Das Bild zeigt einen Wecker.
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Zeitumstellung von Winterzeit auf Sommerzeit

Wie in jedem Jahr wird am letzten Sonntag im März von Winterzeit auf Sommerzeit umgestellt: In der Nacht von Samstag auf Sonntag drehen sich die Zeiger von zwei auf drei Uhr vor und die Nacht ist eine Stunde kürzer als sonst. Was macht das mit dem Körper?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Auswirkung auf den Körper: Symptome

Auch wenn es nur eine Stunde ist, die man in dieser Nacht an Schlaf verliert, so hat die Zeitumstellung auf die Sommerzeit doch bei vielen einen spürbaren Einfluss auf den Tag-Nacht-Rhythmus (zirkardianer Rhythmus) – und damit auf Gesundheit und Wohlbefinden.

In der ersten Woche nach der Zeitumstellung auf die Sommerzeit treten bei vielen Menschen Symptome auf, die an eine schwache Form von Jetlag erinnern. Mögliche Beschwerden sind zum Beispiel:

Die Auswirkungen der Zeitumstellung auf die Sommerzeit bezeichnet man deswegen auch als Mini-Jetlag. Und die Bezeichnung ist durchaus passend. Denn die Umstellung auf die Sommerzeit entspricht einer Zeitzonenverschiebung um eine Stunde oder einem Flug ins Ausland (z. B. nach Ägypten).

Fast ein Viertel der Weltbevölkerung muss die Zeitumstellung von Winterzeit auf Sommerzeit zwangsläufig über sich ergehen lassen. Eine Zeitumstellung, die weder biologisch noch gesellschaftlich notwendig ist.

Lesetipp: EU-Umfrage: Statt Zeitumstellung das ganze Jahr Sommerzeit?

Energiesparen dank Zeitumstellung

Der eigentliche Grund für die Zeitumstellung war ursprünglich der Wunsch, das Tageslicht optimal ausnutzen und dadurch Energie zu sparen. In ihrer heutigen Form wurden Sommerzeit und Winterzeit im Jahr 1980 eingeführt. Sie basieren auf Paragraph 4 und 5 des "Gesetzes über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung".

Während die Winterzeit der mitteleuropäischen Zeit (MEZ) und damit der Normalzeit entspricht, handelt es sich bei der Sommerzeit um die mitteleuropäische Zeit, der eine Stunde hinzugefügt wird.

Tag-Nacht-Rhythmus gestört

Eine groß angelegte Studie mit rund 55.000 Teilnehmer*innen zeigte, dass die Zeitumstellung von Winterzeit auf Sommerzeit den Tag-Nacht-Rhythmus im Körper spürbar und langfristig beeinflusst. Der Tag-Nacht-Rhythmus reguliert unter anderem

  • die Aufmerksamkeit,
  • die Qualität des Schlafs,
  • die Regulation vieler Hormone (z. B. das Schlafhormon Melatonin oder das Stresshormon Kortisol) und
  • die Nierenfunktion.

Der Wechsel von Hell- und Dunkelphasen nimmt Einfluss auf die innere Uhr: Durch ihn passt sich der Körper an den 24-Stunden-Rhythmus der Umwelt an. Diese als Entrainment bezeichnete Anpassung des Körpers funktioniert außerordentlich exakt. Der wichtigste Zeitgeber für diese innere Uhr ist das Tageslicht.

Besonders wichtig für den Tag-Nacht-Rhythmus sind dabei die frühen Morgenstunden der Morgendämmerung im Übergang von Nacht zu Tag. Die Zeitumstellung von Winterzeit auf Sommerzeit wirkt sich hier merklich aus, da die Änderung der Uhrzeit nicht mehr den tatsächlichen Dämmerungszeiten entspricht. Die innere Uhr ist also weiterhin auf Winterzeit eingestellt, während alle sozialen Aktivitäten durch die Zeitumstellung um eine Stunde vorgestellt werden, also eine Stunde früher beginnen.

Ein Beispiel verdeutlicht das: Wenn am Montag nach der Zeitumstellung der Wecker um sieben Uhr klingelt, ist es für den Körper erst sechs Uhr morgens. Blutdruck und Puls befinden sich noch genauso im Dämmerzustand wie die Hormonregulation. Als Folge können Symptome wie Konzentrationsstörungen, Müdigkeit oder vermindert Leistungsfähigkeit auftreten.

Eine Verkehrsstudie zeigt, welche Konsequenzen die Zeitumstellung im Frühjahr haben kann. Nach der Umstellung auf von Winterzeit auf Sommerzeit steigen die Unfallzahlen merklich an. Insbesondere Motorradfahrer haben unter den Auswirkungen der Zeitumstellung zu leiden: Hier nimmt die Zahl der Unfälle um 42 Prozent zu – wahrscheinlich, weil die Aufmerksamkeit durch den Mini-Jetlag beeinträchtigt ist.

Laut der Untersuchung einer gesetzlichen Krankenkasse nimmt statistisch gesehen auch die Zahl der Herzinfarkte in den drei Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit zu – und zwar um bis zu 20 Prozent.

Stärker betroffen von den Auswirkungen der Zeitumstellung sind vor allem Menschen, die von ihrem Biorhythmus her eher spät zu Bett gehen und dafür morgens länger schlafen (Chronotyp "Eule"). "Lerchen" tun sich dagegen etwas leichter, da sie ohnehin eher Frühaufsteher sind.

Tipps: So kommen Sie gut in die Sommerzeit

Wer empfindlich auf die Zeitumstellung reagiert, sollte sich auf die Zeitverschiebung vorbereiten. Oft reicht es, die innere Uhr am Umstellungs-Wochenende vorab aktiv etwas zu verschieben:

  • Samstag vor der Zeitumstellung: Mahlzeiten eine halbe Stunde früher einnehmen als sonst, abends eine halbe Stunde früher ins Bett gehen
  • Sonntag nach der Zeitumstellung: Essen und Schlaf um eine weitere halbe Stunde vorziehen