Struma (Kropf, vergrößerte Schilddrüse): Was ist das?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Dezember 2016)

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Der Begriff Struma, im Volksmund auch Kropf genannt, beschreibt eine vergrößerte Schilddrüse. Die Betroffenen bemerken oft keine Symptome. Eine Schilddrüsenvergrößerung kann aber ebenso Beschwerden wie ein Druckgefühl im Hals oder Schluckbeschwerden verursachen. Wenn sich die Schilddrüse stark vergrößert, kann sie unter Umständen die Luftröhre einengen und die Atmung erschweren.

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das unterhalb des Kehlkopfs am Hals liegt. Sie bildet die beiden für den Körper lebenswichtigen Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin. Je nachdem, wie sich eine vergrößerte Schilddrüse auf die Hormonproduktion auswirkt, lassen sich verschiedene Formen der Struma unterscheiden:

  • Meistens ist die Produktion der Schilddrüsenhormone trotz der Schilddrüsenvergrößerung unverändert. Mediziner bezeichnen den Kropf dann als euthyreote Struma.
  • Produziert die vergrößerte Schilddrüse mehr Hormone, liegt eine hyperthyreote Struma vor (Hyperthyreose = Schilddrüsenüberfunktion).
  • Bildet die Schilddrüse zu wenig Hormone, handelt es sich um eine hypothyreote Struma (Hypothyreose = Schilddrüsenunterfunktion).

Je nachdem, wie stark der sogenannte Kropf ausgebildet ist, unterscheidet man folgende Struma-Grade:

  • Grad 0: Die vergrößerte Schilddrüse lässt sich nur im Ultraschall feststellen. Die Schilddrüse ist weder sicht- noch tastbar vergrößert.
  • Grad I: Die Schilddrüse ist tastbar vergrößert, aber die Vergrößerung ist nicht oder nur bei zurückgebeugtem Kopf sichtbar.
  • Grad II: Die Schilddrüsenvergrößerung ist sicht- und tastbar.
  • Grad III: Die Schilddrüse ist stark vergrößert. Der Kropf ist auch aus Entfernung sichtbar.

Dabei ist die Schilddrüse entweder gleichmäßig vergrößert (sog. Struma diffusa) oder es kommt – durch einen oder mehrere sogenannte Schilddrüsenknoten – nur in bestimmten Bereichen zur Schilddrüsenvergrößerung (sog. Struma nodosa; bei vielen Knoten in der Schilddrüse sprechen Mediziner auch von einer Struma multinodosa). Je nach ihrer hormonellen Aktivität unterscheiden Mediziner kalte und heiße Knoten:

  • Ein kalter Knoten bildet im Vergleich zur restlichen Schilddrüse weniger oder gar keine Hormone. Die Schilddrüsenfunktion ist durch kalte Knoten aber meist nicht beeinträchtigt.
  • Ein heißer Knoten bildet vermehrt Hormone. Dadurch gelangen zu viele Schilddrüsenhormone ins Blut – ab einer bestimmten Knotengröße kann so eine Schilddrüsenüberfunktion entstehen.

Meistens sind Schilddrüsenknoten für eine vergrößerte Schilddrüse verantwortlich. Die Struma diffusa kommt dagegen eher selten vor. Hierbei wuchert das gesamte Schilddrüsengewebe, zum Beispiel durch hormonelle Einflüsse während der Pubertät.

Fazit: Eine Struma alleine sagt noch nichts darüber aus, ob die Schilddrüse normal funktioniert oder warum sie vergrößert ist.