Lyn-ratiopharm-Sequenz

Hersteller: ratiopharm GmbH
Wirkstoffkombination: Ethinylestradiol + Lynestrenol
Rezeptpflichtig

Wirkung

Lyn-ratiopharm-Sequenz enthält die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Lynestrenol. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Lyn-ratiopharm-Sequenz.

Die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol und Lynestrenol wird zur hormonellen Schwangerschaftsverhütung ("Pille", "Antibabypille") eingesetzt. Daneben können die Wirkstoffe auch zur Normalisierung von Zyklusstörungen verwendet werden. Dazu zählen zu seltene oder zu häufige Blutungen (Dysmenorrhoe).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ethinylestradiol + Lynestrenol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung, Kontrazeptiva, Sexualhormone, zu welchen die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Lynestrenol gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Schwangerschaftsverhütung ("Pille", "Antibabypille"), wenn die Anwendung eines schwächeren Kombinationspräparats über mehrere Einnahmezyklen zu stärkeren Zwischenblutungen führte

Dosierung

Schließen Sie vor Beginn der Anwendung eine Schwangerschaft aus. Bei einer Schwangerschaft ist das Arzneimittel abzusetzen.

Eine Neueinstellung oder Umstellung auf das Medikament geschieht am ersten Tag der Regelblutung und zwar mit einer orangenen Kapsel. Diese Kapseln sind jeweils einmal täglich für insgesamt sieben Tage zu schlucken. Anschließend wird über 15 Tage je eine gelbe Kapsel genommen. Danach folgt eine sechstägige Einnahmepause, in der es zwei bis vier Tage lang zur Blutung kommt. Nach der Pause beginnt ein neuer Zyklus mit der Einnahme von orangenen Kapseln aus der nächsten Packung. Dies geschieht unabhängig davon, ob die Blutung bereits beendet ist. Der schwangerschaftsverhütende Schutz besteht auch während der sechstägigen Pause.

Die Kapseln sollten möglichst abends unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.

Eine vergessene Tabletteneinnahme muss spätestens innerhalb der nächsten zwölf Stunden nachgeholt werden. Bei einer späteren Einnahme ist die empfängnisverhütende Wirkung in diesem Zyklus nicht mehr zuverlässig. Zusätzliche mechanische Schutzmaßnahmen (zum Beispiel Kondome) sind dann notwendig. Um eine vorzeitige Blutung zu verhindern, ist die vergessene Kapsel auszulassen und die Einnahme aus der angebrochenen Kalenderpackung weiter fortzusetzen.

Von einer schwangerschaftsverhindernden Wirkung kann ebenfalls nicht sicher ausgegangen werden bei Erbrechen oder Darmkrankheiten mit Durchfall, bei gleichzeitiger längerer Einnahme bestimmter Medikamente sowie sehr seltenen Stoffwechselerkrankungen. Auch hier sind weitere mechanische Verhütungsmittel anzuwenden.

Nach einer Entbindung oder einem Schwangerschaftsabbruch sollte das Medikament frühestens nach zwei Monatszyklen angewendet werden. Bei vorzeitiger Einnahme könnte in den ersten zwei Wochen kein sicherer Verhütungsschutz bestehen, da der Eisprung eventuell nicht mehr unterdrückt werden kann.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • D-Mannitol
  • Farbstoff E 104
  • Farbstoff E 171
  • Farbstoff E 172
  • Gelatine
  • Glycerol
  • Sorbitol
  • Stärkehydrolysat
  • Triglyceride

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Durchbruch- und Schmierblutungen, Kopfschmerzen (seltener Migräne).

Häufige Nebenwirkungen:
Wassereinlagerungen (Ödeme), Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Nervosität, Schwindelgefühl, Veränderungen der Libido, Akne, Brustschmerzen, Brustempfindlichkeit, Brustvergrößerung, Flüssigkeitsabsonderung der Brustdrüsen, Regelblutungsschmerzen (Dysmenorrhoe), Scheidenentzündung, Scheidenausfluss.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutdruckanstieg, Bauchkrämpfe, Blähungen, Änderungen des Appetits, Veränderungen der Blutfettwerte, Hautausschlag, Flecken im Gesicht (möglicherweise bleibend), Pigmentierungsstörungen, Körperbehaarungszunahme (Hirsutismus), Haarausfall.

Seltene Nebenwirkungen:
Veränderungen der Blutzuckerwerte, Knotenrose (Bildung schmerzhafter Knoten in der Haut), Kontaktlinsenprobleme (schlechte Verträglichkeit).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Krampfadern, Gallenblasenerkrankungen, Gallensteine, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberkrebs, Verschlechterung einer Störung des Abbaus von Hämoglobin (Porphyrie), Hautausschlag mit Knotenbildung (großflächig), Sehnerventzündung.

Besonderheiten:
Bei der Anwendung ist besonders auf Anzeichen einer Verstopfung von Venen oder Arterien zu achten. Diese sind zum Beispiel starke Schmerzen oder Schwellungen eines Beins, die von Druckschmerz, Erwärmung oder Änderung der Hautfarbe des Beins begleitet sein können, plötzliche unerklärliche Atemnot, starker Brustschmerz, Symptome eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls. Werden solche Probleme bemerkt, ist die Einnahme sofort abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen.

Wechselwirkungen

Die empfängnisverhütende Wirkung der Kombination aus Ethinylestradiol und Lynestrenol kann durch die gleichzeitige Einnahme mit bestimmten Wirkstoffen erniedrigt beziehungsweise aufgehoben werden. Dazu gehören:Da Ethinylestradiol und Lynestrenol den Blutzuckerspiegel beeinflussen, müssen Insulin und orale Antidiabetika eventuell in ihrer Dosis vom behandelnden Arzt angepasst werden.

Laborwerte von Leber, Niere und Schilddrüse können durch Anwendung der Wirkstoffkombination verändert werden.

Gegenanzeigen

Ethinylestradiol und Lynestrenol dürfen nicht angewendet werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe der Kombination
  • Schwangerschaft
  • bestehenden oder früheren bösartigen Tumoren, die durch Gabe von Ethinylestradiol weiterwachsen würden (wie etwa Brustkrebs)
  • Herpesinfektionen in einer vorausgegangenen Schwangerschaft (Herpes gestationis)
  • unbehandelten Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut
  • diagnostisch nicht abgeklärten Blutungen aus der Scheide
  • akuten oder früheren schweren Lebererkrankungen (wie Lebertumoren, Leberentzündungen, Gelbsucht, Gallenstau, Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom), zumindest solange sich bestimmte Leberwerte (Transaminasen) nicht normalisiert haben
  • akuten oder früheren Blutgefäßerkrankungen, die zu Gefäßverschlüssen (Thrombosen) von Arterien oder Venen geführt haben, wie etwa schweren Venenerkrankungen, Venenthrombosen, Venenentzündungen (Thrombophlebitis), Störungen der Blutgerinnung, Lungenembolie, Schlaganfall, Angina Pectoris, Herzinfarkt und Herzklappenfehler
  • schwer behandelbarem Bluthochdruck
  • Sichelzellenanämie
  • schweren Fettstoffwechselstörungen oder Fettsucht
  • Mittelohrschwerhörigkeit, die sich während vorangegangener Schwangerschaften verschlimmert hat
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Migräne.
Bei den folgenden Erkrankungen kann die Wirkstoffkombination zwar angewendet werden, der Arzt muss jedoch durch laufende Kontrolle der entsprechenden Laborwerte die Entwicklung der Behandlung überprüfen und gegebenenfalls die Therapie abbrechen:
  • Brustkrebs in der Familie (Verwandtschaft ersten Grades)
  • zuvor aufgetretene Venenentzündungen
  • Endometriose und gutartige Gebärmuttertumore
  • eine ausgeprägte Neigung zu Krampfadern
  • Blutdruckanstieg
  • Lupus erythematodes
  • Herz- und Nierenfunktionsstörungen
  • Depressionen
  • vorausgegangene leichtere Leber- und Gallenblasenerkrankungen
  • Epilepsie
  • Asthma
  • Chorea minor (Veitstanz)
  • multiple Sklerose
  • Erniedrigung des Blutkalziumspiegels
  • leichtere Fettstoffwechselstörungen oder erhebliches Übergewicht
  • Erkrankungen der Brustdrüse (Mastopathie)
  • Verwendung von Kontaktlinsen.
Die Einnahme der Wirkstoffkombination begünstigt die Entstehung von Gefäßverschlüssen (Thrombosen), die zu gefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können. Diese Gefahr kann durch zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Störungen der Blutgerinnung oder des Fettstoffwechsels sowie vorausgegangene Gefäßverschlüsse und eine längere Ruhigstellung (etwa durch Bettlägerigkeit) weiter erhöht werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Das Anwendungsgebiet von Ethinylestradiol und Lynestrenol schließt eine Behandlung mit der Wirkstoffkombination während der Schwangerschaft aus.

Die Produktion der Muttermilch kann durch Ethinylestradiol und Lynestrenol verringert sein. Außerdem können kleine Wirkstoffmengen in die Muttermilch und damit in den Säugling übergehen. Um Schädigungen zu vermeiden, sollte das Kind vor einer Anwendung der Wirkstoffkombination abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Das Anwendungsgebiet von Ethinylestradiol + Lynestrenol schließt eine Behandlung von Kindern mit der Wirkstoffkombination aus.

Warnhinweise

  • Laborwerte von Leber, Niere und Schilddrüse können durch das Medikament verändert werden.
  • Die Einnahme der Kombination schützt nicht vor HIV-Infektionen oder anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen.
  • Löst das Medikament Anzeichen einer Verstopfung von Venen oder Arterien aus, muss die Einnahme sofort beendet und ein Arzt aufgesucht werden.
  • Treten depressive Beschwerden und Stimmungsschwankungen auf, sollte unbedingt der behandelnde Arzt aufgesucht werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Lyn-ratiopharm-Sequenz sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Lynestrenol (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Kapsel A, Kapsel B
Tabletten

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.