Das Bild zeigt ein sich küssendes Paar.
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Lea Contraceptivum, Femcap

Lea Contraceptivum und Femcap sind wiederverwendbare, spezielle Verhütungskappen (Portiokappen) für die Frau. Sie werden in die Scheide eingeführt und vor dem Muttermund positioniert. So verhindern sie, dass Spermien in die Gebärmutter eindringen können und dort oder in den Eileitern auf eine Eizelle treffen.

Allgemeines

Lea Contraceptivum und Femcap bestehen aus Silikon und zählen zu den sogenannten Barriereverhütungsmethoden. Beide schützen nicht vor Geschlechtskrankheiten. Um eine Schwangerschaft zu verhindern, muss die Frau das Lea Contraceptivum oder die Femcap während des Geschlechtsverkehrs tragen. Das Prinzip des Lea Contraceptivum und der Femcap ähnelt einer Kombination aus Diaphragma und Portiokappe.

Bei beiden Methoden kommen zusätzlich Gels zum Einsatz, die Spermien inaktivieren können: sogenannte Spermizide.

Das Lea Contraceptivum und die Femcap dürfen bis zu 48 Stunden am Stück in der Scheide verbleiben. Die Frau kann sie entsprechend schon viele Stunden vor dem Liebesspiel einbringen.

Wichtig: Nach dem Geschlechtsverkehr müssen das Lea Contraceptivum und die Femcap für eine gewisse Mindestdauer noch in der Scheide an der korrekten Stelle sitzen:

  • Das Lea Contraceptivum darf frühestens 8 Stunden nach dem letzten Geschlechtsverkehr wieder entfernt werden,
  • die Femcap frühestens 6 bis 8 Stunden danach.

In den ersten 40 Stunden, nachdem die Frau das Lea Contraceptivum eingesetzt hat, kann sie beliebig oft Geschlechtsverkehr haben, in den 8 Stunden vor der Entnahme aber nicht mehr. Für die Femcap ergibt sich entsprechend eine etwas längere Zeitspanne von 40 bis 42 Stunden.

Das Prinzip des Lea Contraceptivum richtet sich nicht nach der Größe des Muttermunds. Vielmehr saugt sich diese spezielle Verhütungskappe an der hinteren Scheidenwand fest. Daher gibt es das Lea Contraceptivum nur in einer Größe für alle Frauen: mit 55 Millimetern Durchmesser.

Die Femcap ähnelt in der Form einer Matrosenmütze. Es gibt sie in drei Größen: klein, mittel und groß. Der Durchmesser des Randes beträgt entweder 22 Millimeter (klein), 26 Millimeter (mittel) oder 30 Millimeter (groß).

  • Die kleine Femcap eignet sich für Frauen, die bisher nicht schwanger waren.
  • Die mittlere eignet sich für Frauen, die mit Kaiserschnitt entbunden haben, und
  • die große Femcap für Frauen, die ihr Kind normal – also durch die Scheide – entbunden haben.

Die richtige Größe sollte gemeinsam mit dem Frauenarzt ermittelt werden. Durch eine Schwangerschaft ändert sich die Größe des Muttermundes. Dies erfordert eine erneute Anpassung der Femcap.

Das Lea Contraceptivum kostet im Handel (z.B. Apotheke) etwa 50,- Euro, die Femcap ist etwas teurer; hinzu kommen die Kosten für das Verhütungsgel.

Anwendung

Lesen Sie unbedingt aufmerksam die Gebrauchsanweisung und sprechen Sie bei Bedarf mit einem Fachmann – etwa Ihrem Frauenarzt – bevor sie mit dem Lea Contraceptivum oder der Femcap verhüten möchten.

Vor dem Einführen einer Verhütungskappe sollte die Frau sich die Hände und die äußeren Genitalien mit Wasser und Seife waschen. So senkt sie das Infektionsrisiko. Nach jedem Gebrauch sollte sie die Kappe mit warmem Wasser und Seife reinigen und mit einem Tuch trocknen.

Lea Contraceptivum

Das Lea Contraceptivum besteht aus Silikon, hat eine tassenförmige Vertiefung mit stabilem Rand, Ventil und integrierter Kontrollschlaufe. Es wird wie ein Tampon in die Scheide eingeführt. Dabei verdrängt es Luft, die durch das eingebettete Ventil austritt. Durch das Ventil können auch Menstruationsblut und Vaginalsekret austreten. Spermien können hierdurch jedoch nicht durch den Muttermund in die Gebärmutter aufsteigen.

Beim Einführen entsteht ein Unterdruck – er sorgt für den korrekten Sitz. Die verstärkten Ränder legen sich an die hintere Scheidenwand an und stabilisieren das Lea Contraceptivum. Die Frau kann den Sitz kontrollieren, indem sie leicht an der integrierten Schlaufe zieht. Fühlt sie dabei einen Widerstand, ist das Lea Contraceptivum richtig positioniert.

Das Lea Contraceptivum kann bis zu 48 Stunden in der Scheide verbleiben. Die Frau kann es mit gewissem Abstand vor dem Verkehr einführen, um das Liebesspiel nicht unterbrechen zu müssen. Das Lea Contraceptivum darf frühestens acht Stunden nach dem letzten Geschlechtsverkehr wieder entfernt werden. Nur so ist gewährleistet, dass sich keine lebensfähigen Samenfäden mehr in der Scheide befinden.

Aus diesen zeitlichen Vorgaben ergibt sich, dass die Frau dem Einführen für eine Zeitspanne von 40 Stunden beliebig oft Geschlechtsverkehr haben kann, dann aber eine Pause einhalten muss.

Es ist laut Hersteller nicht nötig, bei wiederholtem Verkehr erneut Verhütungsgel zu verwenden. Das Lea Contraceptivum kann etwa zwölf Monate lang wiederverwendet werden.

Manche Frauen und ihre Partner empfinden das Lea Contraceptivum aufgrund seiner Größe (Durchmesser 5,5 Zentimeter) während des Geschlechtsverkehrs als störend.

Femcap

Die Femcap besteht ebenfalls aus Silikon. Sie hat einen Rand und eine Kuppel. Zwischen Rand und Kuppel liegt eine Nische. Eine Schlaufe ermöglicht es, die Femcap wieder aus der Scheide herauszunehmen.

Bevor sie die Femcap einführt, sollte die Frau die Lage ihres Muttermundes tasten. So erhält sie Aufschluss, wie weit sie die Verhütungskappe einführen muss. Verhütungsgel (enthält Wirkstoffe, die Spermien bewegungs- oder befruchtungsunfähig machen, sog. Spermizide) sollte in die Kappe und die Nische gegeben und verteilt werden.

Schließlich drückt die Frau die Femcap mit Daumen und Zeigefinger zusammen und führt sie in die Scheide ein. Die Femcap muss richtig über dem Muttermund zum Liegen kommen, um eine sichere Verhütung zu gewährleisten. Weder das Einlegen noch das Herausnehmen der Femcap darf schmerzhaft sein. Falls doch, sollte die Frau ihren Arzt dazu befragen.

Die Femcap kann bis zu 48 Stunden in der Scheide verbleiben. Wenn sie einmal richtig liegt, kann das Paar während der folgenden 42 Stunden sooft miteinander schlafen, wie es möchte. Vor dem Geschlechtsverkehr sollte die Frau prüfen, ob die Femcap weiterhin an der richtigen Position liegt und erneut etwas Verhütungsgel mithilfe eines Applikators einbringen.

Wichtig: Die Femcap darf frühestens sechs bis acht Stunden nach dem letzten Geschlechtsverkehr wieder entfernt werden! Nur so ist gewährleistet, dass sich keine lebensfähigen Spermien mehr in der Scheide befinden. Wer die Femcap zu früh entfernt, erhöht das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft.

Entfernen lässt sich die Femcap mit ein oder zwei in die Scheide eingeführten Fingern. Manchen Frauen fällt es leichter, die dafür vorgesehene Schlaufe zu fassen, wenn sie dabei in die Hocke gehen.

Die Femcap kann laut Fachleuten etwa 12 bis 24 Monate lang wiederverwendet werden, sofern sie in einwandfreiem Zustand ist (keine Risse, Löcher oder andere Materialveränderungen).

Frauen sollten oder dürfen die Femcap unter anderem nicht nutzen, wenn ...

  • ... sie empfindlich oder allergisch auf Silikon reagieren.
  • ... sie bereits unter dem sog. toxischen Schock-Syndrom (Erkrankung, die durch Giftstoffe von Bakterien ausgelöst wird) litten.
  • ... sie gerade ihre Menstruation haben.
  • ... sie innerhalb der letzten zehn Wochen ein Kind entbunden haben.
  • ... sie gerade aufgrund einer Scheideninfektion behandelt werden.

Sicherheit

Kombiniert mit einem spermienabtötenden (spermiziden) Gel, das auf den Rand des Lea Contraceptivum oder der Femcap aufgetragen wird, erhöht sich die Sicherheit der Verhütungskappen.

Der Hersteller von Lea Contraceptivum empfiehlt zu diesem Zweck ein Spermizidgel mit dem Wirkstoff Nonoxinol 9, das rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist. Auf keinen Fall sollten Cremes oder Schäume zur Spermienabtötung verwendet werden. Der Hersteller der Femcap empfiehlt ein Gel auf Milchsäurebasis.

Der Pearl-Index des Lea Contraceptivum beträgt nach Herstellerangaben in Kombination mit einem spermiziden Gel 2,2, ohne das Gel 2,9. Ein Pearl-Index von 2,2 bedeutet, dass statistisch gesehen 2,2 von 100 Frauen, die ein Jahr mit dieser Methode verhüten, ungewollt schwanger werden. Allerdings ist es derzeit nicht möglich, zuverlässige Aussagen über die Verhütungssicherheit zu machen, da bisher zu wenig wissenschaftliche Daten zum Lea Contraceptivum vorliegen.

Wie sicher die Femcap verhütet, lässt sich ebenfalls nicht eindeutig sagen. In einer klinischen Studie wurden 86,5 Prozent aller Frauen, die mit der Femcap verhüteten, innerhalb von 6 Monaten nicht schwanger. Der Wert schließt auch Frauen ein, die die Femcap nicht regelmäßig oder nicht richtig angewandt hatten. Daher schätzen Experten, dass die Femcap noch sicherer ist, wenn sie sachgemäß und richtig angewendet wird.