Ein älteres Paar schaut aus dem Fenster.
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Coronavirus-Infektion: Diese Personen zählen zur Risikogruppe

Eine Coronavirus-Infektion (Covid-19) verläuft meist mild oder bleibt sogar unbemerkt. Die Symptome können aber auch deutlich stärker ausgeprägt sein. Einige Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren, mitunter lebensbedrohlichen Verlauf – zum Beispiel, wenn bestimmte Vorerkrankungen im Spiel sind. Welche Vorerkrankungen sind das? Was ist mit alten Menschen, Schwangeren oder Kindern? Wer ist besonders gefährdet und wer nicht?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Coronavirus-Infektion: Diese Personen zählen zur Risikogruppe

Viele Fragen zum neuartigen Coronavirus sind noch nicht abschließend beantwortet. So auch die Frage danach, für wen Covid-19 besonders gefährlich ist. Nach den bisherigen Erkenntnissen geht das Robert-Koch-Institut jedoch davon aus, dass folgende Personen zur Risikogruppe zählen:

In China traten bislang die meisten Todesfälle bei Menschen auf, die mindestens 80 Jahre alt waren. Bei Personen, die älter als 50-60 Jahre sind und zugleich eine Vorerkrankung haben, ist das Risiko für einen schweren Verlauf höher als bei jüngeren Personen mit Vorerkrankung beziehungsweise ansonsten gesunden Älteren.

Video: Coronavirus – wer gehört zur Risikogruppe?

Risikogruppe oder nicht? Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt, ob er Sie für besonders gefährdet hält und was Sie beachten sollten.

Coronavirus bei Schwangeren und Kindern: Kein erhöhtes Risiko

Die gute Nachricht: Nach derzeitigem Wissensstand ist das Risiko für erkrankte Schwangere, einen schweren Verlauf zu entwickeln, nicht erhöht.

Das gilt auch für Kinder. Junge Menschen erkranken vermutlich seltener als ältere. Die Symptome sind dann meist mild ausgeprägt, Schwere Verläufe kommen dagegen selten vor.

Video: Coronavirus: Das müssen Sie wissen

Coronavirus: Das sollten Personen aus Risikogruppen beachten

Wer ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat, sollte sich besonders gut vor einer Infektion schützen. Begrüßungen mit Händeschütteln, Umarmen und Küsschen sind vorübergehend tabu. Auch gilt es, den engen Kontakt mit (möglicherweise) infizierten Personen zu meiden beziehungsweise einen Abstand von 1 bis 2 Metern zu diesen Personen zu halten.

Ebenfalls wichtig – nicht nur für Risikogruppen – ist eine gründliche Hygiene. Dazu gehört vor allem, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen und sich nicht ins Gesicht zu fassen.

Wenn in unmittelbarer Nähe viele Erkrankungsfälle auftreten, sollten Personen aus Risikogruppen möglichst wenig mit anderen Menschen in Kontakt treten und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Für diesen Fall sollten chronisch Kranke vorsorgen und prüfen, ob sie für einen gewissen Zeitraum ausreichend Medikamente im Haus haben. Falls nötig, empfiehlt es sich, den Arzt um ein weiteres Rezept zu bitten. Ein Blick in die Hausapotheke ist ebenfalls sinnvoll: Sind ausreichend Medikamente und Hilfsmittel vorhanden, um eventuelle Beschwerden zu behandeln, zum Beispiel fiebersenkende Mittel, Taschentücher, Fieberthermometer …? Nicht zuletzt kann es für Risikopersonen angebracht sein, einen Grundstock an Lebensmitteln und Gebrauchsgütern für den Alltag vorrätig zu haben – oder nahestehende Personen zu fragen, ob sie sie im Fall der Fälle entsprechend versorgen.

Risikopatienten: So verhalten Sie sich bei einem Coronavirus-Ausbruch in der Umgebung

Insbesondere, wenn in der unmittelbaren Umgebung viele Krankheitsfälle auftreten, gilt für Personen aus Risikogruppen:

  • Bleiben Sie möglichst zu Hause und bitten Sie ggf. nahestehende Personen, Sie zu versorgen.
  • Reisen Sie nur, wenn es unbedingt nötig ist.
  • Nutzen Sie vorübergehend Telefon, E-Mail & Co. statt eines persönlichen Kontakts.
  • Meiden Sie Veranstaltungen oder Aktivitäten mit vielen Menschen, z.B. eine Sportgruppe, eine Feier …
  • Wenn in Ihrem Haushalt eine Person erkrankt ist: Halten Sie sich möglichst in getrennten Räumen auf und nehmen Sie auch die Mahlzeiten getrennt voneinander ein.

(Möglicherweise) an Coronavirus erkrankt: Was Risikopatienten jetzt tun sollten

Bei möglichen Symptomen einer Coronavirus-Infektion sollten Betroffene möglichst frühzeitig Kontakt zum Hausarzt oder zum ärztlichen Bereitschaftsdient (Telefonnummer: 116117) aufnehmen. Zu möglichen Beschwerden zählen Fieber, Husten oder Atemprobleme. Mithilfe eines Tests kann er feststellen, ob es sich tatsächlich um Covid-19 handelt.

Wichtig zu wissen: Wer zur Risikogruppe zählt und Covid-19 bekommt, erkrankt nicht automatisch schwer. Viele Patienten müssen nicht ins Krankenhaus, sondern können sich zu Hause auskurieren. Sollten jedoch schwere Symptome wie Kurzatmigkeit oder anhaltende Brustschmerzen hinzutreten, sollten Sie umgehend den Arzt rufen.