Modafinil

Allgemeines

Modafinil wird eingesetzt bei Erwachsenen mit außergewöhnlicher und überstarker Schläfrigkeit, verbunden mit plötzlichen Schlafanfällen, die das Leben von Betroffenen erschweren und gefährden (Narkolepsie). Solche Schlafanfälle können mit, aber auch ohne Muskelerschlaffung einhergehen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Wachheit fördern
  • Aktivität steigern
  • Aufmerksamkeit verstärken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Modafinil im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Modafinil nicht verwendet werden?

Modafinil darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei gleichzeitiger Behandlung mit dem Blutdrucksenker Prazosin (in Deutschland nicht mehr auf dem Markt) und bei einer Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten oder Drogen in der Vorgeschichte. Auch bei nicht kontrollierbarmen Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen darf der wirkstoff nicht eingesetzt werden.

Nur mit besonderer Vorsicht darf der Arzt Modafinil bei Patienten einsetzen, die an folgenden Begleiterkrankungen leiden:
  • schweren Angstzuständen (außer bei Behandlung in Facheinrichtungen)
  • Psychosen, Depressionen oder Manien in der Vorgeschichte, angesichts des möglichen Entstehens oder der Verschlechterung von seelischen Beschwerden
  • schweren Lebererkrankungen und schweren Nierenerkrankungen. Hier muss die Tagesdosis halbiert werden.
Besonderheiten:
Bei Patienten mit Atemaussetzern wärhend des Schlafes (obstruktivem Schlafapnoe-/Hypopnoe-Syndrom) sollte der Arzt das Grundleiden und eine damit verbundene Herz-Kreislauf-Erkrankung überwachen.

Die Therapie mit diesem Wirkstoff ist kein Ersatz für Schlaf und es muss auch während der Behandlung unbedingt versucht werden, günstige Voraussetzung für das Einschlafen zu schaffen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Modafinil kann, wenn es in der Schwangerschaft angewendet wird, schwere Missbildungen hervorrufen. Der Arzt wird daher schwangeren Frauen zur Anwendung von nicht-medikamentösen Therapien ihrer Schlafsucht raten.

Während der Behandlung mit Modafinil muss eine Schwangerschaft sicher verhütet werden. Da der Wirkstoff die Wirkung der "Minipille" (enthält nur Gestagene), aber auch der normalen "Pille" (Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung) schwächt, sollten zusätzlich Pessare oder Kondome zur Empfängnisverhütung verwendet werden. Dies gilt auch für mindestens einen weiteren Monatszyklus nach der Beendigung der Therapie mit dem Wirkstoff.

Während der Stillzeit darf Modafinil nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Aufgrund des Fehlens von Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit ist Modafinil nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren zugelassen.

Welche Nebenwirkungen kann Modafinil haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Modafinil. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen.

Häufige Nebenwirkungen:
Leberfunktionstest-Anormalitäten, Alkalische Phosphatase-Erhöhung (dosisabhängig), Gamma-GT-Erhöhung (dosisabhängig), Herzjagen, Herzklopfen, Benommenheit, Schläfrigkeit, abnorme Empfindungen, Verschwommensehen, Bauchschmerz, Übelkeit, Mundtrockenheit, Durchfall, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Gefäßerweiterung, Kraftlosigkeit, Brustschmerz, Nervosität, Schlaflosigkeit, Angst, Depression, Denkstörungen, Verwirrtheit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
EKG-Veränderungen, Gewichtsveränderungen, Herzrhythmusstörungen (zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen), Herzschlagverlangsamung), Blutbildveränderungen (Eosinophilen-Überschuss, Weiße Blutkörperchen-Mangel), Bewegungsstörungen (Dyskinesien), Muskelspannungsverstärkung, Erinnerungslücken (Amnesie), Migräne, Zappeligkeit (Hyperkinesien), Zittern, Schwindel, Gehirnerregung, Gangstörungen, Sprachstörungen, unangenehmer Geschmack, Sehstörungen, Bindehautentzündung (Trockenes Auge), Atemstörung, Hustenreizverstärkung, Asthma, Nasenbluten, Blähungen, Sodbrennen, Erbrechen, Zungenentzündung, Schluckstörungen, Mundwunden, Urinveränderungen, Veränderungen in der Häufigkeit des Wasserlassens, Schwitzen, Hautausschläge, Akne, Juckreiz, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Muskelzuckungen, Gelenkschmerzen, Beinkrämpfe, Appetitzunahme, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen (Hypercholesterinämie), Blutzucker-Überschuss, Rachenentzündung, Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung, Blutdruckerhöhung, Blutdruckerniedrigung, Durst, Wasseransammlungen in Armen und Beinen, nervöse Reizbarkeit, leichtere allergische Reaktionen (Heuschnupfen), Regelstörungen, Gefühlsschwankungen, Schlafstörung, verändertes Träumen, Erregung, Libido-Abnahme, Feindseligkeit, Persönlichkeitsstörung, Aggression.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
schwere Hautreaktionen (inklusive Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und bis zum Schock), Blutgefäßschwellungen, Nesselsucht, Überempfindlichkeitsreaktionen (charakterisiert durch Symptome wie Fieber, Hautausschlag, Lymphdrüsenschwellung und Anzeichen gleichzeitiger Organbeteiligung), Psychosen, Manien, Wahnvorstellungen, Selbstmordgedanken.

Besonderheiten:
Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion sollte die Tagesdosis vom Arzt halbiert werden.

Bei ersten Anzeichen eines Hautausschlages muss die Behandlung mit dem Wirkstoff abgebrochen und darf auch nicht mehr erneut begonnen werden.

Während der Behandlung müssen die Patienten auch von den Angehörigen überwacht werden, da es zu Depressionen, Selbstmordgedanken und Psychosen kommen kann.

Der Wirkstoff kann besonders bei Patienten mit Atemstörungen im Schlaf (Schlafapnoe) Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen begünstigen.

Das Auftreten von Haut- und Überempfindlichkeitsreaktionen sowie von nervlich-seelischen Reaktionen scheint eng mit derangewendeten Dosierung von Modafinil zusammenzuhängen. Entsprechend wird der Arzt die Behandlung stets mit der niedrigsten empfohlenen Dosis (200 Milligramm) beginnen und lediglich bei Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf bis zu 400 Milligramm erhöhen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Modafinil?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Zu den Wechselwirkungen von Modafinil mit anderen Wirkstoffen liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Der Wirkstoff Modafinil beschleunigt den Abbau anderer Substanzen in der Leber. Daher ist bei gleichzeitiger Anwendung von Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung, Clomipramin und Desipramin (trizyklischen Antidepressiva), Epilepsie-Mitteln wie Phenytoin, von Cyclosporin (gegen Abstoßungsreaktionen nach Organverpflanzungen), dem Asthma-Mittel Theophyllin, dem Blutverdünner Warfarin, dem Benzodiazepin Diazepam und dem Betablocker Propranolol mit einer Wirkungsabschwächung zu rechnen.

Allerdings fand sich in klinischen Studien, in denen Clomipramin oder Methylphenidat (ein Phenytoin-Verwandter) beide in niedriger Dosierung kurzzeitig gleichzeitig mit Modafinil verabreicht wurden, keine Wechselwirkung.

Bei Anwendung von Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung kann deren empfängnisverhütende Wirkung während der Behandlung mit Modafinil sowie noch für die Dauer eines Zyklus nach Behandlungsende herabgesetzt sein. Dies gilt insbesondere für Mini- und Mikropille, die entweder nur Gestagene oder besonders wenig Hormone enthalten. Während der Behandlung mit Modafinil müssen daher unbedingt normal dosierte "Antibabypillen" (Gehalt an Ethinylestradiol mindestens 0,05 Milligramm) oder andere Methoden der Empfängnisverhütung angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Anwendung des Medikaments kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
  • Die Notwendigkeit der Therapie mit dem Medikament sollte vom Arzt in regelmäßigen Abständen von einem Jahr überprüft werden.
  • Das Medikament sollte beim ersten Anzeichen eines Hautausschlags abgesetzt und die Behandlung nicht wieder aufgenommen werden.
  • Eine Behandlung mit dem Medikament sollte nur nach sorgfältiger Diagnose und durch einen Spezialisten vorgenommen werden.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament und bis zu einem Monat danach muss eine Schwangerschaft sicher durch die "Pille" und zusätzlich Kondome oder Pessare verhütet werden.
  • Tagensschläfrigkeit sowie die Nebenwirkungen des Medikaments wie verschwommenes Sehen oder Benommenheit können die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Modafinil?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Modafinil enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Modafinil

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Modafinil. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Alpha-Sympathomimetika, zu welcher der Wirkstoff Modafinil gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Modafinil

Modafinil wird eingesetzt bei Erwachsenen mit außergewöhnlicher und überstarker Schläfrigkeit, verbunden mit plötzlichen Schlafanfällen, die das Leben von Betroffenen erschweren und gefährden (Narkolepsie). Solche Schlafanfälle können mit, aber auch ohne Muskelerschlaffung einhergehen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Modafinil sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Modafinil

Modafinil verbessert dosisabhängig die Wachheit und die Aufmerksamkeit während des Tages. Ab einer morgendlichen Dosis von 100 Milligramm wird schon eine für die Wachheit typische Veränderung der Hirnströme beobachtet. Ab einer morgendlichen Einnahme von 200 Milligramm ist tagsüber eine deutliche Verzögerung der Einschlafneigung festzustellen, ohne dass sich eine erkennbare Beeinflussung des nächtlichen Schlafs einstellt. Allerdings kann eine abendliche Einnahme zu Schlafstörungen führen.

Der Wirkmechanismus von Modafinil konnte bisher noch nicht vollständig geklärt werden. Es besetzt nicht die Bindungsstellen des Sympathikusnervs (alpha-Rezeptoren) im Gehirn, fördert aber dennoch wahrscheinlich dessen Aktivität.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.