Eine Ärztin nimmt einem Mann Blut ab.
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Schlechte Venen, Rollvenen, Vene geplatzt: Was bedeutet das?

Meist ist eine Blutabnahme Routine und vollkommen problemlos. Trotzdem läuft es manchmal nicht so, wie es soll. Die häufigsten Fehler.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Probleme bei der Blutabnahme

Wer von Blutabnahme redet, meint meist die venöse Blutabnahme aus der Armbeuge. In der Regel ist sie ein Vorgang von nur wenigen Minuten. Der Patient setzt sich hin, der Oberarm wird mit einem Stauschlauch abgebunden, um das Blut zu stauen, und die Armbeuge desinfiziert. Dann ein kurzer Piks und schon lässt sich das Blut auf die erforderlichen Blutabnahme-Röhrchen verteilen.

Spätestens jetzt öffnet der Arzt oder medizinische Fachangestellte den Stauschlauch, legt eine Kompresse locker auf die Einstichstelle und zieht die Nadel heraus. Nun muss der Patient einige Minuten auf die Kompresse drücken, bis die Blutung versiegt. Das beugt auch übermäßigen Blutergüssen vor. Schließlich kommt ein Pflaster auf die Einstichstelle.

Hin und wieder läuft die Blutabnahme jedoch nicht so optimal. Manche Betroffene wissen schon aus Erfahrung, dass sie "Problemkandidaten" sind.

Geplatzte Venen

Der Arzt oder medizinische Fachangestellte bricht die Blutabnahme mit der Bemerkung ab, dass "die Vene geplatzt" sei. Geplatzt im eigentlichen Sinne ist sie dabei jedoch nicht. Der etwas erschreckend klingende Ausdruck beschreibt im Grunde nur, dass beim Versuch, die Vene zu treffen, die Nadel versehentlich durch die Vene hindurchgestoßen wurde.

Als Folge läuft Blut ins umgebende Gewebe und die Einstichstelle wird dick. In den meisten Fällen haben Betroffene danach einen deutlichen Bluterguss in der Armbeuge. Innerhalb von ein bis zwei Wochen ist die "geplatzte Vene" normalerweise wieder verheilt. Einer späteren Blutabnahme steht dann nichts im Weg.

"In puncto Blutabnahme bin ich ein Problemfall." Leserin Maria (71) berichtet:
  • Rollvenen begleiten mich schon mein ganzes Leben lang. Ebenso wie die leichte Angst, die ich bei jeder Blutabnahme habe. Wie gut wird es diesmal laufen? Muss am Ende wieder Blut über die Hand abgenommen werden? Das ist wirklich sehr schmerzhaft, deshalb hoffe ich jedes Mal, dass es doch ganz normal in der Armbeuge klappt. Aber leider lässt sich das nicht sicher vorhersagen.
  • Im Laufe meines Lebens habe ich ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In manchen Arztpraxen ist das Personal sehr erfahren und kommt auch mit meinen Rollvenen gut zurecht. In anderen Praxen bin ich in puncto Blutabnahme ein Problemfall. Da merke ich schon vorher, dass die Arzthelferin selber unsicher ist, was mich auch nicht gerade beruhigt. Meist läuft die Blutabnahme dann wie zu erwarten: Meine Vene will sich offenbar einfach nicht treffen lassen und scheint sich vor der Nadel zu verstecken.
  • Das Rumsuchen mit der Nadel ist dabei wirklich nicht angenehm und teilweise auch sehr schmerzhaft. Am Ende gibt die Arzthelferin meist doch auf und nimmt das Blut vom Handrücken ab. Das ist zwar noch schmerzhafter, aber so kommt wenigstens eine Blutprobe zustande. Meine Armbeuge und mein Handrücken sind danach tagelang grün und blau.

    Die Rollvenen allein finde ich ja schon nervig genug. Wenig hilfreich finde ich es, wenn ich mir dann bei der Blutabnahme noch Sprüche anhören darf wie "Sie haben aber schlechte Venen". Das klingt immer so, als würde ich das irgendwie absichtlich machen.
  • Auch nicht besser war aber mal der Kommentar eines Arztes: "Sie haben keine schlechten Venen, das bilden Sie sich nur ein. Haben Sie schon mal was von self fulfilling prophecy (selbsterfüllende Prophezeiung, Anmerkung der Redaktion) gehört?" Das war meiner Meinung nach doch etwas daneben. Mag sein, dass sich meine Venen wirklich schlechter finden lassen, wenn ich Angst vor der Blutabnahme habe. Dass ich Rollvenen habe, lässt sich aber nicht wegdenken.
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Schlechte Venen

Wer das Glück hat, zu den Problemfällen der Blutabnahme zu zählen, dem schwant der erwähnung von "schlechten Venen" nichts Gutes. Auch wenn der Ausspruch manchmal mit einem vorwurfsvollen Unterton geäußert wird – man selbst kann nichts für schlechte Venen. Gemeint ist damit eigentlich, dass die Venen nicht leicht zu finden sind, zum Beispiel weil sie sehr dünn sind oder sich unter einer Fettschicht verstecken. Oder man hat Rollvenen.

Rollvenen

Wer "Rollvenen" hat, hat genau genommen lockeres Bindegewebe. Beim Versuch, die Vene anzupiksen, verschiebt sie sich leicht im Bindegewebe und ist deshalb schwer zu treffen. Gerade für ungeübte Blutabnehmer sind Rollvenen oft eine Herausforderung. Ebenso wie für die Betroffenen, die das Suchen mit der Nadel im Gewebe aushalten müssen. Nicht selten mit dem Ergebnis, dass der Arzt oder medizinische Fachangestellte aufgibt und das Blut aus dem Handrücken entnimmt. Als Souvenir bleiben dem Betroffenen dann zwei Blutergüsse zurück: einer in der Armbeuge und einer am Handrücken.

Sechs Tipps für eine gute Blutabnahme

Wer bereits weiß, dass er Rollvenen oder "schlechte Venen" hat, kann mit ein paar Tricks dazu beitragen, dass die Blutabnahme etwas besser verläuft.

  1. Kälte lässt Venen förmlich im Arm verschwinden. Halten Sie deshalb Ihren Arm vor der Blutabnahme warm. Das kann dabei helfen, die Venen besser auffindbar zu machen.
  2. Muskelaktivität, zum Beispiel die Hand zur Faust zu ballen und dann leicht zu öffnen und zu schließen (pumpen), verstärkt den Blutfluss im Arm.
  3. In manchen Fällen kann es helfen, den Arm vor der Blutabnahme einfach herabhängen zu lassen.
  4. Wer darauf achtet, vor der Blutabnahme ausreichend zu trinken, tut nicht nur seinem Flüssigkeitshaushalt etwas Gutes, sondern sorgt auch dafür, dass die Venen sichtbarer sind und das Blut besser fließt.
  5. Angeblich ist bei Rechtshändern der rechte Arm und bei Linkshändern der linke Arm besser zur Blutabnahme geeignet. Das scheint jedoch nicht immer zuzutreffen.
  6. Wenn Sie wissen, bei welchem Arm die Blutabnahme normalerweise besser läuft, teilen Sie das dem Arzt vorher mit.