Furosemid 125 - 1 A Pharma

Hersteller: 1A Pharma GmbH
Wirkstoff: Furosemid
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Furosemid 125 - 1 A Pharma enthält den Wirkstoff Furosemid. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Furosemid 125 - 1 A Pharma.

Furosemid wird ganz allgemein bei Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödemen) infolge von Herzmuskelschwäche, Leberzirrhose, Funktionsstörungen der Nieren oder Verbrennungen eingesetzt.

Furosemid hat darüber hinaus noch einige weitere Einsatzgebiete:
  • Bei einem Lungenödem erreicht Furosemid eine rasche und intensive Flüssigkeitsausschwemmung.
  • Wie andere Schleifendiuretika dient Furosemid der Vorbeugung eines akuten Nierenversagens und der Behandlung einer Nierenfunktionsschwäche.
  • Furosemid findet Anwendung bei der Behandlung des Bluthochdrucks oder einer Bluthochdruckkrise im Rahmen von Herz- und Kreislauf-Beschwerden.
Wird mit Furosemid in Tabletten-Form keine ausreichende Harnausscheidung erreicht, kann der Wirkstoff auch als Injektion verabreicht werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Furosemid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Schleifendiuretika, Diuretika, zu welcher der Wirkstoff Furosemid gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • geringe Harnausscheidung bei fortgeschrittener Nierenfunktionsstörung oder Ausfall der Nierenfunktion (noch nicht dialysebedürftiges und dialysebedürftiges Stadium), wenn Wassereinlagerung im Gewebe und/oder Bluthochdruck vorliegen bzw. zur Aufrechterhaltung einer minimalen Harnausscheidung (harntreibenden Effekt durch gelegentlichen Auslassversuch prüfen), ausschließlich bei stark verminderter Nierenfunktion (Glomerulum-Filtratwerte kleiner als 20 Milliliter pro Minute)

Dosierung

Die Dosierung wird vom Arzt individuell festgelegt werden und darf ohne seine Anweisung nicht geändert werden. Eine allgemeine Dosierungsempfehlung ist nicht möglich, da die Dosierung von der Stärke der Nierenfunktionsminderung abhängt. Bei geringer Harnausscheidung (Oligurie) bei fortgeschrittenem Nierenversagen kann der Arzt unter Kontrolle des Blut-Mineralgehaltes bis zu acht Tabletten (1000 Milligram Furosemid) pro Tag verschreiben.

Die Tabletten sind nüchtern und unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (am besten ein halbes bis ein Glas Wasser) einzunehmen. Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Sie richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung.

Durch gelegentlich Unterbrechung der Behandlung kann der Arzt prüfen, in wie weit die Harnausscheidung verbesert wurde.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Maisstärke
  • Hyprolose
  • Laktosemonohydrat
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose
  • Poly(O-carboxymethyl)stärke-Natriumsalz

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Teilnahmslosigkeit, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Durst, Appetitlosigkeit, Blutdruckschwankungen bei Körperlageveränderung, Muskelschwäche, nervliche Missempfindungen, Teillähmungen, Harnausscheidungsverstärkung, Blähungen, Herzrhythmusstörungen.

Häufige Nebenwirkungen:
Hautreaktionen wie zum Beispiel Ausschläge, großflächige Hautentzündung, Rötungen, Lichtempfindlichkeit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Verminderung des Blutmagnesiumwerts, dadurch Krämpfe, Herzrhythmusstörungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Gallenstauung, Leberenzymwerterhöhung (Transaminasen), Wadenkrämpfe.
Bei Langzeittherapie:
Muskelverspannungen, Kopfdruck, Schwindel, Schwäche, Sehstörungen, Hörstörungen, Mundtrockenheit (bedingt durch den Flüssigkeitsverlust), Magen-Darm-Beschwerden, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Hyperurikämie, bei Vorbelastung Gicht-Anfälle, Blut-Cholesterin-Wertanstieg, Blut-Triglycerid-Wertanstieg, Verschlechterung einer metabolischen Alkalose, zu starke Blutdrucksenkung, Gefäßentzündung, Blutarmut, Weiße-Blutkörperchenmangel, Blutplättchenmangel, Agranulozytose, Harnabflussbehinderungsentstehung, Harnabflussbehinderungsverschlechterung, Blutharnstoffwertanstieg, Blut-Kreatinin-Wertanstieg, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Juckreiz, Ausschläge, Lichtempfindlichkeit, Salzverluste (an Natrium, Kalium, Magnesium, Kalzium).

Besonderheiten:
In Extremfällen bewirkt Furosemid zu geringes Blutvolumen, Austrocknung und Kreislaufkollaps sowie bei entsprechender Neigung die Bildung von Thrombosen durch Hypovolämie (insbesondere am Anfang, vor allem bei älteren Patienten).

Bei Frühgeborenen fördert Furosemid unter Umständen die Nierensteinbildung und kann Blutarmut verursachen.

Wechselwirkungen

Furosemid gehört zu den Schleifendiuretika und hat deren typische Wechselwirkungen auf andere Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen:
  • Die Wirkung von Herzglykosiden kann sich durch den ausschwemmungsbedingten Kaliummangel und/oder Magnesiummangel verstärken. Der zusätzliche Gebrauch von Glukokortikoiden und Abführmitteln führt ebenfalls zu erhöhter Kaliumausscheidung und Wirkungsverstärkung von Herzglykosiden.
  • Wirkstoffe, die die Ohren und Nieren schädigen, werden in dieser Wirkung noch verstärkt (zum Beispiel Aminoglykosid-Antibiotika, das Immunologikum Cisplatin).
  • Die blutzuckersenkende Wirkung von Mitteln gegen Diabetes mellitus wird verringert.
  • Die Wirkung blutdrucksteigernder Medikamente (zum Beispiel Epinephrin, Norepinephrin) wird abgeschwächt.
  • Die Blutdrucksenkung durch blutdrucksenkende Wirkstoffe (Antihypertonika, Barbiturate, Psychopharmaka, Vasodilatatoren) wird verstärkt. Besonders gefährlich ist die gleichzeitige Gabe mit ACE-Hemmern: Es kann zu einem übermäßigen Blutdruckabfall kommen.
  • Hochdosierte Salicylate werden in ihrer gehirnschädigenden Wirkung verstärkt.
  • Durch Erhöhung der Blutkonzentration an Lithium wird bei hoch dosierter Lithium-Behandlung gegen Depression der schädigende Effekt dieses Wirkstoffs auf Herz und Nerven verstärkt.
Allerdings werden auch die Schleifendiuretika selbst durch andere Wirkstoffe in ihren Wirkungen beeinflusst:
  • Das Antiasthmatikum Theophyllin, Lithium und curareartige Muskelrelaxanzien verstärken die Wirkung.
  • Nicht-steroidale Antirheumatika schwächen die ausschwemmende und die blutdrucksenkende Wirkung. Es kann bei Patienten mit zu geringem strömenden Blutvolumen zu einem akuten Nierenversagen kommen.
Wechselwirkungen, die sich zusätzlich für Furosemid noch ergeben, sind:
  • Werden Furosemid und das Schlafmittel Chloralhydrat gleichzeitig oder innerhalb von 24 Stunden gespritzt, können Hitzegefühl, Schweißausbrüche, Unruhe, Übelkeit, Blutdruckanstieg und erhöhter Puls auftreten.
  • Das Gichtmittel Probenecid vermindert die entwässernde und die blutdrucksenkende Wirkung von Furosemid.
  • Das Magenmittel Carbenoxolon, aber auch der Genuss von Lakritze verstärken die Kaliumverluste durch Furosemid und können zu Herzrhythmusstörungen führen.
  • Die gleichzeitige Anwendung von Cyclosporin A und Furosemid führt zu einer verminderten Harnsäureausscheidung durch die Niere und zu einem erhöhten Risiko für schmerzhafte Harnsäureablagerungen in den Gelenken.
  • Wirkstoffe, die über die Niere ausgeschieden werden, wie zum Beispiel das Rheuma- und Krebsmittel Methotrexat, das Epilepsie-Mittel Phenytoin und Sucralfat (gegen Magengeschwüre), verringern die Harnausscheidung durch Furosemid.
  • Bei Patienten mit erhöhtem Risiko für eine Nierenschädigung kann sich bei einer Röntgenkontrastuntersuchung durch das Röntgenkontrastmittel in Zusammenwirkung mit Furosemid die Nierenfunktion verschlechtern.


Gegenanzeigen

Furosemid darf nicht angewendet werden bei:
  • schweren Leberfunktionsstörungen mit Bewusstseinstrübung
  • schwerer Verringerung des Gehalts von Kalium im Blut
  • Verringerung des Gehalts von Natrium im Blut
  • zu geringer strömender Blutmenge im Körper
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder chemisch ähnliche Substanzen wie Sulfonamide und Trimethoprim. Hier sind vom Arzt mögliche Kreuzreaktionen zu beachten.
  • Nierenfunktionsschwäche mit fehlender Harnproduktion
  • normaler sowie eingeschränkter Nierenfunktion in höherer Dosierung.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Furosemid ist erforderlich bei
  • bestehender oder sich entwickelnder Zuckerkrankheit
  • Gicht
  • Leberschrumpfung und gleichzeitiger Nierenfunktionsschwäche
  • Durchblutungsstörungen der Gehirngefäße
  • verringter Blutversorgung des Herzens (verengten Herzkranzgefäßen)
  • Eiweißmangel im Blut
  • einer Harnabflussstörung, das heißt Beschwerden beim Wasserlassen infolge einer Verlegung der Harnwege oder einer Prostatavergrößerung.
Besonderheiten:
Bei Patienten mit Harnabflussstörung sollte Furosemid nur angewendet werden, wenn für einen freien Abfluss gesorgt wird. Ansonsten kann die einsetzende Harnflut zu einer Überdehnung der Blase führen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In der Schwangerschaft sollte Furosemid nur im Ausnahmefall verabreicht und nicht auf längere Zeit angewendet werden. Im Tierversuch ließen sich fruchtschädigende Wirkungen der Furosemid-Gabe nachweisen. Furosemid kann das Wachstum des Ungeborenen nachteilig beeinflussen, da es die Durchblutung der Gebärmutter und des Mutterkuchens verringert. Auch muss mit Störungen im Mineralhaushalt beim Ungeborenen und einer Schädigung seiner Nieren gerechnet werden.

Furosemid darf auch in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Der Wirkstoff verringert die Milchproduktion und geht in die Muttermilch über. So kann es in Abhängigkeit von der Dosis, der Art und Dauer der Einnahme von Furosemid zu einer ernsthaften Schädigung des Säuglings (zum Beispiel durch Austrocknung) kommen.


Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Furosemid-haltige Medikamente sind für Kinder in einer Dosierung von 1 bis 2 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und bis zu höchstens 40 Milligramm pro Tag zugelassen.

Bei Frühgeborenen besteht die Gefahr, dass sich durch die Anwendung von Furosemid in den Nieren Steine bilden können. Deshalb ist die ärztliche Kontrolle der Nierenfunktion mittels Ultraschall notwendig. Bei Frühgeborenen mit mangelhafter Atemfunktion kann in den ersten Wochen das Risiko zum Offenbleiben der Verbindung von Aorta zur Lungenarterie (Ductus arterius Botalli) erhöht sein.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann so stark beeinträchtigt sein, dass die aktive Teilnahme am Straßenverkehr und das Führen von Maschinen gefährlich werden.
  • Bei Langzeittherapie mit dem Wirkstoff sollten Serumelektrolyte, Bicarbonat, Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Blutzucker und Blutfette (Cholesterin, Triglyceride) regelmäßig überprüft werden.
  • Die Einnahme des Wirkstoffs verstärkt die Alkoholwirkung.
  • Bei Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide können auch allergische Reaktionen gegen den Wirkstoff (Kreuzreaktionen) auftreten.
  • Zu Beginn der Behandlung mit dem Wirkstoff und beim Wechsel von einem anderen Wirkstoff kann es zu Blutdruckschwankungen und verstärkten Wassereinlagerungen kommen.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker) und ist daher nicht für Patienten mit Zuckerverwertungsstörungen geeignet.
  • Der durch die Entwässerung erzielte Gewichtsverlust sollte nur maximal ein Kilogramm pro Tag betragen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tablette)
20 Stück Tabletten
125 Milligramm Furosemid
50 Stück Tabletten
125 Milligramm Furosemid
100 Stück Tabletten
125 Milligramm Furosemid

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Furosemid 125 - 1 A Pharma sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Furosemid (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Tabletten
Tabletten
Hartkapseln
Tabletten
Tabletten

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.