PK-Merz Infusion

Hersteller: Merz Pharmaceuticals GmbH
Wirkstoff: Amantadin
Darreichnungsform: Infusionslösungs­konzentrat
Rezeptpflichtig

Wirkung

PK-Merz Infusion enthält den Wirkstoff Amantadin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von PK-Merz Infusion.

Amantadin kann bei der Parkinson-Krankheit zur Linderung der Symptome eingesetzt werden. Es vermindert das Zittern, die Bewegungsstörungen und die körperliche Starre. Der Wirkstoff Amantadin verringert auch solche Bewegungsstörungen, die durch Medikamente verursacht werden. Bewegungsstörungen können beispielsweise bei Einnahme von Neuroleptika oder ähnlich wirkenden Arzneimitteln auftreten.

Amantadin wird zudem zur Vorbeugung und Verkürzung der Grippe eingesetzt. Es wird zu diesem Zweck als Tablette geschluckt und hemmt die Vermehrung der Grippeviren.

Die Vorbeugung empfiehlt sich bei Ansteckungsgefahr (Ärzte, Pflegepersonal, Apotheker) und insbesondere bei Personen mit schwachen Abwehrkräften oder Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronischer Bronchitis. Zur Vorbeugung der Infektion muss der Wirkstoff möglichst bald nach oder vor dem Kontakt mit infizierten Personen eingenommen werden.

Zur Therapie einer Grippe ist der Wirkstoff wie bei der Vorbeugung zu dosieren. Mit der Einnahme sollte möglichst bald nach dem Erkrankungsausbruch begonnen werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Amantadin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen virenhemmende Mittel, NMDA-Antagonisten, Parkinson-Mittel, zu welcher der Wirkstoff Amantadin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Intensivbehandlung und Anfangsbehandlung der plötzlich eintretenden völligen Bewegungsunfähigkeit bei akuter Verschlechterung der Parkinson-Symptomatik
  • verminderte Daueraufmerksamkeit nach Koma-Zuständen verschiedener Ursache im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts unter stationären Bedingungen

Dosierung

Bei akuter Verschlechterung der Parkinson-Krankheit wird der Arzt 200 Milligramm in 500 Milliliter Lösung intravenös über zirka drei Stunden geben (ein- bis dreimal pro Tag). Bei Bewusstseinstrübung wird die Infusion langsamer gestellt. Wahrscheinlich ist eine stationäre Behandlung notwendig.

Ein plötzliches Absetzen der Infusion ist zu vermeiden, da sich sonst die Parkinson-Beschwerden bis zur Bewegungslosigkeit (akinetische Krise) stark verschlechtern und auch Absetzerscheinungen bis hin zum Delirium auftreten können.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Schlafstörungen, körperliche und innerliche Unruhe, Nervosität, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Wassereinlagerungen in den Beinen, marmorierte Haut, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, insbesondere bei vergrößerter Prostata (benigner Prostatahyperplasie).

Gelegentliche oder weniger häufige Nebenwirkungen:
Schwindel, Übelkeit, Blutdruckschwankungen, Mundtrockenheit.

Seltene Nebenwirkungen:
Einschränkungen der Sehschärfe.

Sehr seltene oder vereinzelte Nebenwirkungen:
Erbrechen, Durchfall, Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Magersucht, vorübergehender Verlust des Sehvermögens, erhöhte Lichtempfindlichkeit der Augen, Auslösung eines epileptischen Anfalls, Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Nervenerkrankungen.

Besonderheiten:
Bei der Anwendung von Amantadin zur Grippe-Vorbeugung kommt es häufg zu Nervosität, Schwindel, Gedächtnisstörungen und Konzentrationsstörungen. Gelegentlich treten Stimmungsveränderungen, Albträume und Wahnvorstellungen auf. Die Behandlung muss trotz der auftretenden Beschwerden nicht abgebrochen werden.

Herzrhythmusstörungen wie Herzrasen und Unregelmäßigkeiten des Herzschlags kommen bevorzugt bei Patienten mit Vorerkrankungen des Herzens, Überdosierung von Amantadin oder gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente vor.

Bei älteren, vorbelasteten Patienten können besonders in Kombination mit anderen Antiparkinsonmitteln Halluzinationen und exogene Psychosen auftreten.

Wechselwirkungen

Amantadin sollte nicht gleichzeitig mit Wirkstoffen eingenommen werden, welche die Erregungsausbreitung im Herzen verzögern. Dazu gehören Wirkstoffe wie Procain, Chinidin, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Thioridazin, Chlorpromazin, Haloperidol, Pimozid, tri- und tetrazyklische Antidepressiva wie Amitriptylin sowie Astemizol und Terfenadin.

Auch Wirkstoffe gegen Pilzinfektionen (Azol-Antimykotika, Clotrimoxazol), gegen Bakterien (Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin und Clarithromycin, Gyrasehemmer wie Sparfloxacin), das Mittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit Budipin, das Mittel gegen Malaria Halofantrin, das Parasitenmittel Pentamidin; die Verdauung fördernde Mittel wie Cisaprid und Bepridil können die Erregungsausbreitung im Herzen verzögern und sollten daher auch nicht mit Amantadin zusammen eingesetzt werden.

Amantadin kann mit anderen Mitteln zur Behandlung der Parkinson-Krankheit wie Levodopa, Bromocriptin, Trihexyphenidyl, Selegilin, Benserazid oder Budipin kombiniert werden. Bei Kombinationen mit Amantadin kann die Verringerung der Dosis des anderen Wirkstoffs notwendig werden. Die gleichzeitige Einnahme des Alzheimer-Mittels Memantin sollte nur unter besonderer Vorsicht erfolgen.

Die gleichzeitige Einnahme von anticholinergen Wirkstoffen wie Benzatropin, Scopolamin, Trihexyphenidyl, Biperiden oder Orphenadrin mit Amantadin kann zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen wie Verwirrtheit und Halluzinationen führen. Außerdem verstärken indirekt zentral wirkende Sympathomimetika die Wirkungen von Amantadin im Gehirn.

Amantadin sollte nach kombinierter Anwendung mit Neuroleptika, die gegen Schizophrenie eingesetzt werden, nicht plötzlich abgesetzt werden. Es kann bei plötzlichem Absetzen zu einer lebensbedrohlichen Verschlechterung der Krankheit kommen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Amantadin und Entwässerungsmitteln wie Triamteren und Hydrochlorothiazid kann die Ausscheidung des Wirkstoffs durch die Niere behindert werden. Es verbleibt zu viel Wirkstoff im Körper, der dann Symptome wie bei einer Überdosierung auslösen kann.

Die Alkoholverträglichkeit ist während der Einnahme von Amantadin verringert.

Gegenanzeigen

Amantadin darf nicht angewandt werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • schweren Herzerkrankungen wie schwerer Herzmuskelschwäche (Stadium NYHA IV), Herzmuskelerkrankungen und -entzündungen, Reizleitungsstörungen am Herzen (AV-Block Grad II und III, verlangsamter Herzschlag unter 55 Schläge/Minute, krankhaften EKG-Veränderungen) und schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de pointes
  • gleichzeitiger Therapie mit Budipin oder anderen Medikamenten mit Einfluss auf die Reizleitung des Herzens
  • Verminderung von Kalium und Magnesium im Blut (Begünstigung von Herzrhythmusstörungen)
  • schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter zehn Milliliter/Minute)
Amantadin darf nur unter besonderer ärztlicher Vorsicht angewendet werden bei Patienten
  • mit vergrößerter Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie)
  • mit Engwinkelglaukom
  • mit Störung der Nierenfunktion (verschiedener Schweregrade; durch eine Verschlechterung Nierenfunktion besteht die Gefahr der Anreicherung von Amantadin im Körper mit Vergiftungsfolgen)
  • mit Erregungs- und Verwirrtheitszuständen
  • mit Delirium-ähnlichen Zuständen und (Medikamenten-bedingten) Psychosen in der Vorgeschichte
  • die mit dem Wirkstoff Memantine behandelt werden.
Die gleichzeitige Gabe von Entwässerungsmitteln vom Typ der Kombination Triamteren + Hydrochlorothiazid und
Amantadin sollte unterbleiben. Patienten mit dem Risiko von Störungen des Mineralhaushaltes (Einnahme von Entwässerungsmitteln, häufiges Erbrechen oder Durchfall, Insulin-Gabe in Notfallsituationen, Nierenerkrankungen, Unterernährung) sollten am besten kein Amantadin erhalten. Ist es unumgänglich, müssen regelmäßige ärztliche Laborkontrollen erfolgen und es ist für einen Mineral-Ausgleich, insbesondere für Kalium und Magnesium, zu sorgen.

Bei Herzschrittmacherpatienten muss der behandelnde Facharzt (Kardiologe) über die Therapie mit Amantadin entscheiden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung sollte in der Schwangerschaft nur unter strenger Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen, da eine schädigende Wirkung auf das ungeborene Kind nicht ausgeschlossen werden kann.

Amantadin geht in die Muttermilch über. Bei erforderlicher Therapie der stillenden Mutter sollte zuvor abgestillt werden. Falls während der Einnahme von Amantadin gestillt wird, muss der Säugling auf Hautausschlag, Probleme beim Wasserlassen und Erbrechen beobachtet werden. Spätestens bei Auftreten solcher Nebenwirkungen beim Säugling muss abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung von Amantadin ist bei Kindern ab fünf Jahren nur zur Vorbeugung und Behandlung der Virusgrippe Typ A vorgesehen. Die Gabe des Wirkstoffes an jüngere Kinder ist verboten, da bisher keine klinischen Erfahrungen aus Studien vorhanden sind.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen und Konzentration wie Sehvermögen einschränken. Dadurch können Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sein.
  • Zusammen mit dem Medikament kann Alkohol unverträglicher sein.
  • Der Elektrolythaushalt ist regelmäßig insbesondere bei Risikogruppen wie nierenkranken, zuckerkranken und magersüchtigen Patienten zu kontrollieren.
  • Bei Auftreten von Schwindel, plötzlicher Ohnmacht oder Herzrasen muss eine Kontrolle des Herzens erfolgen, bevor das Medikament weiter eingenommen wird.
  • Treten während der Behandlung mit dem Medikament Beschwerden beim Wasserlassen auf, ist der behandelnde Arzt zu befragen.
  • Die Behandlung mit dem Medikament sollte nicht plötzlich beendet werden, da sonst eine starke Verschlechterung der Parkinson-Beschwerden und psychische Probleme auftreten können.
  • Die Dosierung des Medikaments ist zu Beginn der Behandlung langsam zu steigern ("Einschleichen").
  • Der Herzrhythmus muss während der Behandlung mit dem Medikament regelmäßig mittels EKG kontrolliert werden.
  • Eine Infusionsflasche enthält 77 Millimol Natrium (1770 Milligramm), was bei Patienten während einer natriumkontrollierten Diät beachtet werden muss.
  • Eine gleichzeitige Behandlung von Parkinson und die Vorbeugung und Behandlung der Virusgrippe Typ A mit dem Medikament ist nicht sinnvoll und wegen der Gefahr der Überdosierung zu vermeiden.
  • Die Gabe des Medikaments kann auch zur vorübergehenden Entlastung von der Einnahme dienen.
  • Eine Tageshöchstdosis von 600 Milligramm Amantadin-Hemisulfat darf nicht überschritten werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Infusionslösungs­konzentrat)
2 Milliliter Infusionslösungs­konzentrat
151,02 Milligramm Amantadin
10 Milliliter Infusionslösungs­konzentrat
151,02 Milligramm Amantadin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über PK-Merz Infusion sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Amantadin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten
Filmtabletten
Infusionslösungs­konzentrat

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.