Das Bild zeigt eine Frau, die auf dem Rücken liegt.
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Die Kopfhaut

Die meisten Menschen schenken ihr nur wenig Aufmerksamkeit: der Kopfhaut. Dabei gehört die Kopfhaut zu den empfindlichen Körperregionen und ihr Zustand ist ausschlaggebend für Aussehen und Beschaffenheit der Haare. Außerdem dient sie dem Schutz des Kopfes, sie reguliert Wasserhaushalt und Körpertemperatur und ist an der Sinneswahrnehmung beteiligt. Gründe genug, um der Kopfhaut etwas mehr Beachtung zu schenken und sie zu pflegen!

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Allgemeines

Die Kopfhaut schmiegt sich wie ein schützender Mantel um unseren Kopf. Sie besteht – wie alle anderen Hautbereiche auch – aus mehreren Schichten, die sich grob in Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subkutis) einteilen lassen. Die Schichten beherbergen neben Haarwurzeln und Talgdrüsen auch Schweißdrüsen, Nerven und Immunabwehrzellen. Damit bildet die Kopfhaut ein ausgeklügeltes System, in dem Prozesse wie Flüssigkeitsaustausch, Temperaturregulation, Sinneswahrnehmung und Schutzmechanismen ablaufen.

Ein weiterer Bestandteil der Kopfhaut sind Haarfollikel, in denen Haare entstehen, und Talgdrüsen, die Talg abgeben. Talg sorgt dafür, dass Haut und Haare geschmeidig bleiben und verleiht ihnen Glanz.

Die oberste Schicht der Kopfhaut erneuert sich fortlaufend. Während in tiefer liegenden Hautschichten immer wieder neue hornbildende Zellen entstehen, werden verhornte, abgestorbene Zellen an der Hautoberfläche als Hornschuppen abgestoßen.

Wenn der Prozess von Talgbildung, Verhornung und Schuppung aus dem Gleichgewicht gerät, können Kopfhautprobleme wie Austrocknung, Juckreiz oder vermehrte Schuppenbildung die Folge sein.

Funktionen der Kopfhaut im Überblick

Die Funktionen der Kopfhaut unterscheiden sich im Prinzip nicht von den Funktionen der Haut in anderen Körperbereichen:

  • Schutz: Durch Verhornung und Abgabe von Drüsensekret dient die Kopfhaut als Schutzmantel – wobei die Haarschicht noch einmal eine zusätzliche Schutzschicht bietet. Zudem befinden sich in der Kopfhaut Abwehrzellen, die an der körpereigenen Immunabwehr beteiligt sind.
  • Temperaturregulation: Die Kopfhaut ist in der Lage, ihre Gefäße zu erweitern und zu verengen. Zusammen mit der Verdunstung von Flüssigkeit reguliert die Haut so die Körpertemperatur.
  • Flüssigkeitsaustausch: Indem die (Kopf-)Haut kontrolliert Flüssigkeit und Salze abgibt, reguliert sie neben der Temperatur auch den Wasserhaushalt.
  • Sinneswahrnehmung: In der Kopfhaut liegen – wie auch in anderen Hautbereichen des Körpers – unterschiedliche Rezeptoren vor, die der Sinneswahrnehmung dienen.

Hautschichten

Jede der drei Hautschichten der Kopfhaut – Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subkutis) – erfüllt ihre ganz eigene Funktion. So dient die Unterhaut hauptsächlich als Fettspeicher, während die Oberhaut mit ihrer Hornschicht die schützende Funktion einnimmt. Die Lederhaut ist mit ihren speziellen Strukturen für den Tastsinn verantwortlich.

Die oberste Hautschicht, die sogenannte Epidermis, setzt sich aus backsteinartig geschichteten, schuppenförmigen Hautzellen ohne Zellkern zusammen. Die Epidermis befindet sich wie alle anderen Hautschichten auf der gesamten Hautfläche – so auch auf der Kopfhaut. Es handelt sich dabei um abgestorbene hornbildende Zellen (Keratinozyten), die in tiefer liegenden Zelllagen entstehen und dann an die Oberfläche wandern. Währenddessen verändern sie stetig ihre Form und ihren Zellinhalt, bis sie schließlich immer mehr verhornen und als Hornschuppen abgestoßen werden. Dies ist ein fortlaufender Prozess, sodass sich die Oberhaut durch Schuppung und Nachbildung stetig erneuert.

Zwischen Ober- und Unterhaut befindet sich die Lederhaut (Dermis), die aus einem dichten Netz von elastischen und kollagenen Fasern besteht. Dieses Netz verleiht der Haut Reißfestigkeit und Elastizität. Weitere Bestandteile der Lederhaut sind Blut- und Lymphgefäße, Immunabwehrzellen, Haarwurzeln, Nerven und Hautdrüsen. Darüber hinaus vermitteln in der Lederhaut angesiedelte Druckrezeptoren den Tastsinn.

Die Unterhaut (Subcutis) besteht aus lockerem Binde- und Fettgewebe und bildet die Verbindung zwischen der Haut und den darunterliegenden Strukturen. Das Unterhautfettgewebe umfasst eine feste Anzahl von Fettzellen, die abhängig vom Ernährungszustand unterschiedlich große Fetttropfen enthalten. Das Fett dient als Energiespeicher und Wärmeisolator. Darüber hinaus befinden sich in der Unterhaut weitere Strukturen wie Nerven, Blutgefäße, Haarwurzeln, Drüsen, glatte Muskelzellen und Nervenzellen – nicht nur in der Kopfhaut, sondern auch in der Haut anderer Körperbereiche.

Genau wie alle anderen Hautbereiche ist die Kopfhaut vielen Strapazen ausgesetzt. Auch wenn sie durch das Haupthaar bei vielen Menschen gut geschützt scheint, kann zum Beispiel Sonneneinstrahlung die Kopfhaut schädigen. Wer sich zu lange ohne Kopfbedeckung in der Sonne aufhält, riskiert einen Sonnenbrand auf der Kopfhaut. Weitere Belastungen, die der empfindlichen Haut auf dem Kopf zu schaffen machen, entstehen durch:

  • Kälte
  • hormonelle Veränderungen
  • die Einnahme bestimmter Medikamente
  • niedrige Luftfeuchtigkeit
  • heißes Fönen

Häufige Kopfhautprobleme, die aus diesen Belastungen resultieren, sind Schuppen, Hautreizungen oder Juckreiz.

Kopfbehaarung

Die Haare auf dem Kopf zählen zu den sogenannten Terminalhaaren. Andere Körperbereiche sind hingegen mit sogenannten Wollhaaren bedeckt. Terminalhaare sind längere, kräftigere und stärker pigmentierte Körperhaare. Zu den Terminalhaaren gehören neben der Kopfbehaarung außerdem:

  • Wimpern
  • Augenbrauen
  • Schamhaare
  • Barthaare
  • Brusthaare
  • Achselhaare
  • Nasenhaare
  • Haare im äußeren Gehörgang

Wollhaare sind im Gegensatz dazu in der Regel kürzer, dünner und eher farblos. Die Körperbehaarung zählt neben den Nägeln, Schweiß-, Duft- und Talgdrüsen zu den Hautanhangsgebilden.

Die Kopfbehaarung dient dem Wärmeschutz und dem Tastempfinden. Das Terminalhaar wächst aus einer Haarwurzelscheide, die ihrerseits aus einer Talgdrüse entspringt. Unterhalb der Talgdrüse befindet sich der Haarmuskel, der in Richtung Oberhaut (Epidermis) wächst.

Das Haar besteht aus einem verhornten Schaft mit einer Haarwurzelscheide und einer Haarwurzel, die sich zusammen mit einer Haarzwiebel auf einer sogenannten Haarpapille befindet. Die Haarpapille setztsich aus Bindegewebe, feinsten Blutgefäßen und Nervenfasern zusammen und ragt in den untersten Teil des Haares hinein. Haarzwiebel und Haarpapille bilden zusammen den Haarfollikel. Die Haarpapille versorgt den Haarfollikel mit Nährstoffen und steuert das Wachstum der Haare. Aus der Haarzwiebel entsteht ein neues Haar.

Kopfhauttypen

Kopfhaut ist nicht gleich Kopfhaut. Bei jedem Menschen ist die Kopfhaut anders beschaffen. Je nach Zustand der Kopfhaut lassen sich vier verschiedene Kopfhauttypen unterscheiden:

  • normale Kopfhaut
  • fettige Kopfhaut
  • trockene, empfindliche Kopfhaut
  • schuppige Kopfhaut

Bei normaler Kopfhaut befinden sich Fett- und Feuchtigkeitshaushalt im Gleichgewicht. Eine normale Kopfhaut bietet die beste Basis für schönes und gesundes Haar: Die Talgdrüsen produzieren genau so viel Talg, dass Kopfhaut und Haar glatt und geschmeidig bleiben, die Haare aber nicht zu schnell fettig werden. Juckreiz, Spliss und Schuppen kommen bei normaler Kopfhaut in der Regel nicht vor.

Fettiger Kopfhaut liegt eine verstärkte Talgproduktion (Seborrhö) zugrunde, bei der die Talgdrüsen übermäßig viel Fett (Lipide) produzieren. Sie geben eine so große Menge Talg ab, dass das Haar sie nicht aufnehmen kann. Die Kopfhaut ist dabei ölig beschaffen (Seborrhoea oleosa) oder es treten kleieförmige, fettige Schuppen auf (Seborrhoea sicca). Das Haar sieht fettig und strähnig aus. Die verstärkte Talgproduktion kann erblich oder hormonell bedingt sein. Aber auch andere Einflüsse wie zum Beispiel Stress können den verstärkten Talgfluss begünstigen.

Wenn die Kopfhaut juckt, brennt oder spannt und wenn Hautrötungen auftreten, deutet dies auf eine empfindliche, trockene Kopfhaut hin. Diese Beschwerden entstehen, wenn die Kopfhaut nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird oder die Talgdrüsen nicht genügend Talg produzieren. Dadurch fehlt es den Haaren an Fett und Feuchtigkeit: Sie trocknen aus und es können trockene Schuppen entstehen. Trockene Haare können Veranlagung sein. Aber auch niedrige Luftfeuchtigkeit, Sonne, gechlortes Wasser, Salzwasser oder Wärmeeinwirkung (z.B. durch zu heißes Föhnen) trocknen die Haare aus. Sie werden stumpf, glanzlos, rau und störrisch.

Schuppige Kopfhaut kann mit trockener Kopfhaut, aber auch mit fettiger Kopfhaut zusammenhängen – sie kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen vorkommen. Obwohl Schuppen im Haar ein häufiges Problem sind, empfinden die meisten Menschen sie als unangenehm.

Schuppen bestehen aus kleinen abgestorbenen Hautzellen. Dass die Hautzellen der obersten Hauschicht absterben ist ganz normal – die Haut erneuert sich auf diese Weise etwa alle vier Wochen. Bei Schuppenbildung gerät dieser Prozess aus dem Gleichgewicht: Die oberste Schicht wird zu früh in zu großen Zellverbänden abgestoßen, sodass sich auf der Kopfhaut sichtbare Schuppen bilden. Schuppen entstehen aber auch, wenn die Talgdrüsen der Kopfhaut nicht richtig funktionieren. Das Fett, das die Talgdrüsen abgeben, ist in diesem Fall zu zäh und dickflüssig. Es lässt die abgestoßenen Hautzellen zu großen sichtbaren Schuppen verkleben.

Weitere Faktoren, die die Entstehung von Schuppen begünstigen, sind:

  • Stress
  • falsche Ernährung
  • Hormone
  • trockene Heizungsluft
  • ungenügend ausgespülte Haarpflegemittel

Auf länger anhaltende hartnäckige Schuppenbildung reagiert die Kopfhaut sehr empfindlich, sodass es zu Juckreiz und Entzündungen kommt. Schuppen bieten darüber hinaus einen idealen Nährboden für Pilze und Bakterien, die ihrerseits lästigen Juckreiz und Entzündungen auslösen können und somit die Schuppenbildung forcieren. Es sind also nicht nur ästhetische Gründe, die dafür sprechen, Schuppen schnellstmöglich zu behandeln.

Um Schuppen erfolgreich loszuwerden, kommen spezielle Antischuppen-Shampoos und Haarwässer zum Einsatz. Bei der Verwendung von Stylingprodukten, Spülungen und Haarkuren sollten Schuppengeplagte das jeweilige Kopfhautproblem immer berücksichtigen.