Ranolazin

Allgemeines

Ranolazin ist als Ergänzung zur Therapie für Patienten mit Angina pectoris gedacht.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Herzmuskelzellen entspannen
  • Eigendurchblutung des Herzmuskels verbessern
  • Mineralungleichgewicht in Herzmuskelzellen beseitigen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Ranolazin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Ranolazin nicht verwendet werden?

Ranolazin darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter/Minute)
  • mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Ranolazin eingesetzt werden bei
  • leichten Leberfunktionsstörungen
  • leichten bis mäßigen Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance 30 bis 80 Milliliter/Minute)
  • älteren Patienten wegen der Gefahr einer verminderten Nierenfunktion
  • Patienten mit geringem Gewicht (unter 60 Kilogramm)
  • Patienten mit mäßiger bis schwerer Herzmuskelschwäche (NYHA-Klasse III bis IV)
  • Patienten mit angeborener oder in der Familie aufgetretener Verlängerung der QT-Zeit (EKG-Veränderung) oder gleichzeitiger Behandlung mit Wirkstoffen, die die QT-Zeit verlängern.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es gibt weder hinreichende Studien für die Verwendung von Ranolazin bei trächtigen Tieren noch bei Schwangeren. Daher ist das mögliche Risiko für
den Menschen nicht bekannt. Ranolazin darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, der Arzt hält dies für zwingend erforderlich.

Es ist nicht bekannt, ob Ranolazin in die Muttermilch ausgeschieden wird. Die Ausscheidung von Ranolazin in die Muttermilch ist nicht am Tiermodell untersucht worden. Daher darf der Wirkstoff auch während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da es keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit für Kinder unter 18 Jahren gibt, wird Ranolazin nicht zur Anwendung bei dieser Altersgruppe empfohlen.

Welche Nebenwirkungen kann Ranolazin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Ranolazin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Schwäche.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Essensverweigerung, verminderter Appetit, Austrocknung, Beklemmung, Schlaflosigkeit, Verwirrtheitszustände, Wahnvorstellungen, Antriebslosigkeit, Ohnmacht, Empfindungsstörung, Schläfrigkeit, Zittern, Schwindel bei Körperlageveränderung, verschwommenes Sehen, Sehstörung, Schwindelgefühl, Ohrensausen, fliegende Hitze, niedriger Blutdruck, Atembeschwerden, Husten, Nasenbluten, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen, Blähungen, Magenbeschwerden, Juckreiz, vermehrtes Schwitzen, Arm- und Beinschmerz, Muskelkrampf, Gelenkschwellung, Störungen des Wasserlassens, Blut im Urin, Urinverfärbungen, Müdigkeit, Wassereinlagerungen in Armen und Beinen, Kreatinin-Wert im Blut erhöht, Harnstoff-Gehalt des Blutes erhöht, QT-Zeit verlängert, erhöhte Blutplättchenzahl, erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen, vermindertes Gewicht.

Seltene Nebenwirkungen:
Orientierungslosigkeit, Gedächtnisverlust, Bewusstseinsverminderung, Bewusstlosigkeit, Riechstörung, Hörvermögen eingeschränkt, Kältegefühl in Armen und Beinen, Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung, Engegefühl im Rachen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Zwölffingerdarmschäden, Unempfindlichkeit im Mund, Gesichtsschwellung, allergische Hautentzündung, Nesselsucht, kalter Schweiß, Ausschlag, Erektionsstörungen, Leber-Enzym-Werterhöhung.

Welche Wechselwirkungen zeigt Ranolazin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Ranolazin wird von einem bestimmten Enzym-System abgebaut, das sehr störungsanfällig ist. Wirkstoffe, die das Enzymsystem hemmen, erhöhen daher die Konzentration an Ranolazin im Körper und es kann zu vermehrten Nebenwirkungen kommen. Dies ist der Fall mit den Pilzmitteln Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol und Voriconazol, mit HIV-1-Proteasehemmern (gegen AIDS), den Antibiotika Clarithromycin und Telithromycin, Ciclosporin (gegen Abstoßungsreaktion nach Organverpflanzungen), dem Blutdrucksenker Verapamil sowie den Antidepressiva Nefazodon und Paroxetin. Grapefruitsaft hemmt ebenfalls das genannte Enzymsystem und sollte daher gemieden werden. Der Blutdrucksenker Diltiazem, das Makrolid-Antibiotikum Erythromycin und das Pilzmittel Fluconazol hemmen das Enzym weniger stark, doch wird der Arzt auch hier die Ranolazin-Dosis bei Kombination sehr vorsichtig bestimmen.

Andere Wirkstoffe aktivieren das Enzymsystem, was zu einer verminderten Ranolazin-Wirkung führt. So bei Rifampicin (Tuberkulose-Mittel), den Antiepileptika Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin sowie dem Antidepressivum Johanniskrau). Mit diesen sollte keine gleichzeitige Therapie erfolgen.

Ranolazin seinerseits verstärkt die Wirkungen des Betablockers Metoprolol, der Antiarrhythmika Propafenon und Flecainid sowie – zu einem geringeren Ausmaß – trizyklischer Antidepressiva und Antipsychotika. Ebenfalls ist ärztliche Vorsicht geboten bei der gleichtzeitigen Gabe von Bupropion (Antidepressivum und zur Rauchentwöhnung), dem Virus-Mittel Efavirenz, dem Zytostatikum Cyclophosphamid oder dem Herzglykosid Digoxin, dessen Konzentration im Körper während der Ranolazin-Therapie vom Arzt sorgfältig überwacht werden muss. Ebenfalls zu beachten ist die Wirkungssteigerung bei Simvastatin, einem Wirkstoff gegen Fettstoffwechselstörungen, was zu vermehrten Muskelproblemen führen kann.

Theoretisch besteht das Risiko, dass es durch die gleichzeitige Behandlung mit Ranolazin und anderen Wirkstoffen, die bekanntermaßen die Reizleitung am Herzen verändern (QT-Zeit-Verlängerung), zu Herzrhythmusstörungen kommt. Zu solchen Substanzen gehören beispielsweise bestimmte H1-Antihistaminika (Terfenadin, Astemizol, Mizolastin), bestimmte Antiarrhythmika (Chinidin, Disopyramid, Procainamid), das Makrolid-Antibiotikum Erythromycin und trizyklische Antidepressiva wie Imipramin, Doxepin und Amitriptylin.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während der Behandlung mit dem Medikament sollte kein Grapefruitsaft getrunken werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Ranolazin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Ranolazin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Ranolazin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Ranolazin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Ranolazin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Ranolazin

Ranolazin ist als Ergänzung zur Therapie für Patienten mit Angina pectoris gedacht.

Voraussetzung ist, dass deren Beschwerden nur bei Anstrengung auftreten und sie unzureichend behandelt sind oder andere für dieses Krankheitsbild verwendete Mittel der ersten Wahl wie Betablocker und/oder Calciumkanalblocker nicht vertragen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ranolazin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Ranolazin

Der Wirkungsmechanismus von Ranolazin ist weitestgehend unbekannt.

Er beruht möglicherweise auf der Hemmung des späten Einstroms von Natrium-Ionen in die Herzzellen. Dieser Einstrom bedingt parallel eine Überladung mit Calcium-Ionen, die ein verstärktes Zusammenziehen des Herzmuskels begünstigen. Indem sich aber der Herzmuskel zusammenzieht, klemmt er sich selbst die Herzkrankzarterien und damit die Blutversorgung ab. Dann kommt es zu den typischen Schmerzen der Angina pectoris.

Indem Ranolazin das Ungleichgewicht der Mineralstoffe in den Herzzellen harmonisiert, führt es zu einer vermehrten Entspannung des Herzmuskels in der (diastolischen) Ruhephase des Herzens zwischen zwei Schlägen und somit einer verbesserten Blutversorgung im Herzmuskel.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.