Eine schwangere Frau treibt entspannt auf dem Meer.
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2. Trimester / Trimenon

Das 2. Schwangerschaftsdrittel (2. Trimester/Trimenon) umfasst die mittleren 14 Wochen der Schwangerschaft und somit die Schwangerschaftsmonate vier bis sieben.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

2. Schwangerschaftsdrittel (Trimenon)

Im 2. Trimester liegt der Schwerpunkt auf Größen- und Gewichtzunahme des Fötus. Die Organe sind fertig ausgebildet und müssen nur noch reifen. Jetzt zeigt sich die Schwangerschaft zunehmend: Der Bauch der werdenden Mutter wächst und die ersten Tritte und Knüffe werden auch für andere Personen fühlbar und oft auch sichtbar. Die Schwangerschaftsbeschwerden der ersten Monate lassen meistens im 2. Schwangerschaftsdrittel nach. Das 2. Trimenon ist die beste Zeit, wichtige Dinge zu erledigen oder noch einmal Urlaub zu machen – viele Schwangere bezeichnen diese Phase als die schönste Zeit der Schwangerschaft.

Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

Die Schwangerschaft wird in Drittel unterteilt, die jedoch nicht gleichverteilt sind. In Deutschland gibt es zwei verschiedene Zählweisen. Nach der häufigeren Variante sind die Schwangerschaftswochen folgendermaßen verteilt:

  • 1. Trimester: 1.-12. SSW
  • 2. Trimester: 13.-28. SSW
  • 3. Trimester: 29.-40. SSW (evtl. bis 42. SSW bei Übertragung, also 12-14 Wochen)

Die Alternative ordnet dem 2. Schwangerschaftsdrittel die Wochen 13 bis 24 zu und dem 3. Schwangerschaftsdrittel die Wochen 25 bis 40.

Die Unterteilung in Drittel stammt aus der Zeit, in der die Schwangerschaft ab dem Zeitpunkt der Befruchtung berechnet wurde und somit neun Monate umfasste, die gleichverteilt werden konnten.

Schwangerschaftswochen im 2. Trimester

4. Schwangerschaftsmonat:

5. Schwangerschaftsmonat:

6. Schwangerschaftsmonat:

7. Schwangerschaftsmonat:

Erschöpfung

Sie sind müde und erschöpft, während andere Schwangere davon berichten, wie energiegeladen sie sich fühlen? Auch wenn viele Schwangerschaftsbeschwerden jetzt nachlassen: Ein paar Unpässlichkeiten sind möglich und nicht unbedingt ein Grund zur Sorge.

Gönnen Sie sich Pausen und schlafen Sie, wenn Ihnen danach ist. Und sprechen Sie Ihren Frauenarzt an, wann immer Sie Fragen haben oder sich nicht wohl fühlen. Er oder sie ist jetzt Ansprechpartner bei allen Beschwerden.

Auch Medikamente sollten Sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt nehmen. Denn viele Mittel sind nicht für Schwangere geeignet. Der Arzt kann auch feststellen, ob hinter Müdigkeit und Erschöpfung eventuell ein Eisenmangel steckt.

Harter Bauch? Die Hormone können Schuld sein

Die wachsende Gebärmutter kann sich nach wie vor durch ein Ziehen im Bauch bemerkbar machen und auf die Blase drücken. Beckenbodentraining kann Ihnen dabei helfen, die Kontrolle über Ihre Blase zu behalten.

Wenn der Bauch hart wird, ist das in der Regel ebenfalls unbedenklich. Meist stecken Verstopfung und Blähungen dahinter. Verantwortlich dafür ist das Schwangerschaftshormon Progesteron. Es entspannt nicht nur die Muskeln der Gebärmutter, sondern auch die des Darms und schränkt seine Beweglichkeit ein.

Vorübergehen kann es hormonbedingt zu Haarausfall kommen. Allerdings gibt sich das in der Regel bald wieder und die Haare werden in der zweiten Schwangerschaftshälfte sogar voll und glänzend. Auch die Haut sieht rosig aus, weil der Körper stärker durchblutet ist.

Vom Bauchnabel zu den Schamhaaren hin kann sich eine dünne, dunkle Linie ziehen: Die sogenannte Linea fusca. Sie ist hormonbedingt und verschwindet nach der Schwangerschaft wieder.

Auch die Brustwarzen können dunkler werden und die Schwangere bekommt womöglich Sommersprossen. Auch diese Pigmentierungen sind hormonbedingt.

Sind Nahrungsergänzungsmittel nötig?

Wenn Sie ausgewogen und gesund essen, benötigen Sie in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel. Lediglich Jod und Folsäure sollten Sie zusätzlich täglich nehmen, wenn der Arzt ihnen dazu geraten hat.

Folsäure ist vor allem in der Frühschwangerschaft wichtig, wenn sich beim Baby das Neuralrohr bildet, aus dem später das Zentrale Nervensystem entsteht. Das für die Zellteilung wichtige Vitamin kann aber auch später in der Schwangerschaft noch eingenommen werden.

Auch Jod ist während der Schwangerschaft von großer Bedeutung. Der Körper benötigt mehr und ein Mangel kann zu Entwicklungsstörungen beim Kind führen. Es wird deshalb empfohlen, zusätzlich zur Nahrung Jod einzunehmen. Frauen mit einer Schilddrüsenerkrankung sollten allerdings vorher mit ihrem Arzt sprechen.

Sollte der Arzt festgestellt haben, dass Sie zu wenig Eisen im Körper haben, kann er es Ihnen in Form von Tabletten oder Saft verschreiben. Manche Frauen möchten gerne Präparate mit Schwangerschaftsvitaminen zu sich nehmen. Diese können eine gesunde Ernährung jedoch nicht ersetzen und sollten nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Wichtig sind zum Beispiel Ballaststoffe in Vollkornprodukten, Obst und Gemüse, um den Darm in Schwung zu halten und Beschwerden wie Verstopfung und Blähungen vorzubeugen.

Möglicherweise haben Sie Sodbrennen, weil das Baby auf den Magen drückt. Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag sind dann besser als wenige große.

Gewichtszunahme

Das Baby wächst jetzt rasant und fällt zunehmend ins Gewicht. Ab dem vierten Monat wird der Bauch sichtbar größer. Insgesamt ist eine Gewichtszunahme zwischen 10 und 16 Kilogramm normal.

Sehr schlanke Frauen nehmen eher mehr zu, übergewichtige Frauen eher weniger. Im Durchschnitt gewinnen Schwangere etwa 0,5 Kilo pro Woche an Gewicht, den größten Teil davon im 2. Trimester.

Mehr als ein Kilogramm pro Woche sollten Sie jedoch nicht zunehmen – das spricht meist dafür, dass Sie sich falsch ernähren. Auf eine Diät sollten Sie aber auf jeden Fall während der Schwangerschaft verzichten. Eine nicht durch die Ernährung erklärbare Gewichtszunahme kann in seltenen Fällen ein Hinweis auf eine Präeklampsie oder einen Schwangerschaftsdiabetes sein.

Das zusätzliche Gewicht belastet die Gefäße. Zusätzlich lockert das Schwangerschaftshormon Progesteron das Bindegewebe und somit auch die Venenwände. Die Blutzirkulation wird erschwert.

Als Folge davon können Stechen und Schmerzen in den Beinen und Besenreiser auftreten. Gegen geschwollene Beine kann es helfen, die Beine hochzulegen und kalte Umschläge zu machen. Wer zu Krampfadern neigt, sollte sich vom Arzt Kompressionsstrümpfe verschreiben lassen.

Mit dem zunehmenden Bauchumfang wird alles beschwerlicher. Rückenschmerzen können die Folge sein. Gymnastik und Yoga können Ihnen dabei helfen, den Rücken zu stärken und geschmeidig zu bleiben.

Was passiert beim 2. Screening?

Im 2. Trimester ist zwischen Beginn der 19. SSW und Ende der 22. SSW die zweite große Vorsorgeuntersuchung inklusive Ultraschall vorgesehen. Dabei sind folgende Untersuchungen und Daten wichtig:

  • mütterliches Gewicht und Blutdruck
  • Urinuntersuchung (Eiweiß, Zucker, Keime)
  • Hämoglobingehalt (gibt Hinweis auf den Eisengehalt und somit auf einen evtl. Eisenmangel)
  • Lage der Gebärmutter (Fundusstand: wird ermittelt über den Abstand von oberem Gebärmutterrand (über die Bauchdecke durch Tasten feststellbar) zum Bauchnabel)
  • Ultraschall

In einem Vorgespräch wird Ihnen freigestellt, ob im Ultraschall lediglich die biometrischen Daten (also Größe und Gewicht) des Babys ermittelt werden sollen. Sie können sich aber auch dafür entscheiden, dass zusätzlich die körperliche Entwicklung Ihres Babys überprüft wird. Die zusätzliche Untersuchung muss dann von einem entsprechend qualifizierten Untersucher durchgeführt werden.

Ultraschall ohne die zusätzliche Untersuchung der körperlichen Entwicklung (Basis-Ultraschalluntersuchung):

  • Lage, Bewegungen und Herzaktivität des Babys
  • Feststellung der Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft
  • Fruchtwassermenge
  • Lage und Funktion der Plazenta
  • Biometrische Daten:
    • Biparietaler Durchmesser (BPD): Abstand von Schläfe zu Schläfe
    • Fronto-okzipitaler Durchmesser (FOD): Abstand Stirn – Hinterkopf
      • Kopfumfang (KU): alternativ zum FOD
    • Abdomen/Thorax-quer-Durchmesser (ATD): Abstand linke bis rechte Bauchseite
    • Alternativ zum ATD:
      • Abdomen/Thorax-a. p.-Durchmesser (APD): Abstand Bauchnabel – Rückgrat
      • Abdomen/Thorax-Umfang (AU): Bauchumfang
    • Femurlänge (FL): Der Oberschenkelknochen (Femur) lässt sich im Ultraschall gut vermessen.
      • Alternativ zur FL kann auch die Humeruslänge (HL) vermessen werden, also die Länge des Oberarmknochens.

Welche Bereiche der Frauenarzt genau vermisst, hängt nicht zuletzt davon ab, wie das Baby gerade liegt und wie sehr es sich bewegt. Alle ermittelten Werte werden im Mutterpass notiert.

Die Femurlänge multipliziert mit dem Faktor sieben ergibt die ungefähre Scheitel-Fersen-Länge (SFL).

Wenn Sie sich dafür entscheiden, dass zusätzlich die körperliche Entwicklung ihres Kindes ermittelt werden soll, wird das Baby im Ultraschall von Kopf bis Fuß auf Auffälligkeiten untersucht (erweiterte Basis-Ultraschalluntersuchung):

  • Kopf: Überprüfung von Gehirn und Form des Kopfes
  • Hals / Rücken: Gibt es Auffälligkeiten?
  • Brustraum: Position und Funktion des Herzens
  • Rumpf: Überprüfung verschiedener Organe

Im Anschluss an die Ultraschalluntersuchung druckt der Frauenarzt gewöhnlich ein bis mehrere Ultraschallbilder aus und übergibt sie den werdenden Eltern.