Trifluridin + Tipiracil

Allgemeines

De Kombination wird bei Erwachsenen zur Behandlung von Dick- und Enddarmkrebs eingesetzt, der schon Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Baustein der Erbsubstanz nachahmen
  • Einbau in die Erbsubstanz fördern
  • Funktion der Erbsubstanz stören
  • Vermehrung der Krebszellen hemmen
  • Wirksamkeit von Trifluridin steigern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Trifluridin + Tipiracil im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Trifluridin + Tipiracil nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe darf die Kombination nicht eingesetzt werden.

Die Anwendung der Kombination bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder einer solchen im Endstadium mit erforderlicher Blutwäsche wird nicht empfohlen, da die Kombination bei diesen Patienten nicht untersucht wurde. Gleiches gilt für eine mäßige oder schwerere Leberfunktionsstörung.

Weil bei Patienten mit mäßiger Nierenfunktionsstörung eine stärkere Wirkung von Trifluridin + Tipiracil zu erwarten ist, müssen diese besonders sorgfältig vom Arzt überwacht werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Ergebnisse aus Tierexperimenten ergaben, dass Trifluridin eine Schädigung des Ungeborenen verursachen kann. Der Wirkstoff darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Arzt hält eine Behandlung für unbedingt erforderlich. Frauen sollen während der Einnahme von Trifluridin und bis zu sechs Monate nach Behandlungsende zuverlässig eine Schwangerschaft vermeiden. Das Gleiche gilt für behandelte Männer, wenn sie eine Partnerin im gebärfähigen Alter haben.

Derzeit ist nicht bekannt, ob Trifluridin + Tipiracil die Wirksamkeit der "Pille" herabsetzt. Wird mit der Pille verhütet, sollte ein Paar daher zusätzlich eine Barrieremethode (Kondom, Pessar) verwenden.

Es ist nicht bekannt, ob Trifluridin + Tipiracil und ihre Abbauprodukte in die menschliche Muttermilch übergehen, wie es in den Tierexperimenten der Fall war. Ein Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden, weshalb während der Behandlung mit der Kombination das Stillen zu unterbrechen ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da Kinder nicht unter Darmkrebs leiden, sind sie keine Zielgruppe für die Behandlung mit der Kombination.

Welche Nebenwirkungen können Trifluridin + Tipiracil haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Trifluridin + Tipiracil. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Blutarmut, Mangel an Blutzellen (Neutrophile, Weiße Blutkörperchen, Blutplättchen) verminderter Appetit, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Ermüdung.

Häufige Nebenwirkungen:
Infektion der oberen und unteren Atemwege, Neutrophilen-Mangel mit Fieber, Lymphzellenmangel, Mangel an Monozyten, Mangel an Bluteiweiß, Schlaflosigkeit, Geschmacksstörung, nervliche Missempfindungen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, fliegende Hitze, Atembeschwerden, Husten, Bauchschmerz, Verstopfung, Mundschleimhautentzündung, Erkrankung des Mundraumes, zu viel Bilirubin im Blut, Rötung und Schmerz der Handflächen und Fußsohlen, Hautausschlag, Haarausfall, Juckreiz, trockene Haut, Eiweiß im Urin, Fieber, Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme), Schleimhautentzündung, Unwohlsein, erhöhte Leberwerte, alkalische Phosphatase im Blut erhöht, Gewichtsabnahme.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schock durch Blutvergiftung, Darminfektion und -entzündung, Lungeninfektion, Gallengangsentzündung, Grippe, Harnwegsinfektion, Zahnfleischinfektion, Gürtelrose, Fußpilz, Hefepilzinfektion, Infektion mit Bakterien, Infektion, Krebsschmerzen, Mangel an allen Blutzellen, Mangel an Granulozyten, Mangel an Monozyten, Mangel an roten Blutkörperchen, Überschuss an weißen Blutkörperchen, Austrocknung, Blutzuckerüberschuss, Überschuss an Kalium im Blut, Mangel an Kalium im Blut, Mangel an Phosphat im Blut, Überschuss an Natrium im Blut, Mangel an Natrium im Blut, Mangel an Calcium im Blut, Gicht, Angst, Nervenschäden, Empfindungsstörungen, Überempfindlichkeit, Unempfindlichkeit, Ohnmacht, "Ameisenlaufen", Brennen, Antriebslosigkeit, verminderte Sehschärfe, verschwommenes Sehen, Doppelbilder, Linsentrübung, Bindehautentzündung, trockenes Auge, Schwindelgefühl, Ohrenbeschwerden, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen, Blutgefäßverstopfung, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck, Lungenembolie, Brustfellerguss, Naselaufen, Sprechstörung, Schmerzen im Mund-Rachen-Raum, Nasenbluten, blutige Darmentzündung, Magen-Darm-Blutung, akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, Wasserbauch, Darmverschluss (auch unvollständig), Dickdarmentzündung, Magenschleimhautentzündung, Sodbrennen, Speiseröhrenentzündung, gestörte Magenentleerung, aufgetriebener Bauch, Afterentzündung, Mundgeschwüre, Verdauungsstörungen, Refluxkrankheit, Afterschmerz, Polyp an der Wangenschleimhaut, Zahnfleischbluten, Zungenentzündung, Zahnfleischrückgang (Parodontose), Zahnerkrankung, Brechreiz, Blähungen, Mundgeruch, Leberschäden, Gallenblasenerweiterung, Hautabschälung, Nesselsucht, Lichtempfindlichkeitsreaktion, Hautrötung, Akne, vermehrtes Schwitzen, Hautblasen, Nagelerkrankung, Gelenkschwellung, Gelenkschmerzen, Knochenschmerzen, Muskelschmerzen, Muskel-Knochen-Schmerzen, Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Schmerz in Armen oder Beinen, Gefühl der Schwere, Nierenversagen, Harnblasenentzündung (nicht durch eine Infektion), Störungen bei der Entleerung der Harnblase, Blut im Urin, weiße Blutkörperchen im Urin, Menstruationsstörung, allgemeine Verschlechterung des körperlichen Gesundheitszustandes, Schmerzen, Gefühl der Körpertemperaturänderung, Trockenheit von Hautoberflächen, Kreatinin im Blut erhöht, QT-Verlängerung im EKG, Verlängerte Blutungszeit, Harnstoff-Wert im Blut erhöht, Lactatdehydrogenase im Blut erhöht, erniedrigter Eiweißwert im Blut, C-reaktives Protein im Blut erhöht, Menge der Blutzellen erniedrigt.

Um die Wirkung auf das Knochenmark zu überwachen, muss der Arzt vor dem Beginn der Therapie und nach Bedarf ein Gesamtblutbild erstellen, zumindest jedoch vor jedem Behandlungszyklus.

Welche Wechselwirkungen zeigen Trifluridin + Tipiracil?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei der Anwendung von Wirkstoffen wie dem virenhemmenden Mittel Zidovudin ist Vorsicht geboten. Auch Zidovudin wird von dem Enzym Thymidin-Kinase verstoffwechselt und damit aktiviert. Bei gleichzeitiger Anwendung mit mit der Kombination können diese Substanzen mit Trifluridin um die Aktivierung durch die Thymidin-Kinase konkurrieren. Ergebnis ist eine möglicherweise verminderte Wirksamkeit der virenhemmenden Mittel. Der Arzt wird daher andere Wirkstoffe wählen, die keine Ziele der Thymidin-Kinase sind, wie beispielsweise Lamivudin, Zalcitabin, Didanosin und Abacavir.

Es ist nicht bekannt, ob die Kombination die Wirksamkeit der "Pille" herabsetzt. Frauen, die sie anwenden, müssen diese durch eine Barrieremethode zur Empfängnisverhütung (Kondom, Pessar) ergänzen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf nur von Ärzten verschrieben werden, die erfahren in der Krebsbehandlung sind.
  • Weil die Wirkung der "Pille" vermindert sein kann, müssen Frauen und Männer während der Behandlung und bis sechs Monate danach eine Schwangerschaft sicher verhüten.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Trifluridin + Tipiracil?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Trifluridin + Tipiracil enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Trifluridin + Tipiracil

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Trifluridin + Tipiracil. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Zytostatika, zu welcher die Wirkstoffkombination Trifluridin + Tipiracil gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Trifluridin + Tipiracil

De Kombination wird bei Erwachsenen zur Behandlung von Dick- und Enddarmkrebs eingesetzt, der schon Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat.

Voraussetzung ist, dass die Patienten schon mit anderen Therapien behandelt wurden oder für diese nicht geeignet sind. Diese Therapien beinhalten Fluoropyrimidin, Oxaliplatin und Irinotecan sowie modernere Substanzen, die durch Hemmung des Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) die Blutversorgung von neugebildetem Krebsgewebe hemmen oder durch Blockade des Epidermal-growth-factor-Rezeptors (EGFR) das Wachstum der Geschwulst unterdrücken.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Trifluridin + Tipiracil sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Trifluridin + Tipiracil

Die Kombination gehört zur Wirkstoffgruppe der Zytostatika.

Trifluridin ist einem Baustein der Erbsubstanz, dem Nukleosid mit der Aminosäure Thymidin sehr ähnlich. Nach Aufnahme in Tumorzellen wird Trifluridin durch verschiedene Stoffwechselschritte zu einem Molekül umgebaut, das dem Baustein so stark ähnelt, dass es in die Erbsubstanz (DNA) eingebaut wird. Da es jedoch nicht die Funktion des Originals übernehmen kann, stört es die Zellvermehrung und damit das Wachstum der Krebsgeschwulst.

Tipiracil selbst ist eigentlich kein Zytostatikum. Trifluridin wird nach der Einnahme schnell von dem Enzym Thymidin-Phosphorylase verstoffwechselt, aktiviert und danach rasch abgebaut. Tipiracil ist ein Hemmstoff dieses Enzyms. Indem es dieses unwirksam macht, kann Trifluridin in größeren Mengen unverwandelt in die Krebszellen gelangen und dort wirken.

Die Kombination Trifluridin + Tipiracil ist selbst gegen Dickdarmkrebs-Zellen wirksam, die mit 5-Fluorouracil nicht vernichtet werden können.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.