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Brennende Füße

Letzte Änderung:
Verfasst von Lydia Klöckner • Medizinredakteurin

Wenn sich die Füße unangenehm warm oder heiß anfühlen und kribbeln, kann das bedeuten, dass die Nerven im Fuß geschädigt sind. Zu den möglichen Ursachen zählen verschiedene Erkrankungen, zum Beispiel Diabetes. Was kann noch dahinterstecken? Und was hilft?

Überblick

Wer über brennende Füße oder Fußbrennen klagt, meint damit normalerweise nicht, dass die Füße in Flammen stehen, sondern dass sie auf eine besondere Art wehtun: Es ist ein kribbelnder oder stechender Schmerz, meist begleitet von einem Wärme- oder Hitzegefühl. Medizinerinnen und Mediziner bezeichnen man das Phänomen mitunter als "Burning-Feet-Syndrom".

Ursachen

Brennen in den Füßen ist meist ein Hinweis darauf, dass die Nerven in den Füßen geschädigt, eingequetscht oder unterversorgt sind. Mögliche Ursachen sind:

In vielen Fällen treten die brennenden Schmerzen vor allem nachts auf oder verstärken sich nachts beziehungsweise im Liegen. Das ist vor allem für die Polyneuropathie typisch. Sie kann beispielsweise als Folge von Diabetes entstehen: Bleibt der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, kann das zu Schäden der sogenannten peripheren Nerven führen. Dazu zählen alle Nerven des Körpers, außer die des Gehirns und Rückenmarks. Zu Beginn äußert sich die Polyneuropathie jedoch meist durch Schmerzen in den Füßen.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit dagegen verursacht zu Beginn vor allem tagsüber Schmerzen, wenn sich die Betroffenen bewegen. Da die Arterien der Beine und Arme verengt sind, können sie nicht mehr ausreichend Blut zu den Muskeln und Nerven transportieren. Die Muskeln und Nerven werden folglich schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was ihre Funktion beeinträchtigt. Bemerkbar macht sich das vor allem, wenn die Muskeln beansprucht werden – zum Beispiel beim Gehen.

Brennende Füße durch MS?

Neben den genannten Ursachen können auch andere Erkrankungen brennende oder stechende Schmerzen in den Füßen hervorrufen. Dazu zählen unter anderem multiple Sklerose (MS) oder auch Infektionen wie HIV. Bemerkbar machen sich diese Erkrankungen jedoch fast immer durch andere Beschwerden. Typische erste Anzeichen von MS sind etwa Sehstörungen sowie Taubheits- und Kribbelgefühle.

Was hilft?

In manchen Fällen lassen sich die brennenden Schmerzen durch ein Fußbad in lauwarmem Wasser kurzfristig lindern. Kühlen hingegen hilft meist nicht – trotz des Wärme- oder Hitzegefühls.

Welche Behandlung langfristig hilft, hängt von der Ursache ab. Fußbrennen ist daher ein Fall für den Arzt, zumindest, wenn die Beschwerden immer wieder auftreten oder dauerhaft bestehen. Erste Anlaufstelle kann die Hausärztin bzw. der Hausarzt sein. Sie oder er kann eine erste Einschätzung dazu treffen, wo die Schmerzen herrühren. Gegebenenfalls kann sie oder er eine Überweisung an eine geeignete Fachärztin oder einen geeigneten Facharzt ausstellen, die beziehungsweise der sich dann um die weitere Diagnostik und die Therapie kümmert.

Bei der Behandlung geht es zunächst darum, die Ursache der Beschwerden in den Griff zu bekommen.

Lässt das Brennen in den Füßen nicht nach, kann die Ärztin oder der Arzt ein Schmerzmittel verschreiben. Auch Pflaster und/oder Salben können in manchen Fällen helfen (z.B. mit Lidocain oder Capsaicin).

Quellen

Online-Informationen von deximed (Abrufdatum: 3.2.2020)

Online-Informationen von AMBOSS (Abrufdatum: 3.2.2020)

Diabetes und Nerven. Online-Informationen des Diabetesinformationsdienstes München (Stand: 27.3.2019)

Burning feet. Online-Informationen der Mayo Clinic (Stand: 11.1.2018)

Niethard, F. U., Pfeil, J.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2017

Grehl, H.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2016

Burning-Feet-Syndrom. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: April 2016)

Weitere Informationen

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Letzte inhaltliche Prüfung: 03.02.2020
Letzte Änderung: 27.05.2020