Verwirrtheit: Im Alter häufiger

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (26. Januar 2018)

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Verwirrtheit kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig tritt sie bei älteren Menschen auf, etwa im Rahmen einer Demenzerkrankung.

Was ist Verwirrtheit?

Verwirrtheit ist eine Form der Bewusstseinsstörung.

Eine Verwirrtheit zeichnet sich vor allem durch folgende Symptome aus:

  • beeinträchtigte Orientierung
  • unverständliches, zusammenhangloses Sprechen
  • innere Unruhe
  • eingeschränkte Merkfähigkeit
  • gestörte Wahrnehmung

Es können außerdem Halluzinationen auftreten. Verwirrte Personen sind weniger leistungsfähig und haben oft Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Das Langzeitgedächtnis ist in den meisten Fällen nicht von den Verwirrtheitszuständen betroffen.

Verwirrte Personen reagieren langsamer und reden häufig zusammenhangslos, sprunghaft und / oder schlecht verständlich. Oft ist ein normaler Dialog nicht möglich. Manche Betroffene sind schläfrig, andere dagegen aggressiv.

Je nach Ursache kann die Verwirrtheit chronisch sein und von Tag zu Tag zunehmen, aber auch plötzlich (akut) auftreten. Bei einer Demenzerkrankung wie Alzheimer etwa werden Betroffene nach und nach immer verwirrter. Bei akuten Erkrankungen tritt die Verwirrtheit dagegen plötzlich auf, zum Beispiel wenn bei einem Schlaganfall das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird.

Welche Ursachen hat Verwirrtheit?

Die Ursachen für eine Verwirrtheit sind oft harmlos. Ältere Menschen beispielsweise haben häufig ein verringertes Durstgefühl, wodurch sie unter Umständen zu wenig trinken. Ein Wassermangel kann jedoch die Denkfähigkeit beeinträchtigen und sich in der Folge als Verwirrtheit äußern. Auch Durchfall trocknet den Körper aus und kann zu Verwirrtheit führen.

Eine Verwirrtheit kann zudem als Nebenwirkung bei verschiedenen Medikamenten auftreten oder die Folge von Drogen (z.B. Heroin, LSD, Kokain) beziehungsweise einer Vergiftung sein (z.B. durch übermäßigen Alkoholkonsum).

Auch im Rahmen verschiedener Erkrankungen kann es zu Verwirrtheit kommen, so zum Beispiel bei:

Neben diesen körperlichen Gründen kann eine Verwirrtheit außerdem auch psychischer oder sozialer Natur sein. Dazu zählen beispielsweise Schizophrenie, Manie oder der Verlust von Bezugspersonen.

Verwirrtheit: Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Eine Verwirrtheit stellt der Arzt in der Regel fest, indem er ein Gespräch mit den Bezugspersonen des Betroffenen oder dem Pflegepersonal führt. Für eine Diagnose benötigt der Arzt nähere Informationen zu den Beschwerden, wie zum Beispiel:

  • Wann hat die Verwirrtheit begonnen und hat sie sich seitdem verschlimmert?
  • Leidet der Betroffene unter Grunderkrankungen, die zu Verwirrtheit führen können, z.B. Demenz oder Diabetes mellitus?
  • Welche Medikamente nimmt der Betroffene ein?
  • Trinkt der Betroffene ausreichend?
  • Gab es in der letzten Zeit eine psychische Belastung, z.B. den Tod eines nahen Angehörigen?
  • Bestehen außer der Verwirrtheit andere Symptome?

Um der Ursache der Verwirrtheit auf den Grund zu gehen, erfolgen außerdem in der Regel routinemäßig Untersuchungen wie:

Um Ausfälle von Nervenfunktionen festzustellen, prüft der Arzt im Rahmen einer neurologischen Untersuchung zudem die Sinne und Körperfunktionen, wie:

  • Reflexe
  • Gehör
  • Sehvermögen
  • Gleichgewichtssinn
  • Bewusstseinszustand

Je nach vermuteter Ursache können bei einer Verwirrtheit weitere Untersuchungen sinnvoll sein, zum Beispiel:

Kann der Arzt körperliche Ursachen ausschließen, veranlasst er meist eine psychiatrische Untersuchung.

Therapie: Wie behandelt man Verwirrtheit?

Welche Therapie bei einer Verwirrtheit die richtige ist, hängt vor allem von der jeweiligen Ursache ab. Löst beispielsweise ein Flüssigkeitsmangel die Verwirrtheit aus, hilft es in den meisten Fällen bereits, ausreichend zu trinken. Außerdem ist eine nährstoffreiche Ernährung wichtig. Ist der Körper bereits stark ausgetrocknet, kann es notwendig sein, Flüssigkeit und Elektrolyte über eine Infusion zu erhalten.

Ist die Verwirrtheit die Nebenwirkung eines Medikaments, muss dieses eventuell abgesetzt, anders dosiert oder gegebenenfalls durch ein anderes ersetzt werden. Setzen Sie Medikamente jedoch niemals eigenmächtig ab, sondern halten Sie immer erst Rücksprache mit dem behandelnden Arzt. Er kann beurteilen, ob die Verwirrtheit möglicherweise die Nebenwirkung eines Medikaments ist und ob ein anderes Medikament als Alternative infrage kommt.

Verwirrtheit kann auch entstehen, wenn man regelmäßig zu viel Alkohol trinkt und möglicherweise alkoholabhängig ist. Die Therapie besteht dann aus einer Entziehungskur.

Tritt die Verwirrtheit als Symptom einer anderen bestehenden Erkrankung (z.B. Diabetes mellitus), sollte diese behandelt werden

Ist die Verwirrtheit psychisch bedingt, benötigt der Betroffene eine aufmerksame Pflege mit viel Zuwendung. Mögliche Stressfaktoren, die den psychischen Druck erhöhen, müssen vermieden werden. Bei einer psychischen Grunderkrankung sollte eine entsprechende Psychotherapie in die Wege geleitet werden. Es gibt zudem Medikamente, die der Arzt zusätzlich bei Verwirrtheit aufgrund psychischer Erkrankungen zur Behandlung verschreiben kann. Dazu gehören zum Beispiel die Wirkstoffe Haloperidol oder Risperidon.

Verwirrtheit: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Verwirrtheit":

Onmeda-Lesetipps:

Konzentrationsstörung: Was ist das?
Vergesslichkeit: Was steckt dahinter und wie viel ist normal?
Altersvergesslichkeit: Über das Maß vergesslich

Quellen:

Verwirrtheit. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 5.10.2017)

Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2016

Gleixner, C., Müller, M., Wirth, S.: Neurologie und Psychiatrie für Studium und Praxis. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2015

Aktualisiert am: 26. Januar 2018

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