Mittel zur Behandlung von Herzmuskelschwäche

auch bezeichnet als:
Mittel gegen Herzinsuffizienz

Wirkstoffe

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe "Mittel zur Behandlung von Herzmuskelschwäche" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Bei einer Herzmuskelschwäche nimmt die Pumpleistung des Herzens krankhaft ab. Das Herz kann die vom Körper benötigte Blutmenge nicht mehr ohne Druckanstieg in den Herzvorhöfen befördern. Die Ursachen sind vielfältig:
  • eine verschlechterte Aktivität des Herzmuskels durch direkte Schädigung beispielsweise bei koronarer Herzkrankheit (Angina pectoris), nach Herzinfarkt oder durch Herzmuskelentzündung
  • eine zu hohe (Tachykardie) oder zu niedrige (Bradykardie) Schlagzahl des Herzens
  • ein erhöhter Pumpwiderstand in den Blutgefäßen, wie er bei Bluthochdruck oder bei einer Verengung der Aortenklappe entsteht
  • ein erhöhtes Volumen des auszupumpenden Blutes, beispielsweise bei undichter Aortenklappe
  • eine Einengung des Herzens durch Flüssigkeit im Herzbeutel
  • bei erhöhtem Blutbedarf des Körpers bei schwerer Allgemeinerkrankung oder Blutarmut.
Die Wirkstoffe, welche gezielt gegen Herzmuskelschwäche eingesetzt werden, beeinflussen fast ausschließlich die ersten beiden Ursachen. Als Mittel gegen Herzmuskelschwäche werden vor allem Substanzen aus der Wirkstoffgruppe der Herzglykoside eingesetzt. Diese aus der Natur stammenden Stoffe sind schon lange bekannt und in Gebrauch. Gleiches gilt für Herz-Kreislauf-stärkende pflanzliche Mittel wie Weißdorn und Knoblauch.

Wirkung

Als Herzglykoside oder besser herzwirksame Glykoside bezeichnet man eine Gruppe von Wirkstoffen wie Digoxin, Digitoxin, Methildigoxin, Beta-Acetyldigoxin und Adoniskraut-Glykoside. Sie sind in der Lage, die Schlagkraft des Herzens zu steigern und die Schlagzahl gleichzeitig herabzusetzen. Sie können deshalb zur Therapie einer Herzmuskelschwäche oder von Herzrasen, vor allem dem Vorhofflimmern, eingesetzt werden. Weil die Herzglykoside jedoch auch die Erregung des Herzmuskels beschleunigen, ist ihre sogenannte therapeutische Breite gering: Nur in einem schmalen Dosierungsbereich wirken sie wie gewünscht, darunter kaum und darüber verursachen sie schnell Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern.


Weißdorn steigert einerseits die Pumpleistung des Herzens, andererseits erweitert er die Gefäße, insbesondere Herzkranzgefäße. So wird die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels selbst verbessert. Die Wirkung ist also einerseits mit den Herzglykosiden vergleichbar, andererseits mit den ACE-Hemmern (gefäßerweiternd und darum durchblutungsfördernd). Der Wirkmechanismus ist allerdings noch nicht geklärt.

Knoblauch enthält Allicin, das unter anderem bei Erhitzen Ausgangsstoff für Ajoen ist. Ajoen verhindert die Zusammenlagerung von Blutplättchen und damit die Bildung von Gerinnseln. Indirekt sorgt Knoblauch daher für einen ungehinderten Blutfluss in den Gefäßen, stützt so das Herz-Kreislauf-System und beugt Herzmuskelschwäche vor.