Allopurinol + Benzbromaron

Allgemeines

Die Wirkstoffkombination Allopurinol + Benzbromaron wird bei erhöhtem Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) eingesetzt, wenn eine entsprechende purinarme Ernährung nicht erfolgreich war. Dies betrifft erhöhte Harnsäurespiegel bei Gicht, als Folge von Erkrankungen wie Nierenschäden, Tumorerkrankungen, Blutarmut oder der Einnahme von Medikamente wie beispielsweise Entwässerungmitteln.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • akuten Gichtanfällen vorbeugen
  • Harnsäurekonzentration bei Hyperurikämie und Gicht senken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Allopurinol + Benzbromaron im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Allopurinol + Benzbromaron nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegenüber Allopurinol oder Benzbromaron und im Verlauf eines akuten Gichtanfalls darf das Mittel nicht angewendet werden.

Nicht geeignet sind Allopurinol und Benzbromaron für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder bestehenden Lebererkrankungen. Ebenso ungeeignet ist es für Patienten mit einer Neigung zur Bildung von Nierensteinen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Schwangere sowie Stillende dürfen das Mittel nicht anwenden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder unter 14 Jahren dürfen das Mittel nicht einnehmen.

Welche Nebenwirkungen können Allopurinol + Benzbromaron haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Allopurinol + Benzbromaron. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen (zu Beginn der Einnahme):
akute Gichtanfälle als Reaktion auf den Wirkstoff. Weiterhin Übelkeit, Brechreiz, Völlegefühl, Durchfall, Schwindel, Müdigkeit sowie Hautreaktionen wie Rötung, Jucken und Nesselsucht.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Benommenheit, Kopfschmerzen und Gefäßentzündungen, die mit Hautveränderungen einhergehen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber, Lymphknotenschwellungen, Hautreaktionen, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen; allergisch bedingte Nierenentzündungen, schwere Hautreaktionen, Bindehautentzündung, Muskelschmerzen, Blutbildveränderungen, Leberfunktionsstörungen, Hepatitis, Gallengangsentzündungen, vorübergehende Impotenz, vermehrter Harndrang, Nierensteine, Haarausfall, grauer Star, Sehstörungen und Fettstühle.

Besonderheiten:
Als Reaktion auf das Medikament kann es zu Beginn der Behandlung zu einem akuten Gichtanfall kommen. Infolge der vermehrten Harnsäureausscheidung durch Benzbromaron ist es möglich, dass sich Harnsteine in der Niere und den Harnwegen bilden.

Bei Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwächegefühl und Gelbsucht muss die Behandlung sofort abgesetzt werden. Die Leberwerte müssen vom Arzt kontrolliert werden.

Beim Auftreten von Hautreaktionen oder sonstigen Symptomen, die auf eine mögliche Überempfindlichkeitsreaktion hinweisen, muss das Arzneimittel sofort abgesetzt werden.

Welche Wechselwirkungen zeigen Allopurinol + Benzbromaron?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die gleichzeitige Verabreichung von potenziell leberschädigenden Medikamenten (inklusive Mittel gegen Tuberkulose) ist zu vermeiden.

Wird das Mittel gleichzeitig mit Mercaptopurin, einem Mittel zur Chemotherapie bei Leukämie, oder Azathioprin, einem Mittel zur Blockierung von Immunreaktionen, eingenommen, muss deren Dosis auf 25 bis 50 Prozent der sonst üblichen Dosis gesenkt werden, da diese Wirkstoffe langsamer abgebaut werden und somit ihre Wirkung verlängert wird.

Blutgerinnungshemmende Mittel vom Cumarin-Typ können in ihrer Wirkung verstärkt werden. Es ist daher eine häufigere Kontrolle der Blutgerinnung erforderlich und gegebenenfalls eine entsprechende Dosisreduktion notwendig.

Die blutzuckersenkende Wirkung der Diabetes-Medikamente Chlorpropamid und Glimepirid kann verstärkt werden.

Die Plasmakonzentration von Ciclosporin, das zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen gegeben wird, kann unter Allopurinol-Gabe erhöht sein. Die Möglichkeit eines häufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist zu berücksichtigen.

Bei gleichzeitiger Gabe der zur Krebs-Chemotherapie eingesetzten Zytostatika treten Blutbildveränderungen häufiger auf als bei Einzelgabe der Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in kurzen Zeitabständen durchzuführen.

Die Wirksamkeit dieses Arzneimittels wird durch die gleichzeitige Gabe von Stoffen, die eine vermehrte Harnsäureausscheidung bewirken, herabgesetzt. Hierzu zählen das Gichtmittel Probenecid, Etacrynsäure gegen Ödeme oder die zu den schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln zählenden Salicylate. Umgekehrt verlangsamt Allopurinol die Ausscheidung des Gichtmittels Probenecid.

Bei hoher Dosierung von Allopurinol kann der Abbau von Theophyllin, einem Mittel gegen Atemwegserkrankungen, gehemmt sein.

Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Captopril, einem ACE-Hemmer, der gegen Bluthochdruck und Herzschwäche verordnet wird, kann, insbesondere bei chronischem Nierenversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhöht sein.

Allergische Hautreaktionen nach Gabe der Antibiotika Ampicillin und Amoxicillin können zunehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um die Nieren gut zu durchspülen und ein Auskristallisieren von Harnsäure zu vermeiden.
  • In den ersten Wochen der Behandlung sollte gleichzeitig Colchicin eingenommen werden, um möglichen Gichtanfällen vorzubeugen.
  • In sehr seltenen Fällen sind schwere Leberfunktionsstörungen möglich.
  • Treten Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwächegefühl oder Gelbsucht auf, muss die Behandlung sofort abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden.
  • Die Leberwerte müssen kontrolliert werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Allopurinol + Benzbromaron?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Allopurinol + Benzbromaron enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Allopurinol + Benzbromaron

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Allopurinol + Benzbromaron. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Gichtmittel, zu welcher die Wirkstoffkombination Allopurinol + Benzbromaron gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Allopurinol + Benzbromaron

Die Wirkstoffkombination Allopurinol + Benzbromaron wird bei erhöhtem Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) eingesetzt, wenn eine entsprechende purinarme Ernährung nicht erfolgreich war. Dies betrifft erhöhte Harnsäurespiegel bei Gicht, als Folge von Erkrankungen wie Nierenschäden, Tumorerkrankungen, Blutarmut oder der Einnahme von Medikamente wie beispielsweise Entwässerungmitteln.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Allopurinol + Benzbromaron sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Allopurinol + Benzbromaron

Allopurinol und Benzbromaron sind zwei Wirkstoffe, die auf jeweils verschiedene Weise den Harnsäurespiegel im Blut senken.

Allopurinol senkt die Harnsäurewerte im Blut, indem es das Enzym Xanthinoxidase hemmt. Dieses Enzym ist am Abbau von Purinen maßgeblich beteiligt. Purine gelangen mit der Nahrung, vor allem durch eiweißreiche Produkte wie Innereien, Fleisch und Fisch, in den Körper. Dort werden sie zu Harnsäure abgebaut und über die Nieren ausgeschieden.

Unter Umständen lagern sich zu viel produzierte Harnsäurekristalle wegen ihrer schlechten Wasserlöslichkeit im Gewebe ab. Dies verursacht besonders an den Gelenken schmerzhafte Entzündungen und Verdickungen. Durch Allopurinol wird weniger Harnsäure gebildet und dafür mehr von ihrer Vorstufe, dem wasserlöslichen Xanthin. Dieses kann der Körper leichter über die Nieren in den Urin ausscheiden als Harnsäure. Unter Allopurinol wird zudem verstärkt Xanthin in die DNA und RNA eingebaut, so dass auch dadurch die Harnstoffwerte im Blut sinken. Zusätzlich hemmt Allopurinol bei einigen Patienten die Neubildung von Purinen.

Eine maßvolle, ausgewogene, purinarme Ernährung mit reichlich Flüssigkeit, aber möglichst ohne Fisch, Hülsenfrüchte, Innereien und Alkohol unterstützt die Behandlung mit Allopurinol. Auch eine Gewichtsreduktion kann die Harnsäurewerte zusätzlich zur Therapie mit Allopurinol positiv beeinflussen.

Benzbromaron hemmt in der Niere die Wiederaufnahme von Harnsäure in das Blut und bewirkt so, dass sie vermehrt mit dem Urin ausgeschieden wird. Weil sich die Harnsäure dadurch verstärkt im Urin anreichert, ist es wichtig, viel zu trinken, damit die Nieren gut durchspült werden. So lässt sich vermeiden, dass sich Harnsäurekristalle in der Niere und den ableitenden Harnwegen bilden.

Darüber hinaus wird auch bereits im Körper abgelagerte Harnsäure durch Benzbromaron wieder mobilisiert und kann dann ebenfalls über die Nieren ausgeschieden werden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.