Carbimazol

Allgemeines

Carbimazol wird in Form von Tabletten oder Filmtabletten zur Normalisierung einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • erhöhte Schilddrüsenhormonkonzentrationen normalisieren
  • Beschwerden bei Schilddrüsenüberfunktion mindern.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Carbimazol im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Carbimazol nicht verwendet werden?

Auf keinen Fall darf Carbimazol bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen diesen oder einen ähnlichem Wirkstoff (Thioharnstoff-Derivate) angewandt werden. Ebenso sind Patienten mit einer verminderten Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozyten) oder früherer Knochenmarksstörung (Agranulozytose) nach der Einnahme von Carbimazol oder Thiamazol von der Behandlung auszuschließen. Das Gleiche gilt für Patienten mit anderen Störungen des Blutbilds.

Bei Patienten mit einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung in der Vorgeschichte infolge der Behandlung mit Carbimazol darf der Wirkstoff nicht wieder verabreicht werden. Die erneute Anwendung könnte zum Wiederauftreten der Entzündung führen mit einer verkürzten Zeit bis zum Krankheitsbeginn.

Da der Wirkstoff durch die Leber verstoffwechselt und über die Galle ausgeschieden wird, dürfen auch Patienten mit Gallenabflussstörungen oder Lebererkrankungen Carbimazol nicht erhalten. Wenn die entsprechenden Blutwerte erhöht sind, muss der Arzt besonders vorsichtig sein und auf Anzeichen von Nebenwirkungen achten.

Bei stärkerer Vergrößerung der Schilddrüse mit Einengung der Luftröhre sollte Carbimazol nur kurzfristig und unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung eingenommen werden, da Carbimazol das Wachstum der Schilddrüse beschleunigen kann.

Bei einer Therapie mit Schilddrüsenhormonen während der Schwangerschaft darf nicht mit Carbimazol behandelt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Frauen im gebährfähigen Alter müssen während einer Behandlung mit Carbimazol wirksame Methoden der Schwangerschaftsverhütung anwenden.

Carbimazol darf während einer Schwangerschaft nur nach der Durchführung einer strengen ärztlichen Nutzen-Risiko-Bewertung und nur mit der niedrigsten wirksamen Dosis ohne zusätzliche Verabreichung von Schilddrüsenhormonen angewendet werden.

Während der Stillzeit darf Thiamazol nur unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung und nur in der niedrigsten wirksamen Dosierung angewendet werden. Andernfalls kann sich beim Kind eine Schilddrüsenunterfunktion ausbilden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder werden mit einer Dosis zwischen 0,3 und 0,7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht behandelt.

Welche Nebenwirkungen kann Carbimazol haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Carbimazol. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Allergische Hauterscheinungen wie Juckreiz, Hautausschlag und mückenstichähnliche Quaddeln.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Stark verringerte Zahl bestimmter Blutzellen (Agranulozytose), Arzneimittelfieber, Wassereinlagerungen, Geschmacksstörungen, Geruchsstörungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, gelbe Hautfärbung als Zeichen eines Gallestaus oder einer Leberentzündung, Lymphknotenschwellungen am gesamten Körper, Nierenentzündung, Gelenkentzündung, Speicheldrüsenschwellungen, Blutplättchenverminderung oder Verminderung aller Blutzellen, Gefäßentzündung, Nervenentzündung, Missempfindungen, Wassereinlagerung im Gewebe, Haarausfall, bestimmte Immunerkrankungen (Lupus erythematodes, Insulin-Autoimmunsyndrom), schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautentzündung.

Bei Überdosierung:
Schilddrüsenvergrößerung, Schilddrüsenunterfunktion.

Besonderheiten:
Durch den Rückgang der Schilddrüsenüberfunktion normalisiert sich die Stoffwechsellage. Dadurch kann es zu einer Gewichtszunahme kommen.

In seltenen Fällen kann Carbimazol eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen. Möglicherweise liegt die Ursache in einer überschießenden Reaktion der körpereigenen Abwehr.

Welche Wechselwirkungen zeigt Carbimazol?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Jodmangel erhöht die Wirkung von Carbimazol, ein Überangebot an Jod vermindert die Carbimazolwirkung.

Weitere Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Allerdings beeinflusst eine Schilddrüsenüberfunktion den Stoffwechsel und die Ausscheidung zahlreicher Wirkstoffe. Daher kann bei Normalisierung der Schilddrüsenfunktion eine Dosisanpassung anderer Wirkstoffe erforderlich werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Fieber oder Entzündungen in Mund und Rachen muss der Wirkstoff sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.
  • Um gefährliche Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen, muss der Arzt regelmäßig das Blutbild kontrollieren.
  • Bei allergischen Reaktionen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Carbimazol?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Carbimazol enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten

So wirkt Carbimazol

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Carbimazol. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Thyreostatika, Schilddrüsenmittel, zu welcher der Wirkstoff Carbimazol gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Carbimazol

Carbimazol wird in Form von Tabletten oder Filmtabletten zur Normalisierung einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt.

Bei Schilddrüsenüberfunktion wird Carbimazol auch zur Vorbereitung einer Radiojodtherapie und zur Operationsvorbereitung eingesetzt, um das Risiko einer gefährlichen Überproduktion von Schilddrüsenhormonen (thyreotoxischen Krise) zu vermindern.

Vorbeugend wird Carbimazol auch dann eingesetzt, wenn ein Patient, der an einer Schilddrüsenüberfunktion leidet, mit jodhaltigen Röntgenkontrastmitteln untersucht wird. Durch das Jod kann die ohnehin schon zu aktive Schilddrüse weiter angeregt werden, Carbimazol wirkt dem entgegen.

Die Therapie mit Carbimazol sollte etwa ein Jahr andauern. Danach ist bei bis etwa der Hälfte der Patienten mit einer dauerhaften Heilung zu rechnen. Bei allen anderen Betroffenen sollte dann eine Operation oder eine Radiojodtherapie durchgeführt werden. Eine Dauerbehandlung mit Carbimazol ist zwar zulässig, sollte jedoch nur im Einzelfall erfolgen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Carbimazol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Carbimazol

Carbimazol gehört zur Wirkstoffgruppe der Thyreostatika, es vermindert also die Aktivität der Schilddrüse.

Die Schilddrüse produziert mit Hilfe von Jod wichtige Hormone, die unter anderem den Stoffwechsel antreiben. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden zu viele dieser Hormone hergestellt.

Der Wirkstoff Carbimazol verhindert die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Dies erreicht er, indem er ein für die Hormonproduktion wichtiges Enzym, die Peroxidase, hemmt. Es werden weniger Hormone produziert, sodass die Symptome der Überfunktion nachlassen.

Carbimazol wird im Darm und im Blut in seine wirksame Form Thiamazol umgewandelt und wirkt deshalb genauso wie Thiamazol.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.