Allobeta 100/-300

Hersteller: betapharm Arzneimittel GmbH
Wirkstoff: Allopurinol
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Allobeta 100/-300 enthält den Wirkstoff Allopurinol.

Dieser Wirkstoff wird bevorzugt in der Langzeitbehandlung der Gicht sowie zur Vorbeugung von akuten Gichtanfällen eingesetzt. Allopurinol dient dazu, erhöhte Harnsäure-Konzentrationen im Blut (Hyperurikämie) zu senken, wenn Ernährungsumstellung, Alkoholverzicht sowie eine Kalorienbeschränkung bei Übergewicht alleine nicht ausreichen.

Während der Therapie mit dem Wirkstoff werden Ablagerungen von Harnsäure (Uratkristalle) gelöst und über die Niere ausgeschieden. Diese Ablagerungen sind für die typischen Symptome bei einer Gicht verantwortlich.

Bei Kindern kann es während der Behandlung einer Leukämie zu einer Nierenschädigung durch den erhöhten Harnsäurespiegel im Blut kommen. Zur Vorbeugung wird daher die Leukämietherapie durch Allopurinol ergänzt. Auch bestimmte Erbkrankheiten, wie beispielsweise das zur kindlichen Gicht führende Lesch-Nyhan-Syndrom oder ein Adenosin-Phosphoribosyl-Transferase-Mangel, erfordern die Gabe von Allopurinol.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Allopurinol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Gichtmittel, zu welcher der Wirkstoff Allopurinol gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • angeborene Ausscheidungsstörung der Niere, die mit einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut (≥ 8,5 mg/ 100 ml) einhergeht (100 und 300 Milligramm)
  • erhöhte Harnsäurespigel im Blut, (≥ 8,5 mg/ 100 ml), die durch verschiedene Begleiterkrankungen verursacht wurden (100 und 300 Milligramm)
  • Senkung des Harnsäurespiegels bei Gicht (100 und 300 Milligramm)
  • harnsäurebedingte Nierenschädigung (100 und 300 Milligramm)
  • Auflösung und Verhinderung von Harnsäuresteinen (100 und 300 Milligramm)
  • Verhinderung der Bildung von Calcium-Oxalatsteinen bei erhöhten Harsäurespiegeln im Blut (100 und 300 Milligramm)
  • angeborene Enzymmangelkrankheiten (Lesch-Nyhan-Syndrom, Adenosin-Phosphoribosyl-Transferasemangel) (100 Milligramm)
  • Nierenschädigung durch erhöhten Harnsäurespiegel bei einer Blutkrebsbehandlung (100 Milligramm)

Dosierung

Erwachsene nehmen, je nachdem, wie hoch die aktuellen Harnsäurewerte sind, 100 bis 300 Milligramm Allopurinol pro Tag ein. In Einzelfällen kann die Tagesgesamtdosis auf maximal 600 bis 800 Milligramm Allopurinol gesteigert werden. Die Einzeldosis sollte 300 Milligramm Allopurinol nicht überschreiten.

Für Kinder beträgt die Tagesdosis 10 Milligramm Allopurinol pro Kilogramm Körpergewicht (höchstens 400 Milligramm pro Tag), verteilt auf drei Einzeldosen. Tabletten mit je 300 Milligramm Wirkstoff sind für Kinder nicht geeignet.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollten höchstens 100 Milligramm Allopurinol pro Tag verabreicht werden.

Bei Nierenversagen und Leberfunktionsstörungen richtet sich die Dosis nach dem noch vorhandenen Ausscheidungsvermögen der Niere. Je schlechter die Niere funktioniert, umso niedriger muss Allopurinol dosiert werden. Nur bei Dialysepatienten können sofort nach jeder Blutwäsche (das heißt zwei- oder dreimal pro Woche) 300 Milligramm Allopurinol gegeben werden.

Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit wie beispielsweise Wasser nach einer Mahlzeit eingenommen. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Cellulosepulver
  • Crospovidon
  • Macrogol 4000
  • Magnesiumstearat
  • Mikrokristalline Cellulose
  • Povidon K 25
  • Talkum

Nebenwirkungen


Zu Beginn der Einnahme: akute Gichtanfälle als Reaktion auf den Wirkstoff.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Übelkeit, Brechreiz, Durchfall.

Seltene Nebenwirkungen:
Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, Gelbsucht, Nierenentzündungen, Krampfanfälle, Hautveränderungen mit Fieber, Lymphknotenschwellungen, Gelenkschmerzen und Blutbildveränderungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen; Leberfunktionsstörungen, Gallengangsentzündungen, Schläfrigkeit, Nervosität, Haarausfall, verfärbtes Haar, Schwächegefühl, Bewegungsstörungen, Lähmungserscheinungen, Herzrhythmusstörungen, Diabetes mellitus, Depressionen, Eiterbeulen, Geschmacksveränderungen, Brustvergrößerungen bei Männern, Erbrechen von Blut, Blut im Urin, erhöhte Fettkonzentrationen im Blut, Bluthochdruck, Impotenz, Unfruchtbarkeit, Sehstörungen, grauer Star, Bewusstlosigkeit, Muskelschmerzen, Hautschwellungen (Quincke-Ödem), Fettstühle, Entzündungen des Mundraums, Bewusstseinstrübungen, Samenerguss, Nervenstörungen, Gangstörungen, Veränderungen des gelben Flecks im Auge (Makuladegeneration), Wassereinlagerungen, schwere Hautreaktionen (Überempfindlichkeitssyndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse).

Besonderheiten:
Schwere Hautreaktionen, die möglicherweise lebensbedrohlich sind, können sich anfänglich als rötliche, schießscheibenartige oder kreisförmige Flecken (oft mit zentralem Bläschen) am Körperstamm zeigen. Zusätzliche Beschwerden sind offene, schmerzende Stellen in Mund, Hals, Nase und im Schambereich sowie gerötete und geschwollene Augen (Bindehautentzündung). Häufig werden diese Hautreaktionen von Grippe-ähnlichen Anzeichen begleitet. Der Hautausschlag – das Risiko hierfür ist insbesondere in den ersten Behandlungswochen erhöht – kann zu einer großflächigen Blasenbildung oder Ablösung der Haut führen. Menschen die von Han-Chinesen oder Thailändern abstammen, können ein höheres Risiko für die genannten Nebenwirkungen haben. Treten die genannten Anzeichen auf, muss die Allopurinol-Behandlung sofort beendet und der behandelnde Arzt informiert werden.

Wechselwirkungen

Die Wirksamkeit von Allopurinol wird durch die gleichzeitige Gabe von Wirkstoffen, die eine vermehrte Harnsäureausscheidung bewirken, herabgesetzt. Zu diesen Wirkstoffen gehören die Gichtmittel Probenecid, Benzbromaron und Sulfinpyrazon. Ebenfalls ist die Wirkung von Allopurinol vermindert bei gleichzeitiger Einnahme der entwässernd wirkenden Thiazide und Etacrynsäure.

Wird Allopurinol gleichzeitig mit 6-Mercaptopurin oder Azathioprin verabreicht, muss deren Dosis gesenkt werden, da diese Wirkstoffe langsamer abgebaut werden und somit ihre Wirkung verlängert ist.

Bei gleichzeitiger Einnahme der Antibiotika Ampicillin oder Amoxicillin ist vermehrt mit allergischen Reaktionen (Hautausschlägen) zu rechnen. Deshalb sollten Patienten, die Allopurinol einnehmen, andere Antibiotika erhalten.

Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulantien) wie beispielsweise Cumarin oder Warfarin können in ihrer Wirkung verstärkt werden. Es ist daher eine häufigere Kontrolle der Blutgerinnung erforderlich und gegebenenfalls eine entsprechende Dosisverringerung notwendig.

Insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion kann die blutzuckersenkende Wirkung des Diabetes-Medikaments Chlorpropamid durch die gleichzeitige Gabe von Allopurinol verlängert werden, was eine Dosisverringerung erforderlich macht.

Allopurinol hemmt bei hoher Dosierung den Stoffwechsel des bei Asthma eingesetzten Wirkstoffs Theophyllin. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol oder bei Erhöhung der Allopurinol-Dosis sollte deshalb der Theophyllinspiegel im Blut bestimmt werden.

Bei Gabe von Allopurinol und Zytostatika treten Blutbildveränderungen häufiger auf als bei Einzelgabe der Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in kurzen Zeitabständen durchzuführen.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Allopurinol darf der Wirkstoff nicht angewendet werden. Aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts dürfen Tabletten mit mehr als 300 Milligramm Allopurinol bei Kindern oder Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion nicht eingesetzt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Für die Anwendung während der Schwangerschaft gibt es beim Menschen noch wenig Erfahrung. Bei Gabe sehr hoher Dosen kam es in Tierversuchen zu Fehlbildungen beim ungeborenen Kind. Während der Schwangerschaft sollte Allopurinol daher nicht angewendet werden.

Da Allopurinol in die Muttermilch übergeht, sollten stillende Frauen Allopurinol nicht einnehmen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Für Kinder beträgt die Tagesdosis 10 Milligramm Allopurinol pro Kilogramm Körpergewicht, verteilt auf drei Einzeldosen. Es dürfen an einem Tag nicht mehr als 400 Milligramm des Wirkstoffs gegeben werden.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann durch das Medikament so weit beeinträchtigt sein, das Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sind.
  • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Leberfunktion oder Blutbildungsstörungen müssen sorgfältig vom Arzt überwacht werden.
  • Bei Behandlung mit dem Medikament muss eine reichliche Flüssigkeitszufuhr sichergestellt sein. Besonders bei der Behandlung einer Gichtniere und Harnsäuresteinen müssen am Tag mindestens zwei Liter Urin ausgeschieden werden.
  • Das Medikament ist nicht für die Behandlung eines akuten Gichtanfalls einzusetzen.
  • Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen, bei Fieber, Augenbrennen, Schluckbeschwerden und Hautschäden am Rumpf ist das Medikament sofort abzusetzen und ein Arzt aufzusuchen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tablette)
100 Stück Tabletten
100 Milligramm Allopurinol
30 Stück Tabletten
300 Milligramm Allopurinol
100 Stück Tabletten
300 Milligramm Allopurinol

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Allobeta 100/-300 sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Allopurinol (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.