der Herzmuskelschwäche, auch mit gestörter Nierenfunktion, speziell zur Dauerbehandlung (Digimerck minor 0,07 Milligramm und Digimerck minor 0,1 Milligramm)
  • in den Herzvorhöfen entstehende Herzrhythmusstörungen mit beschleunigter Herzfrequenz (Digimerck minor 0,07 Milligramm und Digimerck minor 0,1 Milligramm)

Dosierung

Bei Patienten über 60 Jahren wird am ersten bis dritten Behandlungstag dreimal täglich eine Tablette Digimerck pico 0,05 Milligramm oder dieselbe Menge Digimerck minor 0,07 Milligramm verabreicht. Danach wird als Erhaltungsdosis eine Tablette pro Tag entweder von Digimerck pico 0,05 Milligramm oder Digimerck minor 0,07 Milligramm gegeben.

Bei Patienten unter 60 Jahren und bei stark muskulösen Patienten über 60 Jahren wird am ersten bis dritten Behandlungstag dreimal täglich eine Tablette Digimerck 0,1 Milligramm und ab dem vierten Tag als Erhaltungsdosis eine Tablette pro Tag verabreicht.

Bei Kindern wird die Behandlung auf zwei bis drei Tage verteilt bis ein Sättigungseffekt auftritt, wobei die Sättigungsdosis ungefähr das Zehnfache der späteren Erhaltungsdosis einnimmt. Insgesamt werden als Erhaltungsdosis bei Neugeborenen 0,002 Milligramm pro Kilogramm, bei Säuglingen 0,003 Milligramm pro Kilogramm und bei Kleinkindern 0,004 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht eingesetzt (entspricht beispielsweise bei einem Gewicht von 13 Kilogramm einer Tablette Digimerck pico 0,05 Milligramm).

Bei Anwendung in der Schwangerschaft ist eine vorsichtige Dosierung notwendig, da der Bedarf an Herzglykosiden sehr individuell ist.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Maisstärke
  • Carboxymethylstärke-Natrium
  • Hypromellose
  • Laktose
  • Magnesiumstearat
  • Saccharose
  • Siliciumdioxid
  • Talkum

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Durchfälle, Bauchschmerzen, Alpträume, Agitiertheit, Verwirrtheit, Depressionen, Halluzinationen, Psychosen, Brustdrüsenvergrößerung (Gynäkomastie), Ausschlag, Blutplättchenabfall (Thrombozytopenie), Lupus erythematodes.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Verschluss der Darmblutgefäße (Mesenterialinfarkt).

Besonderheiten:
Auch Herzrhythmusstörungen und Farbsehveränderungen im Grün-Gelb-Bereich sind möglich.

Wechselwirkungen

Beim intravenösen Einsatz von Calcium ist die Giftigkeit vom Digitoxin erhöht.

Arzneimittel, welche zu einem Kalium- oder Magnesiummangel führen, können die Wirkung von Digitoxin steigern: z.B. Entwässerungsmittel (Diuretika), Missbrauch von Abführmitteln, Amphotericin B (Mittel gegen Pilzerkrankungen), Kortikosteroide (entzündungshemmende Mittel), ACTH (ein körpereigenes Hormon, das den Hormonhaushalt reguliert), Carbenoxolon (zur Behandlung von Magengeschwüren), Penicillin G (Antibiotikum), Salicylate (entzündungshemmende Mittel).

Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Chinidin, Verapamil, Diltiazem und Captopril (Mittel gegen Bluthochdruck) erhöhen den Wirkspiegel von Digitoxin im Blut.

Bei gleichzeitiger Gabe mit Digitoxin erhöhen Reserpin (Mittel zur Blutdrucksenkung), Succinylcholin (Mittel zur Muskelerschlaffung), trizyklische Antidepressiva, Sympathomimetika und Phosphodiesterasehemmer (Mittel zur Potenzsteigerung und bei Asthma) ebenfalls die Gefahr von Herzrhythmusstörungen.

Aktivkohle (Mittel gegen Vergiftungen), Kaolin-Pektin (Mittel gegen Durchfall), die Cholesterinsenker Colestyramin und Colestipol sowie säurebindende Mittel (Antazida) verzögern die Aufnahme von Digitoxin im Körper bzw. beschleunigen seine Ausscheidung.

Enzyminduktoren wie z.B. Phenytoin (Epilepsiemittel), Rifampicin (Antibiotikum), Phenobarbital (Epilepsiemittel), Phenylbutazon (Schmerzmittel) und das Entwässerungsmittel Spironolacton beschleunigen den Abbau von Digitoxin im Körper und verkürzen damit seine Wirkung.

Gegenanzeigen

Digitoxin darf nicht angewendet werden beim AV-Block II. und III. Grades, bei zu viel Calcium im Blut (Hypercalcämie), bei zu viel (Hyperkaliämie) oder zu wenig (Hypokaliämie) Kalium im Blut und bei starker Bradykardie.

Weiterhin ist sein Einsatz bei der hypertrophen Kardiomyopathie mit Obstruktion, beim Karotissinussyndrom, bei einer von den Herzkammern ausgehenden Tachykardie, beim Brustaortenaneurysma und beim WPW-Syndrom verboten.

Eine bestehende Digitalisvergiftung (Digitalis-Intoxikation) und eine Überempfindlichkeit gegen Herzglykoside verbieten seine Einnahme natürlich ebenfalls.

Bei einem akuten Herzinfarkt, unmittelbar vor einer geplanten Kardioversion und bei Herzrhythmusstörungen, die das Herz langsamer schlagen lassen, ist der Einsatz von Digitoxin nicht zu empfehlen und sollte sorgfältig abgewägt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft müssen die Patientin und ihre Therapie besonders überwacht werden. Über Digitoxin ist während Schwangerschaft und Stillzeit nichts Negatives bekannt, trotzdem sollte eine Therapie in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft gut bedacht werden.

Digitoxin geht in niedrigen Konzentrationen in die Muttermilch über. Die Konzentrationen im Blut des Kindes sind jedoch so gering, dass nur selten ein Abstillen nötig wird.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Dosis von Digitoxin bei Kindern richtet sich nach deren Gewicht und Körperoberfläche.

Warnhinweise

  • Es bestehen erhebliche individuelle Unterschiede der Glykosidempfindlichkeit.
  • Erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht bei Patienten höheren Lebensalters.
  • Erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
  • Erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht bei Patienten mit Sauerstoffunterversorgung im Gewebe (Hypoxie).
  • Erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht bei Patienten mit zu niedrigen Blutkaliumwerten oder mit zu hohen Blutcalciumwerten.
  • Patienten mit erhöhter Glykosidempfindlichkeit brauchen geringere Glykosidmengen und müssen sorgfältig überwacht werden.
  • Calciumgaben in die Venen sind während der Behandlung zu vermeiden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tablette)
50 Stück Tabletten
100 Mikrogramm Digitoxin
100 Stück Tabletten
100 Mikrogramm Digitoxin
50 Stück Tabletten
70 Mikrogramm Digitoxin
100 Stück Tabletten
70 Mikrogramm Digitoxin
50 Stück Tabletten
50 Mikrogramm Digitoxin
100 Stück Tabletten
50 Mikrogramm Digitoxin
30 Stück Tabletten
50 Mikrogramm Digitoxin
30 Stück Tabletten
70 Mikrogramm Digitoxin
30 Stück Tabletten
100 Mikrogramm Digitoxin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Digimerck pico 0,05 mg/ -minor 0,07 mg/ -0,1 mg sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Digitoxin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Tabletten
Tabletten

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.