INFECTOCILLIN 250/-300/-400/-500 Saft

Hersteller: INFECTOPHARM Arzneimittel und CONSILIUM GmbH
Wirkstoff: Phenoxymethylpenicillin
Darreichnungsform: Saft
Rezeptpflichtig

Wirkung

INFECTOCILLIN 250/-300/-400/-500 Saft enthält den Wirkstoff Phenoxymethylpenicillin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von INFECTOCILLIN 250/-300/-400/-500 Saft.

Phenoxymethylpenicillin wird überwiegend bei leichten bis mittelschweren Infektionen angewendet. Hierzu zählen Hals-Nasen-Ohren-Infektionen (Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Mandelentzündung und Rachenentzündung), tiefe Atemwegsinfektionen (Infektionen der Bronchien und bakterielle Lungenentzündungen), Entzündungen von Mundschleimhaut und Zahnfleisch sowie Zahn-, Mund- und Kieferinfektionen.

Phenoxymethylpenicillin kann außerdem zur Behandlung von Hautinfektionen (wie etwa Abszessen, Furunkeln, Borkenflechten, Wundrosen und Eiterausschlägen), Lymphknoten- oder Lymphbahnenentzündungen, Knochenhautentzündungen und der Kinderkrankheit Scharlach eingesetzt werden.

Vorbeugend wird Phenoxymethylpenicillin gegen rheumatisches Fieber verwendet, welches durch eine bakterielle Infektion des Nasen-Rachen-Raums hervorgerufen wird. In ähnlicher Weise verhindert die Anwendung des Wirkstoffs während Zahn- und Kieferoperationen die Entstehung einer Herzinnenhautentzündung (Endokarditis).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Phenoxymethylpenicillin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Penicilline, Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Phenoxymethylpenicillin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Infektionen durch Penicillin-empfindliche Bakterien wie bei einer Mandelentzündung
  • Infektionen durch Penicillin-empfindliche Bakterien wie bei Scharlach
  • Infektionen durch Penicillin-empfindliche Bakterien wie bei einer Mittelohrentzündung
  • Infektionen durch Penicillin-empfindliche Bakterien wie bei einer Rachenentzündung
  • Infektionen durch Penicillin-empfindliche Bakterien wie bei einer Wundrose

Dosierung

Üblicherweise wird die Tagesdosis drei- bis viermal über den Tag verteilt, möglichst im Abstand von sechs bis acht Stunden verabreicht. Es sind auch Dosisintervalle im Zwölf-Stundenrhythmus möglich.
Der 250 Milligramm-Saft wird, soweit nicht anders verordnet, bei Neugeborenen bis vier Kilogramm Körpergewicht mit dreimal täglich einem viertel Messlöffel verabreicht. Säuglinge mit einem Körpergewicht zwischen vier und zehn Kilogramm erhalten dreimal täglich einen halben Messlöffel. Kleinkinder zwischen 10 und 20 Kilogramm Körpergewicht erhalten dreimal täglich einen Messlöffel. Kinder mit einem Körpergewicht von 20 bis 30 Kilogramm erhalten dreimal täglich zwei Messlöffel.
Der 300 Milligramm-Saft wird soweit nicht anders verordnet bei Neugeborenen zwischen 3 und 4 Kilogramm Körpergewicht mit dreimal täglich einem viertel Messlöffel verabreicht. Säuglinge mit einem Körpergewicht zwischen 5 und 10 Kilogramm erhalten dreimal täglich einen halben Messlöffel. Kleinkinder zwischen 10 und 15 Kilogramm Körpergewicht erhalten dreimal täglich einen dreiviertel Messlöffel. Kinder mit einem Körpergewicht von 15 bis 22 Kilogramm erhalten dreimal täglich einen Messlöffel. Kinder zwischen 22 bis 30 Kilogramm Körpergewicht erhalten dreimal täglich eineinhalb Messlöffel.
Der 400 Milligramm-Saft wird, soweit nicht anders verordnet, bei Säuglingen mit einem Körpergewicht zwischen 5 und 10 Kilogramm mit dreimal täglich einen viertel Messlöffel verabreicht. Kleinkinder zwischen zehn und 15 Kilogramm Körpergewicht erhalten dreimal täglich einen halben Messlöffel. Kinder mit einem Körpergewicht von 15 bis 22 Kilogramm erhalten dreimal täglich einen dreiviertel Messlöffel. Kinder zwischen 22 bis 30 Kilogramm Körpergewicht erhalten dreimal täglich einen Messlöffel. Kinder über 30 Kilogramm Körpergewicht erhalten dreimal täglich ein bis zwei Messlöffel.
Der 500 Milligramm-Saft wird, soweit nicht anders verordnet, bei Säuglingen mit einem Körpergewicht bis 10 Kilogramm mit dreimal täglich einem viertel Messlöffel verabreicht. Kleinkinder zwischen 10 und 20 Kilogramm Körpergewicht erhalten dreimal täglich einen halben Messlöffel. Kinder mit einem Körpergewicht von 20 bis 30 Kilogramm erhalten dreimal täglich einen Messlöffel. Kinder über 30 Kilogramm Körpergewicht erhalten dreimal täglich ein bis zwei Messlöffel.

Das Präparat sollte etwa eine Stunde vor den Mahlzeiten genommen werden.

Die Behandlungsdauer beträgt durchschnittlich sieben bis zehn Tage. Die Einnahme sollte zwei bis drei Tage nach dem Abklingen der Beschwerden fortgesetzt werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Saccharose
  • Aromastoffe
  • Kaliumsorbat
  • Methyl-4-hydroxybenzoat-Natriumsalz als Konservierungsmittel
  • Natriumcyclamat
  • Propyl-4-hydroxybenzoat-Natrium
  • Saccharin-Natrium

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Magen-Darmbeschwerden (wie etwa Übelkeit und Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Appetitlosigkeit), Geschmacksveränderungen, Mundtrockenheit, Mundschleimhautentzündung, Zungenentzündung, Zahnverfärbung,
Blutbildveränderungen wie Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Verminderung der Granulozyten (Agranulozytose), allergische Reaktionen (Hautreaktionen wie Hautausschlag, Nesselsucht, schwere Formen wie Lyell-Syndrom oder Stevens-Johnson-Syndrom), Arzneimittelfieber, Blutarmut (hämolytische Anämie), Nierenentzündung, Eiweißallergiereaktion (Serumkrankheit), Gesichtsschwellungen, (Ödem des Kehlkopfs, Angioödem), Blutgefäßentzündungen, Herzjagen, Atemnot, Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, Gelenkschmerzen, allergischer Schock.

Besonderheiten:
Während einer langfristigen Behandlung mit Phenoxymethylpenicillin kann es zu einem Befall des Dickdarms mit unempfindlichen (resistenten) Bakterien oder Pilzen und nachfolgend zu einer Darmentzündung mit Durchfällen kommen (pseudomembranöser Colitis). Die Behandlung mit Phenoxymethylpenicillin ist dann sofort einzustellen und muss mit geeigneten Antibiotika wie etwa Vancomycin fortgesetzt werden.

Langfristige und wiederholte Anwendung von Phenoxymethylpenicillin kann zu Zweitinfektionen (Superinfektionen) mit unempfindlichen (resistenten) Bakterien oder Sprosspilzen führen. Außerdem treten vermehrt Pilzinfektionen im Mund oder Scheidenentzündungen auf.

Eine allergische Sofortreaktion (wie etwa Nesselsucht) deutet meist auf eine echte Penicillin-Allergie hin und zwingt zum Therapieabbruch.

Wechselwirkungen

Aufgrund der Beeinflussung der Darmflora durch Phenoxymethylpenicillin kann es zu einer erniedrigten Aufnahme hormoneller Verhütungsmaßnahmen ("Antibabypille", Kontrazeptiva) in den Körper und so zu einer verminderten Wirksamkeit der Schwangerschaftsverhütung kommen. Es wird deshalb angeraten, zusätzlich Kondome oder Diaphragmen zu verwenden.

Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, dürfen nicht mit Phenoxymethylpenicillin kombiniert werden. Dazu gehören beispielsweise Tetrazykline und Erythromycin.

Die gleichzeitige Anwendung bestimmter Mittel gegen Rheuma (Indometacin oder Salicylate), des Gichtmittels Probenecid oder von Phenylbutazon, einem Mittel gegen Arthrose, führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration von Phenoxymethylpenicillin. Diese Wirkstoffe sollten daher nicht zusammen mit dem Antibiotikum angewendet werden.

Die gleichzeitige Einnahme von Aminoglykosid-Antibiotika verschlechtert die Aufnahme von Phenoxymethylpenicillin in den Körper und kann genauso wie anhaltender Durchfall zu einer Abschwächung der Wirksamkeit führen. Auch verstärktes Wasserlassen (durch Einnahme von Diuretika) kann die Konzentration von Phenoxymethylpenicillin im Körper verringern.

Die Nachweise von Zucker und Gallenfarbstoffen im Harn können durch die Einnahme von Phenoxymethylpenicillin gestört werden.

Gegenanzeigen

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Penicilline darf Phenoxymethylpenicillin nicht angewendet werden. Auch andere Beta-Laktam-Antibiotika (wie etwa Cephalosporine) sollten dann nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Bei einem erhöhten allergischen Risiko ist Phenoxymethylpenicillin nur nach Rücksprache mit dem Arzt einzunehmen.

Während der Behandlung von Pfeiffer-Drüsenfieber oder bestimmter Formen der Leukämie sollte die Behandlung mit Phenoxymethylpenicillin nur unter besonderer Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt begonnen werden. Es können Wechselwirkungen bei der gleichzeitigen Einnahme von Phenoxymethylpenicillin mit Wirkstoffen, die zur Behandlung der oben genannten Viruserkrankungen eingesetzt werden, eintreten. Eine Anwendung von Phenoxymethylpenicillin sollte hier auf jeden Fall nicht hoch dosiert erfolgen, da sonst mit verstärktem Hautausschlag gerechnet werden muss. Auch Patienten, die zum Zeitpunkt der Behandlung an schweren Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen oder Durchfall leiden, dürfen Phenoxymethylpenicillin nicht hoch dosiert einnehmen.

Der Wirkstoff sollte bei Patienten mit Herzkrankheiten, eingeschränkter Nierenfunktion oder Störungen des Kaliumhaushalts nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt verwendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bislang sind keinerlei schädigende Wirkungen durch die Anwendung von Phenoxymethylpenicillin während der Schwangerschaft bekannt. Dennoch sollte die Anwendung des Wirkstoffs nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Es ist bekannt, dass Phenoxymethylpenicillin in die Muttermilch und dadurch in den Säugling übergeht. Bei diesem kann es zu Störungen der Darmflora kommen, die zu Durchfall oder einer Darmentzündung durch Sprosspilzbesiedelung führen können. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Sensibilisierung des Säuglings. So könnte es bei einem späteren Kontakt mit Phenoxymethylpenicillin zu einer allergischen Reaktion kommen. Aus diesen Gründen sollte auch die Anwendung während der Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren erhalten eine Dosierung, die ihrem Körpergewicht und Alter angepasst ist.

Warnhinweise

  • Bei Herzerkrankungen und Elektrolytstörungen ist der Kaliumgehalt im Blut zu beobachten.
  • Die Nachweise von Zucker und Gallenfarbstoffen im Harn können gestört sein.
  • Es sollten zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen wie Kondome oder Diaphragmen angewendet werden.
  • Fertigen Saft im Kühlschrank bei +2°C und +8°C lagern.
  • Der Saft ist im Kühlschrank 14 Tage haltbar.
  • Hiweis für Diabetiker: Fünf Milliliter (ein Messlöffel) entsprechen je nach Dosierung 0,21 Broteinheiten, 0,22 Broteinheiten und 0,23 Broteinheiten (BE).

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Saft)
100 Milliliter Saft
60000 Internationale Einheiten Phenoxymethylpenicillin
100 Milliliter Saft
80000 Internationale Einheiten Phenoxymethylpenicillin
200 Milliliter Saft
60000 Internationale Einheiten Phenoxymethylpenicillin
200 Milliliter Saft
80000 Internationale Einheiten Phenoxymethylpenicillin
75 Milliliter Saft
50000 Internationale Einheiten Phenoxymethylpenicillin
75 Milliliter Saft
100000 Internationale Einheiten Phenoxymethylpenicillin
150 Milliliter Saft
100000 Internationale Einheiten Phenoxymethylpenicillin
250 Milliliter Saft
100000 Internationale Einheiten Phenoxymethylpenicillin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über INFECTOCILLIN 250/-300/-400/-500 Saft sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Phenoxymethylpenicillin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.