Kribbeln: Was steckt dahinter?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. November 2017)

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Ob in den Fingern, Händen, Armen, Füßen oder Beinen – Kribbeln kann unangenehm sein, insbesondere wenn es längere Zeit andauert.

Was ist Kribbeln?

Kribbeln ist eine Missempfindung, die im Prinzip an sämtlichen Stellen des Körpers auftreten und zahlreiche Ursachen haben kann. Medizinisch zählt das Kribbeln zusammen mit anderen Missempfindungen wie Brennen oder Taubheitsgefühlen zu den sogenannten Parästhesien.

Oft verschwindet das störende Kribbeln nach kurzer Zeit von ganz allein, zum Beispiel wenn man sich am Ellenbogen gestoßen hat und der Ellennerv dadurch gereizt wurde. Oder wenn die Hände im Winter stark auskühlen und zu kribbeln beginnen, sobald sie sich wieder aufwärmen.

Hält das Kribbeln aber längere Zeit an oder beeinträchtigt einen sehr stark, ist ein Arztbesuch zu empfehlen, um den Ursachen für das Kribbeln auf den Grund zu gehen.

Was sind die Ursachen für Kribbeln?

Kribbeln kann eine Vielzahl an Ursachen haben – von ganz harmlosen, vorübergehenden Nervenreizungen über Entzündungen bis hin zu neurologischen Erkrankungen. Für Kribbeln kommen zum Beispiel folgende Ursachen infrage:

Kribbeln in den Händen: Ein Mand drückt mit dem Daumen der rechten auf die Innenfläche seiner linken Hand. © Jupiterimages/iStockphoto

Kribbeln in den Händen kann sehr störend sein.

Kribbeln: So stellt der Arzt die Diagnose

Langanhaltendes Kribbeln sollten Sie ärztlich abklären lassen. Denn ob hinter dem Kribbeln eine harmlose Nervenreizung oder aber eine ernste Erkrankung steckt, kann nur ein Arzt aufdecken. Am besten suchen Sie zunächst den Hausarzt auf, der Sie gegebenenfalls zu Fachärzten weiter überweist, wie etwa einem Neurologen oder Orthopäden.

Damit der Arzt den Ursachen für das Kribbeln auf die Spur kommen und eine Diagnose stellen kann, benötigt er mehr Informationen. In der Regel stellt er im Arztgespräch deshalb zunächst einige Fragen, zum Beispiel:

  • Wo kribbelt es genau?
  • Wann ist das Kribbeln aufgetreten?
  • Gab es ein bestimmtes Ereignis davor (z.B. eine Untersuchung oder eine Verletzung)?
  • Bestehen weitere Beschwerden bestehen (wie Brennen, Juckreiz, Fieber)?
  • Sind Vorerkrankungen bekannt (z.B. Diabetes mellitus, Bandscheibenvorfall)?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?

Dann folgen meist eine körperliche Untersuchung, eine Blutuntersuchung sowie eine neurologische Untersuchung, bei welcher der Arzt das Berührungsempfinden genau testet. Mit der sogenannten Sensibilitätsprüfung kann der Arzt feststellen, wie der Betroffene Berührungen wahrnimmt. Dazu streicht er zum Beispiel mit einem Wattestäbchen über den betroffenen Bereich und wiederholt das Ganze dann auf der anderen Körperseite.

Je nach Befund sind weitere Untersuchungen notwendig, um dem Kribbeln auf den Grund zu gehen, zum Beispiel

Therapie: Was hilft gegen Kribbeln?

Ob bei Kribbeln eine Therapie notwendig ist, richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Oftmals sind die Missempfindungen harmlos und verschwinden von ganz allein. Es kann jedoch auch eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahinterstecken.

Sind zum Beispiel ungünstige Lebens- und Essgewohnheiten mit Stress, Vitamin-, Eisen- oder Magnesiummangel die Ursache für das Kribbeln, kann oft schon eine gesündere Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung Abhilfe schaffen.

Lösen Medikamente das Kribbeln aus, sollten Sie diese keinesfalls eigenmächtig absetzen. Besprechen Sie stattdessen mit Ihrem Arzt, welche Alternativen infrage kommen.

Stecken ein Bandscheibenvorfall oder Nerven-Kompressions-Syndrome wie das Karpaltunnelsyndrom hinter dem Kribbeln, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Oft lassen sich die Beschwerden mit konservativen, also nicht-operativen Methoden lindern.

Ist das Kribbeln die Folge einer bakteriellen Infektion (wie z.B. Borreliose), können Antibiotika helfen.

Tritt das Kribbeln in Zusammenhang mit einem Restless-Legs-Syndrom auf, bessern sich leichte Beschwerden möglicherweise bereits durch einfache Maßnahmen wie Dehnübungen, Wechselduschen oder Beinmassagen. Bei stärkeren Beschwerden kann eine medikamentöse Behandlung helfen, zum Beispiel mit der Wirkstoffkombination Levodopa und Benserazid. Auch eine Therapie mit sogenannten Dopaminagonisten wie Ropinirol, Rotigotin oder Pramipexol ist möglich.

Kribbeln: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Kribbeln":

Quellen:

Grehl, H., Reinhardt, F..: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2016

Diener, H.-C., et al.: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012

Hacke, W.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2010

Klingelhöfer, J.: Klinikleitfaden Neurologie. Urban & Fischer, München 2009

Aktualisiert am: 29. November 2017

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