Cetuximab

Allgemeines

Cetuximab wird eingesetzt zur Behandlung von Krebs des Dickdarms, der bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet und eine besondere Bindungsstelle für den epidermalen Wachstumsfaktor hat. Dieser Wachstumsfaktor regt die Bildung von Krebszellen an und verhindert, dass sie von selbst absterben. Cetuximab wird dabei in einer kombinierten Chemotherapie zusammen mit dem Zytostatikum Irinotecan angewendet, aber auch als Einzeltherapie, wenn bei stimmten Patienten die Therapie mit Oxaliplatin und Irinotecan versagt hat und Irinotecan nicht vertragen wird.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Bindungsstelle für einen Wachstumfaktor blockieren
  • Immunabwehr auf die Krebszellen lenken
  • Gefäßwachstum zur Blutversorgung der Krebszellen unterbinden

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Cetuximab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Cetuximab nicht verwendet werden?

Cetuximab darf nicht bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen (Grad 3 oder 4) gegen Cetuximab eingesetzt werden. Ebenso sollte Cetuximab nicht angewendet werden bei Patienten mit Dickdarmkrebs, der bestimmte Zellveränderungen (K-Ras-Mutationen) aufweist, oder bei denen nicht bekannt ist, ob solche Veränderungen bestehen. Die Ergebnisse klinischer Studien zeigen, dass Cetuximab bei Krebsformen mit diesen Mutationen mehr schadet als nützt.

Besondere ärztliche Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand und Herz-Lungen-Erkrankungen. Ebenfalls nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt darf der Wirkstoff an Patienten gegeben werden, die bekanntermaßen schon Zeckenbisse erlitten, eine Allergie auf rotes Fleisch haben oder bei denen das Immunglobulin Cetuximab-IgE festgestellt wurde. Solche Patienten haben ein hohes Risiko, einen gefährlichen allergischen Schock bei der Gabe des Wirkstoffs zu erleiden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Cetuximab besetzt eine Bindungstelle für Wachstumsfakoren an den Zellen. Diese Bindungsstelle aber ist auch an der Entwicklung des Ungeborenen beteiligt. Begrenzte Beobachtungen an Tieren deuten darauf hin, dass Cetuximab den Mutterkuchen durchdringt. Zwar hat das keine Missbildungen zur Folge, doch es steigt, dosisabhängig, die Rate der Fehlgeburten. Zur Wirkung bei schwangeren Frauen oder stillenden Müttern gibt es keine ausreichenden Studien. Daher wird dringend empfohlen, Cetuximab bei Schwangeren sowie bei allen Frauen, die keine zuverlässige Empfängnisverhütung betreiben, nur dann anzuwenden, wenn der Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für das Ungeborene rechtfertigt.

Da nicht bekannt ist, ob Cetuximab in die Muttermilch übergeht, wird empfohlen, während der Therapie und mindestens bis zu zwei Monate nach der letzten Gabe nicht zu stillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Wirksamkeit von Cetuximab bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht in Studien nachgewiesen. Der Wirkstoff darf daher in dieser Altersgruppe nicht eingesetzt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Cetuximab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Cetuximab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Magnesiummangel im Blut, Anstieg der Leber-Enzym-Werte (ASAT, ALAT, AP), Hautreaktionen, leichte oder mittelschwere infusionsbedingte Reaktionen, leichte bis mittelschwere Schleimhautentzündung (dadurch auch Nasenbluten).

Häufige Nebenwirkungen:
Austrocknung (insbesondere infolge von Durchfall oder Darmschleimhautentzündung), Kalziummangel im Blut, Essensverweigerung, Kopfschmerzen, Bindehautentzündung, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, schwere infusionsbedingte Reaktionen, Müdigkeit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Lidrandentzündung, Hornhautentzündung, Verstopfung tiefliegender Venen, Lungenembolie.

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit:
nicht-bakterielle Gehirnhautentzündung, zusätzliche bakterielle Infektionen von Hautschäden.

Besonderheiten:
In Einzelfällen kann es zu einer Erkrankung des Lungengewebes kommen. Dann muss die Behandlung mit Cetuximab abgebrochen und der Patient angemessen behandelt werden.

Infusionsbedingte Reaktionen gehen mit Beschwerden einher wie Fieber, Schüttelfrost, Schwindel oder Atemnot. Sie stehen in engem zeitlichem Zusammenhang vor allem zur ersten Infusion von Cetuximab. Sie können aber auch noch mehrere Stunden danach oder bei nachfolgenden Infusionen auftreten. Tritt eine solche Reaktion auf, ist sofort ein Arzt zu kontaktieren. Das Auftreten einer schweren infusionsbedingten Reaktion macht den sofortigen und dauerhaften Abbruch der Behandlung mit Cetuximab erforderlich.

Hautreaktionen äußern sich vor allem in Akne-artigem Hautausschlag und/oder weniger häufig in Juckreiz, trockener Haut, Hautabschuppung, Überbehaarung oder Nagelstörungen (Umlauf). Die Behandlung muss, je nach Schweregrad der Nebenwirkungen, vom Arzt entweder unterbrochen, mit verminderter Dosis fortgesetzt oder ganz beendet werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Cetuximab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

In Kombination mit Platinverbindungen (wie beispielsweise Cisplatin) können Blutbildveränderungen (schwerer Mangel an weißen Blutkörperchen oder an sogenannten Neutrophilen) häufiger auftreten. Dies führt – im Vergleich zu einer alleinigen Therapie mit Platinverbindungen – möglicherweise häufiger zu Komplikationen durch Infektionen wie Fieber, Lungenentzündung oder Blutvergiftung.

Bei einer Kombinationstherapie mit Zytostatika aus der Wirkstoffgruppe der Fluoropyrimidine (wie beispielsweise Fluorouracil) traten häufiger Herzprobleme wie Herzinfarkt und Herzmuskelschwäche auf. Auch Missempfindungen an Händen und Füßen waren häufiger als unter Gabe von Fluoropyrimidinen alleine.

In Kombination mit Capecitabin und Oxaliplatin kann die Häufigkeit eines schweren Durchfalls erhöht sein.

Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen sind bisher nicht untersucht oder bekannt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Kommt es zu einer Erkrankung des Lungengewebes, muss die Behandlung mit dem Medikament abgebrochen und der Patient angemessen behandelt werden.
  • Kommt es nach der Infusion zu Fieber, Schüttelfrost, Schwindel oder Atemnot, ist sofort ein Arzt zu kontaktieren.
  • Akne-artige Hautreaktionen mit Juckreiz, trockener Haut, Hautabschuppung, Überbehaarung oder Nagelstörungen (Umlauf) sind je nach Schweregrad Grund für Unterbrechung oder Abbruch der Behandlung.
  • Das Medikament darf nur bei zuverlässiger Schwangerschaftsverhütung verwendet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Cetuximab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Cetuximab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Cetuximab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Cetuximab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Zytostatika, Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Cetuximab gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Cetuximab

Cetuximab wird eingesetzt zur Behandlung von Krebs des Dickdarms, der bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet und eine besondere Bindungsstelle für den epidermalen Wachstumsfaktor hat. Dieser Wachstumsfaktor regt die Bildung von Krebszellen an und verhindert, dass sie von selbst absterben. Cetuximab wird dabei in einer kombinierten Chemotherapie zusammen mit dem Zytostatikum Irinotecan angewendet, aber auch als Einzeltherapie, wenn bei stimmten Patienten die Therapie mit Oxaliplatin und Irinotecan versagt hat und Irinotecan nicht vertragen wird.

Des Weiteren wird Cetuximab zur Behandlung von Patienten mit besonderen Krebsformen (Plattenepithelkarzinome) im Kopf- und Halsbereich eingesetzt. Entweder in Kombination mit einer Strahlentherapie für eine örtlich fortgeschrittene Erkrankung oder, wenn die Erkrankung wiedergekehrt ist oder schon Tochtergeschwülste gebildet hat, in Kombination mit einer Chemotherapie mit Platinverbindungen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Cetuximab sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Cetuximab

Cetuximab gehört zur Wirkstoffgruppe der Immunologika. Es ist ein sogenannter chimärer monoklonaler Antikörper, der aus Maus- und Menschzellen gewonnen wird. Der Antikörper bindet sehr gezielt an den Rezeptor, an dem sonst ein bestimmter krebsfördernder Wachstumsfaktor (EGF) andockt. EGF ist direkt und indirekt an der Steuerung der Überlebensfähigkeit von Zellen, des Ablaufs des Zellentwicklung, der Bildung von Blutgefäßen, der Zellwanderung im Körper sowie der Bildung von Tochtergeschwülsten beteiligt.

Cetuximab bindet an den EGF-Rezeptor ungefähr fünf- bis zehnfach besser als die körpereigenen Eiweiße. Dadurch wird der Rezeptor in seiner Funktion blockiert und gibt das Signal zur verminderten Produktion von EGF ab. Außerdem kann Cetuximab gezielt Killerzellen des Immunsystems auf die Krebszellen lenken, die mit dem EGF-Rezeptor ausgestattet sind, und auf diese Weise die Vernichtung der Krebszellen vermitteln.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.