PegIntron vorgefüllter Injektor 50/-80/-100/-120/-150 Mikrogramm

Hersteller: essex pharma GmbH
Wirkstoff: Interferon alfa-2b
Darreichnungsform: Fertigspritze
Rezeptpflichtig

Wirkung

PegIntron vorgefüllter Injektor 50/-80/-100/-120/-150 Mikrogramm enthält den Wirkstoff Interferon alfa-2b. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von PegIntron vorgefüllter Injektor 50/-80/-100/-120/-150 Mikrogramm.

Interferon alfa-2b wird in der Krebstherapie und der Therapie von Leberentzündungen (auch im Stadium der Leberzirrhose) durch Viren (Hepatitis B und C) eingesetzt, um die körpereigene Abwehr gegen Viren anzuregen und das Wachstum von Krebszellen zu hemmen.

Zu den mit Interferon alfa-2b behandelbaren Krebsarten zählen die Haarzellenleukämie, die chronisch myeloische Leukämie (CML), das T-Zell-Lymphom der Haut, das follikuläre Non-Hodgkin-Lymphom, das bösartige Melanom, das Nierenzellkarzinom und das Kaposi-Sarkom bei AIDS-Patienten.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Interferon alfa-2b sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Interferone, zu welcher der Wirkstoff Interferon alfa-2b gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • chronische Hepatitis C (zur Behandlung Erwachsener mit chronischer Hepatitis C, mit erhöhten Leberwerten ohne Leberentgleisung, aber mit nachgewiesenem Kontakt mit Hepatitis-C-Virus)

Dosierung

Das Medikament sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Vor Verabreichung wird das Medikament aus dem Kühlschrank entnommen, damit das Lösungsmittel Raumtemperatur annehmen kann. Der pulverisierte Wirkstoff wird im Injektor mit dem Lösungsmittel aus dem Zwei-Kammer-Zylinder versetzt.
Die Therapie mit PegIntron sollte ein in der Behandlung von Hepatitis C erfahrener Arzt durchführen. Wird PegIntron allein, das heißt nicht in Kombination mit Ribavirin, eingesetzt, so wird körpergewichtsabhängig dosiert. Es werden 0,5 Mikrogramm oder 1,0 Mikrogramm des Medikaments pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche verabreicht. Die Wirkstoffmenge hängt von der Verträglichkeit des Präparats und dem Zustand des Patienten ab.
Bei einer Kombinationstherapie gilt, dass 1,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche verabreicht werden. Parallel dazu wird Ribavirin eingenommen.
Die Injektionslösung wird jeweils unter die Haut gespritzt.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Natriumdihydrogenphosphat 2 H2O
  • Natriummonohydrogenphosphat H2O-frei
  • Polysorbat 80
  • Saccharose
  • Wasser für Injektionszwecke

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Ermüdung, Schüttelfrost, Fieber, grippeartige Symptome, Kraftlosigkeit, Gewichtsabnahme, Übelkeit, Magersucht, Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Skelettschmerzen, Depression, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Angst, Konzentrationsschwäche, Gefühlsschwankungen, Haarausfall, Juckreiz, Hauttrockenheit, Ausschlag, Rachenraumentzündung, Husten, Luftnot, Schwindel, Virusinfektionen, Injektionsstellenentzündungen.

Häufige Nebenwirkungen:
Injektionsstellenschmerzen, Mundtrockenheit, Schwitzen, Hautrötung, Tränendrüsenstörungen, Unwohlsein, Brustkorbschmerzen, Schmerzen, Bluthochdruck, Gefühlsstörungen, Verwirrtheit, Missempfindungen, Zittern, Migräne, Schilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsenunterfunktion, Verdauungsbeschwerden, Mundentzündung, Verstopfung, Austrocknung, Zahnfleischentzündung, Zungenentzündung, dünnflüssiger Stuhl, Mundgeschwür, Ohrklingeln, Herzstolpern, Herzrasen, Lebervergrößerung, erhöhter Harnsäurewert, Kalziummangel, Durst, Gelenkentzündung, Verminderung der Blutplättchen, Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen, Schläfrigkeit, verminderte Libido, Ausbleiben der Monatsblutung, Brustschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Verminderung der Menstruation, Menstruationsstörungen, Scheidenstörungen, Herpes simplex-Infektion, Bronchitis, Nasenbluten, verstopfte Nase, Atmungsstörungen, Schnupfen, Nasenausfluss, Nasennebenhöhlenentzündung, Schuppenflechte (neu oder verschlimmert), Hautstörungen, Geschmacksverändungen, Harndrang, verschwommenes Sehen, Bindehautentzündung, Augenschmerzen, Sehstörungen, Verminderung der weißen Blutzellen, Lymphknotenveränderungen.

Seltene Nebenwirkungen:
Selbstmordabsicht, Lungenentzündung, Netzhautblutungen, Netzhautstörungen (einschließlich Makula-Ödemen), Augenhintergrundveränderung, Netzhautgefäßeverschluss, Sehschärfenverlust, Gesichtsfeldausfall, Sehnerventzündung, Augenhintergrundschwellung, Herzerkrankung.

Sehr seltene oder vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Gesichtsödem, Senkung des Blutdrucks, Verringerung der Herzdurchblutung, Herzinfarkt, Bewusstseinsstörungen, Nervenstörungen, Nervenerkrankungen, Krampfanfälle, Hörstörungen, Zuckerkrankheit, Verschlimmerung der Zuckerkrankheit, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Appetitzunahme, Zahnfleischbluten, Sarkoidose, Verschlimmerung einer Sarkoidose, Leberschäden (mit tödlichem Ausgang), Überzuckerung, Erhöhung des Blutfettwerts, Muskelauflösung, Beinkrämpfe, Rückenschmerzen, aggressives Verhalten, Selbstmordversuche, Selbstmord, Psychose, Halluzinationen, Lungeneinlagerungen, schwere Hauterkrankungen, schwere Hautausschläge, Absterben der Haut, Nierenerkrankung, Nierenschwäche, Nierenversagen, Durchblutungsstörungen, Blutarmut, Herzrhythmusstörungen (meist bei Herzvorerkrankungen) Autoimmunerkrankungen, Störungen des Abwehrsystems einschließlich Schilddrüsenstörungen, Hautblutungen, Gefäßentzündungen, Laborwertveränderungen.

Wechselwirkungen

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Zytostatika (Wirkstoff gegen Krebs wie Cyclophosphamid, Doxorubicin, Teniposid und Ara-C) kommt es zu einer erhöhten Vergiftungsgefahr.

Weiterhin sollten Schlafmittel, Betäubungsmittel und Beruhigungsmittel nur nach ärztlicher Risiko-Nutzen-Abwägung verabreicht werden, da Nebenwirkungen verstärkt werden können. Gleiches gilt für Theophyllin und Aminophyllin (beides Wirkstoffe gegen Bronchienverengung), Xanthinderivate (Wirkstoffe gegen Durchblutungsstörungen), Ribavirin (Wirkstoff gegen Viren) und Shosaikoto (chinesischer Wirkstoff).

Gegenanzeigen

Interferon alfa-2b darf generell nicht eingesetzt werden, wenn eine Allergie gegen diesen Wirkstoff besteht. Außerdem ist er nicht zu verwenden, wenn eine Herzkrankheit existiert oder existiert hat oder wenn Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), wie beispielsweise Krampfanfälle (Epilepsien), bestehen. Gleiches gilt bei schweren psychischen Störungen.

Bei schweren Leberfunktionsstörungen und Nierenfunktionsstörungen ist Interferon alfa-2b ebenfalls verboten. Darüber hinaus ist es bei schwerer Leberentzündung mit entgleister narbiger Umwandlung der Leber (Leberzirrhose) verboten, da es zum vollständigen Leberversagen kommen kann. Auch bei anderen Formen der Leberentzündung, die nicht durch Viren verursacht wurden, ist von einer Anwendung abzusehen. Dies gilt auch für Autoimmunkrankheiten (Krankheiten, bei denen der Körper Abwehrzellen gegen eigene Organe oder Gewebe bildet) der Leber oder Niere.

Liegt eine Schilddrüsenerkrankung vor, die auch mit Medikamenten nicht ausreichend behandelt werden kann, ist Interferon alfa-2b ebenfalls nicht einzusetzen.

Außerdem darf es nicht eingesetzt werden, wenn die Patienten erst kurz zuvor Immunsuppressiva (Wirkstoffe zur Unterdrückung des Immunsystems) erhalten haben oder noch erhalten sowie wenn Patienten Proteaseinhibitoren (Verdauungsenzym-Hemmstoffe) einnehmen. Gleiches gilt, wenn die Patienten sich in einem sehr geschwächten Zustand befinden oder zuckerkrank sind.

Eine ärztliche Risiko-Nutzen-Abwägung ist notwendig bei leichtereren Leberfunktionsstörungen, bei Augenerkrankungen, bei Blutgerinnungsstörungen oder schwerer Knochenmarksfunktionseinschränkung. Gleiches gilt bei Patienten mit Depressionen, mit Selbstmordabsichten und nach Selbstmordversuchen.

Ferner muss bei Schuppenflechte, Sarkoidose, HIV-Infektion und bösartigem Hautkrebs eine Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen.

Kommt es im Verlauf der Behandlung zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen, muss die Behandlung abgebrochen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Für Interferon alfa-2b liegen keine klinischen Untersuchungsergebnisse bezüglich möglicher Risiken in der Schwangerschaften und Stillzeit vor. Daher ist Interferon alfa-2b während der Schwangerschaft nur anzuwenden, wenn der potenzielle Nutzen die Gefahren für das ungeborene Kind rechtfertigt. In der Stillzeit sollte der Wirkstoff gar nicht verabreicht werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Verabreichung des Wirkstoffes bei Kindern ist durch den behandelnden Arzt besonders streng bezüglich Nutzen und Risiko abzuwägen.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann eingeschränkt sein und damit auch die Fähigkeit zur Teilnahme am Strassenverkehr sowie zum Bedienen von Maschinen.
  • Während der Behandlung sind empfängnisverhütende Maßnahmen unerlässlich.
  • Bei Änderungen der Sehleistung sollten Augenuntersuchungen durchgeführt werden.
  • Bei Patienten mit Atemproblemen und Fieber sollte die Lunge geröntgt werden.
  • Während der Behandlung auf ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, da ein Blutdruckabfall möglich ist.
  • Während der Therapie müssen regelmäßig augenärztliche Kontrollen durchgeführt werden.
  • Vor Behandlungsbeginn aktuelle Behandlungsrichtlinien zu Rate ziehen, ob eine Leberbiopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) erforderlich ist.
  • Falls während der Behandlung autoimmune Störungen auftreten, ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer weiteren Behandlung sorgfältig zu überdenken.
  • Hämatologische Veränderungen, Veränderungen des Blutzuckerverhaltens und des Herz-Kreislauf-Systems sowie Schilddrüsen- und Leberfunktion sind regelmäßig zu erfassen und sorgfältig zu überwachen.
  • Die Anwendung des Medikaments kann zu depressiven Verstimmungen und Selbstmordgedanken führen. Die psychische Verfassung des Patienten ist daher sorgfältig zu überwachen.
  • Bei ungeklärten Lungenfunktionsstörungen oder Auftreten einer Schuppenflechte sollte die Beendigung der Behandlung überdacht werden.
  • Die Behandlung sollte ausschließlich durch einen in der Therapie von Hepatitis C erfahrenen Arzt vorgenommen werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Fertigspritze)
4 Stück Fertigspritzen
50 Mikrogramm Interferon alfa-2b
12 Stück Fertigspritzen
50 Mikrogramm Interferon alfa-2b
4 Stück Fertigspritzen
80 Mikrogramm Interferon alfa-2b
12 Stück Fertigspritzen
80 Mikrogramm Interferon alfa-2b
4 Stück Fertigspritzen
100 Mikrogramm Interferon alfa-2b
12 Stück Fertigspritzen
100 Mikrogramm Interferon alfa-2b
4 Stück Fertigspritzen
120 Mikrogramm Interferon alfa-2b
12 Stück Fertigspritzen
120 Mikrogramm Interferon alfa-2b
4 Stück Fertigspritzen
150 Mikrogramm Interferon alfa-2b
12 Stück Fertigspritzen
150 Mikrogramm Interferon alfa-2b

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über PegIntron vorgefüllter Injektor 50/-80/-100/-120/-150 Mikrogramm sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Interferon alfa-2b (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.