Blutprobe liegt in Petrischale
© Getty Images

MCH-Wert

MCH, MCHC und MCV sind Laborwerte, mit denen der Arzt die Ursache einer Blutarmut bestimmen kann. Zusammen heißen sie "Erythrozytenindex“. Sie werden im Rahmen des kleinen Blutbilds bestimmt.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

MCH-Wert, MCHC-Wert, MCV-Wert

Bei einer Blutarmut (Anämie) liegen zu wenig rote Blutkörperchen und/oder zu wenig roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) vor. Der Körper wird dann nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Anhand der MCH-, MCHC- und MCV-Werte kann der Arzt bei einer Blutuntersuchung herausfinden, was die Ursache für die Blutarmut ist. Die Werte ergänzen sich und ergeben zusammen ein stimmiges Bild.

Kleine rote Blutkörperchen (niedriger MCV-Wert) mit wenig Blutfarbstoff (niedriger MCH-Wert) weisen zum Beispiel am wahrscheinlichsten auf eine Eisenmangel-Anämie hin.

Welche Werte Sind Normal?

  Normaler Wert
MCH 28-33 pg (Pikogramm Hämoglobin pro Erythrozyt)
MCV 80-96 fl (fl = Femtoliter)
MCHC 33-36 g/dl (Gramm pro Deziliter Blut)

Was ist der MCH-Wert?

Der MCH-Wert (mittleres korpuskuläres Hämoglobin, auch HbE-Wert) sagt aus, wie viel Hämoglobin ein rotes Blutkörperchen (Erythozyt) durchschnittlich enthält.

Der eisenhaltige rote Blutfarbstoff Hämoglobin ist der Bestandteil des Blutes, der in der Lunge Sauerstoff an sich bindet und den Körper damit versorgt.

Zu hohe MCH-Werte kommen vor bei

Zu niedrige MCH-Werte kommen vor bei

Was ist der MCV-Wert?

Der MCV-Wert (mittleres korpuskuläres Volumen) sagt aus, wie groß die roten Blutkörperchen durchschnittlich sind. Ist der MCV-Wert zu niedrig, sind die roten Blutkörperchen zu klein. Ist der Wert zu hoch, sind sie zu groß.

Zu hohe MCV-Werte kommen vor bei

Zu niedrige MCV-Werte kommen vor bei

Je nach MCV-Wert spricht man von einer mikrozytären, normozytären oder makrozytären Anämie.

Was ist der MCHC-Wert?

Der MCHC-Wert (mittlere korpusukuläre Hämoglobin-Konzentration) sagt aus, wie konzentriert das Hämoglobin in einem roten Blutkörperchen durchschnittlich ist. Im Unterschied zum MCH-Wert geht es also nicht darum, wie viel Hämoglobin in einem roten Blutkörperchen enthalten ist. Sondern um das Verhältnis von Hämoglobin zu den roten Blutkörperchen im Blut.

Weil der MCH-Wert und MCV-Wert sich fast immer parallel zueinander verändern, ist der MCHC-Wert auch bei Blutarmut in vielen Fällen normal.

Zu hohe MCHC-Werte kommen vor bei

  • Kugelzellenanämie (Sphärozytose, eine fast immer angeborene Form von Blutarmut)
  • erhöhten Kälteantikörpern (Form der Anämie, bei der sich Antikörper gegen die eigenen roten Blutkörperchen richten)

Zu niedrige MCHC-Werte kommen vor bei

Erythrozytenindex: Was die Werte bedeuten

Zu niedrige Werte: Mikrozytäre Anämie

Sind der MCV-Wert und der MCH-Wert zu niedrig, spricht man von einer mikrozytären Anämie. Die roten Blutkörperchen sind zu klein und enthalten zu wenig roten Blutfarbstoff. Mit Abstand die häufigste Ursache dafür ist ein Eisenmangel.

Die zweithäufigste Ursache ist eine Anämie der chronischen Erkrankungen (ACD). Dabei kann der Körper Eisen nicht ausreichend verwerten.

Seltener kommen ein Kupfer- oder ein Vitamin-B6-Mangel, eine Thalassanämie oder ein Tumor infrage. Bei der Thalassanämie kann der Körper aufgrund eines Gendefektes nicht genug Hämoglobin bilden.

Normale Werte: Normozytäre Anämie

Es kann auch sein, dass der MCV-Wert trotz bestehender Anämie normal ist. Dann ist die Ursache für die Blutarmut vermutlich eine Blutung oder eine Nierenerkrankung.

Zu hohe Werte: Makrozytäre Anämie

Sind der MCV-Wert und der MCH-Wert erhöht, spricht man von einer makrozytären Anämie. Fast immer sind ein Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel die Ursache dafür, dass der Körper nicht ausreichend rote Blutkörperchen bilden kann. Die vorhandenen Blutkörperchen sind deshalb überladen mit roten Blutkörperchen und vergrößert.