Rote Augen (gerötete Augen): Nicht immer ein Grund zur Sorge

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (19. Dezember 2017)

© iStock

Rote Augen (gerötete Augen) können unterschiedliche Ursachen haben. Hin und wieder treten rote Augen bei fast jedem mal auf, sind aber nicht zwangsläufig ein Grund zu Sorge. Denn in den meisten Fällen ist die Ursache harmlos (z.B. zu wenig Schlaf) und die roten Augen bessern sich nach wenigen Tagen von selbst.

Was sind rote Augen?

Von einem roten Auge spricht man, wenn das Augenweiß ganz oder teilweise gerötet erscheint.

Unter Umständen treten zusätzlich zu den roten Augen weitere Symptome auf, wie zum Beispiel:

Treten rote Augen zusammen mit solchen Symptomen auf, sollte man die möglichen Ursachen zeitnah ärztlich abklären lassen. Das gilt auch für gerötete Augen, die bereits länger bestehen beziehungsweise nach ein bis zwei Tagen noch keine Besserung zeigen.

Augen-Notfall akutes Glaukom:

Falls Sie zusätzlich zu den geröteten Augen unter plötzlichen, sehr starken Kopfschmerzen leiden und außerdem Beschwerden wie Sehstörungen, Augenschmerzen und Übelkeit beziehungsweise Erbrechen auftreten, sollten Sie umgehend einen Augenarzt oder eine Augenklinik aufsuchen oder den Rettungsdienst (112) rufen. Denn es kann sich hierbei um eine Notfall-Situation wie ein akutes Glaukom handeln. Warten Sie keinesfalls bis zum nächsten Tag.

Rote Augen (gerötete Augen): Was sind die Ursachen?

Rote Augen (gerötete Augen) können ein- oder beidseitig auftreten. Sie entstehen, wenn sich die Blutgefäße im Auge weiten und das Augenweiß dadurch rot erscheinen lassen.

Die Ursachen für rote Augen können in Reizungen oder Überanstrengung liegen, wie zum Beispiel durch:

  • Schlafmangel
  • trockene Luft
  • Staub
  • Tabakrauch
  • Klimaanlagen
  • Sonnenstrahlung
  • falsche Handhabung von Kontaktlinsen
  • Kosmetika

Aber auch folgende Ursachen können rote Augen hervorrufen:

Mit eine der häufigsten Ursachen für rote und juckende Augen sind Bindehautentzündungen als Folge von Augeninfektionen oder Allergien.

Rote Augen: Man sieht ein Auge mit Bindehautentzündung. © Okapia

Rote Augen können auf eine Bindehautentzündung hindeuten. (© John Watney/Science Source/OKAPIA)

Geplatztes Äderchen im Auge (Hyposphagma)

Ebenfalls eine häufige Ursache für rote Augen sind geplatzte Äderchen im Auge, genauer gesagt in der Bindehaut des Auges. Mediziner sprechen hierbei von einem Hyposphagma. Bei einem geplatzten Äderchen rötet sich das Auge je nach Ausmaß mehr oder weniger stark, es treten jedoch keine weiteren Symptome wie Augenbrennen oder -jucken auf.

Zu geplatzten Äderchen im Auge kann es schnell einmal kommen, hierzu reicht oft schon kräftiges Husten oder Niesen. Solch ein geplatztes Äderchen sieht auf den ersten Blick je nach Ausmaß oft erschreckend aus, ist aber in der Regel harmlos. Ähnlich wie ein blauer Fleck verschwindet es nach circa ein bis zwei Wochen von allein.

Kommt es jedoch häufiger zu geplatzten Äderchen im Auge, sollten man der Ursache auf den Grund gehen. Der Arzt kann klären, ob zum Beispiel ein zu hoher Blutdruck dahintersteckt. Auch eine Gerinnungsstörung oder die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten können ein Hyposphagma begünstigen.

Rote Augen: Man sieht ein geplatztes Äderchen im Auge. © Jupiterimages/iStockphoto

Rote Augen können auch durch ein geplatztes Äderchen entstehen.

Rote Augen (gerötete Augen): Diagnose

Für rote Augen (gerötete Augen) kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Um die mögliche Ursache einzugrenzen, benötigt der Arzt weitere Informationen. Im Arztgespräch stellt er deshalb möglicherweise einige Fragen, wie zum Beispiel:

  • Seit wann haben Sie die roten Augen?
  • Hatten Sie früher schon mal rote Augen?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?
  • Haben Sie noch andere Symptome? Zum Beispiel:

Um eine Diagnose zu stellen, wird der Arzt außerdem das betroffene Auge näher untersuchen, beispielsweise mit einer Spaltlampe.

Therapie

Ob rote Augen (gerötete Augen) behandelt werden müssen, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Häufig führen zum Beispiel zu wenig Schlaf oder eine Überanstrengung der Augen (z.B. durch Arbeit am PC) zu roten Augen. In solchen Fällen reicht es in der Regel, sich ein wenig mehr Ruhe zu gönnen. Eine konkrete Therapie ist hier normalerweise nicht erforderlich.

In anderen Fällen, wie zum Beispiel bei einer Allergie oder Augeninfektion, können rote Augen jedoch behandlungsbedürftig sein. Bei einer bakteriellen Infektion des Auges können gegebenenfalls antibiotische Tropfen oder Augensalben zum Einsatz kommen. Diese sind aber nicht in jedem Fall erforderlich. Rote – und häufig auch juckende oder brennende – Augen im Rahmen einer Allergie (z.B. Heuschnupfen) lassen sich mit Augentropfen behandeln, die ein Antihistaminikum als Wirkstoff enthalten.

Rote Augen: Das Bild zeigt gerötete Auge eines Mannes, in das Tropfen geträufelt werden. © Jupiterimages/iStockphoto

Je nach Ursache helfen Augentropfen gegen rote Augen.

Gerötete Augen können auch durch Fremdkörper entstehen. Falls sich Fremdkörper im Auge befinden (z.B. Sandkorn oder Staub), können Sie das Auge vorsichtig mit Wasser ausspülen. Oft reicht dies schon, um die Beschwerden zu lindern.

Vorsicht bei Fremdkörpern im Auge:

Lässt sich ein Fremdkörper nicht rausspülen oder handelt es sich um Fremdkörper, die mit Verletzungen des Auges einhergehen, wie zum Beispiel Glas-, Metall- oder Holzsplitter, müssen diese vom Arzt entfernt werden. Versuchen Sie in diesen Fällen nicht, den Fremdkörper selbst zu entfernen, sondern rufen Sie den Notarzt (112) oder lassen Sie sich zu einer Augenklinik bringen.

Falls Sie zu zweit sind, können Sie gegebenenfalls einen Schutzverband über beide Augen anlegen. Dazu legt der Ersthelfer eine keimfreie Wundauflage ohne Druck auf das betroffene Auge und fixiert sie vorsichtig und ohne Druck mit einer Mullbinde. Auch bei einseitigen Augenverletzungen sollte der Verband immer über beide Augen laufen – dadurch bewegen sich die Augen weniger und zusätzliche Augenreizungen werden verhindert.

Rote Augen (gerötete Augen): Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Bindehautentzündung: Infos zur ErkrankungBildergalerie BindehautentzündungTrockene Augen: Infos zur ErkrankungErste Hilfe: Fremdkörper im Auge

Buchtipps:

Checkliste Augenheilkunde

https://i.onmeda.de/buch_burk_augenheilkunde.jpgAnnelie Burk, Reinhard O. W. Burk

620 Seiten Thieme 2014

Checkliste Augenheilkunde: Alles auf einen Blick! – Der graue Teil führt Sie umfassend und genau durch die klinische und apparative, ophthalmologische Diagnostik. Für jeden einzelnen Bestandteil der Augen werden die dazugehörigen Tests und ihre Auswertung detailliert beschrieben. – Häufige und wichtige Leitsymptome und Leitbefunde in der Augenheilkunde finden Sie im grünen Teil. Zu jedem Symptom werden sämtliche Differenzialdiagnosen aufgelistet. – Der blaue Teil enthält alle relevanten, ophthalmologischen Krankheitsbilder. Das Leitbild führt Sie zur passenden Diagnostik und es werden diverse Therapieoptionen erläutert. – Der rote Teil widmet sich allein der Augenchirurgie. Er bietet Ihnen einen Überblick sämtlicher operativer Therapieverfahren. – Im Anhang werden ophthalmologisch relevante Syndrome beschrieben und wichtige Richtlinien zu Gutachten erläutert. NEU: – Komplett überarbeitete und erweiterte Neuauflage!

Quellen:

Rotes Auge. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 7.7.2017)

Lang, G. K., et al.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

Burk, A., et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

Rote Augen: Alarmstufe Rot. Online-Informationen der Pharmazeutischen Zeitung: www.pharmazeutische-zeitung.de (Stand: 27.5.2008)

Aktualisiert am: 19. Dezember 2017