Schwangere Frau mit Modellflugzeug
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Fliegen in der Schwangerschaft

Darf ich in der Schwangerschaft fliegen? Schadet die Strahlung im Flugzeug meinem Baby? Was muss ich beachten, um die Thrombosegefahr gering zu halten? Das fragen sich viele werdende Mütter vor einer Flugreise. Die gute Nachricht: Grundsätzlich spricht nichts dagegen, mit Babybauch ins Flugzeug zu steigen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Fliegen in der Schwangerschaft

Noch einmal entspannt am Strand liegen, bevor das Baby kommt: Ein nachvollziehbarer Wunsch. Das Problem ist der Weg dorthin. Schon für Nicht-Schwangere ist das Prozedere von Check-in und langem Sitzen während des Flugs anstrengend.

Bis wann dürfen Schwangere fliegen?

Ideal für eine Flugreise ist der Zeitraum zwischen der 14. und der 28. Schwangerschaftswoche. In der Frühschwangerschaft kann die Morgenübelkeit der werdenden Mutter zu schaffen machen und auch die Gefahr einer Fehlgeburt ist noch erhöht.

Die "International Air Transport Association" rät von Flugreisen nach der 36. Schwangerschaftswoche ab. Viele Fluglinien nehmen Schwangere ab diesem Zeitpunkt nicht mehr mit an Bord. Einige verlangen sogar bereits ab der 29. Schwangerschaftswoche ein ärztliches Attest. Informieren Sie sich am besten vor der Buchung über die Richtlinien der jeweiligen Fluggesellschaft.

Wie beuge ich einer Thrombose vor?

Das in der Schwangerschaft ohnehin bestehende Thromboserisiko wird durch das Sitzen während eines Langstreckenflugs zusätzlich erhöht. Dagegen können Sie jedoch etwas tun:

  • Kompressionsstrümpfe tragen
  • Füße und Beine regelmäßig bewegen: Zehen im Wechsel anziehen und strecken, die Füße im Uhrzeigersinn kreisen lassen
  • Beine möglichst hochlegen
  • Viel Wasser trinken
  • Nach Absprache mit dem Arzt kann vor dem Flug eventuell auch vorbeugend Heparin verabreicht werden, um die Blutgerinnung zu hemmen

Was spricht gegen eine Flugreise?

Grundsätzlich sollten Schwangere mit ihrem Frauenarzt sprechen, bevor sie eine Flugreise buchen. Abraten wird der nur in Ausnahmefällen. Zum Beispiel, wenn ein erhöhtes Risiko für Früh- und Fehlgeburten, bestimmte Herzerkrankungen oder eine Thrombose vorliegen.

Problematisch kann auch ein starker Eisenmangel der Schwangeren sein. Denn das Spurenelement ist für den Sauerstofftransport im Blut zuständig und die Luft ist so hoch oben ohnehin dünner. Eisen kann nach Absprache mit dem Gynäkologen allerdings in Form von Tabletten oder Saft eingenommen werden. Auch bei Bluthochdruck und Diabetes muss der Arzt zunächst sein Okay geben.

Ist die Strahlung schädlich?

Wer fliegt, setzt seinen Körper einer erhöhten Strahlenbelastung aus. Die ist umso höher, je länger der Flug dauert und je höher das Flugzeug fliegt. Für Gelegenheitsflieger ist die Dosis dennoch so gering, dass sie kein Risiko darstellt – das gilt auch für Schwangere und Babys. Nur wer mehr als 120.000 Flugkilometer pro Jahr zurücklegt, erreicht eine kritische Grenze. Die Strahlenbelastung könnte sich dann besonders in der Frühschwangerschaft negativ auf die Entwicklung des Embryos auswirken.

Kein Problem beim Sicherheitscheck

Ebenso wenig müssen Sie sich wegen des Sicherheitschecks Sorgen machen. Dem Bundesamt für Strahlenschutz zufolge ist die Strahlenbelastung, der Sie möglicherweise bei Handgepäck- und Personenkontrollen am Flughafen ausgesetzt sind, unbedenklich für Sie und Ihr Baby.

Tipps für einen entspannten Flug

  • Falls Sie unter Morgenübelkeit leiden, fliegen Sie - falls möglich - über Nacht
  • Mehrere kleinere Mahlzeiten sind besser verträglich als wenige große und beugen Sodbrennen vor
  • Legen Sie den Gurt nicht über, sondern unter dem Bauch an
  • Wählen Sie falls möglich einen Sitz mit ausreichend Beinfreiheit
  • Trinken Sie viel Wasser. Das trägt nicht nur dazu bei, eine Thrombose zu verhindern, sondern beugt auch einem Flüssigkeitsmangel vor, der dem Körper in der trockenen Flugzeugluft zusetzen kann
  • Achten Sie darauf, ausreichend zu schlafen und sich Ruhepausen zu gönnen. Dies gilt insbesondere, wenn bei einer weiten Reise mit einem Jetlag zu rechnen ist