Das Bild zeigt, wie aus einer Fingerspitze Blut entnommen wird.
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Kleines Blutbild

Bei einer ausführlichen ärztlichen Untersuchung, bei Verdacht auf Infektionen oder Blutbildungsstörungen und vor operativen Eingriffen macht der Arzt in der Regel ein Blutbild. Es gibt zwei Arten, um die Blutzusammensetzung zu untersuchen: ein kleines Blutbild und ein Differentialblutbild. Beide Untersuchungen zusammen ergeben das große Blutbild.

Allgemeines

Ein kleines Blutbild umfasst die Untersuchung der im Blut vorhandenen Konzentrationen von

  1. Blutzellen:
  2. Hämoglobin (Blutfarbstoff)
  3. Hämatokrit (Anteil der Blutzellen am Gesamtblut)

Normalwerte

Blutbestandteile Männer Frauen
Erythrozyten 4,3-5,6 Mio./µl 4,0-5,4 Mio./µl
Retikulozyten 3-18/1.000 Erythrozyten 3-18/1.000 Erythrozyten
Leukozyten 3.800-10.500/µl 3.800-10.500/µl
Thrombozyten 140.000-345.000/µl 140.000-345.000/µl
Hämoglobin 13-17g/dl 12-16g/dl
Hämatokrit 42-50% 38-44%

Ein kleines Blutbild kann der Arzt aus wenigen Millilitern Vollblut erstellen. Abweichende Werte können zum Beispiel ein Hinweis auf Infektionen oder Blutbildungsstörungen sein. Der Arzt fordert ein kleines Blutbild daher bei Verdacht auf diese Erkrankungen an. Auch vor Operationen ist diese Blutuntersuchung sinnvoll, um eventuell abweichende Werte frühzeitig zu erkennen und entsprechend darauf reagieren zu können.

Fakten über das kleine Blutbild
  • Ein kleines Blutbild gibt Auskunft über die Zusammensetzung des Blutes.
  • Es gibt zwei Arten, um die Blutzusammensetzung zu untersuchen: ein kleines Blutbild und ein Differentialblutbild. Beide Untersuchungen zusammen ergeben das große Blutbild.
  • Ein kleines Blutbild liefert einen Überblick über die Blutzellen, also die Anzahl der weißen und roten Blutkörperchen (Leukozyten und Erythrozyten) sowie der Blutplättchen (Thrombozyten). Beim Differentialblutbild kann man zusätzlich die Unterarten der weißen Blutkörperchen differenzieren.
  • Neben den Blutzellen analysiert das kleine Blutbild außerdem den Blutfarbstoff (Hämoglobin) und den Anteil der Blutzellen am Gesamtblut (Hämokrit).
  • Für ein kleines Blutbild benötigt der Arzt nur wenige Milliliter Blut.
  • Anhand der Blutwerte kann der Arzt auf bestimmte Erkrankungen schließen – diese verursachen Veränderungen wie zu hohe oder zu niedrige Blutwerte.
  • Abweichende Werte können zum Beispiel ein Hinweis auf Infektionen oder Blutbildungsstörungen sein.
  • Auch vor Operationen ist diese Blutuntersuchung sinnvoll, um eventuell abweichende Werte frühzeitig zu erkennen und entsprechend darauf reagieren zu können.
  • Der Hämatokrit-Wert beschreibt den Anteil der Blutzellen am Gesamtblut, also das Verhältnis von festen zu flüssigen Blutbestandteilen. Der Wert sagt somit etwas über die Fließeigenschaften des Bluts aus.
  • Je höher der Hämatokrit-Wert, desto "dicker" das Blut – dies verschlechtert die Fließeigenschaft. Wenn das Blut zu "dick" ist, können sich leicht Blutgerinnsel bilden.
  • Ein kleines Blutbild liefert außerdem Informaionen über die Menge an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und damit verbunden über die Sauerstoffversorgung des Körpers: Die roten Blutkörperchen verteilen den Sauerstoff im Körper.
  • Ein erhöhter Wert von roten Blutkörperchen deutet meist auf einen Sauerstoffmangel hin. Im Blut sind dann mehr rote Blutkörperchen vorhanden, um den Sauerstoffmangel auszugleichen.
  • Die Ursache des Sauerstoffmangels kann ganz natürlicher Art sein; beispielsweise bei einem Aufenthalt im Hochgebirge, da die Luft dort weniger Sauerstoff enthält.
  • Aber auch Erkrankungen, zum Beispiel Lungen- und Herzkrankheiten, können die Sauerstoffversorgung des Körpers verschlechtern, was den Erythrozyten-Wert ebenfalls ansteigen lässt.
  • Von einer Blutarmut (Anämie) spricht man, wenn die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) erniedrigt ist.
  • Es gibt zwei Hauptursachen für Blutarmut: Anämie aufgrund von Blutverlust, z.B. nach Operationen, bei stark blutenden Wunden oder Ähnlichem ...
  • ... oder Anämie aufgrund einer verminderten Produktion roter Blutkörperchen, z.B., wenn die Eisenaufnahme gestört ist ...
  • ... oder bei dauerhaften Blutverlusten, z.B. bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen (wie Morbus Crohn).
  • Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) schützen den Körper vor Krankheiten und Krankheitserregern. Ein erhöhter Leukozytenwert kann auf eine akute Infektion, ausgelöst durch Bakterien, Pilze oder Parasiten, hindeuten.
  • Aber auch akute Vergiftungen, Blutungen, Allergien, Schockzustände und Leukämie (Blutkrebs) können dahinterstecken.
  • Ein kleines Blutbild gibt außerdem Auskunft über verschiedene Hämoglobin-Werte. Der eisenhaltige Blutfarbstoff Hämoglobin (Kurzform: Hb) ist für die Bindung von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut zuständig.
  • Ein stark erhöhter Hb-Wert kann bei einem Aufenthalt in großen Höhen, aber auch bei einer Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie), bei Gehirntumoren, einem Schlaganfall oder einer Gehirnhautentzündung auftreten.
  • Ein verminderter Hb-Wert ist in den meisten Fällen Anzeichen einer Eisenmangelanämie. Aber auch bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn oder verschiedenen Nierenerkrankungen kann der Hb-Wert erniedrigt sein.
  • Die Blutplättchen (Thrombozyten) sind wichtig für die Blutgerinnung, weswegen stark veränderte Thrombozyten-Werte ein Hinweis auf eine gestörte Blutgerinnung sind.
  • Eine vermehrte Thrombozytenanzahl im Blut kann nach schweren Infektionen sowie bei Krebserkrankungen auftreten.
  • Auch Operationen und Verletzungen, die mit einem großen Blutverlust einhergehen, können eine Erhöhung der Thrombozytenzahl nach sich ziehen.
  • Eine verminderte Thrombozytenanzahl kann auf Vitamin-B12-Mangel oder Folsäure-Mangel hinweisen oder durch Strahlenschädigung beziehungsweise Medikamente ausgelöst werden.
  • Auch ein erhöhter Thrombozytenverbrauch, beispielsweise nach Infektionen, Allergien, bei Milzvergrößerung oder unkontrollierter Blutgerinnung, ist eine mögliche Ursache, wenn zu wenig Thrombozyten im Blut vorhanden sind.
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Ergibt ein kleines Blutbild zu hohe oder zu niedrige Blutwerte, kann der Arzt so auf entsprechende Erkrankungen schließen, die diese Veränderung verursachen. Eine vermehrte Leukozytenanzahl ist zum Beispiel meist ein Anzeichen einer akuten Infektion mit Bakterien, Pilzen oder Parasiten. Weitere Ursachen können jedoch auch Blutungen, Allergien und Leukämie (Blutkrebs) sein.

Von einer Anämie (Blutarmut) spricht man, wenn die Zahl der Erythrozyten, also der roten Blutkörperchen, erniedrigt ist. Eine Blutarmut kann verschiedene Ursachen haben. Sie tritt zum Beispiel auf, wenn zu wenig rote Blutkörperchen gebildet werden, etwa durch einen Mangel an Eisen, Vitamin B 12 oder Folsäure, die der Körper braucht, um Erythrozyten herzustellen. Insbesondere die adäquate Eisenaufnahme (Anämie (Blutarmut)) ist häufig gestört, sei es durch falsche Ernährung oder Störungen der Eisenaufnahme im Darm.

Bedeutung von Hämatokrit und Erythrozytenzahl

Hämatokrit

Der Hämatokrit-Wert ist der Anteil der Blutzellen am Gesamtblut, also das Verhältnis von festen zu flüssigen Blutbestandteilen. Der Hämatokrit-Wert sagt etwas über die Fließeigenschaften des Bluts aus. Dabei gilt: Je höher der Hämatokrit, desto "dicker" das Blut, was die Fließeigenschaft verschlechtert. Ein kleines Blutbild kann dem Arzt damit Hinweise darauf geben, ob das Blut zu "dick" ist – dann können sich leicht Blutgerinnsel bilden.

Die Normalwerte des Hämatokrits sind stark alters- sowie geschlechtsgebunden und hängen von der Menge der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ab, da die Erythrozyten den größten Anteil der Blutzellen ausmachen. Wenn der Arzt ein kleines Blutbild auswertet, ist es daher wichtig, dass er diese Faktoren berücksichtigt.

Erythrozyten (rote Blutkörperchen) beziehungsweise Retikulozyten

Ein kleines Blutbild gibt außerdem Auskunft über die Menge an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und damit verbunden über die Sauerstoffversorgung des Körpers.

Die Erythrozyten enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der für die Sauerstoff- und Kohlendioxidbindung an die roten Blutkörperchen zuständig ist. Das Hämoglobin bindet den eingeatmeten Sauerstoff in den roten Blutkörperchen. Die Erythrozyten können ihn dadurch im Körper verteilen. Somit hängt die Sauerstoffversorgung des Körpers stark von der Anzahl der vorhandenen roten Blutkörperchen ab. Umgekehrt beeinflusst auch die Sauerstoffversorgung die Konzentration der Erythrozyten: Gelangt wenig Sauerstoff in den Körper, bildet dieser vermehrt rote Blutkörperchen, damit mehr Sauerstoff transportiert werden kann.

Die Erythrozyten werden beim Erwachsenen im roten Knochenmark gebildet und durchlaufen auf ihrem Weg zum "reifen" Erythrozyten mehrere Entwicklungsstadien. Neben den "fertigen" Erythrozyten ist deren letzte Vorstufe ebenfalls im Blut nachweisbar – die Retikulozyten. Ergibt ein kleines Blutbild, dass viele Retikulozyten im Blut vorhanden sind, bedeutet dies, dass der Körper aktuell viele Erythrozyten neu bildet.

  • Erhöhter Erythrozyten-Wert (Polyglobulie): Eine Erhöhung des Erythrozyten-Werts ist meist auf Sauerstoffmangel zurückzuführen. Bei Sauerstoffmangel bildet der Körper vermehrt ein Hormon, das sogenannte Erythropoetin. Dieses regt das rote Knochenmark an, damit es neue Erythrozyten bildet. Der erhöhte Anteil an Erythrozyten soll hierbei den Sauerstoffmangel ausgleichen. Die Ursache des Sauerstoffmangels kann ganz natürlicher Art sein; beispielsweise erhöht sich der Erythrozytenwert bei einem Aufenthalt im Hochgebirge, da die Luft dort weniger Sauerstoff enthält. Aber auch Erkrankungen, zum Beispiel Lungen- und Herzkrankheiten, können die Sauerstoffversorgung des Körpers verschlechtern, was den Erythrozyten-Wert ebenfalls ansteigen lässt. Eine sogenannte Pseudopolyglobulie liegt dann vor, wenn aufgrund großer Flüssigkeitsverluste, wie beispielsweise bei starkem Durchfall oder Erbrechen, der prozentuale Anteil der Erythrozyten im Blut gestiegen ist. Die tatsächliche Anzahl der Erythrozyten ändert sich hierbei nicht.
  • Verminderter Erythrozyten-Wert (Anämie, Blutarmut): Es gibt zwei Hauptursachen für Blutarmut (Anämie):
    • Anämie aufgrund von Blutverlust: nach Operationen, bei stark blutenden Wunden oder Ähnlichem
    • Anämie aufgrund verminderter Erythrozytenproduktion: Der Körper benötigt zur Herstellung von Erythrozyten Stoffe wie Eisen, Vitamin B 12 und Folsäure, welche dem Körper in kleinen Mengen durch die Nahrung zugeführt werden müssen. Insbesondere die Eisenaufnahme (Eisenmangelanämie) ist häufig gestört, sei es durch falsche Ernährung oder Störungen der Eisenaufnahme im Darm. Auch bei dauerhaften Blutverlusten, zum Beispiel bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen (wie Morbus Crohn) benötigt der Körper vermehrt Eisen, um die "verloren gegangenen" Erythrozyten zu ersetzen. Ebenso ist während der Schwangerschaft und der Stillzeit der Eisenbedarf der Mutter erhöht.

Bedeutung von Hämoglobin und Thrombozyten

Hämoglobin (roter Blutfarbstoff)

Ein kleines Blutbild gibt Auskunft über verschiedene Hämoglobin-Werte. Der eisenhaltige Blutfarbstoff Hämoglobin (Kurzform: Hb) ist für die Bindung von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut zuständig. Bei der Hb-Bestimmung lässt sich einerseits das gesamte im Blut vorhandene Hämoglobin (=HbE) oder nur das an die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gebundene Hämoglobin (=MCH) angeben. Der Hämoglobin-Wert, den ein kleines Blutbild ergibt, eignet sich – insbesondere in Verbindung mit dem Erythrozyten-Wert–, um die Ursachen einer Blutarmut (Anämie) festzustellen.

  • Erhöhter Hämoglobin-Wert: Ein stark erhöhter Hb-Wert kann bei einer Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie), bei Gehirntumoren, einem Schlaganfall oder einer Gehirnhautentzündung auftreten, aber auch bei einem Aufenthalt in großen Höhen.
  • Verminderter Hämoglobin-Wert (Anämie, Blutarmut): Ein verminderter Hb-Wert ist in den meisten Fällen Anzeichen einer Eisenmangelanämie. Aber auch bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn oder verschiedenen Nierenerkrankungen kann der Hb-Wert erniedrigt sein. Ein kleines Blutbild ist daher bei der Diagnose dieser Erkrankungen nützlich.

Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

Ein kleines Blutbild gibt Auskunft über den Zustand des körpereigenen Abwehrsystems: Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), von denen es verschiedene Unterarten gibt, spielen eine große Rolle bei der Abwehrfunktion des Körpers. Als "Gesundheitspolizei" schützen sie den Körper vor Krankheiten und Krankheitserregern. Sie folgen dem Blutstrom und können die Blutbahn verlassen, um im Gewebe ihre Abwehrfunktion zu entfalten. Der Leukozyten-Wert sagt etwas über mögliche Entzündungen oder Infektionen des Körpers aus. Weist ein kleines Blutbild einen stark veränderten Leukozyten-Wert aus, so erstellt der Arzt zur weiteren Diagnose noch ein Differentialblutbild.

  • Erhöhte Leukozytenanzahl (Leukozytose): Eine vermehrte Leukozytenanzahl kann auf viele Ursachen hinweisen. Zumeist ist sie Anzeichen einer akuten Infektion, ausgelöst durch Bakterien, Pilze oder Parasiten. Weitere Ursachen können jedoch auch sein: akute Vergiftungen, Blutungen, Allergien, Schockzustände und Leukämie (Blutkrebs).
  • Verminderte Leukozytenanzahl (Leukopenie): Ist die Leukozytenanzahl stark erniedrigt, so ist dies in den meisten Fällen ein Hinweis auf eine Virusinfektion. Auch Krankheiten wie Malaria oder Typhus können die Ursache einer verminderten Leukozytenanzahl sein. Ein kleines Blutbild kann hier einen ersten Hinweis auf die Diagnose geben. Eine verminderte Leukozytenanzahl kann auch infolge einer Schädigung des Knochenmarks auftreten, etwa durch eine Bestrahlung oder medikamentösen Behandlung (z.B. mit Krebsmedikamenten). Zudem kann eine Überfunktion der Milz (Hyperspleniesyndrom) die Ursache einer niedrigen Leukozytenanzahl sein.

Thrombozyten (Blutplättchen)

Ein kleines Blutbild erfasst außerdem die Blutplättchen (Thrombozyten). Sie sind wichtig für die Blutgerinnung, weswegen stark veränderte Thrombozyten-Werte ein Hinweis auf eine gestörte Blutgerinnung sind.

  • Vermehrte Thrombozytenanzahl: Die Thrombozytenanzahl ist zumeist nach schweren Infektionen sowie Krebserkrankungen gestört. Auch Operationen und Verletzungen, die mit einem großen Blutverlust einhergehen, können eine Erhöhung der Thrombozytenzahl durch eine gesteigerte Produktion nach sich ziehen.
  • Verminderte Thrombozytenanzahl: Es gibt viele Ursachen für eine verminderte Thrombozytenanzahl. Einerseits kann die Thrombozytenbildung aufgrund von Vitamin-B12-Mangel, Folsäure-Mangel oder durch Strahlenschädigung beziehungsweise Medikamente gestört sein. Doch auch ein erhöhter Thrombozytenverbrauch, beispielsweise nach Infektionen, Allergien, bei Milzvergrößerung oder unkontrollierter Blutgerinnung, ist eine mögliche Ursache, wenn zu wenig Thrombozyten im Blut vorhanden sind. Ein kleines Blutbild kann den veränderten Thrombozyten-Wert zwar anzeigen – um die Ursachen dafür herauszufinden, sind allerdings meist weitere Untersuchungen notwendig.