Dociton 10/-40/-80

Hersteller: MIBE GmbH Arzneimittel
Wirkstoff: Propranolol
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Dociton 10/-40/-80 enthält den Wirkstoff Propranolol. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Dociton 10/-40/-80.

Propranolol senkt den Blutdruck bei Bluthochdruck und koronarer Herzkrankheit.

Der Wirkstoff führt zu einer Verlangsamung und Rhythmisierung der Herzschläge bei schnellen Herzrhythmusstörungen. Auch Herzrhythmusstörungen, die durch körperliche Belastung, Narkosen oder Sympathomimetika (eine Gruppe von das Nervensystem anregenden Medikamenten) ausgelöst wurden, lassen sich mit Propranolol behandeln. Außerdem wird Propranolol bei Herzbeschwerden ohne erkennbare organische Ursache, wie dem hyperkinetischen Herzsyndrom, eingesetzt. Zudem lässt sich mit dem Wirkstoff durch Ausschaltung des Risikofaktors Bluthochdruck einem erneuten Herzinfarkt sowie Anfällen der Herzenge (Angina Pectoris) vorbeugen. Propranolol kann die Auswirkungen einer Schilddrüsenüberfunktion auf das Herz ausgleichen.

Der Wirkstoff wird in der vorbeugenden Behandlung bei Migräne, bei Zittern ohne bekannte Ursache (essentiellem Tremor) und bei Angststörungen eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Propranolol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Betablocker, Blutdrucksenker, zu welcher der Wirkstoff Propranolol gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Herzbeschwerden durch Streß wie unkontrolliertes Herzrasen
  • Verminderung der Beschwerden bei einer Schilddrüsenüberfunktion
  • Bluthochdruck (nur 40 Milligramm und 80 Milligramm)
  • Beschwerden aufgrund von Einengungen der Herzkranzgefäße durch Ablagerungen (nur 40 Milligramm und 80 Milligramm)
  • Störung der normalen Herzschlagfolge mit anhaltender Pulsbeschleunigung (40 Milligramm und 80 Milligramm)
  • Vorbeugung eines erneuten Infarktes nach bereits erfolgtem Herzinfarkt (nur 40 Milligramm und 80 Milligramm)
  • nicht organisch verursachte Angststörung (nur 40 Milligramm und 80 Milligramm)
  • Vorbeugung von Migräne-Anfällen
  • rhythmisches Muskelzittern ohne feststellbare körperliche Ursache (nur 40 Milligramm und 80 Milligramm)

Dosierung

Die Dosierung sollte individuell nach dem jeweiligen Behandlungsziel erfolgen. Das Medikament sollte unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Beim Absetzen des Arzneimittels muss die Dosis langsam reduziert werden (ausschleichen).

Bluthochdruck:
Die Behandlung sollte mit zwei- bis dreimal täglich einer Tablette Dociton 40 oder zwei- bis dreimal täglich einer Filmtablette Dociton 80 begonnen werden. Falls erforderlich, kann die Dosis auf zweimal täglich vier Tabletten Dociton 40 oder zwei Tabletten Dociton 80 gesteigert werden.

Herzerkrankungen (Koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen):
Es wird mit einer Dosis von dreimal täglich einer Tablette Dociton 40 oder zwei bis dreimal täglich zwei Filmtabletten Dociton 40 oder einer Filmtablette Dociton 80 therapiert.

Reinfarktprophylaxe:
Zur Vorbeugung gegen erneute Herzinfarkte sollte die Behandlung zwischen dem 5. und 21. Tag nach dem Herzinfarkt mit dreimal täglich einer Filmtablette Dociton 40 über zwei bis drei Tage begonnen werden. Danach wird die Therapie mit einer Dosis von ein bis zwei Filmtabletten Dociton 40 weitergeführt.

Hyperkinetisches Herzsyndrom:
Bei unkontrolliertem Herzrasen (Hyperkinetisches Herzsyndrom) werden dreimal täglich eine bis vier Filmtabletten Dociton 10 oder dreimal täglich eine Filmtablette Dociton 40 verabreicht.

Migräneprophylaxe, Händezittern (essenzieller Tremor), Angstsyndrome:
Die Anfangsdosierung beträgt zwei- bis dreimal täglich eine Tablette Dociton 40.

Schilddrüsenüberfunktion:
Es werden drei- bis viermal täglich eine bis vier Tabletten Dociton 10 oder bis zu viermal täglich eine Tablette Dociton 40 empfohlen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Carmellose-Calcium
  • Gelatine
  • Glycerol
  • Hypromellose
  • Lactose
  • Magnesiumstearat
  • Titandioxid

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Müdigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Nervosität, Schwitzen, Schlafstörungen, Depressionen, Albträume, Halluzinationen, Missempfindungen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Blutdruckabfall, Herzstolpern, Herz-Erregungsleitungsstörungen, Herzmuskelschwächen-Verstärkung, Hautreaktionen, Rötung, Juckreiz, Exantheme, Haarausfall.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Muskelschwäche (Myasthenia gravis-ähnlich), Mundtrockenheit, Tränenfluss-Verminderung, Bindehautentzündung, Blutbildveränderungen (Blutplättchen-Verminderung), Einblutungen in die Haut.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Verstärkung einer bestehenden Myasthenia gravis, Angina Pectoris-Verstärkung, Missempfindungs-Verstärkung, Schuppenflechte, Schuppenflechten-Verstärkung, kombinierte Hornhautentzündung und Bindehautentzündung, Sehstörungen, Gelenkschmerzen, Zuckererkrankung-Verschlimmerung (Diabetes mellitus), Leberwerterhöhung, Libidoverringerung, Potenzstörungen, bei bestehenden Nierenerkrankungen: Nierenfunktions-Verschlechterung.

Besonderheiten:
Durch die Beta-2-Wirkung kann es besonders bei Patienten mit einem empfindlichen Bronchialsystem, zum Beispiel bei Asthma, zu einer Verengung der Atemwege und damit zu Atemnot kommen.

Bei Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion können die Symptome schneller Herzschlag und Zittern überdeckt werden. Nach längerem strengen Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann es zu Unterzuckerung kommen, außerdem können Störungen im Fettstoffwechsel auftreten.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Insulin oder anderen Wirkstoffen zur Behandlung von Zuckerkrankheit kann Propranolol deren Wirkung verstärken oder verlängern. Warnzeichen einer Unterzuckerung wie Herzrasen und Muskelzittern (Tremor) können so abgemildert werden, dass sie nicht mehr als Krankheitszeichen erkennbar sind (Verschleierung). Daher sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich.

Propranolol kann die Wirkung von anderen blutdrucksenkenden Wirkstoffen verstärken und deswegen zu einem übermäßigen Blutdruckabfall führen. Das gilt zum Beispiel für die Anwendung zusammen mit anderen Betablockern sowie mit tri- und tetrazyklischen Antidepressiva, Schlafmitteln (Barbituraten), Wirkstoffen zur Wasserausscheidung (Diuretika), blutgefäßerweiternden Mitteln (Vasodilatatoren), Narkosemitteln (Narkotika) und Nitroglycerin. In ähnlicher Weise kann Propranolol die Wirkung von Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) verstärken.

Wird Propranolol mit Herzglykosiden sowie im Gehirn wirkenden blutdrucksenkenden Wirkstoffen wie Reserpin, Methyldopa, Guanfacin und Clonidin kombiniert, kann es zu einem stärkeren Absinken der Herzfrequenz und zu einer Verzögerung der Reizleitung am Herzen kommen.

Die gleichzeitige Anwendung von Propranolol mit den Stresshormonen Noradrenalin oder Adrenalin kann einen sehr starken und schnellen Blutdruckanstieg hervorrufen. Bei MAO-Hemmern (gegen Depressionen) wird der gleiche Effekt durch den verminderten Abbau von Propranolol-HCl hervorgerufen. Auch die Einnahme von Cimetidin aus der Gruppe der H2-Rezeptorenblocker verstärkt die Wirkung von Propranolol.

Indometacin aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika kann die blutdrucksenkende Wirkung von Propranolol vermindern.

Für den Fall, dass Propranolol vor Eingriffen in Narkose oder vor der Anwendung muskelentspannender Medikamente (zum Beispiel zur künstlichen Beatmung) nicht abgesetzt werden kann, muss der Narkosearzt über die Behandlung informiert werden.

Gegenanzeigen

Propranolol darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Betablocker sowie bei Herzmuskelschwäche, verlangsamtem Herzschlag (Ruhepuls vor Behandlungsbeginn unter 50 Schlägen pro Minute) und erniedrigtem Blutdruck (Hypotonie).

Die Anwendung verbietet sich ebenso bei einem Herz-Kreislauf-Schock sowie bei schweren Erkrankungen des Reizleitungssystems des Herzens (wie AV-Block II. oder III. Grades, Sinusknoten-Syndrom).

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei schweren Durchblutungsstörungen der Arme und Beine. Gleiches gilt für eine Überempfindlichkeit des Bronchialsystems (wie beispielsweise bei Asthma).

Mit MAO-Hemmern gegen Depressionen darf Propranolol nicht kombiniert werden. Auch bei Stoffwechselübersäuerung (Acidose) ist die Anwendung untersagt.

Nur unter besonderer Vorsicht und strenger ärztlicher Kontrolle darf Propranolol eingesetzt werden bei schwachen Reizleitungsstörungen am Herzen (AV-Block I. Grades), bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit stark schwankenden Blutzuckerwerten oder nach längerem strengen Fasten. Auch schwere körperliche Belastung, Schwangerschaft und Stillzeit sowie eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion bedürfen besonderer ärztlicher Vorsicht.

Diese ärztliche Vorsicht ist auch bei Patienten mit Phäochromozytom sowie bei Schuppenflechte (Psoriasis) erforderlich, auch wenn diese nur bei einem Familienmitglied vorgekommen ist. Gleiches gilt für den Einsatz des Wirkstoffs, wenn schon einmal schwere Überempfindlichkeitsreaktionen gegen ein Medikament aufgetreten sind.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Propranolol sollte während der Schwangerschaft nur in dringenden Fällen angewendet werden. Es kann beim Ungeborenen zur Wachstumsverzögerung kommen. Außerdem können vorzeitige Wehen auftreten.

Der Wirkstoff sollte spätenstens 48 bis 72 Stunden vor einer Geburt unter ärztlicher Überwachung abgesetzt werden.

Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über. Säuglinge sollten daher in der Stillzeit ärztlich überwacht werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Propranolol sollte bei Kindern nicht angewendet werden.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann die Reaktionsfähigkeit so beeinträchtigen, dass Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sind.
  • Nierenfunktion und Leberwerte sollten während der Behandlung mit dem Medikament regelmäßig kontrolliert werden.
  • Kontaktlinsenträger müssen den möglicherweise durch das Medikament verringerten Tränenfluss beachten.
  • Bei Zuckerkrankheit sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich.
  • Das Medikament kann in Einzelfällen zu allergischen Reaktionen führen.
  • Vor einer Narkose sollte der Narkosearzt über die Behandlung mit dem Medikament informiert werden.
  • Eine Behandlung mit dem Medikament darf nicht plötzlich abgebrochen, sondern sollte mit verminderter Dosierung "ausgeschlichen" werden.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker) und ist daher nicht für Patienten mit Zuckerverwertungsstörungen geeignet.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad aufbewahrt werden.
  • Das Medikament muss in der Originalverpackung - vor Licht und Feuchtigkeit geschützt - aufbewahrt werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtablette)
50 Stück Filmtabletten
8,77 Milligramm Propranolol
50 Stück Filmtabletten
35,07 Milligramm Propranolol
100 Stück Filmtabletten
35,07 Milligramm Propranolol
100 Stück Filmtabletten
70,14 Milligramm Propranolol
30 Stück Filmtabletten
8,77 Milligramm Propranolol
100 Stück Filmtabletten
8,77 Milligramm Propranolol
30 Stück Filmtabletten
35,07 Milligramm Propranolol

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Dociton 10/-40/-80 sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Propranolol (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten
Tabletten
Tabletten
Tabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Tabletten

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.