Pramino

Hersteller: JANSSEN-CILAG GmbH
Wirkstoffkombination: Ethinylestradiol + Norgestimat
Darreichnungsform: Dragee (siehe Dosierungsanleitung)
Rezeptpflichtig

Wirkung

Pramino enthält die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Norgestimat. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Pramino.

Die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Norgestimat wird zur hormonellen Schwangerschaftsverhütung ("Pille", "Antibabypille") eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ethinylestradiol + Norgestimat sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung, Kontrazeptiva, Sexualhormone, zu welchen die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Norgestimat gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Schwangerschaftverhütung ("Pille", "Antibabypille")

Dosierung

Bei der täglichen Einnahme muss die in der Packungsbeilage angegebene Reihenfolge der farblich sortierten Tabletten unbedingt beachtet werden. Eine Packung enthält für die ersten sieben Tage je eine weiße Tablette, für die zweiten sieben Tage jeweils eine hellblaue und für die letzten sieben Tage je eine dunkelblaue Tablette.

Bei erstmaliger Anwendung sollte die erste (weiße) Tablette am ersten Tag der Regelblutung eingenommen werden. Nach Einnahme der letzten (dunkelblauen) Tablette folgt eine siebentägige Einnahmepause. Jetzt kommt es meistens in den zwei bis drei Tagen nach Einnahme der letzten Tablette zur Regelblutung. Nach der siebentägigen Pause beginnt die Einnahme mit der nächsten Packung - auch, wenn die Regelblutung noch anhält.

Entscheidend ist, dass die tägliche Einnahme aller Tabletten in der angegebenen Reihenfolge über 21 Tage ohne Unterbrechung und jeweils zur gleichen Tageszeit erfolgt. Dies sollte am besten abends sein. Die Regelmäßigkeit der Einnahme ist Voraussetzung für eine sichere Schwangerschaftsverhütung. Die Tabletten sind unzerkaut mit etwas Flüssigkeit zu schlucken.

Bei vergessener Tabletteneinnahme ist das Risiko einer Schwangerschaft umso größer, je näher das Vergessen an der regelmäßigen einnahmefreien Zeit lag. In Abhängigkeit von der Einnahmewoche ergibt sich dann folgendes Vorgehen:
  • Erste Einnahmewoche (weiße Tabletten)
    Die vergessene Tablette soll sofort eingenommen werden, sobald die vergessene Einnahme bemerkt wird — auch dann, wenn dadurch gleichzeitig zwei Tabletten einzunehmen sind. Die darauffolgenden Tabletten sollen zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Während der nächsten sieben Tage ist zusätzlich ein mechanisches Verhütungsmittel (Kondom) anzuwenden.
  • Zweite Einnahmewoche (hellblaue Tabletten)
    Die vergessene Tablette soll sofort eingenommen werden, sobald die vergessene Einnahme bemerkt wird — auch dann, wenn dadurch gleichzeitig zwei Tabletten einzunehmen sind. Die darauffolgenden Tabletten sollen zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Vorausgesetzt, dass an den sieben vorangegangenen Tagen eine regelmäßige Einnahme erfolgte, ist keine zusätzliche Anwendung eines mechanischen Verhütungsmittels erforderlich. War dies nicht der Fall oder wurden mehr als eine Tablette vergessen, ist während der nächsten sieben Tage zusätzlich ein mechanisches Verhütungsmittel anzuwenden.
  • Dritte Einnahmewoche (dunkelblaue Tabletten). Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
    1. Die vergessene Tablette soll sofort eingenommen werden, sobald die vergessene Einnahme bemerkt wird — auch dann, wenn dadurch gleichzeitig zwei Tabletten einzunehmen sind. Die weiteren Tabletten sollen zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Mit der Einnahme der Tabletten aus der nächsten Packung ist unmittelbar nach Ende der aktuellen Packung und ohne Einhaltung des einnahmefreien Intervalls fortzufahren.
    2. Die weitere Einnahme von Tabletten aus der aktuellen Packung kann abgebrochen werden. Nach einem einnahmefreien Intervall von bis zu sieben Tagen, einschließlich jener Tage, an denen die Einnahme vergessen wurde, wird die Einnahme mit Tabletten aus der nächsten Packung fortgesetzt.
In der Tabelle mit der Medikamentenübersicht (siehe den Link unten zur Übersicht) wurde der Einfachheit halber für die Tabletten bezüglich der Wirkstoffmengen ein Durchschnittswert gebildet. Die genauen Wirkstoffmengen für die unterschiedlich farbigen Tabletten sind:
  • weiße Tabletten: 0,035 Milligramm Ethinylestradiol, 0,18 Milligramm Norgestimat
  • hellblaue Tabletten: 0,035 Milligramm Ethinylestradiol, 0,215 Milligramm Norgestimat
  • dunkelblaue Tabletten: 0,035 Milligramm Ethinylestradiol, 0,25 Milligramm Norgestimat.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Indigocarmin-Aluminiumsalz (E 132)
  • Lactose
  • Magnesiumstearat
  • Maisquellstärke

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Durchbruch- und Schmierblutungen, Kopfschmerzen (seltener Migräne).

Häufige Nebenwirkungen:
Wassereinlagerungen (Ödeme), Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Nervosität, Schwindelgefühl, Veränderungen der Libido, Akne, Brustschmerzen, Brustempfindlichkeit, Brustvergrößerung, Flüssigkeitsabsonderung der Brustdrüsen, Regelblutungsschmerzen (Dysmenorrhoe), Scheidenentzündung, Scheidenausfluss, Pilzerkrankungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutdruckanstieg, Bauchkrämpfe, Blähungen, Veränderungen des Appetits, Änderungen der Blutfettwerte, Hautausschlag, Flecken im Gesicht (möglicherweise bleibend), Pigmentierungsstörungen, Körperbehaarungszunahme (Hirsutismus), Haarausfall.

Seltene Nebenwirkungen:
Veränderungen der Blutzuckerwerte, Knotenrose (Bildung schmerzhafter Knoten in der Haut), Kontaktlinsenprobleme (schlechte Verträglichkeit).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Krampfadern, Gallenblasenerkrankungen, Gallensteine, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberkrebs, Verschlechterung einer Störung des Abbaus von Hämoglobin (Porphyrie), Hautausschlag mit Knotenbildung (großflächig), Sehnerventzündung.

Weitere Nebenwirkungen (ohne Häufigkeitsangabe):
prämenstruelles Syndrom, Herpes gestationis, Veränderungen der Hornhaut, Veränderungen der Blutzuckerwerte, Nierenfunktionsstörungen, Darmentzündungen, Wachstum gutartiger Gebärmuttertumore.

Besonderheiten:
Bei der Anwendung ist besonders auf Anzeichen einer Verstopfung von Venen oder Arterien zu achten. Diese sind zum Beispiel starke Schmerzen oder Schwellungen eines Beins, die von Druckschmerz, Erwärmung oder Änderung der Hautfarbe des Beins begleitet sein können, plötzliche unerklärliche Atemnot, starker Brustschmerz, Symptome eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls. Werden solche Probleme bemerkt, ist die Einnahme sofort abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen.

Wechselwirkungen

Die empfängnisverhütende Wirkung der Kombination Ethinylestradiol und Norgestimat kann durch die gleichzeitige Anwendung bestimmter Wirkstoffe abgeschwächt beziehungsweise aufgehoben werden. Dazu gehören:Das virenhemmende Mittel Indinavir kann die Wirkung der Kombination verstärken.

Da Ethinylestradiol und Norgestimat den Blutzuckerspiegel beeinflussen, müssen Insulin und orale Antidiabetika eventuell in ihrer Dosis angepasst werden.

Laborwerte von Leber, Niere und Schilddrüse können durch die Anwendung der Wirkstoffkombination verändert werden.

Gegenanzeigen

Ethinylestradiol und Norgestimat dürfen nicht angewendet werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe der Kombination
  • Schwangerschaft
  • bestehenden oder früheren bösartigen Tumoren, die durch Gabe von Ethinylestradiol weiterwachsen würden (wie etwa Brustkrebs)
  • Herpesinfektionen in einer vorausgegangenen Schwangerschaft (Herpes gestationis)
  • unbehandelten Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut
  • diagnostisch nicht abgeklärten Blutungen aus der Scheide
  • akuten oder früheren schweren Lebererkrankungen (wie Lebertumoren, Leberentzündungen, Gelbsucht, Gallenstau, Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom), zumindest solange sich bestimmte Leberwerte (Transaminasen) nicht normalisiert haben
  • akuten oder früheren Blutgefäßerkrankungen, die zu Gefäßverschlüssen (Thrombosen) von Arterien oder Venen geführt haben, wie etwa schweren Venenerkrankungen, Venenthrombosen, Venenentzündungen (Thrombophlebitis), Störungen der Blutgerinnung, Lungenembolie, Schlaganfall, Angina Pectoris, Herzinfarkt und Herzklappenfehler
  • schwer behandelbarem Bluthochdruck
  • Sichelzellenanämie
  • schweren Fettstoffwechselstörungen oder Fettsucht
  • Mittelohrschwerhörigkeit, die sich während vorangegangener Schwangerschaften verschlimmert hat
  • Migräne.
Bei den folgenden Erkrankungen kann die Wirkstoffkombination zwar angewendet werden, der Arzt muss jedoch durch laufende Kontrolle der entsprechenden Laborwerte die Entwicklung der Behandlung überprüfen und gegebenenfalls die Therapie abbrechen:
  • Brustkrebs in der Familie (Verwandtschaft ersten Grades)
  • zuvor aufgetretene Venenentzündungen
  • eine ausgeprägte Neigung zu Krampfadern
  • Blutdruckanstieg
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Lupus erythematodes
  • Herz- und Nierenfunktionsstörungen
  • Depressionen
  • vorausgegangene leichtere Leber- und Gallenblasenerkrankungen
  • Epilepsie
  • Asthma
  • Chorea minor (Veitstanz)
  • multiple Sklerose
  • Endometriose und gutartige Gebärmuttertumore
  • Erniedrigung des Blutkalziumspiegels
  • leichtere Fettstoffwechselstörungen oder erhebliches Übergewicht
  • Erkrankungen der Brustdrüse (Mastopathie)
  • Verwendung von Kontaktlinsen
Die Einnahme der Wirkstoffkombination begünstigt die Entstehung von Gefäßverschlüssen (Thrombosen), die zu gefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können. Diese Gefahr kann durch zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Störungen der Blutgerinnung oder des Fettstoffwechsels sowie vorausgegangene Gefäßverschlüsse und eine längere Ruhigstellung (etwa durch Bettlägerigkeit) weiter erhöht werden.

Nach einer Leberentzündung sollte die Behandlung mit Ethinylestradiol und Norgestimat nicht vor Ablauf von sechs Monaten begonnen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Das Anwendungsgebiet von Ethinylestradiol und Norgestimat schließt eine Behandlung mit der Wirkstoffkombination während der Schwangerschaft aus.

Die Produktion der Muttermilch kann durch Ethinylestradiol und Norgestimat verringert sein. Außerdem können kleine Wirkstoffmengen in die Muttermilch und damit in den Säugling übergehen. Um Schädigungen zu vermeiden, sollte das Kind vor einer Anwendung der Wirkstoffkombination abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Das Anwendungsgebiet von Ethinylestradiol und Norgestimat schließt eine Behandlung von Kindern mit der Wirkstoffkombination aus.

Warnhinweise

  • Laborwerte von Leber, Niere und Schilddrüse können durch die Anwendung des Medikaments verändert werden.
  • Das Medikament schützt nicht vor HIV-Infektionen oder anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen.
  • Löst das Medikament Anzeichen einer Verstopfung von Venen oder Arterien aus, muss die Einnahme sofort beendet und ein Arzt aufgesucht werden.
  • Treten depressive Beschwerden und Stimmungsschwankungen auf, sollte unbedingt der behandelnde Arzt aufgesucht werden.
  • Laborwerte, z. B. Leberfunktions- und Schilddrüsenparameter sowie Gerinnungsfaktoren können beeinflusst werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
21 Stück Dragee (siehe Dosierungsanleitung)
63 Stück Dragee (siehe Dosierungsanleitung)

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Pramino sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Norgestimat (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Tabletten
Tabletten
Dragees (siehe Dosierungsanleitung)

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.