Schweinegrippe-Impfung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (24. Februar 2016)

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Nach ihrem ersten Auftreten in Mexiko im April 2009 verbreitete sich die Schweinegrippe (Neue Influenza A/H1N1) weltweit verbreitet und entwickelt sich zu einer Pandemie. Nach ihrem Höhepunkt im November 2009 sank die Zahl der Erkrankungen stetig ab, sodass die WHO die Pandemie im August 2010 offiziell für beendet erklärte.

Das Schweinegrippe-Virus ist ansteckender als die klassische Grippe (sog. saisonale Grippe, "Wintergrippe"). Gegen die Schweinegrippe konnte man sich während der Pandemie mithilfe der "Schweinegrippe-Impfung" schützen. Mittlerweile hat das Robert Koch-Institut (RKI) seine Impfempfehlung für eine spezielle Schweinegrippe-Impfung jedoch aufgehoben. Der Grund: Im aktuellen Grippeimpfstoff ist nun auch eine Komponente enthalten, die gegen die Schweinegrippe schützt.

Daher reicht es aus, an der normalen Grippeschutzimpfung teilzunehmen; eine gesonderte Impfung gegen Schweinegrippe ist nicht notwendig.

Um eine weitere Ausbreitung der Schweinegrippe zu verhindern und dadurch die Zahl der Krankheitsfälle so gering wie möglich zu halten, hatte man während der Pandemie zunächst Impfstoffe entwickelt, die unter Namen wie Pandemrix, Focetria und Celvapan zur Verfügung standen.

Wer soll sich impfen lassen?

Die Impfung gegen die saisonale Grippe (Influenza) schützt auch vor Schweinegrippe. Prinzipiell ist die Impfung gegen saisonale Grippe und Schweinegrippe freiwillig und steht jedem Menschen in Deutschland zur Verfügung. Die STIKO empfiehlt bestimmten Risikogruppen eine Grippeimpfung. Hierzu gehören:

  • Personen über 60 Jahre
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (zweites Trimenon) (bei erhöhter Gesundheitsgefahr wegen einer anderen Grunderkrankung ab dem ersten Trimenon)
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge eines Grundleidens wie chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, chronischen neurologischen Erkrankungen wie multiple Sklerose, Immunschwäche, HIV-Infektion
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Menschen mit erhöhter Gefährdung, zum Beispiel medizinisches und pflegendes Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • für jeden, wenn (aufgrund von Erfahrungen in anderen Ländern) eine Grippe-Epidemie oder ein neuer Virustyp zu erwarten ist und es hierfür schon einen Impfstoff gibt