Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat

Allgemeines

Die Kombination wird zur Behandlung von Beschwerden eingesetzt, die durch Erkrankungen mit vermehrter Magensäurebildung hervorgerufen werden. Diese sind Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni).

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Magensäure entschärfen
  • Magen- und Zwölffingerdarm-Wände schützen
  • Schäden an Magen- und Zwölffingerdarm-Wänden verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht eingenommen werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile
  • Calciumüberschuss im Blut beispielsweise infolge von Überfunktion der Nebenschilddrüse, Vitamin D-Überdosierung, oder Begleitsymptomen einer Krebserkrankung
  • Nierenschwäche mit einer Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter/Minute
  • Nierenverkalkung.
Nur mit Vorsicht darf die Kombination angewendet werden bei Mangel an Phosphat im Blut und übermäßiger Ausscheidung von Calcium im Urin. In solchen Fällen ist vorher ein Arzt zu befragen.


Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Hinweise auf schädliche Wirkungen der Kombination bei Einnahme während der Schwangerschaft und in der Stillzeit sind nicht bekannt.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Zur Anwendung der Kombination bei Kindern und Jugendlichen machen die Hersteller keine Angaben. Im Zweifelsfall ist dazu ein Arzt zu befragen.

Welche Nebenwirkungen können Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei Nierenschwäche und langfristiger Einnahme in hohen Dosierungen kann es zu Calciumüberschuss im Blut kommen. Er äußert sich durch Muskelschwäche, Verstopfung sowie Übelkeit und Erbrechen. Weitere Folgen der Überdosierung sind ein Basenüberschuss im Körper (metabolische Alkalose) und Phosphatmangel im Blut.

Welche Wechselwirkungen zeigen Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die gleichzeitige Einnahme der Kombination mit anderen Wirkstoffen kann deren Aufnahme in den Körper verändern. Dies ist der Fall bei Antibiotika aus der Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer (Ciprofloxazin, Norfloxazin, Pephloxazin). Sie können bis zu 90 Prozent Wirkungsverminderung erfahren, da unlösliche Verbindungen mit der Kombination gebildet werden. Während einer Therapie mit diesen Antibiotika ist die Einnahme der Kombination zu vermeiden und im Bedarfsfall auf andere die Magensäure hemmende Wirkstoffe auszuweichen. Bei gleichzeitiger Therapie mit anderen Antibiotika wie Tetracyclinen oder Cephalosporinen sollte ein Einnahmeabstand von mindestens zwei Stunden zur Kombination eingehalten werden.

Die Aufnahme von Calcium wird durch Vitamin D gesteigert. Entwässerungsmittel vom Thiazid-Typ wie Hydrochlorothiazid, Chlortalidon oder Indapamid vermindern die Calciumausscheidung. Bei gleichzeitiger Einnahme sollte deshalb die Calciumkonzentration im Blut ärztlich kontrolliert werden. Wenn durch die Einnahme der Kombination der Calciumblutspiegel steigt, wird die Empfindlichkeit gegen Herzglykoside wie Digoxin erhöht und das Risiko von Herzrhythmusstörungen steigt.

Geringere Beeinträchtigungen der Aufnahme in den Körper finden sich für das Malaria-Mittel Chloroquin, das Gichtmittel Allopurinol, nicht-steroidale Antirheumatika (wie Diclofenac, Acetylsalicylsäure, Penicillamin, Naproxen), Digoxin, das Tuberkulose-Mittel Isoniazid, den ACE-Hemmer Captopril, die Betablocker Atenolol oder Propranolol, den Blutverdünner Dicumarol, das Schilddrüsenhormon Levothyroxin, das Pilzmittel Ketoconazol, Gabapentin (bei Epilepsien), H2-Blocker (bei Magensäureüberschuss), Bisphosphonate (gegen Osteoporose), Eisenverbindungen und das Psychopharmakon Chlorpromazin.

Im Hinblick auf eine mögliche Wirkungsbeeinträchtigung sollte immer ein Abstand von zwei Stunden zwischen der Einnahme von säurebindenden Mitteln und anderen Wirkstoffen eingehalten werden. Milchprodukte haben einen hohen Calciumgehalt. Ein Liter Milch kann bis zu 1.200 Milligramm Calcium enthalten. Dies ist bei der Einnahme der Kombination ebenfalls zu berücksichtigen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Es sollte immer ein Abstand von zwei Stunden zwischen der Einnahme des Medikaments und anderen Wirkstoffen eingehalten werden, um deren Effekte nicht zu verringern.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Kautabletten

So wirkt Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Antazida, Mittel gegen zu viel Magensäure, zu welcher die Wirkstoffkombination Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat gehört.

Anwendungsgebiete der Wirkstoffkombination Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat

Die Kombination wird zur Behandlung von Beschwerden eingesetzt, die durch Erkrankungen mit vermehrter Magensäurebildung hervorgerufen werden. Diese sind Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat

Die Kombination Calciumcarbonat + Magnesiumcarbonat gehört zur Wirkstoffgruppe der säurebindenden Mittel. Ihre Wirkung beruht weitgehend auf einer Neutralisation (Pufferung) der Magensäure. Die beiden Wirkstoffe unterscheiden sich im pH-Bereich der Wirkung. Die Bereiche deutlicher Pufferung liegen für Calciumcarbonat zwischen pH 5,5 bis 6,5 und für Magnesiumcarbonat zwischen 6,5 und 7,5. Daher ist Calciumcarbonat vor allem im stark sauren Magen, Magnesiumcarbonat aber auch schon im weitgehend neutralen Zwölffingerdarmbereich wirksam.

Calciumcarbonat und Magnesiumcarbonat werden mit Magensalzsäure zu wasserlöslichem Calciumchlorid beziehungsweise Magnesiumchlorid und Kohlendioxid umgesetzt. Im Darm werden Calciumchlorid und Magnesiumchlorid zum Teil aufgenommen, zum Teil bilden sich unlösliche Salze mit Phosphat, Carbonat und Fettsäuren, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Die Umwandlung der Kombination kann bei Vorhandensein von Nahrung bereits im Magen stattfinden.

Inwieweit Calcium in den Körper aufgenommen wird, hängt von verschiedenen Faktoren (Säuregrad des Magensaftes, Calciumüberschuss oder -mangel im Blut, hormonelle Steuerung des Calciumhaushaltes im Körper) ab. Der aufgenommene Anteil von Calcium liegt bei 10 bis 35 Prozent. Von Magnesium wird nur ein kleiner Anteil aufgenommen, der die Magnesiumkonzentration im Blut meistens nicht verändert.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.