Eine Schwangere entspannt beim Yoga.
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26. SSW (Schwangerschafts­woche)

In der 26. Schwangerschaftswoche (SSW) ist das Baby etwa 34 Zentimeter groß (SFL) und wiegt ungefähr 900 Gramm. Es kann jetzt ausgiebig gähnen und reckt und streckt sich häufig.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

26. Schwangerschaftswoche (SSW)

Was passiert in der 26. SSW?

Bei vielen werdenden Müttern nehmen jetzt die Schwangerschaftsbeschwerden wieder zu. Die Organe werden mehr und mehr vom wachsenden Baby zur Seite gedrängt, Atemnot, Sodbrennen und Rückenschmerzen sind die Folge. Das Baby bewegt sich jetzt viel, obwohl es in der Gebärmutter immer enger wird. In der 26. SSW öffnet es außerdem die Augen.

Was bedeutet 26. SSW?

In der 26. SSW ist der Fötus etwa 24 Wochen alt – der Unterschied zwischen Lebensalter und Schwangerschaftswoche kommt daher, dass die ersten zwei Schwangerschaftswochen lediglich der Berechnung dienen. Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

In der 26. SSW sind Sie 25 Wochen und x Tage schwanger – die 26. SSW besteht demnach aus den Tagen:

  • 25+0 = 1. Tag der 26. SSW
  • 25+1 = 2. Tag der 26. SSW
  • 25+2 = 3. Tag der 26. SSW
  • 25+3 = 4. Tag der 26. SSW
  • 25+4 = 5. Tag der 26. SSW
  • 25+5 = 6. Tag der 26. SSW
  • 25+6 = 7. Tag der 26. SSW

Bis zum errechneten Geburtstermin sind es nun noch etwa 14 Wochen.

 

Die Mutter in der 26. SSW

Je mehr das Baby an Größe zulegt, desto beschwerlicher wird die Schwangerschaft für viele werdende Mütter. Die Organe werden in der 26. Schwangerschaftswoche (SSW) immer mehr zur Seite gedrängt, was Sodbrennen, Rückenschmerzen und Atemnot zur Folge haben kann. Häufige Ruhepausen, langsames Bewegen, Schwangerschaftsgymnastik und Yoga sowie spezielle Schwimmkurse für Schwangere können diese Beschwerden lindern.

Das sollten Sie in der 26. SSW beachten!

Auch Steißbeinschmerzen durch frühere Verletzungen, durch eine Verstopfung oder durch das Gewicht des Babys, das auf Nerven und Muskeln drückt, sind in dieser Zeit nicht selten. Hier helfen Keilkissen, Rotlicht und Maßnahmen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Viele Hebammen bieten speziell für solche Beschwerden Akupunktur an.

 

Das Baby in der 26. SSW

In der 26. Schwangerschaftswoche (SSW) öffnet das Baby seine Augen. Da die Nervenbahnen des Auges nach gut zwei Dritteln der Schwangerschaft mit der Großhirnrinde verbunden sind, kann es jetzt sehen und wechselnde Formen und Farben unterscheiden. Die Augenfarbe aller ungeborenen Babys ist blau-grau. Die Pigmente, die später die individuelle Augenfarbe des Kindes definieren, lagern sich meist erst nach der Geburt in der Regenbogenhaut des Auges ein.

Durch die zunehmende Enge in der Gebärmutter können die Bewegungen des Babys nun deutlich beobachtet werden: Der Bauch der werdenden Mutter beult sich häufig regelrecht aus, wenn das Ungeborene sich streckt und reckt.

In der 26. SSW besteht bereits eine Überlebenschance von 85 Prozent, wenn das Baby als Frühchen auf die Welt kommt. Viele werdende Eltern fangen jetzt mit der Planung des Kinderzimmers an und besorgen die Erstausstattung. In dieser Zeit bietet es sich auch an, den Kreißsaal zu besichtigen, in dem das Baby zur Welt kommen soll.

Das Baby ist jetzt etwa 34 Zentimeter groß und wiegt um die 900 Gramm.

Sowohl Größe als auch Gewicht des Babys entwickeln sich mit fortschreitender Schwangerschaft immer individueller. Die genannten Werte können daher nur Durchschnittswerte sein. Wenn die Daten Ihres Kindes von diesen Werten abweichen, ist das kein Grund zur Besorgnis.

Vorsorgeuntersuchungen in der 26. SSW

Antikörper-Suchtest

Zwischen Beginn der 24. SSW und Ende der 27. SSW führt der Arzt einen weiteren Antikörper-Suchtest durch (den ersten hat er bei der Erstuntersuchung vorgenommen), um eine Rhesusunverträglichkeit auszuschließen. Kommt es während der Geburt zu einem Blutkontakt zwischen Mutter und Kind, kann sich eine Unverträglichkeit zwischen den verschiedenen Blutgruppen entwickeln. Das Abwehrsystem der Mutter reagiert auf bestimmte Blutgruppenmerkmale des kindlichen Bluts (sog. Rhesusfaktoren), indem es spezielle Rhesus-Antikörper bildet. Diese wiederum können bei einer weiteren Schwangerschaft die kindlichen roten Blutkörperchen zerstören. Um das zu verhindern, macht man frühzeitig den Antikörper-Suchtest und verabreicht der werdenden Mutter bei Bedarf eine sogenannte Rhesusprophylaxe (zwischen der 28. SSW und der 30. SSW.) Wenn nötig, wird diese Prophylaxe in den ersten 72 Stunden nach der Geburt wiederholt.

Test auf Schwangerschaftsdiabetes

Zwischen 25. SSW und 28. SSW hat jede Schwangere außerdem Anspruch auf einen Test auf Schwangerschaftsdiabetes – den sogenannten "kleinen Zuckertest" (Glukose-Challenge-Test). Der Hausarzt oder der Frauenarzt können diesen vornehmen. Die Schwangere nimmt dazu 50 Gramm Traubenzucker (Glukoselösung) zu sich – nach einer Stunde nimmt der Arzt Blut ab und bestimmt den Blutzuckerwert. Ein Wert über 135 mg/dl deutet auf Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) hin. Die endgültige Klärung bringt dann der sogenannte orale Glukosetoleranztest, der aufwändiger ist. Hierbei wird der Blutzuckerwert nüchtern sowie eine und zwei Stunden nach der Verabreichung von 75 Gramm Traubenzucker bestimmt.

Liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor, reicht es häufig aus, die Ernährung in der Schwangerschaft umzustellen, um ihn zu beheben. Wenn nötig kann außerdem bis zur Geburt Insulin verabreicht werden. Mit der Geburt verschwindet in der Regel auch der Diabetes.

Die Kosten sowohl für den kleinen Zuckertest als auch für den oralen Glukosetoleranztest übernehmen seit einigen Jahren die gesetzlichen Krankenkassen.