Lanicor Ampullen

Hersteller: TEOFARMA S.R.L.
Wirkstoff: Digoxin
Darreichnungsform: Ampulle
Rezeptpflichtig

Wirkung

Lanicor Ampullen enthalten den Wirkstoff Digoxin.

Digoxin wird bei der Herzmuskelschwäche eingesetzt, um die Herzkraft zu steigern und die Herzarbeit effizienter zu machen.

Digoxin wird bei bestimmten Formen beschleunigter Herztätigkeit (paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie, Vorhofflimmern und Vorhofflattern) angewendet, um die Herzfrequenz (Schläge pro Minute) zu senken.


Zu folgenden Anwendungsgebieten von Digoxin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Herzglykoside, Mittel zur Behandlung von Herzmuskelschwäche, zu welcher der Wirkstoff Digoxin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • chronische Herzmuskelschwäche
  • Herzrhythmusstörungen, die mit einem zu schnellen Herzschlag einhergehen (Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern, paroxysmales Vorhofflimmern und Vorhofflattern).

Dosierung

Die Dosierung sowie die Anwendungsdauer werden vom Arzt individuell bestimmt.

In der Regel erhalten Erwachsene bei der Einleitung der Therapie (Sättigungsbehandlung) täglich zwei bis drei Ampullen über einen Zeitraum von zwei Tagen. Zur Dauertherapie ist eine Ampulle täglich ausreichend.
Kinder erhalten 25 bis 40 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht bei der Therapieeinleitung sowie 5 bis 15 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht zur Dauertherapie. Regelmäßige Kontrollen des Digoxinspiegels sind notwendig.
Für Patienten über 65 Jahre sowie mit Nierenfunktionsstörungen ist eine Dosisanpassung notwendig.
Die Ampullen werden langsam (über mehrere Minuten) unverdünnt beziehungsweise mit Glukose- oder Kochsalzlösung verdünnt intravenös verabreicht.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Ethanol
  • Propylenglycol
  • Wasser für Injektionszwecke

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen:
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit

Seltene Nebenwirkungen:
Durchfälle, Darmbeschwerden, Magenbeschwerden, Alpträume, Agitiertheit, Verwirrtheit, Depressionen, Halluzinationen, Psychosen, Brustdrüsenvergrößerung (Gynäkomastie), Ausschlag, Blutplättchenabfall (Thrombozytopenie), Lupus erythematodes

In Einzelfällen wurde ein Verschluss der Darmblutgefäße (Mesenterialinfarkt) beschrieben

Besonderheiten:
Auch Herzrhythmusstörungen und Farbsehveränderungen im Grün-Gelb-Bereich sind möglich.

Wechselwirkungen

Beim intravenösen Einsatz von Kalzium ist die Giftigkeit vom Digoxin erhöht.

Arzneimittel, welche zu einem Kalium- oder Magnesiummangel führen, können die Wirkung von Digoxin steigern: z. B. Entwässerungsmittel (Diuretika), Missbrauch von Abführmitteln, Amphotericin B (Mittel gegen Pilzerkrankungen), Kortikosteroide (entzündungshemmende Mittel), ACTH (ein körpereigenes Hormon, dass den Hormonhaushalt reguliert), Carbenoxolon (zur Behandlung von Magengeschwüren), Penicillin G (Antibiotikum), Salicylate (entzündungshemmende Mittel).

Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Amiodaron, Chinidin, Flecainid, Propafenon und Calciumantagonisten, Entwässerungsmittel wie Spironolacton und Antibiotika wie z. B. Erythromycin und Tetrazykline) sowie Captopril (Mittel gegen Bluthochdruck) erhöhen den Wirkspiegel von Digoxin im Blut.

Das Antibiotikum Rifampicin senkt dagegen den Wirkspiegel von Digoxin im Blut.

Durch das Ansteigen des Kaliumspiegels können Kaliumcanrenoat, Kalium sowie die Entwässerungsmittel Spironolacton, Amilorid und Triamteren die Wirkungen von Digoxin abschwächen und Herzrhythmusstörungen auslösen.

Bei gleichzeitiger Gabe mit Digoxin erhöhen Reserpin (Mittel zur Blutdrucksenkung), Succinylcholin (Mittel zur Muskelerschlaffung), trizyklische Antidepressiva, Sympathomimetika und Phosphodiesterasehemmer (Mittel zur Potenzsteigerung und bei Asthma) ebenfalls die Gefahr von Herzrhythmusstörungen.

Phenytoin, ein Mittel gegen Epilepsie, sowie Neomycin, ein Antibiotikum, und Sulfasalazin, ein Mittel gegen Rheuma, können die Wirkung von Digoxin vermindern. Zytostatika (Mittel gegen Krebserkrankungen) und Metoclopramid (Mittel gegen Übelkeit) schwächen ebenfalls seine Wirkung.

Aktivkohle (Mittel gegen Vergiftungen), Kaolin-Pektin (Mittel gegen Durchfall), die Cholesterinsenker Colestyramin und Colestipol sowie Säurebindende Mittel (Antazida) verzögern die Aufnahme von Digoxin im Körper oder beschleunigen seine Ausscheidung. Daher muss beispielsweise bei gleichzeitiger Anwendung mit Antacida das Digoxin mindestens zwei Stunden vor dem Antacidum eingenommen werden.

Gegenanzeigen

Digoxin darf nicht angewendet werden beim AV-Block II. und III. Grades, bei zuviel Kalzium im Blut (Hyperkalzämie), bei zuviel (Hyperkaliämie) oder zuwenig (Hypokaliämie) Kalium im Blut und bei starker Bradykardie.

Weiterhin ist sein Einsatz bei der hypertrophen Kardiomyopathie mit Obstruktion, beim Karotissinussyndrom, bei einer Kammertachykardie, beim Brustaortenaneurysma und beim WPW-Syndrom verboten.

Eine bestehende Digitalisvergiftung (Digitalis-Intoxikation) und eine Überempfindlichkeit gegen Herzglykoside verbieten seine Einnahme natürlich ebenfalls.

Bei einem akuten Herzinfarkt, unmittelbar vor einer geplanten Kardioversion und bei Herzrhythmusstörungen, die das Herz langsamer schlagen lassen, ist der Einsatz von Digoxin nicht zu empfehlen und sollte sorgfältig abgewägt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft muss die werdende Mutter besonders überwacht und ihr Bedarf an Digoxin dem Verlauf der Schwangerschaft angepasst werden. Nach der Geburt kann die Dosis häufig wieder reduziert werden.

Insgesamt ist über Digoxin während Schwangerschaft und Stillzeit nichts Negatives bekannt, trotzdem sollte eine Therapie in den ersten drei Monaten gut bedacht werden.

Digoxin geht in niedrigen Konzentrationen in die Muttermilch über. Die Konzentrationen im Blut des Kindes sind jedoch so gering, dass nur selten ein Abstillen nötig wird.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Digoxin kann in geeigneten Arzneiformen bei Kindern schon ab dem Früh- und Neugeborenenalter angewendet werden. Die Dosierung richtet sich nach Gewicht und Körperoberfläche der Kinder.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann die Gehirn- und Sehleistung beeinträchtigen. Besonders zu Beginn der Behandlung ist daher Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich.
  • Es bestehen erhebliche individuelle Unterschiede der Glykosidempfindlichkeit. Patienten mit erhöhter Glykosidempfindlichkeit brauchen geringere Dosierungen des Medikaments und müssen sorgfältig vom Arzt überwacht werden.
  • Bei Patienten höheren Lebensalters wirkt das Medikament stärker.
  • Das Medikament muss bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Sauerstoffunterversorgung im Gewebe (Hypoxie) und Nierenfunktionsstörungen schwächer dosiert werden.
  • Niedrige Kaliumwerte oder zu hohe Kalziumwerte im Blut erhöhen das Risiko von Herzrhythmusstörungen durch das Medikament.
  • Bei gleichzeitiger Anwendung des Medikaments und Antazida sollte das Medikament mindestens zwei Stunden vor dem Antacidum eingenommen werden.
  • Das Medikament enthält Ethanol (10 Volumenprozent).

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Ampullen)
5 Stück Ampullen
250 Mikrogramm Digoxin
10 Stück Ampullen
250 Mikrogramm Digoxin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Lanicor Ampullen sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Digoxin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Tabletten
Ampullen

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.