Clonidin

Allgemeines

Clonidin wird in Tablettenform oder als Injektionslösung benutzt, um bei Bluthochdruck die Blutdruckwerte zu verringern und den Blutdruck auf Dauer zu normalisieren.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • erhöhten Blutdruck normalisieren
  • erhöhten Augeninnendruck bei grünem Star senken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Clonidin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Clonidin nicht verwendet werden?

Clonidin darf nicht angewendet werden:
  • bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • bei niedrigem Blutdruck
  • bei bestimmten Erregungsbildungs- und Erregungsleitungsstörungen
    des Herzens wie Sinusknoten-Syndrom oder AV-Block II. und III. Grades
  • bei einer Herzschlagfolge unter 50 Schlägen pro Minute (Bradykardie)
  • in der Stillzeit
  • bei Depressionen.
Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:
  • koronarer Herzkrankheit, insbesondere im ersten Monat nach einem Herzinfarkt
  • schwerer Herzmuskelschwäche
  • fortgeschrittenen chronischen arteriellen Durchblutungsstörungen sowie bei Raynaud-Syndrom und bei der Thrombendangiitis obliterans
  • Gefäßverengung von Gehirngefäßen
  • fortgeschrittener Nierenfunktionsschwäche
  • Verstopfung
  • Polyneuropathie.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft und in der Stillzeit sollte der Wirkstoff nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff ist für Kinder nicht geeignet.

Welche Nebenwirkungen kann Clonidin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Clonidin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Beruhigung, Müdigkeit, Benommenheit, Mundtrockenheit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Hautreaktionen, Juckreiz, Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrspeicheldrüsenschmerz, Missempfindungen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Kreislaufbeschwerden, Kreislaufkollapsneigung bei Lagewechsel, Durchblutungsstörungen der Hände (Raynaud-Syndrom), Potenzabnahme, Abnahme der sexuellen Lust (Libido), Hautrötung.

Seltene Nebenwirkungen:
Schlafstörungen, Depressionen, Wahrnehmungsstörungen, Sinnestäuschungen, Albträume, Verwirrtheitszustände, Pupillenanpassungsstörungen, Gewichtsabnahme, Brustdrüsenwachstum beim Mann.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Blutdruckanstieg, Harnblasenentleerungsstörungen.

Nebenwirkungen ohne Angabe zur Häufigkeit:
Herzschlagverlangsamung, Nierendurchblutungsstörungen, Verstärkung von Herzrhythmusstörungen, Verstärkung von Herzmuskelschwäche, Beeinflussung bestimmter Labortests (Coombstest und Leberfunktionstest).

Bei Anwendung am Auge sind folgende Nebenwirkungen beschrieben:
Gelegentliche Nebenwirkungen:
Müdigkeit, Mundtrockenheit, Blutdruckabfall, Schwindel, Augenbrennen.

Seltene Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen,
Fremdkörpergefühl.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Verstopfung, Missempfindungen, Schlafstörungen, verlangsamter Herzschlag.

Welche Wechselwirkungen zeigt Clonidin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Gemeinsam mit Clonidin und Betablockern sowie Herzglykosiden kann es zu Herzrhythmusstörungen und Herzschlagverlangsamung kommen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Clonidin und anderen blutdrucksenkenden Wirkstoffen wie beispielsweise Diuretika, Hydralazin, Dihydralazin, Nifedipin, Captopril und Guanethidin wird die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt. Das gilt ebenfalls für die Senkung des Blutdrucks durch kochsalzarme Diäten.

Trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika und Tolazolin vermindern die Blutdrucksenkung durch Clonidin. Das gilt ebenso für die gleichzeitige Anwendung blutdrucksteigernder oder natrium- und wassersparender Substanzen, wie beispielsweise nicht-steroidale Antirheumatika.

Clonidin verstärkt die Wirkung von im Gehirn aktiven, dämpfenden Wirkstoffen wie Hypnotika und Sedativa sowie Alkohol.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei plötzlichem Therapie-Ende kann es zu einem sehr starken und sehr schnellen Blutdruckanstieg kommen. Daher ist eine langsame Dosisverringerung erforderlich.
  • Das Medikament darf in Form von Augentropfen nicht eingenommen werden. Es muss besonders darauf geachtet werden, dass Kinder keinen Zugriff auf die Augentropfen haben.
  • Träger von Kontaklinsen sollten bei Anwendung am Auge beachten, dass gelegentlich eine Verminderung des Tränenflusses aufgetreten ist.
  • Kontaktlinsen sollten, soweit vom Augenarzt nicht anders empfohlen, vor der Anwendung herausgenommen werden und frühestens 20 bis 30 Minuten nach der Anwendung wieder eingesetzt werden.
  • Die Behandlung des Bluthochdrucks mit dem Medikament in Form einer Injektion bedarf besonderer ärztlicher Aufsicht.
  • Eine Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens ist möglich.
  • Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder Beruhigungs- beziehungsweise Schlafmitteln.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Clonidin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Clonidin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Clonidin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Clonidin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Alpha-Sympathomimetika, zu welcher der Wirkstoff Clonidin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Clonidin

Clonidin wird in Tablettenform oder als Injektionslösung benutzt, um bei Bluthochdruck die Blutdruckwerte zu verringern und den Blutdruck auf Dauer zu normalisieren.

Clonidin wird in Form von Augentropfen verwendet, um den erhöhten Augeninnendruck bei grünem Star zu senken.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Clonidin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Clonidin

Clonidin gehört zur Wirkstoffgruppe der im Gehirn wirksamen Alpha-Sympathomimetika und entfaltet seine Wirkung ausschließlich an den Alpha-2-Rezeptoren. Alpha-2-Rezeptoren sind spezielle Bindungsstellen der sympathischen Fasern des vegetativen Nervensystems. Im Gegensatz zu Alpha-1-Rezeptoren haben sie keine "Anschalt-Funktion" für die Aktivität des sympathischen Nervensystems, sondern eine "Ausschalt-Funktion". Clonidin wirkt an diesen Rezeptoren genauso wie die körpereigenen Botenstoffe, nur stärker und länger.

Am Herzen senkt Clonidin die Anzahl der Herzschläge und dadurch das gepumpte Blutvolumen. Zusätzlich bewikt Clonidin an den Arterien und Venen eine Weitstellung. Bei erweiterten Gefäßen, weniger Blutvolumen und größerem Gefäßdurchmesser muss das Blut vom Herzen mit weniger hohem Druck durch die Gefäße gepumpt werden. In Folge sinkt der Blutdruck. Diese Wirkung wird noch durch die Tatsache unterstützt, dass Clonidin an der Niere die Freisetzung des blutdrucksteigernden Hormons Renin dämpft.

Am Auge bewirkt Clonidin einen verbesserten Abfluss des Kammerwassers. Durch das Zusammenziehen bestimmter Muskelfasern wird der Abflusskanal (Schlemm´sche Kanal) geöffnet und ein schnellerer Abfluss ermöglicht. Zusätzlich kann durch Clonidin auch die Kammerwasserproduktion leicht gedrosselt werden, wodurch der Augeninnendruck gesenkt wird.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.