Megacillin oral Trockensaft

Hersteller: GRÜNENTHAL GMBH
Wirkstoff: Phenoxymethylpenicillin
Darreichnungsform: Saft
Rezeptpflichtig

Wirkung

Megacillin oral Trockensaft enthält den Wirkstoff Phenoxymethylpenicillin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Megacillin oral Trockensaft.

Phenoxymethylpenicillin wird überwiegend bei leichten bis mittelschweren Infektionen angewendet. Hierzu zählen Hals-Nasen-Ohren-Infektionen (Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Mandelentzündung und Rachenentzündung), tiefe Atemwegsinfektionen (Infektionen der Bronchien und bakterielle Lungenentzündungen), Entzündungen von Mundschleimhaut und Zahnfleisch sowie Zahn-, Mund- und Kieferinfektionen.

Phenoxymethylpenicillin kann außerdem zur Behandlung von Hautinfektionen (wie etwa Abszessen, Furunkeln, Borkenflechten, Wundrosen und Eiterausschlägen), Lymphknoten- oder Lymphbahnenentzündungen, Knochenhautentzündungen und der Kinderkrankheit Scharlach eingesetzt werden.

Vorbeugend wird Phenoxymethylpenicillin gegen rheumatisches Fieber verwendet, welches durch eine bakterielle Infektion des Nasen-Rachen-Raums hervorgerufen wird. In ähnlicher Weise verhindert die Anwendung des Wirkstoffs während Zahn- und Kieferoperationen die Entstehung einer Herzinnenhautentzündung (Endokarditis).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Phenoxymethylpenicillin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Penicilline, Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Phenoxymethylpenicillin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Infektionen durch Penicillin-empfindliche Erreger, zum Beispiel Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, Atemwegsinfektionen, Infektionen durch Kettenkokken der Gruppe A (Bakterien), Hautinfektionen
  • Vorbeugung einer Entzündung der Herzinnenwand

Dosierung

Allgemein gilt: ein Messlöffel (fünf Milliliter) Suspension je fünf Kilogramm Körpergewicht.

Säuglinge bis zum sechsten Lebensmonat (bis 7,5 Kilogramm Körpergewicht) erhalten dreimal täglich einen viertel bis einen halben Messlöffel.

Säuglinge vom sechsten bis zwölften Lebensmonat (bis zehn Kilogramm Körpergewicht) nehmen dreimal einen halben Messlöffel.

Kleinkindern bis zu sechs Jahren (bis 15 Kilogramm Körpergewicht) wird dreimal am Tag ein Messlöffel verabreicht.

Kinder mit 15 bis 20 Kilogramm Körpergewicht bekommen dreimal täglich eineinhalb Messlöffel.

Kinder mit 20 bis 25 Kilogramm Körpergewicht erhalten dreimal täglich zwei Messlöffel.

Die Dosierung für Schulkinder ab sechs Jahren über 25 Kilogramm Körpergewicht beträgt dreimal zwei bis dreimal drei Messlöffel pro Tag.

Die Dosis kann je nach Ort und Schwere der Erkrankung auf das Doppelte und mehr gesteigert werden.

Die Tagesdosis sollte in drei bis vier Einzeldosen aufgeteilt und alle sechs bis acht Stunden verabreicht werden. Bei Hals-, Nasen- oder Ohreninfektionen kann der Wirkstoff alle zwölf Stunden gegeben werden.

Die Behandlung dauert in der Regel sieben bis zehn Tage. Die Einnahme sollte noch zwei bis drei Tage nach Abklingen der Symptome fortgesetzt werden. Bei der Behandlung von Infektionen mit beta-hämolysierenden Streptokokken ist aus Gründen der Vorsicht eine Mindesttherapiedauer von zehn Tagen angezeigt, um Spätkomplikationen vorzubeugen (rheumatischem Fieber, Nierenkörperchenentzündung).

Herstellung der Suspension: Die Flasche mit dem Pulver wird zuerst leicht aufgeklopft, um das Pulver zu lockern. Dann wird kaltes Wasser (52 Milliliter für 80 Milliliter Trockensaft, 65 Milliliter für 100 Milliliter Trockensaft) in zwei Portionen zugegeben. Danach wird das Ganze kräftig geschüttelt, bis eine klare Lösung entstanden ist. Die Suspension ist gebrauchsfertig, wenn die Flüssigkeit bis zur Oberkante der Markierungslinie auf dem Etikett reicht. Eventuell muss noch Wasser aufgefüllt werden.

Um eine möglichst hohe Aufnahme in den Körper zu gewährleisten, sollte die Einnahme etwa eine Stunde vor dem Essen erfolgen. Die Suspension sollte unverdünnt eingenommen werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Magen-Darmbeschwerden (wie etwa Übelkeit und Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Appetitlosigkeit), Geschmacksveränderungen, Mundtrockenheit, Mundschleimhautentzündung, Zungenentzündung, Zahnverfärbung,
Blutbildveränderungen wie Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Verminderung der Granulozyten (Agranulozytose), allergische Reaktionen (Hautreaktionen wie Hautausschlag, Nesselsucht, schwere Formen wie Lyell-Syndrom oder Stevens-Johnson-Syndrom), Arzneimittelfieber, Blutarmut (hämolytische Anämie), Nierenentzündung, Eiweißallergiereaktion (Serumkrankheit), Gesichtsschwellungen, (Ödem des Kehlkopfs, Angioödem), Blutgefäßentzündungen, Herzjagen, Atemnot, Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, Gelenkschmerzen, allergischer Schock.

Besonderheiten:
Während einer langfristigen Behandlung mit Phenoxymethylpenicillin kann es zu einem Befall des Dickdarms mit unempfindlichen (resistenten) Bakterien oder Pilzen und nachfolgend zu einer Darmentzündung mit Durchfällen kommen (pseudomembranöser Colitis). Die Behandlung mit Phenoxymethylpenicillin ist dann sofort einzustellen und muss mit geeigneten Antibiotika wie etwa Vancomycin fortgesetzt werden.

Langfristige und wiederholte Anwendung von Phenoxymethylpenicillin kann zu Zweitinfektionen (Superinfektionen) mit unempfindlichen (resistenten) Bakterien oder Sprosspilzen führen. Außerdem treten vermehrt Pilzinfektionen im Mund oder Scheidenentzündungen auf.

Eine allergische Sofortreaktion (wie etwa Nesselsucht) deutet meist auf eine echte Penicillin-Allergie hin und zwingt zum Therapieabbruch.

Wechselwirkungen

Aufgrund der Beeinflussung der Darmflora durch Phenoxymethylpenicillin kann es zu einer erniedrigten Aufnahme hormoneller Verhütungsmaßnahmen ("Antibabypille", Kontrazeptiva) in den Körper und so zu einer verminderten Wirksamkeit der Schwangerschaftsverhütung kommen. Es wird deshalb angeraten, zusätzlich Kondome oder Diaphragmen zu verwenden.

Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, dürfen nicht mit Phenoxymethylpenicillin kombiniert werden. Dazu gehören beispielsweise Tetrazykline und Erythromycin.

Die gleichzeitige Anwendung bestimmter Mittel gegen Rheuma (Indometacin oder Salicylate), des Gichtmittels Probenecid oder von Phenylbutazon, einem Mittel gegen Arthrose, führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration von Phenoxymethylpenicillin. Diese Wirkstoffe sollten daher nicht zusammen mit dem Antibiotikum angewendet werden.

Die gleichzeitige Einnahme von Aminoglykosid-Antibiotika verschlechtert die Aufnahme von Phenoxymethylpenicillin in den Körper und kann genauso wie anhaltender Durchfall zu einer Abschwächung der Wirksamkeit führen. Auch verstärktes Wasserlassen (durch Einnahme von Diuretika) kann die Konzentration von Phenoxymethylpenicillin im Körper verringern.

Die Nachweise von Zucker und Gallenfarbstoffen im Harn können durch die Einnahme von Phenoxymethylpenicillin gestört werden.

Gegenanzeigen

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Penicilline darf Phenoxymethylpenicillin nicht angewendet werden. Auch andere Beta-Laktam-Antibiotika (wie etwa Cephalosporine) sollten dann nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Bei einem erhöhten allergischen Risiko ist Phenoxymethylpenicillin nur nach Rücksprache mit dem Arzt einzunehmen.

Während der Behandlung von Pfeiffer-Drüsenfieber oder bestimmter Formen der Leukämie sollte die Behandlung mit Phenoxymethylpenicillin nur unter besonderer Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt begonnen werden. Es können Wechselwirkungen bei der gleichzeitigen Einnahme von Phenoxymethylpenicillin mit Wirkstoffen, die zur Behandlung der oben genannten Viruserkrankungen eingesetzt werden, eintreten. Eine Anwendung von Phenoxymethylpenicillin sollte hier auf jeden Fall nicht hoch dosiert erfolgen, da sonst mit verstärktem Hautausschlag gerechnet werden muss. Auch Patienten, die zum Zeitpunkt der Behandlung an schweren Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen oder Durchfall leiden, dürfen Phenoxymethylpenicillin nicht hoch dosiert einnehmen.

Der Wirkstoff sollte bei Patienten mit Herzkrankheiten, eingeschränkter Nierenfunktion oder Störungen des Kaliumhaushalts nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt verwendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bislang sind keinerlei schädigende Wirkungen durch die Anwendung von Phenoxymethylpenicillin während der Schwangerschaft bekannt. Dennoch sollte die Anwendung des Wirkstoffs nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Es ist bekannt, dass Phenoxymethylpenicillin in die Muttermilch und dadurch in den Säugling übergeht. Bei diesem kann es zu Störungen der Darmflora kommen, die zu Durchfall oder einer Darmentzündung durch Sprosspilzbesiedelung führen können. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Sensibilisierung des Säuglings. So könnte es bei einem späteren Kontakt mit Phenoxymethylpenicillin zu einer allergischen Reaktion kommen. Aus diesen Gründen sollte auch die Anwendung während der Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren erhalten eine Dosierung, die ihrem Körpergewicht und Alter angepasst ist.

Warnhinweise

  • Bei Herzerkrankungen und Elektrolytstörungen ist der Kaliumgehalt im Blut zu beobachten.
  • Die Nachweise von Zucker und Gallenfarbstoffen im Harn können gestört sein.
  • Es sollten zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen wie Kondome oder Diaphragmen angewendet werden.
  • Die Suspension enthält 2,6 Gramm Saccharose, was 0,22 Broteinheiten für Diabetiker entspricht.
  • Ein Messlöffel Suspension enthält 0,3 Millimol Natrium, das sind 7,7 Milligramm.
  • Die Suspension ist bei +2°C bis +8°C im Kühlschrank 14 Tage haltbar.
  • Bei langfristiger Behandlung besteht das Risiko schwerer Infektionen mit wirkstoffunempfindlichen (resistenten) Bakterien.
  • Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen oder kontrollierter Kaliumdiät muss der Kaliumgehalt des Arzneimittels berücksichtigt werden.
  • Bei Patienten mit Phenylketonurie (einer Stoffwechselkrankheit) besteht das Risiko schwerer Schäden durch Aspartam.
  • Die Sicherheit oraler Verhütungsmittel kann beeinträchtigt sein.
  • Bei Allergikern besteht das Risiko von Überempfindlichkeitsreaktionen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Saft)
100 Milliliter Saft
35,4 Milligramm Phenoxymethylpenicillin
200 Milliliter Saft
35,4 Milligramm Phenoxymethylpenicillin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Megacillin oral Trockensaft sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Phenoxymethylpenicillin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.