Glib-ratiopharm S 1,75/ -S 3,5

Hersteller: ratiopharm GmbH
Wirkstoff: Glibenclamid
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Glib-ratiopharm S 1,75/ -S 3,5 enthält den Wirkstoff Glibenclamid.

Glibenclamid wird in Form von Tabletten zur Behandlung einer Zuckerkrankheit vom Typ 2 (Diabetes mellitus Typ 2) eingesetzt, wenn eine vorherige Diät und Gewichtsreduktion nicht zu einem gut eingestellten Blutzuckerspiegel geführt haben.

Glibenclamid kann auch in Kombination mit Metformin und anderen Mitteln gegen die Zuckerkrankheit angewendet werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Glibenclamid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Sulfonylharnstoffe und Abkömmlinge, orale Antidiabetika, Antidiabetika, zu welcher der Wirkstoff Glibenclamid gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • erworbene Zuckerkrankheit, wenn Diätmaßnahmen nicht ausreichen, um den Blutzuckerspiegel genügend zu senken

Dosierung

Die Einstellung des Patienten wird durch den Arzt vorgenommen, dabei sollte die Therapie mit niedrigen Dosierungen beginnen.

Zu Beginn der Therapie wird täglich eine bis zwei Tabletten Glib-ratiopharm S 1,75 beziehungsweise eine halbe bis eine Tablette Glib-ratiopharm S 3,5 vor dem Frühstück mit genügend Flüssigkeit (etwa ein Glas Wasser) geschluckt. Wird durch diese Menge die erwünschte Blutzuckersenkung nicht erreicht, muss die Dosis langsam bis zu maximal sechs Tabletten Glib-ratiopharm S 1,75 oder drei Tabletten Glib-ratiopharm S 3,5 pro Tag erhöht werden. Beträgt die Tagesdosis nicht mehr als zwei Tabletten, so werden diese vor dem Frühstück mit genügend Flüssigkeit eingenommen. Ist die Tagesdosis höher, wird empfohlen, die Einnahme der Tabletten auf morgens und abends aufzuteilen. Beträgt die Tagesdosis beispielsweise drei Tabletten, so sollten morgens zwei und abends eine Tablette eingenommen werden.

Es ist wichtig, die Tabletten immer zum gleichen Zeitpunkt einzunehmen. Wird eine Einnahme vergessen, so darf dies auf keinen Fall durch eine höhere Tabletteneinnahme ausgeglichen werden.

Die Dauer der Behandlung ist abhängig vom Verlauf der Krankheit. Der Erfolg der Therapie sollte in regelmäßigen Abständen durch den Arzt kontrolliert werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)
  • Cellulose mikrokristallin
  • Citronensäure 1H2O (E 330)
  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Lactose-Monohydrat
  • Magnesiumstearat
  • Polysorbat 80
  • Povidon K 25

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Unterzuckerung mit Abfall des Blutzuckerwertes unter 50 Milligramm pro Deziliter (insbesondere bei älteren Patienten), Gewichtszunahme.
Mögliche Anzeichen einer Unterzuckerung: plötzliches Schwitzen, Herzklopfen, Heißhunger, Zittern, Kribbeln im Mundbereich, Blässe, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schlafstörungen, Ängstlichkeit, Unsicherheit der Bewegungen, vorübergehende Sprech- und Sehstörungen, vorübergehende Lähmungserscheinungen oder Empfindungsstörungen, innere Unruhe bis zur Bewusstlosigkeit mit feucht-kühler Haut und Krämpfen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Magen-Darm-Störungen, wie Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Völlegefühl und Bauchschmerzen, metallischer Geschmack, Aufstoßen, Druckgefühl, Juckreiz, Nesselsucht, Knotenflechte (Erythema nodosum), Hautausschlag, erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, kleine Hauteinblutungen (Purpura).

CSeltene Nebenwirkungen:
Verminderung der Blutplättchen-Zahl.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Erhöhung der Leber-Enzym-Werte (GOT, GPT, alkalische Phosphatase), Leberentzündung, Leberfunktionsstörungen mit Gallestau, Leberversagen; Blutbildveränderungen mit Verminderung der roten und/oder weißen Blutkörperchen; Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, Gelenkbeschwerden, Fieber, Eiweißverlust über den Urin und Gelbsucht; lebensbedrohliche allergische Gefäßentzündungen; Atemnot, Blutdruckabfall und Schock; allergische Nasenschleimhautentzündungen, erhöhte Urinausscheidung, verminderter Natriumgehalt des Blutes, Disulfiram-ähnliche Reaktion, Kreuzallergie zu Sulfonamiden (Antibiotika) und deren Abkömmlingen und zu Probenecid (Gichtmittel).
Vorübergehend:
Seh- und Anpassungsstörungen des Auges.

Wechselwirkungen

Arzneimittel, die die Wirkung des Medikaments verstärken, führen dazu, dass der Blutzucker stärker gesenkt wird.

Dies geschieht bei der gleichzeitigen Einnahme des Medikaments mit Insulin oder anderen Mitteln gegen Diabetes.

Auch die zeitgleiche Einnahme von Schmerzmitteln aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika, wie Salicylate oder Metamizol, und Mitteln gegen Bluthochdruck, wie Clonidin, Reserpin und Guanethidin, verstärken den Blutzucker-senkenden Effekt des Glibenclamids. Herz-Kreislauf-Medikamente aus der Gruppe der ACE-Hemmer und der Beta-Blocker und verschiedene Medikamente, die zur Normalisierung der Herzschlagfolge eingesetzt werden, führen ebenfalls zu einer verstärkten Wirkung von Glibenclamid. Weiterhin kommt bei der gleichzeitigen Einnahme von Beta-Blockern hinzu, dass eine Unterzuckerung zu spät erkannt wird, da die typischen Vorboten wie Herzklopfen nicht so gut wahrgenommen werden.

Auch Mittel gegen Depressionen, wie so genannte MAO-Hemmer, und Antibiotika, wie Chloramphenicol, Sulfonamide oder Tetracycline, bewirken eine stärkere Blutzuckersenkung.

Die Wirkung des Medikaments wird ebenfalls durch die gleichzeitige Einnahme von Abkömmlingen des Clofibrats, also Medikamenten, die die Blutfettwerte senken sollen, oder Miconazol, einem Mittel gegen Pilzbefall, verstärkt.

Auch Cumarine, die gefäßerweiternd und gerinnungshemmend wirken, und Cyclophosphamid-Abkömmlinge, die zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden, senken verstärkt den Blutzuckerspiegel.

Auch hochdosiert gespritztes Pentoxifyllin (durchblutungsförderndes Mittel), Anabolika, Fenfluramin, Fenyramidol sowie Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Chinidin und Disopyramid, Antibiotika wie Chinolon-Derivate, Mittel bei Angina Pectoris wie Perhexilin und so genannte Antihistaminika gegen Allergien wie Tritoqualin verstärken die Blutzuckersenkung.

Arzneimittel, die die Wirkung von Glibenclamid abschwächen, führen dazu, dass der Blutzuckerspiegel weniger stark gesenkt wird.

Durch Kortison, Sympathomimetika wie Adrenalin (als Herz-Kreislauf-Mittel) und Schilddrüsenhormone wird die blutzuckersenkende Wirkung abgeschwächt.

Auch Entwässerungsmittel wie Thiazide und Schleifendiuretika sowie Sexualhormone führen dazu, dass die Wirkung von Glibenclamid vermindert wird.

Glucagon, ein Medikament, das bei schweren Unterzuckerungen angewendet wird, und Phenothiazin, ein Psychopharmakon, schwächen die Wirkung des Glibenclamids ab. Auch Nicotinsäure-Abkömmlinge (Fettsenker) und Isoniazid (gegen Tuberkulose), sowie unterschiedliche Mittel wie Schlafmittel, Rifampicin (Tuberkulosemittel) und Phenytoin (Mittel bei Epilepsie), die zu einem beschleunigten enzymatischen Abbau des Glibenclamids führen, bewirken eine schwächere Blutzuckersenkung.

Eine Verringerung der blutzuckersenkenden Wirkung des Glibenclamids wird auch durch Ciclosporin (Mittel zum Hemmen des Immunsystems), Indometacin (nichtsteroidales Antirheumatikum), Acetazolamid (Mittel bei grünem Star und zur Entwässerung), orale Kontrazeptiva (Verhütungsmittel) und weibliche Sexualhormone (Östrogene und Gestagene) erreicht sowie durch Diazoxid, das gezielt bei Unterzuckerungen eingesetzt wird.

Durch die gleichzeitige Einnahme von Mitteln gegen Magengeschwüre wie H2-Rezeptorenblocker oder von Alkohol, Abführmitteln und Pentamidin (Mittel zur Chemotherapie) wird die Wirkung von Glibenclamid nicht vorhersagbar verändert.

Gegenanzeigen

Besteht eine Überempfindlichkeit gegen Sulfonylharnstoffe, Sulfonamide oder Probenecid, einem Mittel gegen Gicht, kann es auf Grund einer Kreuzallergie ebenfalls zu einer Überempfindlichkeitsreaktion gegen Glibenclamid kommen.

Glibenclamid darf nicht von Patienten, die an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt sind, eingenommen werden, da diese Patienten mit Insulin therapiert werden müssen.

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion dürfen Glibenclamid ebenfalls nicht bekommen, da bei diesen Patienten der Wirkstoff langsamer ausgeschieden wird. Dadurch kann sich das Medikament im Körper in einem unerwünschten Ausmaß anreichern und es kann zu vermehrten Unterzuckerungen kommen.

Während schwerer Stoffwechselentgleisungen mit sehr hohem Blutzucker oder Blutübersäuerungen oder während eines diabetischen Komas darf Glibenclamid nicht gegeben werden. Auch vor größeren geplanten Operationen, bei Unfällen oder schweren Infektionen muss Glibenclamid abgesetzt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Glibenclamid soll während der Schwangerschaft und Stillzeit abgesetzt werden, da der Wirkstoff in den Mutterkuchen und die Muttermilch übergeht. Es fördert auch die Insulinausschüttung des Kindes und kann somit zu einer Unterzuckerung des Neugeborenen führen. Außerdem ist die Regulierung des Blutzuckers mit Glibenclamid weniger zuverlässig als mit Insulin. Daher sollte die Behandlung - am besten schon vor der geplanten Schwangerschaft - auf Insulin umgestellt werden.

Weiterhin wurden vermehrt Fehlbildungen des Ungeborenen beobachtet, wobei ein eindeutiger Zusammenhang mit der Einnahme von Glibenclamid jedoch nicht gesichert ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da bei der Behandlung von Kindern mit Glibenclamid noch zu wenige Erfahrungen vorliegen, sollen Kinder dieses Medikament nicht einnehmen.

Warnhinweise

  • Während einer Unterzuckerung ist die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit vermindert. Autofahren, das Bedienen von Maschinen oder Arbeiten in gefährlicher Höhe sind nur mit Einschränkung möglich.
  • Alkoholgenuss kann die blutzuckersenkende Wirkung des Medikaments unvorhersehbar verstärken oder abschwächen.
  • In Stresssituationen und bei Nichteinhaltung des Behandlungsplans ist ein zu hoher Blutzuckeranstieg möglich.
  • Die dauerhafte Anwendung von Abführmitteln während der Therapie kann den Behandlungserfolg gefährden.
  • Patienten, die den Zucker Galaktose nicht vertragen, sollten das Medikament nicht einnehmen.
  • Patienten mit einem Mangel an dem Enzym Lactase sollten das Medikament nicht einnehmen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tablette)
30 Stück Tabletten
1,75 Milligramm Glibenclamid
120 Stück Tabletten
1,75 Milligramm Glibenclamid
30 Stück Tabletten
3,5 Milligramm Glibenclamid
120 Stück Tabletten
3,5 Milligramm Glibenclamid

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Glib-ratiopharm S 1,75/ -S 3,5 sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Glibenclamid (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.