Kerlone mite (10 mg)/Kerlone (20 mg)

Hersteller: Sanofi -Synthelabo GmbH
Wirkstoff: Betaxolol
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Kerlone mite (10 mg)/Kerlone (20 mg) enthält den Wirkstoff Betaxolol. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Kerlone mite (10 mg)/Kerlone (20 mg).

Betaxolol wird in Tablettenform benutzt, um bei Bluthochdruck die Blutdruckwerte zu verringern und den Blutdruck auf Dauer zu normalisieren.

Außerdem wird Betaxolol in Tropfenform angewendet zur Senkung des erhöhten Augeninnendrucks bei grünem Star (Glaukom), insbesondere der Sonderform des chronischen Weitwinkelglaukoms.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Betaxolol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Betablocker, Blutdrucksenker, zu welcher der Wirkstoff Betaxolol gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Bluthochdruck

Dosierung

Die Filmtabletten sind mit 10 Milligramm und mit 20 Milligramm des Wirkstoffs Betaxololhydrochlorid erhältlich. Um die gewünschte Dosierung zu erhalten, können auch mehrere niedriger dosierte Filmtabletten zusammen eingenommen werden.

Bei der Behandlung von leichtem Bluthochdruck sollten Erwachsene einmal täglich eine Tablette Kerlone mite oder eine halbe Tablette Kerlone einnehmen. Bei Patienten mit mittelschwerem Bluthochdruck sollte die Dosis einmal täglich zwei Filmtabletten Kerlone mite oder eine Tablette Kerlone betragen. Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sollte gegebenenfalls eine Dosisanpassung erfolgen. Bei einer schweren Nierenfunktionseinschränkung und bei Dialyse-Patienten darf die Tagesdosis von einer Tablette Kerlone mite oder einer halben Tablette Kerlone nicht überschritten werden.

Die Tabletten sollten unzerkaut mit wenig Flüssigkeit eingenommen werden, dies kann unabhängig von den Mahlzeiten geschehen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Lactose 1H2O
  • Carmellose-Natrium
  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Hypromellose
  • Macrogol 400
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose
  • Titandioxid (E 171)

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Körperliche Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Magenschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, langsamer Herzschlag (Bradykardie), Kältegefühl an den Gliedmaßen, Impotenz.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Müdigkeit, Benommenheit, vorübergehende Augenreizungen wie Stechen und Brennen, Verschwommensehen, Hornhauterkrankungen wie punktförmige Hornhautverfärbungen und Keratitis superficialis punctata, Fremdkörpergefühl, Lichtscheu, Tränen, Jucken, Rötung.

Seltene Nebenwirkungen:
Gefäßkrämpfe mit Mangeldurchblutung in den Fingerspitzen und Zehenspitzen (Raynaud-Symptomatik), Verstärkung einer Durchblutungsstörung, Bronchienkrämpfe, Albträume, Verstärkung einer Herzmuskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Atemwegsverengungen, Potenzstörungen, Hautreaktionen einschließlich Verschlechterung einer Schuppenflechte, Depressionen, niedriger Blutdruck, Störungen der Reizleitung am Herzen (Abnahme der AV-Überleitung sowie Verstärkung einer vorbestehenden AV-Blockade).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Sehstörungen, Verwirrung, Gefäßschädigungen, Gefühlsstörungen an den Gliedmaßen, Halluzinationen, Unterzuckerung, Überzuckerung.

Nebenwirkungen ohne Angabe zur Häufigkeit:
Schuppenflechte (Psoriasis), anfallartige Herzenge mit Brustschmerzen und Atemnot (Angina Pectoris), Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Erkrankungen des Immunsystems (Lupus erythematodes), Tränenflussverminderung, Bindehautentzündung, Magen-Darm-Störungen.

Besonderheiten:
Auch lediglich am Auge (lokal) angewandte Beta-Rezeptorenblocker können in den Körper aufgenommen werden, allgemeine (systemische) Nebenwirkungen bei dieser Anwendungsweise sind jedoch selten. Vorsicht ist allerdings angezeigt bei der Behandlung von Patienten, die gleichzeitig einen grünen Star und eine stark eingeschränkte Lungenfunktion haben. In diesem Fall sind Asthma-Anfälle und Atemnot aufgetreten.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Insulin oder anderen Wirkstoffen zur Behandlung von Zuckerkrankheit kann deren Wirkung verstärkt oder verlängert werden. Warnzeichen einer Unterzuckerung wie Herzrasen und Muskelzittern (Tremor) können so abgemildert werden, sodass sie nicht mehr als Krankheitszeichen erkennbar sind (Verschleierung). Daher sind regelmäßige Blutzuckerspiegelkontrollen erforderlich.

Betaxolol kann die Wirkung von anderen blutdrucksenkenden Wirkstoffen verstärken und so zu einem übermäßigen Blutdruckabfall führen. Das gilt zum Beispiel für die Anwendung zusammen mit anderen Betablockern sowie mit tri- und tetrazyklischen Antidepressiva, Schlafmitteln (Barbituraten), Kalziumkanalblockern vom Nifedipin-Typ, Neuroleptika, Wirkstoffen zur Wasserausscheidung (Diuretika), blutgefäßerweiternden Mitteln (Vasodilatatoren), Narkosemitteln ( Narkotika) und Baclofen. In ähnlicher Weise kann Betaxolol die Wirkung von Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) verstärken, sodass es zu Störungen der Herzfunktion kommen kann.

Betaxolol verstärkt die Wirkung von Lidocain. Nebenwirkungen beider Wirkstoffe am Nervensystem und am Herzen können dabei verstärkt auftreten.

Im Falle eines Schocks oder Blutdruckabfalls nach Verabreichung jodhaltiger Kontrastmittel bei Röntgenuntersuchungen vermindern Betarezeptorenblocker die Anpassung des Herzens an diese besondere Belastung. Wenn möglich, sollten Betarezeptorenblocker daher vor einer Kontrastmitteluntersuchung abgesetzt werden. Falls die Fortführung der Therapie mit Betarezeptorenblockern unumgänglich ist, ist auf die Verfügbarkeit einer Intensivüberwachung zu achten.

Der Wirkstoff sollte erst zwei Stunden nach der Einnahme eines säurebindenden Mittels (Antacida) eingenommen werden.

Der gefäßverengende Effekt von Mutterkornalkaloiden kann durch gleichzeitige Einnahme von Betaxolol verstärkt werden, was die Gefahr von Durchblutungsstörungen in den Gliedmaßen erhöht.

Wird Betaxolol mit Herzglykosiden sowie im Gehirn wirkenden blutdrucksenkenden Wirkstoffen wie Reserpin, Methyldopa, Guanfacin und Clonidin kombiniert, kann es zu einem stärkeren Absinken der Herzfrequenz und zu einer Verzögerung der Reizleitung am Herzen kommen. In ähnlicher Weise kann bei gleichzeitiger Anwendung mit Mefloquin eine sehr starke Verlangsamung des Herzschlags auftreten.

Die gleichzeitige Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika wie beispielsweise Indometacin oder Sympathomimetika kann die blutdrucksenkende Wirkung von Betaxolol vermindern.

Gegenanzeigen

Betaxolol darf nicht angewendet werden
  • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Betablocker
  • bei Kindern
  • bei Ernährungsstörungen der Hornhaut des Auges
  • bei Herzmuskelschwäche
  • bei verlangsamtem Herzschlag (Ruhepuls vor Behandlungsbeginn unter 50 Schlägen pro Minute)
  • bei niedrigem Blutdruck (Hypotonie)
  • bei Herz-Kreislauf-Schock
  • bei Prinzmetal-Angina
  • bei schweren Erkrankungen des Reizleitungssystems des Herzens (wie AV-Block II. und III. Grades, Sinusknoten-Syndrom)
  • bei unbehandeltem Nebennierenrindentumor (Phäochromozytom)
  • bei schweren Formen von Durchblutungsstörungen der Arme und Beine und Raynaud-Syndrom
  • bei Asthma und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen
  • bei gleichzeitiger Anwendung von über die Venen verabreichten Kalziumkanalblockern (wie Verapamil oder Diltiazem)
  • in Kombination mit Floctafenin und Sultoprid sowie bei gleichzeitiger Anwendung von über die Venen verabreichten Antiarrhythmika (wie Disopyramid oder Amiodaron)
  • mit MAO-Hemmern gegen Depressionen
  • sowie
  • bei Stoffwechselübersäuerung (Acidose).
Nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko und strenger ärztlicher Kontrolle darf Betaxolol eingesetzt werden bei:
  • schwachen Reizleitungsstörungen am Herzen (AV-Block I. Grades)
  • Zuckerkrankheit mit stark schwankenden Blutzuckerwerten
  • eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
  • Patienten mit Allergie, die im Rahmen einer Desensibilisierung behandelt werden
  • Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis) oder an Schuppenflechte erkrankten Familienmitgliedern
  • bereits vorher durchgemachten schweren allergischen Reaktionen beispielsweise auf andere Wirkstoffe oder Kontrastmittel bei Röntgenuntersuchungen
  • Phäochromozytom nur nach Behandlung mit bestimmten Wirkstoffen (Alpharezeptorenblockern)
  • gleichzeitiger Anwendung von Narkosemitteln (Narkotika) oder Medikamenten zur Muskelentspannung Muskelrelaxanzien).
Bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion wird eine längere ärztliche Überwachung vor Beginn der Behandlung mit Betaxolol empfohlen.

Wenn Patienten mit Betaxolol in Tablettenform zur Blutdrucksenkung behandelt werden sollen und gleichzeitig an grünem Star erkrankt sind, ist besondere ärztlicher Vorsicht erforderlich.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung während der Schwangerschaft ist nur nach strenger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung zu empfehlen.

Der Wirkstoff Betaxolol geht auch bei ausschließlicher Anwendung am Auge in die Muttermilch über. Unter Umständen kann eine ernsthafte Schädigung des Säuglings auftreten. Die Anwendung von Betaxolol während der Stillzeit bedarf daher besonderer ärztlicher Vorsicht.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung von Betaxolol bei Kindern wird nicht empfohlen.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann durch Schwindel und Benommenheit beeinträchtigt sein.
  • Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
  • Bei koronarer Herzkrankheit darf der Wirkstoff nicht plötzlich abgesetzt werden, sonst besteht Herzinfarktgefahr.
  • Asthma-Patienten und Patienten mit Herzschwäche sollten die Einnahme immer vorsichtig mit niedriger Dosis beginnen.
  • Diabetiker sollten ihren Blutzuckerspiegel häufig kontrollieren, die Symptome einer Unterzuckerung können als solche nicht mehr erkennbar sein (Verschleierung).
  • Die regelmäßige augenärztliche Überwachung des Augeninnendrucks sowie der Hornhaut ist erforderlich.
  • Kontaktlinsen sollten vor jeder Anwendung des Wirkstoffs als Augentropfen herausgenommen und erst nach 20 bis 30 Minuten wieder eingesetzt werden.
  • Bei Patienten mit Angina Pectoris sollte die Therapie nicht plötzlich abgesetzt werden. Patienten mit einer erblich bedingten Galactose-Unverträglichkeit, Lactase-Mangel oder einer schlechten Glucose-Galactose-Aufnahmefähigkeit sollten das Medikament nicht einnehmen.
  • Kontaktlinsenträger müssen den verminderten Tränenfluß beachten.
  • Nach einer längeren Anwendung muss die Dosierung zum Beenden der Therapie schrittweise verringert werden.
  • Die Behandlung wird mit einer geringen Dosis begonnen, die dann schrittweise bis zur optimalen Dosis erhöht wird.
  • Die Dosierung wird für den einzelnen Patienten individuell festgelegt.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtablette)
50 Stück Filmtabletten
17,88 Milligramm Betaxolol
100 Stück Filmtabletten
17,88 Milligramm Betaxolol
30 Stück Filmtabletten
17,88 Milligramm Betaxolol
30 Stück Filmtabletten
8,94 Milligramm Betaxolol
50 Stück Filmtabletten
8,94 Milligramm Betaxolol
100 Stück Filmtabletten
8,94 Milligramm Betaxolol

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Kerlone mite (10 mg)/Kerlone (20 mg) sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Betaxolol (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Tropfen

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.