Bild eines männlichen Oberkörpers mit Plattenepithelkarzinom.
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Plattenepithelkarzinom (Spinaliom): Behandlung und Aussehen

Das Plattenepithelkarzinom ist ein bösartiger Hauttumor, der zu einer Form des weißen Hautkrebses zählt. Wie sieht ein Spinaliom aus? Wie lässt es sich behandeln und ist es heilbar? Erfahren Sie hier mehr dazu und wie Sie einem Plattenepithelkarzinom vorbeugen können.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

FAQ: Fragen und Antworten zum Plattenepithelkarzinom

Ein Plattenepithelkarzinom gehört dem weißen Hautkrebs an und zählt nach dem Basaliom zur zweithäufigsten Form von Hautkrebs.

Ein Spinaliom zeigt sich zu Beginn als leicht rötlicher, schuppender Fleck, der sich ähnlich wie Sandpapier anfühlen kann. Im Verlauf verhärten sich die betroffenen Hautpartien meist, zudem sind sie oft leicht verletzlich, bluten schnell und bilden Krusten.

Ja, ein Plattenepithelkarzinom gilt als bösartiger Hauttumor. Jedoch bildet es im Vergleich zum schwarzen Hautkrebs nur selten Tochtergeschwülste (Metastasen). Zudem geht der Hauttumor mit guten Heilungschancen einher, sofern er rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Was ist ein Plattenepithelkarzinom?

Unter einem Plattenepithelkarzinom (auch Spinaliom, spinozelluläres Karzinom oder Stachelzellkarzinom genannt) verstehen Fachleute einen bösartigen Tumor der Haut. Das Spinaliom kann per Definition grundsätzlich an jeder Körperstelle mit Plattenepithel (Gewebe mit flachen Zellen) oder Gewebe, das sich in Plattenepithel umwandeln kann (Plattenepithelmetaplasie), auftreten. Dazu zählen sowohl Haut als auch Schleimhäute wie in Mund, Zunge, Genitalbereich oder Lunge.

Nach dem Basalzellkarzinom (Basaliom) sind Plattenepithelkarzinome die zweithäufigste Hautkrebsform und zählen zum sogenannten weißen Hautkrebs. Ein Spinaliom tritt meist im höheren Lebensalter auf, das durchschnittliche Alter beträgt etwa 70 Jahre. Männer sind zudem häufiger betroffen als Frauen.

Ursachen und Risikofaktoren eines Plattenepithelkarzinoms

Ein Spinaliom entsteht durch Veränderungen des Erbguts (DNA) in den Hautzellen, die verschiedene Ursachen haben können. Hauptursache ist die langfristige Belastung mit UV-Strahlung der Haut. Besonders betroffen sind Personen, deren Haut häufig der Sonne ausgesetzt ist (Sonnenexposition). Menschen mit einem hellen Hauttyp gelten als Risikogruppe, da ihre Haut sensibler auf UV-Strahlung reagiert.

Oftmals entwickelt sich ein Plattenepithelkarzinom aus einer aktinischen Keratose (solare Keratose) heraus, bei der es durch intensive UV-Strahlung zu Verhornungen der Haut kommt. Aktinische Keratose gilt deshalb als Krebsvorstufe. Sie tritt für gewöhnlich im Gesicht und auf dem Handrücken sowie der Kopfhaut auf.

Neben schwer lichtgeschädigter Haut kann sich auch aufgrund dieser Ursachen ein Plattenepithelkarzinom entwickeln: 

  • Chronische Wunden und Entzündungen
  • Bestimmte Hautkrankheiten
  • Narben und Verbrennungen
  • Ionisierende Strahlen, etwa Röntgen- oder Gammastrahlen
  • Kontakt mit krebsauslösenden Stoffen, zum Beispiel mit Arsen oder Teer
  • Nikotinkonsum (häufig kommt es zu einem Spinaliom an der Lippe rauchender Personen)
  • Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV)
  • Genetische Veranlagung, wie beispielsweise die Pigmentstörung Albinismus

Weiterhin haben Menschen mit einer verminderten Immunabwehr ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Spinalioms und einen meist ungünstigen Krankheitsverlauf. Dies gilt beispielsweise für Personen, deren Immunsystem durch eine Organtransplantation oder eine HIV-Infektion geschwächt ist.

Plattenepithelkarzinom: Symptome und Aussehen

Spinaliome sehen im Anfangsstadium einer aktinischen Keratose ähnlich. Das Bild der Haut ist durch schuppige, rote sowie leicht erhabene Hautpartien gezeichnet. Typisch ist auch, dass sich die Oberfläche der Haut ähnlich wie Sandpapier anfühlt. Häufig sind die oberflächlich liegenden Hauttumore auch mit bloßem Auge und ohne Hilfsmittel sichtbar.

Im Verlauf verhärten sich diese Hautstellen zunehmend. Es entstehen derbe Knoten, die eine raue, stark ausgeprägte Hornschicht aufweisen. Die verhornten Hautpartien neigen zu Blutungen und lassen sich oft nur schwer abkratzen. Möglich ist zudem, dass sich derartige Knoten direkt ohne vorherige Anzeichen bilden. 

Wichtig: Menschen, die Hautveränderungen wie raue Stellen, bleibende Krusten oder nicht heilenden Wunden bei sich bemerken, sollten sich ärztlich untersuchen lassen.

An welchen Hautstellen kann ein Plattenepithelkarzinom entstehen?

Grundsätzlich entstehen derartige Hautveränderungen an Körperstellen, die besonders stark der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind. Häufig kommt es zu dem Hauttumor bei Menschen mit spärlicher oder fehlender Kopfbehaarung (Glatze) auf dem Kopf. Weitere Körperstellen sind: 

  • Gesicht
  • Lippen
  • Hände
  • Unterarme
  • Unterschenkel
  • Dekolleté
  • Ohren
  • Nacken

Jedoch kann ein Stachelzellkarzinom auch in Schleimhäuten wie im Mund, auf der Zunge, der Lunge oder an den Geschlechtsorganen wie der Vagina oder dem Penis entstehen.

Wie lässt sich ein Plattenepithelkarzinom diagnostizieren?

Häufig erkennen Fachleute ein Spinaliom bereits anhand der typischen Hautveränderungen. Um die Diagnose zu sichern, wird meist eine Gewebeprobe des Tumors (Biopsie) entnommen und feingeweblich (histologisch) untersucht. Zudem folgen oftmals bildgebende Untersuchungsverfahren wie: 

Behandlung eines Plattenepithelkarzinoms

Bei einem Plattenepithelkarzinom richtet sich die Behandlung zunächst nach Größe und Ausbreitung des Hauttumors und dem Ergebnis der histologischen Untersuchung des Gewebes. Das Mittel der Wahl zur Therapie stellt eine operative Entfernung des Plattenepithelkarzinoms dar. Darüber hinaus kommen folgende Therapiemaßnahmen infrage: 

Plattenepithelkarzinom: Nachsorge

Wichtig ist die regelmäßige Nachuntersuchung, die je nach Metastasen- oder Rezidiv-Risiko (Wiederauftreten des Tumors) unterschiedlich ausfällt. Konnte der Tumor vollständig operativ entfernt werden und besteht ein niedriges Risiko, werden bis zum zweiten Jahr nach der Operation halbjährige Kontrolltermine vereinbart – danach bis zum fünften Jahr jährlich. 

Besteht hohes Risiko eines erneuten Hauttumors, ist das Intervall kürzer: 

  • Bis zum zweiten Jahr nach der Operation alle drei Monate.
  • Zwischen dem dritten und fünften Jahr alle sechs Monate.
  • Anschließend jährliche Nachsorgeuntersuchungen.

Menschen mit einem fortgeschrittenem Spinaliom, deren Tumor erfolgreich behandelt werden konnte, erhalten in der Regel individuell vereinbarte Kontrolltermine. Grundsätzlich sollten Patient*innen regelmäßig ihre Haut selbst untersuchen. Auch ein ausreichender Schutz vor UV-Strahlung ist essenziell. 

Verlauf und Heilungschancen eines Plattenepithelkarzinoms

Je eher ein Plattenepithelkarzinom diagnostiziert und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Karzinome mit einem Durchmesser von weniger als zwei Zentimetern bilden selten Tochtergeschwulste und haben daher die beste Prognose.

Bei etwa fünf Prozent der Betroffenen kommt es zu einer Metastasierung. Ein Stachelzellkarzinom bildet in der Regel zuerst Metastasen in den lokalen Lymphknoten und anschließend in der Lunge. Sobald Metastasen vorhanden sind, verschlechtert sich die Prognose wesentlich. Tritt das Stachelzellkarzinom bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf, wirkt sich dies ebenfalls ungünstig auf Verlauf und Prognose aus. Zudem wachsen bei Menschen mit Immunsuppression metastasierende Tumoren mit etwa 16 bis 20 Prozent aggressiver und schneller. 

Menschen, die bereits Hautkrebs hatten, weisen ein erhöhtes Risiko auf, wieder daran zu erkranken. Dann kann der Krebs mitunter aggressiver sein. Von rund 1.000 Betroffenen eines Plattenepithelkarzinoms sterben etwa 40 bis 50 infolge.

Wie lässt sich einem Plattenepithelkarzinom vorbeugen?

Einem Plattenepithelkarzinom beziehungsweise Hautkrebs allgemein kann mit verschiedenen Maßnahmen vorgebeugt werden. Wesentlich ist es jedoch, Risikofaktoren zu meiden, beispielsweise:

  • Die Dauer der Sonnenbestrahlung einschränken.
  • Für ausreichenden Sonnenschutz sorgen, etwa durch Sonnencreme, Sonnenhüte und Sonnenschirme.
  • Den Kontakt zu krebsauslösenden Stoffen meiden.

Wichtig ist auch, die Haut regelmäßig selbst zu untersuchen, um Hautkrebs frühzeitig zu entdecken. Außerdem empfiehlt es sich, die gesetzliche Hautkrebsvorsorge wahrzunehmen. Bei einer unklaren Hautveränderung sollte unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt werden.