Delamanid

Allgemeines

Delamanid wird zusamen mit anderen geeigneten Wirkstoffen im Rahmen einer Kombinationsbehandlung gegen Tuberkulose-Infektionen der Lunge eingesetzt. Es ist ein sogenanntes Reserve-Mittel, das nur eingesetzt werden darf, wenn eine andere wirksame Behandlung aufgrund von Unempfindlichkeit der Erreger (Resistenzen) oder aus Gründen der Verträglichkeit nicht zusammengestellt werden kann.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Delamanid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Delamanid nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und einem Eiweiß-Gehalt des Blutes (Serum-Albumin) unter 2,8 Gramm/Deziliter (begünstigt Herzrhythmusstörungen) darf der Wirkstoff nicht angewendet werden.

Ebenso ist von einer gemeinsamen Anwendung mit Wirkstoffen, die das abbauende Enzym-System im Körper fördern, abzuraten, da diese die Wirkung von Delamans herabsetzen. Zu solchen Wirkstoffen zählen beispielsweise die Antiepileptika Carbamazepin, Phenytoin, und Phenobarbital, aber auch Johanniskraut (gegen Depressionen).

Bei Patienten mit mäßigen bis schweren Leberfunktionsstörungen sollte Delamanid nicht angewendet werden. Auch gibt es keine Erfahrungen über die Anwendung von Delamanid bei Patienten, die gleichzeitig Medikamente gegen AIDS erhalten.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Delamanid eingesetzt werden bei
  • einer ununterbrochenen Behandlungsdauer über 24 Wochen, weil es dazu keine Studien gibt
  • Tuberkulose-Infektionen außerhalb der Lunge (beispielsweise im Gehirn oder den Knochen), Infektionen mit Mykobakterien anderer Arten als Mycobakterium tuberkulosis oder ruhenden Tuberkulose-Infektionen, weil es dazu keine Studien gibt
  • angeborener QT-Verlängerung im EKG oder anderen Umständen, die zu QT-Verlängerung führen können
  • Herzrhythmusstörungen oder deutlich verlangsamtem Herzschlag in der Vorgeschichte, weil sich diese verschlimmern können
  • allen Herzerkrankungen, die Herzrhythmusstörungen begünstigen, wie schwerer Bluthochdruck, linksseite Herzwandverdickung oder schlecht behandelbare Herzmuskelschwäche, die mit einer verminderten Pumpleistung des linken Herzteils einhergeht
  • Mangel an Kalium, Calcium oder Magnesium im Blut, da dieser Herzrhythmusstörungen verursachen kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es wurden nur sehr wenige Erfahrungen mit der Anwendung von Delamanid bei Schwangeren gemacht. Tierexperimente haben eine Schädlichkeit für die Nachkommen gezeigt. Die Anwendung von Delamanid bei Schwangeren wird nicht empfohlen; Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, wenn sie mit dem Wirkstoff behandelt werden.

Es ist nicht bekannt, ob Delamanid oder seine Abbauprodukte in die menschliche Muttermilch übergehen, wie es in Tierstudien der Fall war. Da ein mögliches Risiko für den gestillten Säugling nicht ausgeschlossen werden kann, sollte während der Behandlung nicht gestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Welche Nebenwirkungen kann Delamanid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Delamanid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
vermehrte Bildung unreifer roter Blutkörperchen, Kalium-Mangel im Blut, Appetitlosigkeit, Harnsäure-Überschuss im Blut, Schlaflosigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, nervliche Missempfindungen, Zittern, Ohrensausen, Herzklopfen, Bluthusten, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Oberbauchschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Schwäche, QT-Verlängerung im EKG.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutarmut, Überschuss an unreifen Blutzellen, Überschuss an Blutfetten (Triglyceride), Psychose-ähnliche Störung, Erregung, Angst, Angststörung, Depressionen, depressive Stimmung, Unruhe, Nervenbeschwerden in Armen und Beinen, Schläfrigkeit, Empfindungslosigkeit, trockenes Auge, Lichtscheu, Ohrenschmerzen, Mund-Rachen-Schmerzen, Rachenreizung
trockener Rachen, Naselaufen, Magenschleimhautentzündung, Verstopfung, Bauchschmerz (auch im Unterbauch), Verdauungsstörungen, Bauchbeschwerden, Hautentzündung, Nesselsucht, Hautausschlag (auch juckend, oder fleckig-blasig), Juckreiz, Akne, vermehrte Schweißbildung, Veränderungen an Wirbeln und Bandscheiben, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Knochenschmerzen, Flankenschmerz, Gliederschmerzen, Blut im Urin, Fieber, Brustschmerzen, Unwohlsein, Beschwerden im Brustkorb, Wassereinlagerungen in Armen und Beinen, Zunahme der Kortisol-Konzentration im Blut.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Gürtelrose, Pilzbefall in Mund und Rachen, Kleienflechte, Mangel an weißen Blutkörperchen, Mangel an Blutplättchen, Austrocknung, Mangel an Calcium im Blut, Überschuss an Cholesterin im Blut, Aggression, Wahnvorstellungen vom Typ Verfolgungswahn, Panikstörung, Anpassungsstörung mit depressiver Stimmung, Neurose, Verstimmung, seelische Störung, Schlafstörungen, vermehrte Libido, Schwerfälligkeit, Gleichgewichtsstörungen, Nervenwurzelschmerz, schlechter Schlaf, allergische Bindehautentzündung, AV-Block ersten Grades, Herzrhythmusstörungen (exta Schläge, von den Kammern oder über den Herzkammern ausgehend), Schluckstörungen, nervliche Missempfindung im Mund, Druckempfindlichkeit des Bauches, Störung der Leberfunktion, Haarausfall, Haarbalgentzündung mit Pusteln, allgemeiner Juckreiz, Hautausschlag mit Rötung, Harnverhaltung, Harnentleerungsstörungen, nächstliches Wasserlassen, Hitzegefühl, ST-Senkung im EKG, erhöhte Leberwerte (Transaminasen, Gamma-GT), erhöhte Blutungsneigung, Abnahme der Kortisolspiegel im Blut, erhöhter Blutdruck.

Welche Wechselwirkungen zeigt Delamanid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Behandlung mit dem Medikament sollte nur von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Tuberkulose durch vielfach resistente Keime begonnen und überwacht werden.
  • Weil sehr häufig Kopfschmerzen und Zittern bei der Behandlung mit dem Medikament auftreten, können Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Delamanid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Delamanid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Delamanid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Delamanid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Tuberkulose-Mittel, zu welcher der Wirkstoff Delamanid gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Delamanid

Delamanid wird zusamen mit anderen geeigneten Wirkstoffen im Rahmen einer Kombinationsbehandlung gegen Tuberkulose-Infektionen der Lunge eingesetzt. Es ist ein sogenanntes Reserve-Mittel, das nur eingesetzt werden darf, wenn eine andere wirksame Behandlung aufgrund von Unempfindlichkeit der Erreger (Resistenzen) oder aus Gründen der Verträglichkeit nicht zusammengestellt werden kann.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Delamanid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Delamanid

Tuberkulose ist eine Krankheit, die durch Infektion mit Tuberkelbakterien entsteht. Diese Erreger bilden eine eigenständige, als Mykobakterien bezeichnete, Gruppe unter den Keimen.

Typisch für die Mykobakterien ist der hohe Fettgehalt in ihrer Zellwand und Mykolsäure als wichtigem Baustein. Für den Zellwandaufbau müssen die Mykolsäuren mit weiteren chemischen Gruppen reagieren. Die Wirkung von Delamanid hemmt die Bildung von Methoxy- und Keto-Mykolsäure. Damit wird der Zellwandaufbau der Erreger verhindert und sie sterben ab.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.