Sobelin Granulat

Hersteller: Pfizer Consumer Health GmbH
Wirkstoff: Clindamycin
Darreichnungsform: Trockensaft
Rezeptpflichtig

Wirkung

Sobelin Granulat enthält den Wirkstoff Clindamycin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Sobelin Granulat.

Clindamycin ist ein Wirkstoff zur Heilung akuter und chronischer Infektionen, die durch Erreger wie Bakterien, Sporenbildner und Zellparasiten ausgelöst werden.

Im Körperinneren wirkt Clindamycin bei:
  • Knochenentzündungen und Gelenkinfektionen
  • bakteriell bedingter akuter Bronchitis und Lungenentzündung
  • Infektionen des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches
  • Zahn- und Kieferinfektionen
  • Infektionen des Becken- oder Bauchraumes
  • Hautinfektionen, Entzündungen der Weichteile (Sehnen, Muskeln und Bänder)
  • Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane
  • Blutvergiftungen
  • Scharlach.
Clindamycin kann auch äußerlich auf der Haut angewendet werden. So lindert und heilt es örtlich beispielsweise Akne und andere Hautinfektionen.

Weiterhin kann der Wirkstoff auch zur Vorbeugung gegen Infektionen bei operativen Eingriffen genutzt werden. Für Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko vermindert sich so die Gefahr, beispielsweise an einer Herzinnenhautentzündung zu erkranken.

Patienten, die allergisch auf Antibiotika aus der Gruppe der Penicilline oder der Cephalosporine reagieren, können Clindamycin als Ersatz anwenden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Clindamycin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Lincosamide, Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Clindamycin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Infektionen der Knochen und Gelenke
  • Infektionen im Hals-Nasen-Ohrenbereich
  • Infektionen im Zahnbereich und Kieferbereich
  • Infektionen im Beckenraum und Bauchraum
  • Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane
  • Infektionen der Haut und Weichteile
  • Scharlach
  • Gesamtinfektion des menschlichen Organismus, die durch Bakterien oder Toxine im Blut verursacht wird
  • Entzündung der Herzinnenhaut

Dosierung

Vor der Einnahme wird das Granulat entsprechend der Packungsvorschrift in Wasser gelöst. In Gegenden mit hoher Wasserhärte sollte demineralisiertes oder destilliertes Wasser verwendet werden. Die fertige Lösung wird bei Raumtemperatur gelagert und kann bis zu 14 Tage lang verwendet werden. Fünf Milliliter der Lösung enthalten 75 Milligramm des Wirkstoffs.

Die exakte Dosierung hängt von Art und Schwere der Erkrankung, vom Alter des Patienten sowie von einer eventuell vorliegenden Nieren- oder Leberfunktionsstörung ab. Sie wird daher vom Arzt festgelegt.

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren erhalten täglich 600 Milligramm bis 1800 Milligramm (entsprechend 40 bis 120 Milliliter der Lösung) des Wirkstoffs.

Kinder im Alter zwischen vier Wochen und 14 Jahren erhalten je nach Erkrankung täglich 8 bis 25 Milligramm des Wirkstoffs pro Kilogramm Körpergewicht. Die durchschnittliche Tagesdosis liegt bei 225 Milligramm beziehungsweise 15 Millilitern (bis 10 Kilogramm), 450 Milligramm beziehungsweise 30 Millilitern (bis 20 Kilogramm), 750 Milligramm beziehungsweise 50 Millilitern (bis 30 Kilogramm), 900 Milligramm beziehungsweise 60 Millilitern (bis 40 Kilogramm) oder 1200 Milligramm beziehungsweise 90 Millilitern der Lösung (bis 50 Kilogramm).

Die Dosis wird möglichst auf vier Einzelgaben verteilt. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Fünf Milliliter der Lösung enthalten 1,84 Gramm Saccharose, das entspricht 0,17 BE.

Die Behandlungsdauer bestimmt der Arzt. Bei Infektionen durch beta-hämolysierende Streptokokken oder Chlamydien sollte die Therapiedauer mindestens zehn Tage betragen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Ethyl-4-hydroxybenzoat
  • Kirscharoma
  • Poloxamer
  • Saccharose
  • Simeticon

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Bei Einnahme: Magen-Darm-Störungen wie Bauchschmerzen, Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen.

Bei Anwendung in der Scheide: Gebärmutterhalsinfektionen, Scheidenschleimhautinfektionen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Bei Einnahme: vorübergehender Leberwertanstieg.

Bei der Gabe in den Muskel: örtliche Reizungen, örtliche Schmerzen, örtliche Verhärtungen, örtliche sterile Abszesse.

Bei der Gabe in die Vene: Schmerzen, Venenentzündung.

Bei Anwendung in der Scheide: äußere Genitalreizungen.

Seltene Nebenwirkungen:
Bei Einnahme: Allergien (masernähnliche Hautrötungen), Hautschwellungen, Gelenkschwellungen, Arzneimittel-Fieber, sich wieder zurückbildende Blutkörperchenverminderung, Muskelschwäche, Juckreiz, Scheidenausfluss, vielgestaltige, nässende Hautrötungen, schuppende Hautentzündungen, Lyell-Syndrom (Blasenbildung und Hautablösung ähnlich verbrühter Haut).

Bei Anwendung auf der Haut: Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Hauttrockenheit, häufiger Harndrang, Kontaktallergie.

Bei Anwendung in der Scheide: Hautausschläge (Ekzeme), Nesselsucht.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle:
Bei Einnahme: lebensbedrohlicher allergischer Schock, vorübergehende Leberentzündung (mit Hautgelbfärbung), Polyarthritis (Gelenkentzündungen), pseudomembranöse Enterokolitis (schwere Darmentzündung von Dünn- und Dickdarm).

Bei Anwendung in der Scheide: Magen-Darm-Störungen wie Sodbrennen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, vorübergehender Anstieg der Leberenzym-Werte, Allergien (masernähnliche Hautrötungen), Hautschwellungen, Gelenkschwellungen, Arzneimittel-Fieber, sich wieder zurückbildende Blutkörperchenverminderung, Muskelschwäche, Juckreiz, Scheidenausfluss, vielgestaltige, nässende Hautrötungen, schuppende Hautentzündungen, Lyell-Syndrom (Blasenbildung und Hautablösung ähnlich verbrühter Haut).

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Bei Einnahme: Mundschleimhautentzündung, Speiseröhrenentzündung.

Bei Anwendung in der Scheide: Hefepilzvermehrung, Trichomonadenvermehrung.

Wechselwirkungen

Clindamycin und Makrolid-Antibiotika (wie Erythromycin, Clarithromycin, Roxithromycin, Azithromycin) schwächen sich gegenseitig in ihrer Wirkung ab.

Wenn Muskelrelaxanzien (wie Baclofen, Tizanidin, Tolperison) oder Narkosegase (wie Diethylether, Distickstoffmonoxid, Halothan, Enfluran, Isofluran, Desfluran, Sevofluran) zusammen mit Clindamycin angewandt werden, kann es zu einer stärkeren muskelschwächenden Wirkung kommen.

Wird Clindamycin als Lösung in den Blutkreislauf (zum Beispiel als Infusion) verabreicht, so darf es auf keinen Fall mit Aminophyllin (zur Bronchienerweiterung), Ampicillin (Breitbandpenicillin), Calciumgluconat (Kalzium-Substitutionsmittel), Magnesiumsulfat (Magnesium-Substitutionsmittel), Phenytoin-Natrium (Antiepileptikum) oder Wirkstoffen aus der Gruppe der Barbiturate (Beruhigungsmittel) wie Methohexital, Thiopental und Phenobarbital gemischt werden.

Durch eine veränderte Darmflora während einer Clindamycinbehandlung können schwangerschaftsverhütende Medikamente ("Pille") schlechter aufgenommen werden. Deshalb sind zusätzlich mechanische schwangerschaftsverhütende Maßnahmen (Kondome) anzuwenden.

Wird Clindamycin zusammen mit Vitamin-K-Antagonisten wie Warfarin, Acenocoumarol oder Fluindion angewendet, können erhöhte Blutgerinnungswerte und/oder Blutungen auftreten. Der Arzt wird daher die Blutgerinnungswerte bei Patienten, die mit Vitamin-K-Antagonisten behandelt werden, sorgfältig kontrollieren.

Gegenanzeigen

Clindamycin darf nicht bei Überempfindlichkeit oder Allergie gegen diesen Wirkstoff oder gegen ein anderes Mittel aus der Gruppe der Lincosamide angewandt werden. Hier besteht die Gefahr eines lebensbedrohlichen allergischen Schocks.

Nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle und nach Nutzen-Risiko-Abwägung darf Clindamycin
  • innerlich (über Magen-Darm-Trakt, Vene oder Muskel) gegeben werden bei eingeschränkter Funktionsfähigkeit der Leber, bei akuten oder chronischen Darmerkrankungen, bei krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis) und bei Parkinson-Krankheit
  • äußerlich auf der Haut, aber auch in der Scheide angewendet werden bei Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Schleimhautentzündung von Dünn- und Dickdarm.
Besteht eine Allergie gegen Penicilline, ist eine gleichzeitige Allergie gegen Clindamycin möglich. Auch bei nur allgemeiner Allergieneigung muss der Arzt sorgfältig Risiken und Nutzen der Therapie mit dem Wirkstoff gegeneinander abwägen.

Clindamycin wird nicht bei Infektionen mit Clindamycin-unempfindlichen Erregern (beispielsweise Hefepilzen und Trichomonaden = Geißeltierchen) gegeben.

Clindamycin darf nur verdünnt in die Vene verabreicht werden. Sonst könnte es zu Unverträglichkeitsreaktionen wie Übelkeit, Hitzegefühl oder selten sogar zu gefährlichen Herz- und Kreislauf-Beschwerden (beispielsweise zum Blutdruckabfall oder zum Herzstillstand) kommen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Ungefährlichkeit von Clindamycin in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend nachgewiesen. Daher müssen Nutzen und Risiko einer Anwendung sorgfältig vom behandelnden Arzt gegeneinander abgewogen werden.

Bei schwangeren Frauen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko sowie tiefsitzendem Mutterkuchen, der den inneren Muttermund teilweise oder ganz bedeckt, oder auch bei Loslösung des Mutterkuchens darf keine örtliche Anwendung in der Scheide erfolgen.

Im ersten Drittel der Schwangerschaft darf die Anwendung in der Scheide generell nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Risiken und Nutzen erfolgen.

Clindamycin wird durch die Muttermilch auf den Säugling übertragen. Beim Säugling kann es dann zu Durchfällen, Pilzbesiedelungen auf den Schleimhäuten oder zum Entstehen einer Allergie kommen. Vor Behandlungsbeginn sollte die Mutter deshalb vorsichtshalber abstillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Säuglinge ab vier Wochen und Kleinkinder können Medikamente mit dem Wirkstoff Clindamycin erhalten. Die Dosis wird individuell nach Alter und Körpergewicht vom behandelnden Arzt bestimmt.

Warnhinweise

  • Bei einer Behandlung mit dem Medikament, die mehr als drei Wochen dauert, sind regelmäßig die Leber-, Nieren- und Blutwerte sowie die Funktionsfähigkeit der Nieren vom Arzt zu kontrollieren.
  • Bei schweren und anhaltenden Durchfällen während der Behandlung kann es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung (pseudomembranöse Enterokolitis) handeln. Es muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.
  • Wird eine Akne mit dem Medikament behandelt, sollte sich das Hautbild innerhalb von vier Wochen verbessern. Von einer Langzeitanwendung wird abgeraten.
  • Das Medikament darf nicht örtlich am Auge angewendet werden.
  • Das Medikament eignet sich nicht zur Therapie der Hirnhautentzündung (Meningitis). Die in der Hirnflüssigkeit erreichten Konzentrationen sind dazu zu gering.
  • Das im Medikament als Konservierungsstoff enthaltene Bezoat (Paraben) kann Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, verursachen.
  • Das Medikament enthält Saccharose (Zucker) und ist daher nicht für Patienten mit Zuckerverwertungsstörungen geeignet.
  • Schwere Allgemeininfektionen sollten anfangs nicht mit Granulat, sondern durch Spritzen des Wirkstoffs in den Muskel oder durch Infusion in die Vene behandelt werden.
  • Fünf Milliliter der Lösung enthalten Kohenhydrate im Wert von 0,17 Broteinheiten (BE).

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Trockensaft Trockensaft)
80 Trockensaft Trockensäfte
15 Clindamycin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Sobelin Granulat sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Clindamycin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.